Volksbegehren-Bayern-Landwirtschaft

Von bayerischen Volksbegehren und milchigen Rekorden

In Bayern stellt den Rekord in Deutschland, was den täglichen Flächenverbrauch angeht. Ein Volksbegehren soll nun für Einhalt sorgen.

Bevor wir uns das Volksbegehren näher anschauen, lasst uns auf die landwirtschaftlichen Nachrichten schauen.

Während Milchpreise für Jubel sorgen, regen die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie zu Kosten, die von den Landwirten getragen werden, zum Nachdenken an.

Aber fangen wir mit dem Jubel an.

Der Milchpreisindikator auf Rekordjagd

Der Milchpreis befindet sich weiter auf Höhenflug. Im August erreichte der Milchpreisindikator mit 43,25 Cent seinen bisherigen Rekord aus dem September 2017.

Für den Anstieg des Milchpreisindikators sind vor allem die Preissteigerungen bei Käse und Butter verantwortlich.

Die Käsepreise sind auf dem höchsten Stand seit April 2014, die Butterpreise konnten im August einen neuen Allzeitrekord aufstellen.

Die Berg- und vor allem Talfahrten der Milchpreise in den letzten Jahren haben in der Branche ein Interesse an der Preisabsicherung, etwa über Terminkontrakte gesteigert.

Aufbau einer Europäischen Auktion für Milchprodukte

Heute wurde von der European Energy Exchange (EEX) und der Global Dairy Trade (GDT) eine Absichtserklärung unterschrieben, eine europäische Versteigerung für Milchprodukte aufzubauen.

Die Leipziger Warenterminbörse und das neuseeländische Auktionshaus haben sich vorgenommen, in den nächsten Monaten mit Käufern und Verkäufern von Milchprodukten über die Option eines gemeinsam angebotenen Auktionsmechanismus sich auszutauschen.

Die GDT versteigert zweimal monatlich allgemeine Milchprodukte dreier Anbieter an Käufer rund um den Globus. An der EEX werden Terminkontrakte für Molken- und Magermilchpulver als auch Butter gehandelt.

Die Zusammenarbeit von EEX und GDT soll nun zeigen, ob ein derartiges Auktionsmodel auch für den europäischen Markt erfolgreich umgesetzt werden kann.

„Wir sind davon überzeugt, dass dieses Angebot für die Wertschöpfungskette in der Milchbranche erheblichen Nutzen generieren kann, unter anderem als zusätzlicher Vertriebskanal für den Export von europäischen Milchprodukten, aber auch potenziell als eine weitere Datengrundlage für neue Risikomanagementinstrumente“ meint Sascha Siegel, Leiter des EEX-Handels für Agrarrohstoffe

Frist zur Änderung ökologischer Vorrangflächen läuft bald ab

Bis zum 02. Oktober haben Landwirte in Bayern noch Zeit, um ihre bereits beantragten, ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) noch zu ändern.

Als Ersatz für beantragte, ökologische Vorrangflächen dürfen lediglich Zwischenfrüchte angebaut werden, die auf bereits im Flächen- und Nutzungsnachweis 2017 enthaltenen Flächen spätestens bis 1. Oktober angebaut werden.

Kulturpflanzenmischungen auf den Flächen mit Zwischenfruchtanbau müssen aus mindestens zwei Pflanzenarten bestehen. Zulässige Anbaupflanzen sind etwa Raps oder Ölrettich.

Diverse Saatgutanbieter führen geeignete Spezialmischungen in ihrem Sortiment.

Nicht mehr möglich ist eine Änderung für als ökologische Vorangflächen beantragte Aufforstungsflächen sowie Landschaftselemente und Terrassen, die den Cross-Compliance-Bestimmungen unterliegen.

Das Formular, um Eure ökologischen Vorrangsflächen zu ändern, findet Ihr unter www.landwirtschaft.bayern.de/foerderwegweiser.

Erfüllung der Umweltauflagen kostet Milliarden

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die Ergebnisse einer von ihm in Auftrag gegebenen Studie veröffentlich, die die Kosten der Landwirte für die Erfüllung von Umweltauflagen aufzeigen soll.

