Stromversorgung-Erneuerbare-Energien

Indien setzt bei der Stromversorgung auf hybride Systeme

Die Welt hungert nach Energie. Auf der Suche nach einer zuverlässigen Stromversorgung heißt es wohl auch: der Mix macht´s.

Und die Welt hungert nach Energie. Strom, Strom und noch mehr Strom.

Im Zeitalter der Digitalisierung brauchen wir einfach immer mehr Energie.

Bisherige Energieträger, die fossile Ressourcen nutzen, sind nicht nur begrenzt, sie sind auch umweltschädlich.

Der Trend zu erneuerbaren Energien ist gar kein Trend mehr. Die Energiewende wird längst vollzogen.

Größtes hybrides Kraftwerk für eine stabile Stromversorgung in Indien

Indien gehört zu den Ländern, in denen eine konstante Stromversorgung nicht selbstverständlich ist.

Um die Stromausfälle zu kompensieren, nutzen die Haushalte und Unternehmen Dieselgeneratoren zur Energiegewinnung.

Eine vergleichsweise teure Form der Energieerzeugung und definitiv nicht zukunftsfähig.

Im Bundesstaat Andhra Pradesh entsteht nun, statt eines Kohlekraftwerkes, das größte Solar-Wind-Hybrid Kraftwerk.

Erneuerbare Energien sind toll, haben jedoch den Nachteil, dass sie nicht zuverlässig sind.

Wenn kein Wind weht oder die Sonne nicht scheint, gibt es keinen Strom. Dieses Dilemma kann beim sogenannten Hybrid-Kraftwerk umgangen werden, welche verschiedene regenerative Energieformen mischt.

Und in Indien soll nun das größte seiner Art entstehen. Ein Mix aus Sonnen- und Windenergie soll die Stromversorgung rund um die Uhr ermöglichen.

Die Gesamtkapazität des Kraftwerkes beträgt 160 MegaWatt. 120 MegaWatt werden über Solaranlagen gewonnen. 40 MegaWatt aus Windrädern.

Die zuverlässige Stromversorgung wird zudem über eine eingebaute Batterie mit 40 MegaWatt Leistung erreicht.

Das Hybrid-Kraftwerk soll eines von vielen sein. 

Es ist der erste Schritt auf dem Weg zur Produktion von 3 GigaWatt Strom aus hybriden Solar-Wind-Kraftwerken in dem Bundesstaat sein.

Wirtschaftlich tragfähig, autark und kosteneffizient – hybride Kraftwerke können die Antwort auf die Herausforderungen der morgigen Stromversorgung sein. 

Als hybrides Sonnen- und Windkraftwerk wird das Projekt das größte seiner Art weltweit sein. 

(Quelle: Windkraft-Journal, IWR, Erneuerbare Energien)

Was sind die größten Kraftwerke der Welt?

Eine Analyse der US Energy Information Administration (EIA) stellt für das Jahr 2015 die folgende Top 10 auf.

Gemessen an ihrer Leistung stehen Wasserkraftwerk dabei unangefochten, mit einer Ausnahme (Platz 6) an der Spitze: 

Platz 10: Sayan-Shushenskaya (Russland) – 6,500 GigaWatt

Platz 9: Longtan Dam (China) – 6,426 GigaWatt

Platz 8: Xiangjiaba (China) – 6,448 GigaWatt

Platz 7: Grand Coulee Staudamm (USA) – 6,808 Gigawatt 

Platz 6: Atomkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa (Japan) –  7,965 Gigawatt, seit Fukushima derzeit noch außer Betrieb

Platz 5: Tucuruí (Brasilien) – 8,370 GigaWatt

Platz 4: Guri (Venezuela) – 10.235 GigaWatt

Platz 3: Xiluodu (China) – 13,860 GigaWatt

Platz 2: Itaipú (Grenze Brasilien und Paraguay) – 14,000 GigaWatt

Platz 1: Drei-Schluchten-Damm (China) – 22,500 GigaWatt

Weltweit sind nach Angaben der übrigens 62.500 Kraftwerke in Betrieb, die insgesamt 6.000 GigaWatt Strom erzeugen. 

(Quelle: Euwid-Energie, EIA, Wikipedia)

Energiewende für daheim

Die Kraftwerke scheinen immer größer zu werden, wenn man in den Nachrichten liest, dass wieder das “größte” Kraftwerk gebaut wird.

