Batterie-Energie-Landwirtschaft

Bau der größten Batterie weltweit in Deutschland

Deutschland baut immer mehr auf erneuerbare Energien. Um das Stromangebot mit der Stromnachfrage synchronisieren zu können, plant EWE den Bau der größten Batterie weltweit. 

Bevor wir uns dieses ambitionierte, technische Projekt näher anschauen, soll es aber um den „größten“ und um den „kleinsten“ Trend der Landwirtschaft gehen. 

Dem größten Trend, weil es um riesige Ackerflächen gehen wird.

Dem kleinsten Trend, weil es um die Gentechnik geht. Diese kleinen Abschnitte der DNA werden in Landwirtschaft der Zukunft wohl noch vieles auf den Kopf stellen.

Landgrabbing in Osteuropa

Das Landgrabbing in Osteuropa schreitet weiterhin rapide voran.

Mit dem EU-Beitritt haben sich die Länder zur Liberalisierung Ihres Marktes verpflichtet, womit auch ausländischen Käufern der Weg zum Kauf offensteht.

Beispielhaft sei Rumänien genannt, wo erst kürzlich wieder ein Stück Land in der Größe von Hamburg von einem libanesischen Investor gekauft wurde.

Die größten Landwirte Rumäniens sind Libanesen, die die dort angebauten Produkte wie Getreide und Fleisch in den Nahen Osten und nach Afrika gewinnbringend verkaufen.

Unterstützt wird der Trend von der EU-Politik, die Investoren mit Prämien unterstützen, wenn sie Landwirtschaft auf den gekauften Flächen betreiben.

Währenddessen werden die heimischen Kleinbauern aus finanzieller Not quasi zum Verkauf gezwungen, denn Lebensmittel aus dem EU-Ausland werden subventioniert und sind damit billiger.

Heimische Landwirtschaft ist kaum noch wettbewerbsfähig. Fährt man in die ländlichen Regionen Rumäniens findet man deshalb auch viele Dörfer, die scheinbar am „Sterben“ sind, es fehlen die jungen Leute.

Diese findet man als billige Erntehelfer dann auf Äckern im Ausland wieder.

Die neuen Großgrundbesitzer – Das Geschäft mit den Europas Boden

Quelle: biopilz

Ackerland ist weiterhin ein beliebtes Spekulations- und Anlageobjekt für Investoren mit weltweit steigenden Preisen für Nahrungsmittel und Agrarrohstoffen.

Auch in Deutschland sind über 70 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr in der Hand derer, die das Land auch bewirtschaften.

Backhefe als Schutz vor Schmutz

In Portugal haben Biologen Gene aus der Backhefe auf eine Pflanze (Acker-Schmalwand) übertragen.

In weiteren Studien soll nun die Übertragung auf Nutzpflanzen vorangetrieben werden. Wieso ist Backhefe interessant für die Landwirtschaft?

Die Biologen haben in der Backhefe zwei Gene identifiziert, die sie widerstandsfähiger macht. Als die Gene auf die Modellpflanze übertragen wurden, kam die Pflanze besser mit den Giften im Boden zurecht.

Verunreinigte Böden sind seit langem ein Problem der Landwirtschaft.

Mit der Übertragung der schützenden Gene sollen Pflanzen zukünftig besser mit Giften wie Schwermetallen oder falsch eingesetzten Unkrautbekämpfungsmitteln im Boden zurechtkommen.

Bau der größte Batterie weltweit in Deutschland

Das Oldenburger Energie- und Technologieunternehmen EWE hat Großes vor: in Zusammenarbeit mit der Universität Jena plant das Unternehmen den Bau der weltweit größten Batterie.

Es sollen hierfür unterirdische Salzkavernen genutzt werden. Diese Hohlräume entstanden durch den Abbau von Salz.

Gefüllt mit salzigem Wasser sollen sie die größte Redox-Flow-Batterie der Welt werden.

Hinter der Redox-Flow-Batterie versteckt sich ein chemisches Prinzip der Energiespeicherung. Bisher wurden hierfür als Speichermedium zumeist in Schwefelsäure gelöste Schwermetallsalze wie Vanadium genutzt.

Ja, dies ist alles andere als umweltverträglich. EWE und die Wissenschaftler wollen anstelle von Vanadium nun wasserlösliche, wiederverwertbare Polymere in einem Salzwassergemisch anreichern.

Ein Testprojekt mit ca. 500 Kilowatt Leistung (Größe eines Notstromaggregates) soll im Herbst im ostfriesischen Jengum laufen. Die größte Batterie der Welt soll dann in Deutschland ab 2023 den Betrieb aufnehmen.

Schaut man auf die Finanzen, so wird alleine die Testanlage ca. 2 Millionen Euro kosten. Ein mittelgroßes Kavernenpaar wird mit Investitionen in Höhe von ca. 120 Millionen Euro veranschlagt. 

Rechnen sich die Investitionen?