Demnach kostet die Einhaltung von Umwelt-, Klima- und Tierschutzauflagen den deutschen Landwirten 5,2 Milliarden Euro.

Dies entspricht ungefähr der Höhe der Direktzahlungen, die als Europäische Agrarfördermitteln an die deutschen Landwirte gezahlt werden.

Volksbegehren gegen Flächenverbrauch gestartet

In Bayern werden seit Freitag fleissig Unterschrift gesammelt.

Das angekündigte Volksbegehren, mit dem der Flächenverbrauch im Freistaat gesetzlich begrenzt werden soll, ist angelaufen.

Die Aktion wurde in einer gemeinsamen Aktion von Grünen, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) gestartet.

Im ersten Schritt werden mindestens 25.000 Unterschriften benötigt.

Erst wenn die Grünen diese Anzahl an Unterstützern vorzeigen können, kann der Antrag auf Zulassung des Volksbegehrens dem Innenministerium zur Prüfung vorgelegt werden.

Erst wenn diese erste Hürde erreicht ist, kann das “richtige” Volksbegehren starten.

10 Prozent der Stimmberechtigten Bayerns müssen innerhalb von 14 Tagen das Begehren mit Ihrer Stimme unterstützen.

Aber damit ist der Hürdenlauf nicht beendet. Denn dies bedeutet, dass dem Landtag ein Entwurf für ein Gesetz zum Flächenverbrauch vorgelegt werden kann.

Dieser könnte denn Entwurf dann immer noch ablehnen, so dass letztendlich ein Volksentscheid ausschlaggebend wäre.

Ein langer Weg bis das Ziel, den landesweiten Verbrauch für Siedlungs- und Verkehrsfläche auf maximal 5 Hektar pro Tag zu begrenzen.

Derzeit werden nach Zahlen des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) durchschnittlich 13 Hektar jeden Tag verbraucht.

Wie seht Ihr die Aussichten für den Erfolg des Volksbegehrens?

Wasserpakt-Duengeverordnung

Wasserpakt für einen besseren Gewässerschutz

Wie Nitrat im Boden reduziert werden kann, darüber werden derzeit heftige Diskussionen geführt. Außer in Bayern. Hier scheint mit dem Wasserpakt Einigkeit zu bestehen. 

Die zu hohen Nitratbelastungen von Boden und Grundwasser beschäftigen Fachleute nicht erst seit Monaten.

Im Rahmen der Novellierung des Düngegesetzes sowie der Düngeverordnung kam es jedoch zu einem politischen Tauziehen.

Jede Interessengruppe vertritt ihre eigenen Ansichten, wie Boden und Grundwasser zukünftig zu schützen sind.

Im Gegenzug hierzu konnten sich in Bayern Landwirte, die Regierung und weitere Interessengruppen auf ein gemeinsames Maßnahmenpaket einigen.

Mit dem Wasserpakt soll das bayerische Trinkwasser besser geschützt werden.

Bevor wir uns diesen nähe anschauen, lasst uns jedoch erstmal kurz auf das „Sorgenkind“ des letzten Jahres schauen. Wie steht es um den Milchmarkt?

Milchmarkt zurückhaltend optimistisch

Zwar ist eine aussagekräftige Prognose für das Jahr 2017 nicht treffbar, aber die Milchbranche kann mit ein bisschen mehr Optimismus auf die kommenden Monate blicken.

„Der Milchmarkt 2017 zeigt sich bisher gegenüber dem Vorjahr in einer deutlich besseren Verfassung und das ist gut für Milcherzeuger und Molkereien. Allerdings sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Märkte sich in ihren Verwertungen sehr unterschiedlich darstellen.“ Peter Stahl, Hochland SE und Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes (MIV)

In den letzten Monaten konnte ein Anstieg der Erzeugerpreise für Rohmilch verzeichnet werden. Im Vergleich zum Vorjahr liegen die Milchpreise derzeit mehr als 20 Prozent über den Preisen vom März 2016.

Es lassen sich jedoch weiterhin starke Unterschiede zwischen Nord und Süd als auch zwischen den einzelnen Molkerein in einer Region feststellen.