Aber man sollte nicht aus den Augen verlieren, dass es auch einen Trend in die andere Richtung gibt:

zu einer dezentralen, unabhängigen Stromversorgung.

Um die beste Lösung in der Stromversorgung für sich zu finden, lohnt es sich auch im kleinen Maßstab nachzurechnen, ob sich eine hybride Lösung lohnt.

Hybride Stromversorgung für daheim

Quelle: Windkraft für Zuhause

Insbesondere, wenn der Umstieg auf Elektro-Autos erfolgt, kann sich die eigene “Tankstelle” daheim rentieren.

Und Elektro-Autos werden wohl schneller Verbreitung finden, als wir denken. Die Weiterentwicklungen auf dem Gebiet sind einfach rasant.

Erster eHighway in Deutschland

Und der Bau des ersten eHighways in Deutschland soll bereits Ende des nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Bereits 2012 stellte Siemens hierzu ein Konzept vor. Im letzten Jahr ging das Projekt von der Planung in die Umsetzung.

Siemens eHighway Vorstellung

Quelle: Technologic Verhicles

Auf einem Abstand von 2 Kilometern wurde außerhalb von Stockholm (Schweden) eine Teststrecke erbaut. Nach erfolgreichen Tests startet das Projekt in Deutschland.

Ähnliches soll nun auf einer 10 Kilometer langen Strecke auf der A5 entstehen.

Der erste eHighway in Deutschland soll zwischen den Anschlussstellen Zeppelinheim/ Cargo City Süd der Frankfurter Flughafens und Darmstadt/ Weiterstadt gebaut werden. 

Siemens wurde vom Land Hessen mit dem Bau der Oberleitungsanlage beauftragt.

Mit dem Projekt soll der erste Schritt in Richtung nachhaltigem Gütertransport getätigt werden. 

So ist der eHighway im Vergleich zu Verbrennungsmotoren doppelt so effizient und ermöglicht ein CO2-emissionsfreies Fahren. 

Ob hybride Stromversorgung oder hybrider Antrieb, es heißt heute mehr denn je, in die Zukunft zu decken. 

Die Technologien von gestern sind genau das, im gestern, in der Vergangenheit. 

Wie könnt Ihr die Energiewende für Euch am besten nutzen?

Tesla-Erneuerbare Energie-Akku

Erneuerbare Energie: weltweit größter Akku in Betrieb

Erneuerbare Energie spielt weltweit eine immer größere Rolle. Investitionen in umweltfreundlichen Strom sind der Weg in die Zukunft. 

Auch für Australien, das in Punkto Energiegewinnung bisher sehr stark von Strom aus Kohlekraftwerken abhängt.

Es gehört zu den Ländern, die umgerechnet auf die Einwohnerzahl, mit die höchste Produktion des klimaschädlichen CO2 aufweist.

Erneuerbare Energie spielen in Down Under bisher entsprechend nur eine untergeordnete Bedeutung. Oder sollen wir sagen “spielten”.

Denn ausgerechnet in Australien ging das weltweit größte Akkusystem an den Start und setzt damit neue Standards im Bereich Erneuerbare Energie.

Erneuerbare Energie dank Tesla in neuen Dimensionen

Bei dem Akkusystem handelt es sich um einen Lithium-Ionen-Speicher, der mit seiner Gesamtleistung von 129 Megawatt 30.000 Haushalte mit Strom versorgt.

Wir verbinden einen Lithium-Ionen-Akku mit Geräten wie unserem Handy, in welchem diese Art der Energiespeicherung mittlerweile Standard ist.

Die Vorteile von Lithium-Ionen-Akkus liegen hier auf der Hand:

  • kein Memory-Effekt, der im Laufe der Zeit die Akkuleistung vermindert
  • eine lange Lagerfähigkeit aufgrund seiner geringen Selbstentladung
  • eine hohe Energiedichte (etwa das 3-4 fache eines gleich großen NiCd-Akkus oder das Doppelte eines NiMH-Akkus)
  • eine lange Haltbarkeit

Wisst Ihr eigentlich wie ein Lithium-Ionen-Akku funktioniert?

