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Agrotourismus als Einkommensquelle

Wie lassen sich neue Geschäftsfelder wie Agrotourismus erschliessen? Dies fragen sich nicht wenige Landwirte auf der Suche nach weiteren Einkommensquellen.

Die verheerenden Ergebnisse des Wirtschaftsjahres 2015/2016 gliedern sich in den Gesamttrend der letzten Jahre ein.

Vom Jahresergebnis müssen dann noch die Ausgaben wie Steuern, Versicherungen, Nettoinvestitionen und ähnliches beglichen werden.

Was dann unterm Strich übrig bleibt, lässt manchen von uns die Haare raufen und sich fragen:

Wie soll ich davon auf Dauer meine Familie ernähren?

Und die Suche nach weiteren Einkommensquelle beginnt.

Im Internet lässt sich einiges an Ideen finden. Wie zum Beispiel Agrotourismus, das Konzepte umfasst, bei denen Landwirtschaft und Tourismus verbunden werden.

Und der Kopf fängt an, jede Menge Fragen zu stellen: läßt sich damit wirklich Geld verdienen? Wär das was für meine Landwirtschaft? Wie kann sowas erfolgreich aufgezogen werden?

Agrotourismus als Einkommensquelle

Mit mehr Freizeit und Geld als je zuvor ausgestattet, suchen viele nach Erlebnissen, die sie in ihrem Alltag nicht geboten bekommen.

Für uns ist Landwirtschaft “Alltag”. (Alltag in Anführungsstrichen, weil wir wissen, sowas wie “Alltag” gibt es in der Landwirtschaft nicht.)

Aber es gibt nicht wenige Menschen, für welche Landwirtschaft ein exotisches Abenteuer ist.

Den engsten Kontakt, den viele mit der Landwirtschaft in ihrem Leben haben, sind die Bilder aus Werbung oder Supermarktregalen.

Und auch wenn Landwirtschaft gern in den Negativschlagzeilen der Nachrichten auftaucht, für viele Freizeitsuchende wird das Landleben mit Positivem in Verbindung gebracht:

ob Ruhe, Idylle, Natur oder Abenteuer – richtig aufgezogen, kann das Erlebnis Landwirtschaft zu einer verlässlichen Einkommensquelle werden.

Dabei muss es nicht immer der „typische“ Erlebnisbauernhof für die Familie sein:

Tourismus und Landwirtschaft

Quelle: Dr. Thomas Höfer

Ob Erlebnisweinberg oder Golfplatz, Streichelzoo oder Käserei, Landwirtschaft zum Mitmachen oder Wellnessangeboten – der Kreativität sind wie immer keine Grenzen gesetzt.

Je nach Kapazität und Ausstattung des Hofes, steht dem Aufbau von neuen Geschäftsfeldern nichts im Weg.

Um auf Dauer erfolgreich zu sein, hilft es, sich vorab folgende Fragen zu stellen:

Erfolgsfaktoren im Agrotourismus

Werden mit der neuen Einkommensquelle die vorhandenen Ressourcen (Gebäude, betriebliche Produktsabläufe, Wissen, Arbeitskräfte,… ) besser ausgeschöpft?

Für den Aufbau der neuen Einkommensquelle sollten die bereits vorhandenen Ressourcen besser genutzt werden können.

Es geht nicht darum, in etwas komplett Neues zu investieren, sondern Synergien zu nutzen.

Die Qualität und die Attraktivität des Angebotes sind entscheidend für den Erfolg. Beide können nur geboten werden, wenn der eigene Betrieb hinsichtlich der notwendigen Ressourcen stark aufgestellt ist.

Beispielsweise mag es sein, dass Tierhöfe für Kinder und Familien sehr attraktiv sind. Euer Hof hält seit vielen Jahren Tiere?

In der Familie oder unter Euren Mitarbeitern gibt es jemanden der großartig mit Kindern ist? Ihr habt Platz, um weitere Übernachtungsgäste unterzubringen?

Klingt nach guten Voraussetzungen, um einen Tierhof für Kinder und deren Eltern anzubieten.

Wenn Ihr aber eigentlich nichts mit Tieren am Hut habt. Auf Eurem Hof niemand ist, der Spaß mit Kindern hat, bringt es nichts, auf Biegen und Brechen, einen Tierhof hochzuziehen, um zusätzlich Geld zu verdienen.

Es fehlen einfach die Ressourcen, um Qualität und Attraktivität auf Dauer anbieten zu können. Wobei diese beiden Punkte auch stark mit dem nächsten Erfolgsfaktor zusammenhängen:

Besteht Interesse und Leidenschaft für das neue Geschäftsfeld?

Ihr wisst, Konzepte werden nur erfolgreich sein, wenn Ihr mit Eurer Person dahinter steht.

Wenn Ihr Euch mit Eurer Leidenschaft einbringen könnt, kann etwas Einzigartiges entstehen, dass es nirgendwo anders gibt und wofür Andere bereit sind, Geld auszugeben.

Die Realität ist: der Aufbau eines neuen Geschäftsfeldes bedeutet sehr viel Arbeit auf einen langen Zeitraum.

Das wird nur funktionieren, wenn Ihr auch Euren Spaß und Erfüllung in der Arbeit finden könnt.

Touristen sind auf der Suche nach tollen Erlebnissen und einer schönen Zeit. Wenn sie spüren, sie sind nur Teil einer Arbeit oder Einkommensquelle, werden sie nicht wiederkommen, geschweige denn, Euer Angebot weiterempfehlen.

Wenn sie jedoch sehen, Ihr seid aus Überzeugung und mit Leidenschaft dabei, dann steckt dies an.

Die Idee des Agrotourismus ist nicht neu. Urlaub auf den Bauernhof für Familien ist ein weit verbreitetes Konzept. Ebenso ist der Winzer aus dem Beitrag wohl nicht der einzige Winzer, der ein derartiges Konzept anbietet. Allerdings:

Er ist einzigartig. Seine Persönlichkeit. Wie er sich einbringt und das Konzept umsetzt. Mit seiner Persönlichkeit kann er sich von allen anderen unterscheiden und etwas Einzigartiges anbieten, wofür Erlebnistouristen gerne Geld ausgeben.

Vielleicht seid Ihr auch gerade auf der Suche nach zusätzlichen Einkommensquellen oder habt diese bereits aufgebaut. Was macht Euch einzigartig? 

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