Hierbei spielt auch die Produktionsausrichtung der jeweiligen Molkerei eine Rolle. Das derzeitige Preisniveau entlastet natürlich die Finanzlage der Molkereien.

Es ist weiterhin mit einer hohen Volatilität zu rechnen.

Auch mit dem derzeitigen Preisniveau fällt es den Milcherzeugern schwer, die letzte Tiefpreisphase auszugleichen, geschweige denn, Rücklagen für zukünftige Marktschwankungen zu bilden.

Die Milcherzeuger sind kaum am Aufatmen, da kommt die nächste Nachricht, die Auswirkungen auf die Betriebe haben kann:

Verschärfung der Düngeverordnung gefordert

Vertreter einiger grün regierter Bundesländer, unter welchen sich auch Nordrhein-Westfalen befindet, haben vergangene Woche unter anderem gefordert, dass in nitratsensiblen Gebieten eine Begrenzung der organischen Düngung auf maximal 120 kg Stickstoff pro Hektar erfolgt.

Nach Einschätzung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes e.V. (WLV) würde diese Novelle in weiten Teilen von NRW die Nutztierhaltung, einschließlich der Rinderhaltung, existenziell bedrohen.

Kein Wunder also, wenn Landwirte aus Nordrhein-Westfalen für heute Protestaktionen gegen die Düngeverordnung in Düsseldorf geplant haben.

Nach monatelangen Verhandlungen wurde im Januar der Düngekompromiss zwischen den Bundesländern, der Bundesregierung sowie den Koalitionsfraktionen ausgehandelt.

Nun wurden vom Umweltausschuss des Bundesrates letzte Woche zusätzliche Änderungen bei der Novelle der Düngeverordnung gefordert, welche nicht zuvor abgesprochen waren.

Zuvor wurden Anträge, die von Vertretern grün regierter Länder gestellt wurden und Verschärfungen forderten, im Agrarausschuss des Bundesrates mit knapper Mehrheit abgelehnt.

Im Umweltausschuss wurden diese jedoch mit großer Mehrheit angenommen.

Nachdem nach einem monatelangem Krimi der Kompromis ausgehandelt wurde, dachten wahrscheinlich viele, dass das Düngepaket nur noch formal beschlossen werden wird.

Es zeigt sich, die Fortsetzung folgt. Die Auflösung gibt es vielleicht am 31. März.

Dann wird nämlich voraussichtlich die Plenumsitzung des Bundesrates stattfinden, in der über die sich nun teils widersprechenden Ausschussempfehlungen abgestimmt werden wird.

Die Frage ist, wer sich durchsetzen wird: die Koalition, womit das Düngepaket wie abgesprochen beschlossen wird, oder die grünen Landwirtschaftsminister, welche eine Mehrheit in der Länderkammer besitzen, und damit eine Verschärfung des aktuellen Entwurfes erreichen.

Jede Seite wirft der anderen Wortbruch vor. Bis das Düngepaket vollständig verabschiedet wird, wird es wohl noch einige heftige Diskussionen geben.

Eine Einigung konnte hingegen in Bayern erzielt werden. Den hier wurde am Dienstag der Wasserpakt beschlossen.

Sauberes Wasser mit dem Wasserpakt

Mit dem Wasserpakt – der „Vereinbarung zum kooperativen Gewässerschutz mit der Landwirtschaft“ – soll auf freiwilliger Basis die Qualität des Grundwassers gesichert werden.

Das bayerische Trinkwasser wird zu rund 90 Prozent aus Grundwasser gewonnen. Ziel des Paktes ist es, zusätzlich zu den gesetzlichen Vorgaben auf freiwilliger Basis ergänzende Maßnahmen zum Gewässerschutz durchzuführen.

An dem Bündnis beteiligt sind insgesamt 14 landwirtschaftliche Verbände und Organisationen sowie Ministerien.

„Für den Gewässerschutz erreichen wir am meisten, wenn alle Akteure ihren Beitrag leisten und intensiv zusammenarbeiten“, meint Landwirtschaftsminister Helmut Brunner.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf Maßnahmen, die die Bodenerosion und damit die Nährstoffeinträge in die Gewässer reduzieren.

„Gewässerschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Bis 2021 werden insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro in den Schutz der Gewässer in Bayern investiert“, so Umweltministerin Ulrike Scharf.

Wofür soll das Geld verwendet werden?

Als die wichtigsten Aufgaben sind genannt:

  • ein besserer Schutz des Grundwassers,
  • die Reduzierung des Eintrages von Nährstoffen in die Gewässer,
  • mehr Raumgebung für die Flüsse sowie
  • die Verbesserung der Durchgängigkeit für Wasserlebewesen.

Der Wasserpakt setzt auf freiwillige Selbstverpflichtungen. Interessierte Verbände und Organisationen

Und natürlich gibt es auch für dieses Bündnis Kritiker. So wurde der Wasserpakt vom Gemeindetag, dem Bund Naturschutz sowie den Landtags-Grünen abgelehnt.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass den Kritikern der Wasserpakt nicht ausreicht, um wirksamen Gewässerschutz zu erreichen. Es werden feste, verpflichtende Regeln, insbesondere für die Landwirtschaft, gefordert.

Meint Ihr, dass mit solch freiwilligen Initiativen wie dem Wasserpakt etwas erreicht werden kann?

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Landwirtschaft: Oktober ist die Zeit des Kürbis

Es ist Oktober. Satte Gelb- und Rottöne prägen zunehmend das Bild. Und wie kein anderer Monat hat der Oktober wohl sein eigenes Symbol: es ist Hochsaison für den Kürbis.

Aber bevor wir uns diesem faszinierenden Fruchtgemüse zuwenden, zunächst ein paar landwirtschaftliche Meldungen der letzten Tage, die Euch interessieren werden:

1) Keine Verlängerung der Zulassung für Genmais-Sorten

Am letzten Donnerstag hat das Europäische Parlament ein Vorhaben der EU-Komission abgelehnt, bei dem fünf GVO-Produkte zugelassen werden sollten.

Betroffen von dieser Entscheidung  sind die genetisch veränderten Maissorten Bt11, 1507, MON 810 (Saatgut und Erzeugnisse) sowie eine glyphosatresistente Baumwollsorte.

Wiederholt fordern die Abgeordneten, das Verfahren für die Genehmigung  von GVO-Erzeugnissen zu überarbeiten.

Die EU-Kommission lässt Genetisch Veränderte Organismen (GVO) zu, ohne für ihre Zulassung unterstützend Gutachten aus den Mitgliedsstaaten heranzuziehen. Die Ausnahme ist zur Regel geworden, so die Abgeordneten.

Sie sind besorgt, dass etwa die Maissorten Bt11 und 1507 bestimmte Schmetterlings- und Mottenarten gefährden könnten. Für diese hinterfragen die Abgeordneten den Begriff über „annehmbare lokale Sterblichkeitsraten“ der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).

In Hinblick auf die Bewertung der EFSA des Saatguts der Maissorte MON 810 weisen die Abgeordneten auf einen Mangel an Daten hin.

Sie betonen, dass eine mögliche Kreuzkontamination durch eine invasive Pflanzenart mit dem „Bacillus thuringiensis (Bt)“-Gift, das als Pestizid verwendet wird, „große Risiken für Landwirte und die Umwelt birgt.“

Die Ablehnung durch das Europäische Parlament ist für die EU-Kommission nicht bindend.

Am 14. Oktober wird Kommission dem Ständigen Ausschuss der Mitgliedsländer die Entscheidungsempfehlungen vorlegen. Über die Zulassung wird vom Ständigen Ausschuss voraussichtlich im November abgestimmt.

2) Ausweitung von KULAP-Angebot in Bayern

Die bayerischen Landwirte können sich freuen. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner teilte in München mit, dass im Jahr 2017 das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) deutlich ausgeweitet werden soll.

„Der Freistaat baut damit seine bundesweite Vorreiterrolle in der umweltschonenden Landbewirtschaftung weiter aus“, so der Minister.

So sei KULAP bereits heute das mit Abstand größte und finanzstärkste Agrarumweltprogramm in Deutschland. Jeder zweite Landwirt mache bereits mit. 

Im Doppelhaushalt 2017/2018 stehen für das Programm 69 Millionen EUR mehr, d.h. insgesamt ca. 520 Millionen EUR, zur Verfügung.