Der Lithium-Ionen-Akku

Quelle: TheSimpleChemics

Der Lithium-Ionen-Akku in Australien erreicht eine neue, bisher noch nicht gekannte Größenordnung.

Das gigantische Projekt wurde vom US-Elektroautohersteller Tesla nördlich von Adelaide errichtet.

Und auch beim Bau machte Tesla eine klare Ansage: in 100 Tagen wird der größte Akku für Erneuerbare Energie gebaut werden, oder das Unternehmen würde ihn kostenlos abgegeben, so das Versprechen von Tesla-Chef Elon Musks.

Und das Ziel wurde, wenn auch knapp, erreicht. Rund 3 Monate Bauzeit klingen jedoch einfach sehr beeindruckend, oder?

(Die Kosten wurden von Musks übrigens auf mindestens 50 Millionen Dollar angegeben.)

In Australien beginnt der Sommer. Der Akku wird dringend gebraucht, um den hohen Stromverbrauch in dieser Jahreszeit zu decken.

Die extreme hohen Temperaturen führten in den letzten Sommern immer wieder zu Stromausfällen.

So gab es etwa im September 2016 aufgrund eines Unwetters einen Stromausfall, bei dem 1,7 Millionen Haushalt über mehrere Tage vom Nationalen Netzwerk abgeschnitten waren. 

Mit dem Lithium-Ionen-Akku sollen solche Nachrichten der Vergangenheit angehören, denn er liefert Strom rund um die Uhr, egal ob Wind und Sonne gerade bei der Energiegewinnung mitspielen. 

Der Strom für den Akku kommt aus einem Windpark, der von dem französischen Unternehmen Neoen betrieben wird.

Das Projekt zeigt, es mangelt nicht an innovativen Lösungen. Auch nicht an deren Umsetzung.

Wir dürfen gespannt sein, wie das australische Vorbild in anderen Teilen der Welt aufgenommen wird. Sicherlich werden wir in Zukunft von größeren Akkusystemen hören. 

(Quelle: Manager Magazin, Passauer Neue Presse, DPA)

Und noch ein Blick auf ein aktuelles Thema der Woche:

Entscheidung zum Neonikotinoid-Verbot verschoben

Eigentlich sollte diese Woche abgestimmt werden, ob die drei neonikotinoiden Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam im Freiland verboten werden sollen. 

Diese Entscheidung wurde nun jedoch vom Ständigen EU-Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (PAFF) auf März 2018 verschoben. 

Neonikotinoide werden in der Landwirtschaft als Saatgutbeizmittel eingesetzt. Sie sollen Schädlinge bekämpfen und damit die Pflanzen beschützen. 

Allerdings beschränkt sich die Wirkung nicht nur auf Schädlinge.

Die Insektizide werden für das rapide Sterben von Bienen und anderen Insekten verantwortlich gemacht. 

Deshalb wurde bereits in 2013 der Einsatz von der EU-Kommission eingeschränkt.

So dürfen die Wirkstoffe beispielsweise nicht auf die Rapssaat und beim Anbau von Äpfeln, Gurken und Kirschen Anwendung finden.

Aber, das Verbot kann für viele Pflanzen mit Sondergenehmigungen aufgeweicht werden. 

Bevor die EU-Mitgliedsstaaten eine Entscheidung zum zukünftigen Einsatz der Wirkstoffe treffen, soll jedoch erst noch ein Gutachten der Europäischen Lebensmittelbehörde (Efsa), das die Bienengefährlichkeit der Wirkstoffe genauer untersucht, ausgewertet werden. 

Nach mehrmaliger Verschiebung soll dies nun bis Februar 2018 vorliegen. 

Die Anwendung der Insektizide wird so weiterhin von den verschiedenen Interessengruppen heiß diskutiert

Nichtregierungsorganisationen, die sich für den Umweltschutz einsetzen, fordern klar ein viel umfassenderes Verbot.

Die ausschliessliche Zulassung des Stoffes in Gewächshäusern, wie es aktuell im Raum steht, greift ihnen nicht weit genug. 

Vertreter aus Landwirtschaft und Agrarindustrie befürchten hingegen einen Nachteil der europäischen Landwirtschaft im internationalen Vergleich. 

Hier wird auch zu Bedenken gegeben, dass Landwirte durchaus verantwortungsbewusst mit den Wirkstoffen umzugehen wissen. 

