Fendt auf Agritechnica 2017

Agritechnica 2017: Highlights, Preisverleihungen und Diskussionen

Goodbye Agritechnica 2017! Tolle Stimmung, etwas weniger Neuheiten als in den Jahren zuvor, dafür aber jede Menge interessante Gespräche mit Gleichgesinnten. In zwei Jahren sehen wir uns wieder.

Letzten Samstag ist die weltweit größte Landtechnikmesse zu Ende gegangen. Rund 450.000 Besucher, davon mehr als 100.000 aus dem Ausland (die meisten aus Holland, Dänemark, Schweiz, Österreich, Italien) kamen zur diesjährigen Mega-Veranstaltung in Hannover.

Was die Anzahl der Aussteller anbelangt, so lag diese bei 2.803 Aussteller aus 53 Ländern. Der Auslandsanteil lag mit 60% so hoch wie nie.

Die Gewinner der Preisverleihung „Maschine des Jahres 2018“

Eins der größten Highlights der Agritechnica ist sicherlich die Preisverleihung „Maschine des Jahres“. Eine internationale Jury bestehend aus Landtechnikredakteuren prämieren aktuelle Neuheiten aus der Landwirtschaft. Es gibt mehrere Kategorien, darunter auch ein Publikumspreis.

Dieses Jahr standen 48 Maschinen zur Auswahl. Vier Wochen lang konnte online abgestimmt werden. Und die Sieger des Preises „Maschine des Jahres 2018“ in 16 Kategorien lauten wie folgt:

  1. Kategorie Traktor XXL: Fendt 900 Vario MT – die ersten Raupenschlepper von Fendt sind in drei Leistungsstufen verfügbar 380 PS / 405 PS / 431 PS
  2. Kategorie Großtraktor: Claas Axion 900 – das neue Flagschiff aus Harsewinkel mit fortan fünf Modellen
  3. Kategorie Oberklase-Traktor: Vatra T-Serie – zwei neue Modelle, neue Multifunktionsfahrhebel, 9-Zoll-Touchscreen SmartTouch
  4. Kategorie Mittelklasse-Traktor: Case IH Maxxum Multicontroller Active Drive 8 und New Holland Dynamic Command – neue Traktoren mit Doppelkupplungsgetriebe
  5. Kategorie Kompakttraktor: John Deere 5R – mit JD PWX 4,5 Liter-Motoren, Abgasstufe Tier 4 final, Wendekreis von nur 3,75 m
  6. Kategorie Mähdrescher: Fendt / Massey Ferguson Ideal – die graphitgraue Maschine mit dem längsten Rotor am Markt (4,84 m) sichert sich gleichzeitig auch den Publikumspreis
  7. Kategorie Häcksler: Krone X 680/780/880 mit Lift Cab – mit dem optionalen AgriNIR Sensor lassen sich Feuchtegehalt und Inhaltsstoffe des Ernteguts messen
  8. Kategorie Hackfruchternte: Grimme Ventor 4150 – vierreihige, selbstfahrende Kartoffelroder mit 15 Tonnen Überladebunker
  9. Kategorie Futterwerbung: Vicon Extra 7100T GeoMow – Triple-Mähwerkskombination hebt am Vorgewende mit Hilfe des GPS-Signals automatisch aus und setzt wieder ein
  10. Kategorie Futterbergung: Kuhn FBP 3135 IntelliWrap – die neue Folienwicklung senkt den Folienverbrauch gegenüber Systemen mit breiter Spezialfolie um 30%
  11. Kategorie Bodenbearbeitung: Väderstad Carrier – die Scheibenegge arbeitet mit Geschwindigkeiten bis zu 20 km/h und Arbeitsbreiten von 3,0 bis 12,25 m
  12. Kategorie Drilltechnik: Lemken Azurit – diese Sämaschine bringt 70% mehr Standraum für die Pflanzen durch das Wegschalten einer Doppelreihe bei gleichzeitiger Verdopplung in der anderen Reihe
  13. Kategorie Bestandesführung: Amazone UX 01 mit swingstop Pro und ContourControl – die neue Technologie soll die Ausbringgenauigkeit erhöhen
  14. Kategorie Materialumschlag / Logistik: Claas Scorpion – die neue Teleskoplader-Baureihe mit Kooperationspartner Liebherr bietet eine höhere Umschlagsleistung durch größere Hubkräfte und neue Fahrerassistenzsysteme
  15. Kategorie Sonderpreis: Hydraulischer, gedämpfter Oberlenker von GKN Walterscheid – ein innovativer Stoßdämpfer-Mechanismus, der direkt in den Zylinder integriert ist
  16. Kategorie Publikumspreis: Mähdrescher Ideal der Firma AGCO, siehe Kategorie #6