Mit diesem Geld werden zukünftig 19 Angebote umweltschonenender Landbewirtschaftung  zur Auswahl gestellt. Bisher waren es 11.  

Förderung erhalten:  der Ökolandbau, die extensive Nutzung von Grünland, die emissionsarme Ausbringung von Wirtschaftsdünger, die Umwandlung von Acker in Grünland entlang von Gewässern und sonstigen sensiblen Gebieten.

Die Anlage von Gewässer- und Erosionsschutzstreifen, die Winterbegrünung mit Wildsaaten, die Mulch-, Streifen- oder Direktsaat bei Reihenkulturen, der Verzicht auf Intensivfrüchte in wasserwirtschaftlich sensiblen Gebieten, die Anlage von Blühflächen, die Erneuerung von Hecken sowie die extensive Futtergewinnung.

Die Mahd von Steilhangwiesen, die Behirtung von Almen und Alpen, der Weinbau in Steil- und Terrassenlagen, der Wiederaufbau von Steinmauern in Weinbausteillagen, der Erhalt von Streuobst-Wiesen, die extensive Teichwirtschaft, die Anlage von Struktur- und Landschaftselementen und die Sommerweidehaltung.

Bevor Ihr jetzt anfangt die Angebotspalette zu durchforsten, und Euch eine Strategie für Euren Betrieb zurechtlegt, lasst uns noch ein bisschen im „Oktober schwelgen“.

Halloween steht vor der Tür. Aber nicht nur deshalb wird der Kürbis in Deutschland immer beliebter.

Eindeutig doppeldeutig – der Kürbis

Er ist sowohl Obst, als auch Gemüse. Sowohl reine Zierde und Dekoration, also auch ein wahrer Schmaus für den Gaumen. Und die Farben und Formen des Kürbis sind wohl so vielfältig wie Sterne am Himmel.

Auf die Frage, womit man den Oktober verbindet, wird den meisten wohl direkt ein Kürbis vor dem Auge erscheinen. 

Wusstet Ihr, dass der Kürbis

  • zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt zählt? (Er ist sogar älter als Mais und Bohnen.)
  • die Pflanze mit den größten Beeren und den größten Samen ist? (Für Botaniker ist der Kürbis korrekterweise eine Panzerbeere.)
  • mit über 90% Wassergehalt zu den wasserreichsten Gemüsearten gehört?

Die Kürbisernte ist noch mitten im Gange und wird noch bis Ende Oktober anhalten. Der Spätsommer hat nochmals für eine gute Reife gesorgt.

Dabei wird nicht nur die Frucht an sich stark nachgefragt. Insbesondere die Nachfrage nach Kürbiskernen aus Europa ist stark am steigen. Derzeit ist in Europa Österreich die unangefochtene Nummer 1 im Export von Kürbiskernen.

Die richtige Behandlung der Kerne nach der Ernte ist von besonderer Bedeutung, da diese leicht verderben und schnell fremdartige Gerüche und Geschmäcker annehmen.

Aber ist die Ernte nicht sehr aufwendig? Nein, ganz im Gegenteil. Schaut selbst:

Agro-Stahl Phönix Kürbiserntemaschine

Quelle: Landwirt.com

Die Technik ist hierfür bereits bis in kleinste Detail geschliffen worden. Noch wird der Traktor per Hand gefahren. Aber sonst wird auch bei der Kürbisernte bereits alles von der Maschine erledigt. 

Es zeigt sich, dass beim derzeitigen Preisniveau von etwa Getreide oder Mais, die Produktion von Kürbis sich durchaus rechnen lassen kann. Zudem bietet sich der Kürbis vor allem in getreidedominierten Fruchtfolgen als ein gutes Fruchtfolgeglied an.

Bei der Produktion der Kürbiskerne auf hohe Qualität zu achten, zahlt sich aus. Wie der kommerzielle Erfolg der Kernöl-Produktion in Österreich zeigt.

Auch in Deutschland erlebt der Kürbis eine Renaissance. Was sind Eure Erfahrungen im Anbau und der Vermarktung von Kürbis?