(Quelle: Deutschlandfunk, Spiegel Online, TopAgrar)

Das Thema wird sicherlich bis März 2018 die deutschen Politiker weiterhin gut beschäftigen. Auch bei Vorlage des Gutachtens wird es sehr gegenteilige Meinungen geben. 

Insbesondere wird es bei der Frage, wie weit das Verbot ausgebaut werden soll, bei den Fraktionen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. 

Wie steht Ihr aus Sicht der Landwirte zu dem Thema? 

Erneuerbare Energien Windkraftanlagen

Erneuerbare Energien: Biogas und Biodiesel auf dem Vormarsch?

Elektro, Virtual Reality und Erneuerbare Energien — Themen die in der deutschen und ausländischen Presse immer öfters aufgegriffen werden. Wenn wir an die Zukunft der Smart Cities glauben, dann können wir die Zwischenschritte Biogas, Photovoltaik und Windkraft nicht ausser Acht lassen.

Ich habe seit längerem nichts mehr über regenerative Energien berichtet, daher greife ich das Thema kurz vor der Agritechnica und dem Ende diesen Jahres nochmal auf. Mein Fokus liegt heute auf Biodiesel und -gas, sowie auf ein bayerisches Weltrekord. Es handelt sich hierbei um die höchste Onshore-Windkraftanlage der Welt.

Deutscher Biodiesel in den USA sehr beliebt

Das Interesse an Biodiesel aus Deutschland ist letztes Jahr kräftig angestiegen. Rund 1,54 Mio. Tonnen Biodiesel wurden in 2016 ausgeführt. Die Exporte stiegen gegenüber dem Vorjahr um 3,4% an. Das Rekordergebnis aus 2014 von 1,7 Mio. Tonnen wurde jedoch nicht erreicht.

Mit rund 87% der Mengen, sind die EU-Mitgliedsländer unsere größten Abnehmer. Dabei geht der Großteil der Exporte an die beiden Nachbarn Polen und Niederlande. Ganz anders sieht es mit Frankreich aus. Die Franzosen kauften letztes Jahr 53% weniger Biodiesel in Deutschland ein.

Bemerkenswert waren die Ausfuhrmengen in die USA. Die Exporte haben sich versiebenfacht und lagen letztes Jahr bei 85.000 Tonnen.

In puncto Importe gab es auch ein Wachstum: Deutschland führte mit 718.000 Tonnen etwa 38% mehr Biodiesel ein als im Jahr 2015.

Quelle: Destatis, Statistisches Bundesamt

Sparfuchs Biogas: 20 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr einsparen

Was die Anzahl der neuen Biogasanlagen die im vergangenen Jahr ans Netz gegangen sind, stimmt der Titel des heutigen Beitrags nicht so ganz.

Zwar ist die Zahl um 205 neue Biogasanlagen angestiegen (10 Anlagen wurden stillgelegt) aber im Vergleich zu 2011 wo 1.526 neue Biogasanlagen registriert wurden, sind die Werte äußerst gering. Das Wachstum bei den Neuanlagen befindet sich auf einem geringen Niveau. Der Präsident des Fachverbandes Biogas bietet folgende Erklärung:

„Zum Glück investieren viele Betreiber in die Flexibilisierung ihrer Anlagen. Diese Investitionen wie auch das Exportgeschäft ermöglichen den Anlagenbauern derzeit das Überleben.“

Ein paar wichtige Zahlen, Daten und Fakten welche die Bedeutung der Biogasanlagen hierzulande stützen:

  • Biogasanlagen vermeiden 20 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr: Durch den Zubau von Güllekleinanlagen, die besonders effizient bei der Vermeidung von CO2-Emissionen sind, wird sich dieser Trend weiterhin positiv auswirken.
  • Bis Ende diesen Jahres sollen knapp 4.500 MW Biogas-Leistung zur Verfügung stehen, d.h. Strom für 9 Mio. Haushalte.
  • Zusätzlich werden 1,6 Mio. Haushalte mit Wärme versorgt.

Neues Verfahren verspricht höhere Effizienz bei der Biogas-Aufbereitung

Das Institut für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik der Universität Stuttgart hat ein neues Verfahren für die Aminwäsche entwickelt, so eine aktuelle Pressemitteilung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).

