Auf dem Land-Landwirtschaft-Internet

Scheibchenweise Internet auf dem Land

Auf der Agritechnica gab es die neuesten Technologien zum bewundern. Aber was nützt diese, wenn es auf dem Land kein Internet gibt?

Gerade jetzt zur Wahl wurden die Diskussionen und Versprechungen um den Ausbau des Internets in Deutschlands lauter.

Man brauch keine Statistiken, um zu wissen, dass es auf dem Land mit schnellem Datenaustausch nicht gut bestellt ist.

Sobald man sich von der Stadt aufs Land bewegt, nehmen die Balken für Netzempfang auf dem Handy ab oder man erhält gar die Nachricht “Kein Service”.

Fehlendes Netzwerk auf dem Land

Seit Jahren hinkt Deutschland im internationalen Vergleich beim Ausbau von mobiler Bandbreite und moderner Glasfasernetze hinterher.

Mit Highspeed beispielsweise Filme im Internet anschauen, ist für jeden Städter wohl ein Mindeststandard.

Auf dem Land ist dies jedoch in vielen Regionen ein Luxus, von dem man nur träumen kann.

Ein zügiger Ausbau der ländlichen Netzversorgung ist aber nicht aus Entertainmentzwecken notwendig.

Wenn mittelständische Betriebe sich nicht in ländlichen Regionen ansiedeln können oder weiterhin bestehen können, weil sie im wahrsten Sinne des Wortes von der Welt abgeschnitten sind, verstärkt dies auch die Landflucht.

In der Landwirtschaft ist der gesamte Wirtschaftszweig von dem zügigen Ausbau von HighSpeed-Datennetzen abhängig.

Ohne diese, wird die Landwirtschaft einfach nicht mehr konkurrenzfähig bleiben.

Maschinen kommunizieren mit Maschinen

Auf dem Land kommen immer mehr Anwendungen zum Einsatz, die miteinander reden. Und dafür brauchen sie High-Speed-Netzwerke.

Der zu übertragende Datenstrom nimmt stetig zu. Wo früher 50 Mb / Sekunde revulotionär schnell war, ist es heute lächerlich langsam.

Und dennoch wird in vielen Regionen nicht mal dies auf dem Land erreicht.

Von Agrardrohnen, über Roboterschwärme bis hin zu Apps, die den gesamten landwirtschaftlichen Prozess überwachen und stetig anpassen – ohne schnelles Internet läuft nichts.

Derzeit wird von Politikern insbesondere der Ausbau des Glasfasernetzes diskutiert.

Der Hacken an der Sache ist, dass Glaserfasernetze teuer sind.

In städtischen Ballungszentren mag es sich rechnen, das ein Anbieter in Glasfaser investiert. Er findet hier genügend Kundschaft, die für den Service zahlt, sprich, Gewinne generiert.

Auf dem Land fehlt diese kritische Masse. Es sind also andere Modelle gefragt, die die Kosten für Anbieter und Kommunen im finanzierbaren Rahmen hält.

Die Problematik vom zu langsamen Internet auf dem Land ins anscheinend ins Bewusstsein der Politiker gerückt, sprich die Dringlichkeit wurde erkannt.

Allerdings: solange die Finanzierungsfrage nicht geklärt ist, wird wohl nichts umgreifendes passieren.

Den Schwerpunkt auf den Ausbau der Glasfaser zu legen, ist auch nicht zielführend.

Für Traktoren und Co. brauchen 5G.

Vom Städte- und Gemeinschaftsbund wird deshalb eine Kombination von Festnetz und Mobilfunk gefordert:

“Ziel muss es sein, die Bandbreiten flächendeckend zu erhöhen, anstatt eine Hochleistungsversorgung für wenige anzustreben …. Wir warnen davor, das Wünschenswerte mit dem Machbaren zu verwechseln. Bei der Breitbandversorgung muss der Grundsatz ‘Flächendeckung vor Hochgeschwindigkeit’ gelten”, so Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB).

Wie steht es bei Landwirten mit der digitalen Kompetent?

Bernhard Kürsken, Generalsektretär vom Deutschen Bauernverband (DBV) sagte der “Neuen Osnabrücker Zeitung”:

“70 Prozent der Landwirte sind mit ihrer verfügbaren Bandbreite auf dem Hof und dem Acker absolut unzufrieden.”

Dies ist eine durchaus beachtliche Prozentzahl und zeigt den akuten Handlungsbedarf aus.

Aber wie fit sind deutsche Landwirte bei all den digitalen Techniken?

Eine Umfrage des Deutschen Bauernverbandes (DBV) ergab, dass sich Landwirte in Punkto Digitalkompetenz mit der Note “3” bewerten.

Für die Erhebung wurden 850 Betriebsleiter durch ein Marktforschungsinstitut in Zusammenarbeit mit der Bitkom Research befragt.

In der Umfrage gaben die Landwirte folgende Bewertungen ab:

  • 67 Prozent: sehr gute bis befriedigende Digitalkompetenz
  • 16 Prozent: noch ausreichende Digitalkompetenz
  • 16 Prozent: ungenügende oder mangelhafte Digitalkompetenz

Auffällig ist in den Umfrageergebnissen der Altersunterschied bei den Angaben. Je jünger, desto kompetenter, lässt es sich wohl verallgemeinern.

Dies gilt sowohl für Betriebsleiter, als auch für die Mitarbeiter:

  • Alter des Mitarbeiters bis 35 Jahre: 92 Prozent erhielten mindestens die Note “3”
  • Alter des Mitarbeiters über 50 Jahre: 37 Prozent erhielten mindestens die Note “3”

Aber auch wenn die jungen Landwirte mit 87 Prozent angaben, „sehr gut“ oder „gut“ mit den neuen digitalen Entwicklungen zurechtzukommen, 46 Prozent von ihnen ist auch bewusst, dass sie noch mehr Digitalkompetenz für ihren Betrieb benötigen.

Zusammenfassend sehen sich viele Landwirte also nicht gut auf das digitale Zeitalter vorbereitet.

Dies zeigt, dass es nicht nur am Aufbau von Hochgeschwindigkeit auf dem Land mangelt.

Es ist auch wichtig, dass der Umgang mit den Technologien geschult wird. Die Möglichkeiten der digitalen Technik nehmen rasant zu und ändern sich in atemberaubendem Tempo.

Wie bereitet ihr Euch auf die zunehmende Digitalisierung vor und bleibt Up-to-date mit den neuesten Entwicklungen?

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