Ernte 2014 bei Agrarbetrieb Weizenernte

Weizenernte 2015: USDA-Report meldet 719 Mio. Tonnen

Letzte Woche wurde der neue USDA-Report veröffentlicht: 719 Millionen Tonnen Weizen, so die aktuelle Prognose der Analysten. Demnach erwartet uns die bisher weltweit zweitgrößte Weizenernte. Ähnlich lauten die Prognosen auch für Europa. Die Schätzungen liegen nur knapp hinter der Rekordernte aus 2014 zurück.

Globale Weizenernte erneut auf Rekordniveau

Die Einschätzungen der USDA-Analysten gehen von einem Anstieg der globalen Weizen-Bestände in 2015/16 aus. Wie immer, bestimmen Angebot und Nachfrage das Endergebnis.

  • Angebot: Es wird mit der bislang zweitgrößten globalen Weizenernte von 719 Millionen Tonnen gerechnet.
  • Nachfrage: Der Verbrauch soll nur sehr gering steigen. Die Analysten rechnen mit knapp 717 Mio. Tonnen. Die erwartete Erntemenge soll demnach die Nachfrage decken.

Die Ergebnisse des aktuellen USDA-Reports waren für viele überraschend. Die US-Analysten und der IGC sind ursprünglich von einer Deckungslücke ausgegangen.

Weizenernte in den USA und Europa

Die US-Ernte 2015 wird auf 56,8 Mio. Tonnen geschätzt. Diese soll demnach leicht höher ausfallen als im Vorjahr mit 55,1 Mio. Tonnen.

Die Schätzungen für die Europäische Union sehen ähnlich hoch aus. Die USDA-Analysten gehen von einer Weizenernte in Höhe von 150,3 Mio. Tonnen aus. Das sind ca. 6 Mio. Tonnen weniger als im Jahr zuvor. Die Rekordernte 2014 betrug 156,4 Mio. Tonnen. Die europäischen Exporte werden bei 32,5 Mio. Tonnen erwartet. Das Jahr zuvor lagen die Exporte bei 34,5 Mio. Tonnen.

Exkurs Bayern: Getreideanbaufläche steigt um 3,6%

Rekorde werden auch in Bayern gebrochen. Das Bayerische Landesamt für Statistik hat in einer aktuellen Pressemitteilung die Ausweitung der Getreideanbaufläche (ohne Körnermais) um 3,6% auf rund 1,07 Millionen Hektar bestätigt. Das sind rund 36 600 ha mehr als im vergangenen Jahr.

Verantwortlich für die deutliche Flächenausweitung sind die beiden flächenstärksten Getreidearten Winterweizen und Wintergerste.

Im Einzelnen sieht es mit der Bestellung der bayerischen Getreideflächen wie folgt aus:

  • Winterweizen: Anbaufläche wurde um 21.800 ha auf 549.400 ha erhöht (bisher höchste Winterweizenfläche)
  • Wintergerste: Flächenausweitung um 19.600 ha auf 257.200 ha
  • Roggen (inkl. Wintermenggetreide): Flächenreduzierung um 4.500 ha auf 37.000 ha
  • Hafer: Flächenreduzierung um 3.600 ha auf 23.100 ha
  • Triticale: 89.000 ha; nur geringfügig unter der Vorjahresanbaufläche
  • Sommergerste: Flächenausweitung um 2.300 ha auf 101.700 ha
  • Sommerweizen: Flächenausweitung um 2.200 ha auf 9.000 ha
  • Winterraps: Flächenreduzierung um 13% auf 106.500 ha
  • Kartoffeln: Flächenminderung um 3% auf 39.600 ha
  • Zuckerrüben: Flächenreduzierung um 6.600 ha auf 53.200 ha

Das Bayerische Landesamt für Statistik weist darauf hin, dass die oben aufgeführten Zahlen nur vorläufige Anbautendenzen wiederspiegeln. Fundiertere Zahlen erhalten wir voraussichtlich Ende Juli mit der Veröffentlichung der Ergebnisse der Bodennutzungshaupterhebung 2015.

Auf welche Getreidearten fokussieren Sie sich dieses Jahr? Was erwarten Sie von der diesjährigen Weizenernte? Ich freue mich auf Ihr Kommentar.