Worin besteht die Neuheit?

Anders als bei der klassischen Aminwäsche wo das abgetrennte CO2 bei Temperaturen von 120°C aus der Absorberlösung ausgetrieben wird, arbeitet das neue Verfahren bei geringeren Temperaturen um 80°C und mit dem Einblasen von Luft.

Zu den Vorteilen des neuen, optimierten Verfahrens zählen:

  • Energie- und Kosteneffizient: Dadurch können auch kleinere Anlagen hiervon profitieren, weil der Gasreinigungsprozess von Biogas zu Biomethan wirtschaftlicher wird.
  • Biologisch abbaubar: Die eingesetzten wasserlöslichen Aminosäureverbindungen werden auf biologischem Weg hergestellt und sind entsprechend auch biologisch abbauber.

Weltrekord: Die höchste Windkraftanlage der Welt steht in Gaildorf bei Stuttgart

Zu den erneuerbaren Energien zählen bekannterweise auch Windkraftanlagen. Und dass man damit auch Weltrekorde brechen kann, zeigt jetzt das neue „Kunststück“ derbayerischen Firma Max Bögl Wind AG.

Seit Donnerstag, dem 26. Oktober 2017 steht in Gaildorf bei Stuttgart, ein Windrad der Superlative mit einer Nabenhöhe von 178 Metern und einer Gesamthöhe von 246,5 Metern.

Ein paar Hintergrundinformationen:

In Gaildorf entsteht ein Windpark mit einem ganz innovativem Konzept. Im Mittelpunkt steht die Wasserbatterie. Das Besondere liegt darin, dass zum ersten Mal die Produktion von Strom aus erneuerbare Energien mit einem Pumpspeicherkraftwerk kombiniert wird.

Erneuerbare Energien: EEG-Umlage steigt von derzeit 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde

Die EEG-Umlage wächst von 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Was das für Endverbraucher letztendlich bedeutet, lässt sich kaum berechnen. Es hängt davon ab, ob die Energiekonzerne die fallenden Börsenstrompreise an die Kunden weitergeben.

Von einer Kostenbremse scheint heute keine Rede mehr zu sein. Ganz interessant erscheint dabei die Abschätzung der Konventionellen Energien Umlage. Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) hat im Auftrag von Greenpeace Energy EG eine Kurzanalye durchgeführt und veröffentlicht.

Demnach müssten Stromkunden für jede verbrauchte Kilowattstunde eine „Konventionelle-Energien-Umlage“ von bis zu 10,8 Cent zahlen, wenn die versteckten Kosten für Kohle, Atom und Gas in den Strompreis eingerechnet würden.

„Diese „versteckten Kosten“ der konventionellen Energieträger haben im Jahr 2017 voraussichtlich ein Volumen von rund 33 bis 38 Mrd. EUR. Sie sind damit deutlich höher als die Differenzkosten bei der EEG-Umlage von rund 25 Mrd. EUR.“

Quelle: Kurzanalyse „Abschätzung der Konventionelle-Energien-Umlage 2017“, Greenpeace Energy EG

Der Switch auf Erneuerbare Energien

So schnell kommt die Energiewende dann doch nicht.

Der Switch von Atom, Kohle und Gas auf Wind- und Wasserkraft, Photovoltaik und Co. lässt noch ein paar Jährchen auf sich warten. Da steckt jede Menge Geld dahinter, von staatlichen Fördergelder angefangen bis hin zu Steuervergünstigungen. Um ein derartiges System umzuschalten, bedarf es zahlreicher Maßnahmen und Hilfsmittel.

Wann gelingt uns denn der endgültige Switch in Richtung Regenerative / Erneuerbare Energien? Was glaubt Ihr: Ist das bis 2025 zu schaffen?

Batterie-Energie-Landwirtschaft

Bau der größten Batterie weltweit in Deutschland

Deutschland baut immer mehr auf erneuerbare Energien. Um das Stromangebot mit der Stromnachfrage synchronisieren zu können, plant EWE den Bau der größten Batterie weltweit. 

Bevor wir uns dieses ambitionierte, technische Projekt näher anschauen, soll es aber um den „größten“ und um den „kleinsten“ Trend der Landwirtschaft gehen. 

Dem größten Trend, weil es um riesige Ackerflächen gehen wird.