Quelle: Deutscher Landwirtschaftsverlag (dlv)

Fendt 900 Vario MT, Gewinner des Preises „Maschine des Jahres 2018“ in der Kategorie Traktor XXL

Quelle: FendtTV, YouTube

Agritechnica Innovation Award 2017

Eine ganz andere Preisverleihung ist der Innovation Award. Von den mehr als 320 Neuheitenanmeldungen gab es 2 Gold- und 29 Silbermedaillen.

Ein kurzer Blick auf die beiden Goldmedalisten:

  • „Cemos Auto Threshing“ Assistenzsystem von Claas: Der erste Tangential-Mähdrescher der sich vollautomatisch auf die Frucht und die Druschbedingungen einstellen lässt.
  • „StalkBuster“ Mulcheinrichtung von Kemper: Die erste in den Mähvorsatz des Feldhäckslers integrierte, stoppelzerstörende Mulchtechnik, um den wichtigsten Schädling im Silomaisanbau, dem Maiszünsler, Paroli zu bieten.

Quelle: Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG)

Chinesen geben Gas: Auf der Agritechnica präsentiert Arbos seine Full-Line Produktpalette

Arbos ist zwar ein italienischer Hersteller aber die Company gehört letztendlich zum chinesischen Konzern Lovol. Eine clevere Sache seitens der Chinesen, europäische Hersteller und Marken zu verwenden, um sich auf dem alten Kontinent zu etablieren und wichtige Marktanteile hinzu zu gewinnen.

Welche Plattform bietet sich besser an sein Produktportfolio zu zeigen als die weltweit größte Landtechnikmesse?

Die Agritechnica war die perfekte Gelegenheit für Arbos seine gesamte Produktreihe an Traktoren und Arbeitsgeräten vorzustellen. In Deutschland kommen die Maschinen nächstes Jahr auf den Markt.

Quelle: Arbos, YouTube

Die Firma hat jede Menge ehrgeizige Ziele, u.a. in 10 Jahren mit einem Marktanteil in Höhe von 12% am weltweiten Traktorenmarkt in der Liga der Big Player mitzuspielen.

Das Unternehmen hat auch im Bereich Anbaugeräte ein ambitioniertes Ziel. Hier will man im gleichen Zeitraum, nämlich in 10 Jahren auf ein Umsatz von über 400 Mio. EUR kommen. Selbstverständlich setzt man auch bei Arbos auf selbstfahrende Erntetechnik – diesen Trend lassen sich die Italiener / Chinesen nicht entgehen.

Diskussionsrunden

Größer, glänzender, prächtiger… So lauteten die Kommentare vieler Landwirte, denen ich in Hannover über den Weg gelaufen bin.

Auch Kommentare wie „die Großen werden immer größer und wir müssen kucken wo wir bleiben“ oder „na ja, dieses Jahr gibts doch nicht so viel Neues wie in den Jahren zuvor“ gingen mehreren Gleichgesinnten über den Lippen.

Die faszinierendsten Diskussionen meiner Meinung nach, gab es über die Zukunft der Landwirtschaft.

So waren einige Kollegen der Meinung, dass zukünftig Getreide nur noch von ein paar Großen angebaut wird; dass Salate und kleinere Spezialitäten in speziellen Gebäuden in der Nähe von Städten angesiedelt werden und dass wir Fleisch aus dem Reagenzglas bald nicht mehr vom „normalen“ Fleisch unterscheiden werden können.

Ob das alles zutreffen wird, werden wir sehen. Spätestens in zwei Jahren, wenn es dann wieder heisst „Ab zur Agritechnica nach Hannover“, greifen wir diese Diskussionen erneut auf und kucken wo wir dann stehen. 

Was hat Euch auf der diesjährigen Agritechnica am meisten gefallen und wieso?

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