 

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Agrarbetrieb - Bayerische Landwirtschaft - Agrarbericht

Bayerischer Agrarbericht 2014: Strukturwandel wurde abgebremst

Alle zwei Jahre wird der Bayerische Agrarbericht aktualisiert und veröffentlicht. Es ist das umfassendste Informationswerk über die bayerische Agrar- und Forstwirtschaft. Das Highlight in 2014: der Strukturwandel wurde abgebremst. Dieser liegt mit 1,5% jährlich so niedrig wie seit langem nicht mehr.

Bayern trotzt dem Strukturwandel, so die positive Meldung aus dem Agrarbericht 2014. Nach Angaben des Landwirtschaftsministers Helmut Brunner hat sich die Quote der alljährlichen Betriebsaufgaben in den letzten 10 Jahren von drei auf 1,5% halbiert. Insgesamt rund 111.700 landwirtschaftliche Betriebe gab es 2013 in Bayern. Damit stehen 1/3 der deutschen Bauernhöfe im Freistaat Bayern.

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Fakten aus dem Agrarbericht im Überblick

Die große Bedeutung der Landwirtschaft für Bayerns Gesamtwirtschaft steht außer Frage. Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Agrarbericht 2014 lauten wie folgt:

  • Die bayerische Land- und Forstwirtschaft erwirtschaftet rund 153 Mrd. EUR Umsatz pro Jahr.
  • Dieser Betrag entspricht 15% der Gesamtsumsätze in Bayern.
  • Jeder 7-te Arbeitsplatz hängt mit der Land- und Forstwirtschaft zusammen.
  • Der Anteil der Nebenerwerbsbetriebe liegt bei 59% und ist konstant geblieben.
  • Der Agrarexport 2013 lag bei rd. 8,5 Mrd. EUR und der Agrarimport bei rd. 8 Mrd. EUR. Bayern ist damit ein Nettoexporteur bei Agrargütern.
  • Die Durschschnittsgewinne der Haupterwerbsbetriebe betragen 54.360 EUR. Das entspricht einem Plus von 3,4% gegenüber dem Vorjahr.
  • Fast 5.000 junge Menschen befanden sich 2013 in einem Agrarberuf in Ausbildung. 805 angehende Landwirte haben letztes Jahr ihre Ausbildung begonnen – so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr. Nachwuchssorgen hat die Branche in Bayern derzeit nicht.
  • Die Direktzahlungen für Bayern im Jahr 2013 beliefen sich auf mehr als 3,5 Mrd. EUR.
  • Ende 2012 gab es in Bayern ca. 2.300 landwirtschaftliche Biogasanlangen in Betrieb.
  • Gewinnwachstum wurde durch steigende Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte erzielt.

Landwirtschaft in Bayern

Um ein realistisches Bild von Bayerns Bauern zu erhalten, hat der gleichnamige YouTube Botschafter mehrere Interviews mit bayerischen Land- und Forstwirten durchgeführt.

In dem für heute ausgewählten Videobeitrag erhalten wir einen Einblick in die Landwirtschaft im Landkreis Mühldorf in Oberbayern.

Fazit zum Agrarbericht 2014 

Die gezielten Investitionsmaßnahmen haben den Strukturwandel in Bayern abgebremst. Das Ziel ist es, wettbewerbsfähige bäuerlich geprägte Familienbetriebe in Ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Der Trend zu mehr Transparenz und regionaler Herkunft verhilft der „Marke Bayern“ bei der Vermarktung heimischer Agrarprodukte und Lebensmittel im In- und Ausland. Des Weiteren wird durch die Offensive zu BioRegio ein wichtiger Beitrag zur gesunden Ernährung in Deutschland geleistet.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung bleibt zwar eine vordringliche gesamtgesellschaftliche Aufgabe bei der Bewältigung dessen die bayerischen Landwirte eine wichtige Rolle spielen.

Detaillierte Informationen zum Agrarbericht 2014 erhalten Sie HIER.

Ihre Meinung

Haben Sie Ihren Bauernhof in Bayern? Welche Auswertung aus dem jüngsten Agrarbericht überrascht Sie am meisten?

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