Dem kleinsten Trend, weil es um die Gentechnik geht. Diese kleinen Abschnitte der DNA werden in Landwirtschaft der Zukunft wohl noch vieles auf den Kopf stellen.

Landgrabbing in Osteuropa

Das Landgrabbing in Osteuropa schreitet weiterhin rapide voran.

Mit dem EU-Beitritt haben sich die Länder zur Liberalisierung Ihres Marktes verpflichtet, womit auch ausländischen Käufern der Weg zum Kauf offensteht.

Beispielhaft sei Rumänien genannt, wo erst kürzlich wieder ein Stück Land in der Größe von Hamburg von einem libanesischen Investor gekauft wurde.

Die größten Landwirte Rumäniens sind Libanesen, die die dort angebauten Produkte wie Getreide und Fleisch in den Nahen Osten und nach Afrika gewinnbringend verkaufen.

Unterstützt wird der Trend von der EU-Politik, die Investoren mit Prämien unterstützen, wenn sie Landwirtschaft auf den gekauften Flächen betreiben.

Währenddessen werden die heimischen Kleinbauern aus finanzieller Not quasi zum Verkauf gezwungen, denn Lebensmittel aus dem EU-Ausland werden subventioniert und sind damit billiger.

Heimische Landwirtschaft ist kaum noch wettbewerbsfähig. Fährt man in die ländlichen Regionen Rumäniens findet man deshalb auch viele Dörfer, die scheinbar am „Sterben“ sind, es fehlen die jungen Leute.

Diese findet man als billige Erntehelfer dann auf Äckern im Ausland wieder.

Die neuen Großgrundbesitzer – Das Geschäft mit den Europas Boden

Quelle: biopilz

Ackerland ist weiterhin ein beliebtes Spekulations- und Anlageobjekt für Investoren mit weltweit steigenden Preisen für Nahrungsmittel und Agrarrohstoffen.

Auch in Deutschland sind über 70 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr in der Hand derer, die das Land auch bewirtschaften.

Backhefe als Schutz vor Schmutz

In Portugal haben Biologen Gene aus der Backhefe auf eine Pflanze (Acker-Schmalwand) übertragen.

In weiteren Studien soll nun die Übertragung auf Nutzpflanzen vorangetrieben werden. Wieso ist Backhefe interessant für die Landwirtschaft?

Die Biologen haben in der Backhefe zwei Gene identifiziert, die sie widerstandsfähiger macht. Als die Gene auf die Modellpflanze übertragen wurden, kam die Pflanze besser mit den Giften im Boden zurecht.

Verunreinigte Böden sind seit langem ein Problem der Landwirtschaft.

Mit der Übertragung der schützenden Gene sollen Pflanzen zukünftig besser mit Giften wie Schwermetallen oder falsch eingesetzten Unkrautbekämpfungsmitteln im Boden zurechtkommen.

Bau der größte Batterie weltweit in Deutschland

Das Oldenburger Energie- und Technologieunternehmen EWE hat Großes vor: in Zusammenarbeit mit der Universität Jena plant das Unternehmen den Bau der weltweit größten Batterie.

Es sollen hierfür unterirdische Salzkavernen genutzt werden. Diese Hohlräume entstanden durch den Abbau von Salz.

Gefüllt mit salzigem Wasser sollen sie die größte Redox-Flow-Batterie der Welt werden.

Hinter der Redox-Flow-Batterie versteckt sich ein chemisches Prinzip der Energiespeicherung. Bisher wurden hierfür als Speichermedium zumeist in Schwefelsäure gelöste Schwermetallsalze wie Vanadium genutzt.

Ja, dies ist alles andere als umweltverträglich. EWE und die Wissenschaftler wollen anstelle von Vanadium nun wasserlösliche, wiederverwertbare Polymere in einem Salzwassergemisch anreichern.

Ein Testprojekt mit ca. 500 Kilowatt Leistung (Größe eines Notstromaggregates) soll im Herbst im ostfriesischen Jengum laufen. Die größte Batterie der Welt soll dann in Deutschland ab 2023 den Betrieb aufnehmen.

Schaut man auf die Finanzen, so wird alleine die Testanlage ca. 2 Millionen Euro kosten. Ein mittelgroßes Kavernenpaar wird mit Investitionen in Höhe von ca. 120 Millionen Euro veranschlagt. 

