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Bio – eine Nische im Trend

Bio ist in aller Munde. Das Bewusstsein der Verbraucher für ökologisch erzeugte Lebensmittel steigt. Die Lebensmittelindustrie steht jedoch noch ganz anderen Herausforderungen gegenüber.

Bio-Lebensmittel – eine steigende Nachfrage

Wer kennt das nicht. Man sitzt abends gemütlich beim Essen mit Freunden und es fällt das Wort „Bio“.

Am liebsten würde man sich direkt die Ohren zu halten, denn man weiß, was kommt: eine lange Diskussion über Sinn und Unsinn von Bioprodukten.

Für die einen ist es fast eine Religion, für die anderen der größte Humbug.

Fakt ist, Verbraucher hinterfragen immer mehr, wie ihre Lebensmittel produziert werden. Das Bewusstsein der Verbraucher für die Herkunft und Qualität der Lebensmittel steigt stetig.

Und Bio sorgt nicht nur für Gesprächsstoff, sondern ist ein Trend mit steigenden Umsätzen. Betrug der Umsatz von Bio-Lebensmitteln im Jahr 2000 noch 2,1 Milliarden EUR, wurde im Jahr 2015 der 4-fache Umsatz in Höhe von 8,62 Milliarden EUR erwirtschaftet.

Dies entspricht einer Steigerung von 11 Prozent gegenüber dem Jahr 2014. (Quelle: Statista.com)

Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln steigt, aber kann die Produktion mithalten?

Ein paar interessante Zahlen zum Bio-Markt in Deutschland

  • Knapp 9 Prozent aller Landwirtschaftsbetriebe, genau 24.343 Höfe,  waren in 2015 Bio-Höfe.
  • 6,4 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche wurde in 2015 für den Bio-Anbau genutzt. (Der EU-Durchschnitt lag bei 5,7 Prozent.)
  • Dennoch machten Bio-Produkte in 2014 nur 4,4 Prozent des gesamten Lebensmittelumsatzes aus. (Im Vergleich: Europäischer Spitzenreiter ist Dänemark mit 7,6 Prozent Umsatzanteil.)
  • 55 Prozent des Umsatzes von Bio-Lebensmitteln wird im Lebensmitteleinzelhandel erwirtschaftet. Naturkostfachgeschäft sind mit ca. 31 Prozent am Umsatz beteiligt. Wochenmärkte, Hofläden, Metzgereien und ähnliches erwirtschaften 13 Prozent am Bio-Umsatz.

Quelle:   Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft

Die Zahlen zeigen deutlich: auch wenn der Verbraucher den Eindruck hat, dass Bio wie nie zuvor boomt, letztendlich ist Bio dennoch ein Nischenmarkt.

Warum ist das so? Ist Bio nicht gesünder? Und nachhaltiger? Sprich, besser?

Wie sieht die Zukunft der Landwirtschaft aus?

Nachhaltigkeit und Qualität sind gefordert. Und das bei hohen Produktionsmengen.

Die Ernährung der wachsenden Bevölkerung ist eine der Schlüsselherausforderungen der Zukunft, denn die landwirtschaftlichen Nutzflächen werden knapper und sind bereits teils stark überlastet.

Klingt deprimierend? Oder spannend?

Vor großen Herausforderungen gestellt, haben Menschen schon immer große Lösungen gefunden. Was haltet Ihr von nachfolgendem Konzept:

Quelle: FUTUREMAG – ARTE

Wie findet Ihr die urbane Revolution? Meint Ihr, vertikale Bauernhöfe wären auch was für Deutschland?

Sind Bio-Lebensmittel zu teuer?

Wer sich nur den Ladenpreis für Bio-Lebensmittel gegenüber konventionell hergestellten Lebensmitteln anschaut, könnte meinen, dass Bio-Qualität einfach teuer ist.

Die gleichen Lebensmittel mit Bio-Siegel lassen den Verbraucher tiefer in die Tasche greifen.

Aber wär das noch so, wenn man die externen Kosten, welche durch die konventionelle Landwirtschaft entstehen, mit einbezieht?

Wie würden die Preise wirklich aussehen, wenn die externen Kosten, wie die Reinigung des Grundwasser von Pestiziden und Düngern oder der Verlust der Artenvielfalt, mit in den Apfelpreis beim Discounter einbezogen werden?

Das Blatt kann sich schnell wenden.

Konventionelle versus Ökologische Landwirtschaft

Kommen wir nochmals auf die Frage zurück: ist Bio besser?

Die Antwort hängt wohl davon ab, wenn man fragt.

Gerne wird das eine verteufelt, das andere in den Himmel gelobt. Dabei sitzen doch eigentlich alle im gleichen Boot.

Verbraucher möchten Lebensmittel mit hoher Qualität zu guten Preisen.

Ein Landwirt produziert Lebensmittel, für die Ernährung der Bevölkerung. In bestmöglicher, wirtschaftlich realisierbarer Qualität.

Auch ein Landwirt möchte mit seiner Arbeit ein gutes Leben für sich und seine Familie ermöglichen. Auch ein Landwirt ist in seiner Arbeit von den Gegebenheiten seiner Branche, seines Marktes beeinflußt.

Seine Investitionen in Maschinen und Produktionssysteme, die gestern quasi noch das Nonplusultra waren, müssen sich rentieren. Ein Wechsel von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft will erst einmal finanziert sein und muss sich wirtschaftlich rechnen. 

„Land unter“ gefährdet die Ernte 2016

Ob konventionell oder ökologisch, Erntemengen und deren Qualität sind für viele Landwirte aktuell die Hauptsorge.

Die starken Unwetter der letzten Wochen haben viele Felder überschwemmt. Das generell feuchtwarme Wetter erhöht die Infektionsgefahr für Fusariosen.

Und es ist kein Ende in Sicht.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor weiteren Unwettern, die in Gebieten mit wassergesättigten Böden das Risiko von Überschwemmungen und Hochwasser steigen lassen.

Landwirte können jedoch auf Hilfe vom Land rechnen. Länder wie Bayern, Baden-Württemberg oder NRW, deren Regionen besonders stark betroffen sind, haben Soforthilfen zugesagt bzw. Hilfspakete beschlossen.

Weitere Informationen zur Antragstellung und deren Fristen erhaltet Ihr bei Euren örtlich zuständigen Verwaltungen.

Und natürlich bietet auch das Hochwasser eine passende Gelegenheit,  die industrielle Landwirtschaft in den Schlagzeilen zu diskutieren, denn mancherorts wird gerade der intensive Maisanbau in der Region für die extremen Ausmaße des Hochwassers verantwortlich gemacht.

Wie steht Ihr zu dem Thema ökologische Landwirtschaft? Meint Ihr, es wird eine Nische in der Landwirtschaft bleiben oder meint Ihr, die Zukunft der Landwirtschaft heißt „Bio“?

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