Agrar-Tools in der Landwirtschaft

Agrar-Tools: Pachtpreis-, Strohpreis- und Vollkosten-Check

Raten und auf gute Zeiten hoffen, ist nicht besonders clever. Das wissen wir ja in der Landwirtschaft nur allzu genau. Denn Ackerbau erfolgreich zu betreiben — ohne dabei die Zahlen zu kennen und diese auch entsprechend im Griff zu haben, geht gar nicht.

Jetzt ist Schluss mit der Raterei. Die nachfolgenden Agrar-Tools helfen uns nicht nur dabei unser Bauernhof jederzeit im Überblick zu behalten, sondern sie unterstützen uns auch bei der Planung und Produktivitätserhöhung. Letztendlich geht es darum, die immer steigenden Kosten im Schach zu halten.

Wer mag es schon, wenn die Kosten durch die Decke gehen?

Ich sicherlich nicht; und ich gehe stark davon aus, dass Sie das auch nicht als Top Prio auf Ihrer Wunschliste stehen haben…

Agrar-Tools nutzen und bessere Entscheidungen treffen

In dem heutigen Artikel werde ich folgende drei Agrar-Tools näher unter die Lupe nehmen:

  • Den Vollkosten-Check, der uns Aufschluss darüber geben soll, ob und ab wann sich der Ackerbau lohnt.
  • Den Pachtpreis-Check, der uns u.a. bei der folgenden brennenden Frage unterstützen soll: „Welcher maximale Pachpreis rechnet sich noch überhaupt für mein Betrieb?“
  • Einen Strompreis-Rechner, der uns ermöglicht schnell und übersichtlich den Preis für Stroh zu kalkulieren.

Hört sich erstmal sehr vielversprechend an, oder?

Dann legen wir doch direkt los.

1. Vollkosten-Check für Ackerland.

Die Firma Möller Agrarmarketing ist für den einen oder anderen sicherlich schon bekannt.

Der Unternehmensgründer Rainer Möller war von der Herangehensweise vieler Landwirte, wichtige Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu treffen, nicht besonders entzückt und entschied sich kurzerhand eine Firma zu gründen, welche sich auf die Entwicklung von Agrar-Tools (Analyse- und Planungs-Tools) spezialisiert.

So entstand u.a. auch der Vollkosten-Check.

Im Grunde genommen ist dieser ein Excel-Tool, der Ihnen ermöglicht, den betriebsindividuellen Mindestpreis für Ackerkulturen, sowie den kalkulatorischen Betriebsgewinn zu ermitteln.

Das Tool beantwortet damit folgende wichtige Fragen:

  • Wann lohnt sich der Ackerbau?
  • Wieviel müssen die Ackerkulturen erlösen, damit die Produktionskosten gedeckt sind?

Im Excel-Tool können folgende Variablen ersetzt werden:

  • Preis und Ertrag der Ackerkulturen
  • Direktkosten
  • Faktorkosten
  • Pachtpreis
  • Arbeitsaufwand
  • Flächenprämie

Bis zum 31. Dezember haben Sie die Gelegenheit die kostenfreie Testversion des Vollkosten-Check Tools auf „Herz und Nieren“ zu prüfen…

2. Pachtpreis-Check für Ackerland.

Die beiden Agrar-Tools Vollkosten- und Pachtpreis-Check bauen aufeinander auf. Sobald Sie die Ergebnisse aus dem Vollkosten-Check erhalten haben, gilt es die maximale Pacht für die verschiedensten Fruchtfolgen zu berechnen.

Wer die betriebswirtschaftliche Obergrenze der eigenen Fruchtfolge nicht kennt, der hat ein Problem. Denn die Pachtpreise hierzulande sind in den letzten Jahren stetig gestiegen und ein sog. „Preisstopp“ ist nicht in Sicht.

Im Klartext: Hohe Pachten schmälern den Gewinn!

Welcher Pachtpreis rentiert sich überhaupt noch?

Wer eine fundierte Antwort auf diese Frage sucht, der sollte sich folgenden kurzen Videobeitrag zum Pachtpreis-Check nicht entgehen lassen.

Ähnlich wie auch beim Vollkosten-Check, lassen sich auch beim Pachtpreis-Rechner folgende Felder ändern:

  • Preis und Ertrag der Ackerkulturen
  • Direktkosten
  • Höhe der Direktzahlungen
  • Arbeitsaufwand
  • Allgemeinaufwand

Selbstverständlich basiert die Kalkulation auf eigene Annahmen. Je akkurater diese sind, umso genauer Ihre Berechnung.

Aus den oben aufgeführten Faktoren, ergibt sich die Grundrente. Diese Kennzahl zeigt im Grunde genommen, was für die Pacht übrig bleibt.

Wobei… nicht ganz so schnell.

Vergessen Sie das Unternehmensrisiko nicht. Das müssen Sie von der obigen Summe ebenfalls noch abziehen können, d.h. Grundrente ist nicht gleich Flächenentlohnung.

Weiterführende Informationen zu dem Excel-Tool erhalten Sie auf der Webseite von Möller Agrarmarketing. Auch für dieses Agrar-Tool liegt eine kostenfreie Testversion vor.

3. Strohpreis-Rechner.

Die Preise für Stroh liegen aktuell bei durchschnittlich 90 – 120 EUR je Tonne ab Hof.

Das ist zwar schön und gut, aber es ist besser wenn man den Strohpreis etwas genauer berechnen kann. Dafür gibt es selbsverständlich auch unterschiedliche Agrar-Tools.

Heute geht es um den Strohpreis-Rechner der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die von der LWK kostenlos zur Verfügung gestellte Excel-Tabelle hilft Ihnen bei der Kalkulation folgender Preise:

Stroh je dt bzw. je ha, welches auf dem Feld verbleibt, nach den Nährstoffpreisen je kg Reinnährstoff für Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Schwefel sowie den Kohlenstoffwert für die entgangene Humusbildung.“

Die Vorteile dieses Agrar-Tools liegen darin, dass Sie die Strohwerte je nach Strohart und Ertrag ermitteln können. Des Weiteren lassen sich die Strohkosten frei Lager (mit der Unterteilung in Rohstoff-, Press-, Transport und Lagerungskosten) bzw. ab Hof berechnen.

Den Strohpreis-Rechner der LKW Niedersachsen können Sie hier herunterladen

Apps herunterladen, Excel-Tabellen ausfüllen und jdie Funktionsweise jeder Menge neuer Online-Tools zu verstehen ist nicht ganz ohne. Denn eins dürfen wir bei dem ganzen modernen „Schnick-Schnack“ nicht vergessen: die Musik spielt auf dem Ackerfeld!

Hauptsache Sie bewahren die Kontrolle über die neuen Tools und Gadgets, nicht umgekehrt — so wie es oft der Fall ist bei der jüngeren Generation.

Welche Agrar-Tools benutzen Sie? Haben Sie damit gute Erfahrungen sammeln können? Ich freue mich auf Ihr Kommentar.

 

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