Rechnen sich die Investitionen?

Stromspeicher und Energiewende

Ja, die Speicher werden sich für EWE lohnen. Im Netzgebiet des Konzerns liegt ein Großteil der niedersächsichen Windkraftanlagen. 

In Zeiten von erneuerbaren Energien gewinnen die Speicher an Bedeutung, denn sie sollen vor allem den sogenannten Regelstrom liefern. 

Strom aus Sonne und Wind wird nicht immer dann in ausreichendem Maße produziert, wenn die Verbraucher ihn am meisten verbrauchen. 

Auch scheint nicht jeden Tag die Sonne und ändert sich ständig der Wind. Soll heißen, diese Energieträger sind sehr unregelmäßig und nicht verlässlich verfügbar.

Dies wirkt sich auf die Stabilität der Netze aus, denn diese brauchen konstant eine Stromfrequenz von 50 Hertz um nicht zu flattern. 

Zuviel oder zu wenig Strom in den Netzen könnte Deutschland sehr schnell im Dunkeln stehen lassen. 

Speicherbatterien, wie jetzt auch von EWE geplant, sind quasi der Mittelsmann zwischen dem Auf- und Ab von Stromerzeugung und Verbrauch. 

Für die Verbreitung von erneuerbaren Energiequellen sind sie unabkömmlich. 

Welche Technik ist Eurer Meinung nach unabkömmlich für die Landwirtschaft der Zukunft?

2017-04-Erneuerbare Energien-Landwirt-Duengeverordnung

Erneuerbare Energien sind auf dem Vormarsch

Erneuerbare Energien verzeichneten letztes Jahr einen weltweiten Zuwachs wie nie zuvor.

Die Statistiken der Internationalen Energie Agentur (IRENA) zeigen auf: 2016 war ein Rekordjahr, was den Zuwachs von Anlagen für die Generierung von Erneuerbaren Energien angeht.

Die Kapazität für die Erzeugung von erneuerbaren Energien steigerte sich weltweit um 161 Gigawatt.

Erneuerbare Energien boomen weltweit

Rund um den Globus findet eine Trendwende in der Energieproduktion statt.

Dies deutet auch darauf hin, dass erneuerbare Energien längst nicht mehr nur ein Projekt zur Erhaltung der Umwelt sind, sondern sich weltweit zu einem starken Wirtschaftszweig entwickelt haben.

Aber schauen wir uns doch die Zahlen an. Wo waren in 2016 welche Technologien auf dem größten Vormarsch?

  • Wasserenergie: über die Hälfte der neuen Anlagen wurden in Brasilien und China erbaut.
  • Windenergie: über ein Drittel der Neubauten für Windenergie wurden in nur vier Ländern errichtet: China, USA, Deutschland und Indien
  • Bioenergie: der Hauptanteil des Zuwachses erfolgte in Asien. Bisher ist Europa mit 34 Prozent Anteil an der weltweiten Kapazität führend, aber Asien ist mit nun 32 Prozent dicht auf den Fersen.
  • Solarenergie: Den größten Zuwachs verzeichnete Asien, aber die Hälfte an Kapazitätszuwachs ist allein in China entstanden. In Europa zeigen vor allem Deutschland und Großbritannien ein starkes Wachstum
  • Erdwärmeenergie: Zuwächse sind hier besonders in Kenia, Türkei, Indonesien und Italien zu verzeichnen

Es scheint, dass insbesondere in China massiv auf erneuerbare Energien gesetzt wird und der Ausbau von Kapazitäten stark vorangetrieben wird.

Aber kommen wir zurück nach Deutschland:

Wie sieht es hierzulande mit den Erneuerbaren Energien aus?

Schließlich, so sieht es die Bundesregierung vor, soll im Jahr 2020 in Deutschland 35 Prozent am Bruttostromverbrauch durch erneuerbare Energien gedeckt sein.

Dieses Ziel scheint erreicht werden zu können. Im letzten Jahr lag der Anteil bei 32 Prozent, ein neuer Höchstwert.

Insbesondere Offshore-Windkraft erlebte einen regelrechten Boom. Derzeit sind Onshore-Windkraftanlagen aber immer noch mit 35 Prozent an der Spitze unter den Erneuerbaren Energien.

Wachstum konnte auch bei Energieträgern wie Wasser und Biomasse verzeichnet werden, während die Photovoltaik im letzten Jahr eher schwächelte.

Erneuerbare Energien sind gefragt. Für Landwirte kann es sich deshalb lohnen, selbst in den Markt einzusteigen, wenn sie es nicht schon sind.

Für Landwirte ist die Auswahl relativ begrenzt: Windkraft-, Solar- und Biogasanlagen sind die wesentlichen Möglichkeiten.

Dazu kommt, dass nicht jede Energieerzeugung überall eingesetzt werden kann:  etwa ist die Genehmigung für Windkraftanlagen mit sehr hohen Auflagen verbunden.

Solarkraft benötigt geeignete Dachflächen und steigende Getreide- bzw. Silomais- und Flächenpreise bei Biogasanlagen kann hier einen Strich durch die Rechnung machen.

Eine kreative Herangehensweise kann sich lohnen:

Doppelte Ernte: Getreide unter der Solaranlage

Quelle: George Nauri

Inspiriert? Der Bau von erneuerbaren Energieanlagen muss nicht bedeutet, dass die Fläche nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden kann. 

Beide können gar von einander provitieren. Und es zeigt sich mal wieder: Lösungen lassen sich immer finden.

Die politischen oder gesetzlichen Rahmenbedingungen bestimmen aber vielfach mit, was letztendlich umgesetzt wird oder in welche Form die Umsetzung erfolgt. 

Und hier kommt in diesem Jahr eine Änderung auf uns zu, die uns wohl noch einige Zeit beschäftigen wird: die neue Düngeverordnung. 

Düngeverordnung tritt in Kraft

Es ist nun amtlich. Am Freitag vergangener Woche wurde die neue Düngeverordnung beschlossen.

Nach all den hitzigen Diskussionen im Vorfeld wurde der Kompromiss, auf den sich Bund und Länder zuvor bereits einigen konnten, in der neuen Verordnung aufgenommen.

Die öffentlichen Aktionen, mit denen in der letzten Woche Landwirte ihre Meinung äußerten, trugen sicherlich auch hierzu bei.

Landwirte können sich deshalb darauf einstellen, dass sie ab der Herbstbestellung für 2017 die neuen Regeln beim Düngen zu beachten haben.

Während die einen begrüßen, dass der nun endlich eine Einigung erzielt werden konnte und die Anforderungen der EU-Kommission weitestgehend erfüllt sehen, gibt es natürlich auch die anderen Stimmen, denen die Reform nicht weitgenug geht.

Wie praxistauglich die neue Düngeverordnung wirklich ist, wird sich wohl erst in den kommenden Monaten zeigen.

Die Umsetzung wird jeden landwirtschaftlichen Betrieb mit neuen Herausforderungen konfrontieren. Bereits jetzt sind die Berechnungen, die beim Düngen zu absolvieren sind, eine kleine Wissenschaft für sich.

„Die Umsetzung des neuen Düngerechts wird einen weitreichenden strukturellen Anpassungsprozess in der Landwirtschaft auslösen und vielen Betrieben enorme Veränderungen abfordern“, meinte Joachim Rukwied, Präsident des Deutchen Bauernverbandes (DBV).

Was sind die wesentlichen Änderungen des neuen Düngerechts?

  • Die Gärreste aus Biogasanlagen werden bei der Ermittlung des Düngebedarfs ebenfalls einbezogen
  • Für stickstoffhaltige Düngemittel werden die Aufbringpausen zwischen den Anwendungen verlängert
  • Der administrative Aufwand wird sich wesentlich erhöhen, da die Düngebedarfsermittlung wesentlich detaillierter und genauer dokumentiert werden muss. Der errechnete Bedarf an Stickstoff pro Fläche darf nicht überschritten werden.
  • Die Technik, die bei der Gülleausbringung zum Einsatz kommt, wird angepasst werden müssen, damit die Emmissionen von Ammoniak reduziert werden.

Auch in Zukunft bleiben der Nährstoffbedarf der Kulturen als auch die gute fachliche Praxis die Basis für die Düngung. 

Was meint ihr: wie wird sich das neue Düngegesetz auf Euren Hof auswirken?