Stromspeicher und Energiewende

Ja, die Speicher werden sich für EWE lohnen. Im Netzgebiet des Konzerns liegt ein Großteil der niedersächsichen Windkraftanlagen. 

In Zeiten von erneuerbaren Energien gewinnen die Speicher an Bedeutung, denn sie sollen vor allem den sogenannten Regelstrom liefern. 

Strom aus Sonne und Wind wird nicht immer dann in ausreichendem Maße produziert, wenn die Verbraucher ihn am meisten verbrauchen. 

Auch scheint nicht jeden Tag die Sonne und ändert sich ständig der Wind. Soll heißen, diese Energieträger sind sehr unregelmäßig und nicht verlässlich verfügbar.

Dies wirkt sich auf die Stabilität der Netze aus, denn diese brauchen konstant eine Stromfrequenz von 50 Hertz um nicht zu flattern. 

Zuviel oder zu wenig Strom in den Netzen könnte Deutschland sehr schnell im Dunkeln stehen lassen. 

Speicherbatterien, wie jetzt auch von EWE geplant, sind quasi der Mittelsmann zwischen dem Auf- und Ab von Stromerzeugung und Verbrauch. 

Für die Verbreitung von erneuerbaren Energiequellen sind sie unabkömmlich. 

Welche Technik ist Eurer Meinung nach unabkömmlich für die Landwirtschaft der Zukunft?

2017-04-Erneuerbare Energien-Landwirt-Duengeverordnung

Erneuerbare Energien sind auf dem Vormarsch

Erneuerbare Energien verzeichneten letztes Jahr einen weltweiten Zuwachs wie nie zuvor.

Die Statistiken der Internationalen Energie Agentur (IRENA) zeigen auf: 2016 war ein Rekordjahr, was den Zuwachs von Anlagen für die Generierung von Erneuerbaren Energien angeht.

Die Kapazität für die Erzeugung von erneuerbaren Energien steigerte sich weltweit um 161 Gigawatt.

Erneuerbare Energien boomen weltweit

Rund um den Globus findet eine Trendwende in der Energieproduktion statt.

Dies deutet auch darauf hin, dass erneuerbare Energien längst nicht mehr nur ein Projekt zur Erhaltung der Umwelt sind, sondern sich weltweit zu einem starken Wirtschaftszweig entwickelt haben.

Aber schauen wir uns doch die Zahlen an. Wo waren in 2016 welche Technologien auf dem größten Vormarsch?

  • Wasserenergie: über die Hälfte der neuen Anlagen wurden in Brasilien und China erbaut.
  • Windenergie: über ein Drittel der Neubauten für Windenergie wurden in nur vier Ländern errichtet: China, USA, Deutschland und Indien
  • Bioenergie: der Hauptanteil des Zuwachses erfolgte in Asien. Bisher ist Europa mit 34 Prozent Anteil an der weltweiten Kapazität führend, aber Asien ist mit nun 32 Prozent dicht auf den Fersen.
  • Solarenergie: Den größten Zuwachs verzeichnete Asien, aber die Hälfte an Kapazitätszuwachs ist allein in China entstanden. In Europa zeigen vor allem Deutschland und Großbritannien ein starkes Wachstum
  • Erdwärmeenergie: Zuwächse sind hier besonders in Kenia, Türkei, Indonesien und Italien zu verzeichnen

Es scheint, dass insbesondere in China massiv auf erneuerbare Energien gesetzt wird und der Ausbau von Kapazitäten stark vorangetrieben wird.

Aber kommen wir zurück nach Deutschland:

Wie sieht es hierzulande mit den Erneuerbaren Energien aus?

Schließlich, so sieht es die Bundesregierung vor, soll im Jahr 2020 in Deutschland 35 Prozent am Bruttostromverbrauch durch erneuerbare Energien gedeckt sein.

Dieses Ziel scheint erreicht werden zu können. Im letzten Jahr lag der Anteil bei 32 Prozent, ein neuer Höchstwert.

Insbesondere Offshore-Windkraft erlebte einen regelrechten Boom. Derzeit sind Onshore-Windkraftanlagen aber immer noch mit 35 Prozent an der Spitze unter den Erneuerbaren Energien.

Wachstum konnte auch bei Energieträgern wie Wasser und Biomasse verzeichnet werden, während die Photovoltaik im letzten Jahr eher schwächelte.

Erneuerbare Energien sind gefragt. Für Landwirte kann es sich deshalb lohnen, selbst in den Markt einzusteigen, wenn sie es nicht schon sind.

Für Landwirte ist die Auswahl relativ begrenzt: Windkraft-, Solar- und Biogasanlagen sind die wesentlichen Möglichkeiten.

Dazu kommt, dass nicht jede Energieerzeugung überall eingesetzt werden kann:  etwa ist die Genehmigung für Windkraftanlagen mit sehr hohen Auflagen verbunden.

Solarkraft benötigt geeignete Dachflächen und steigende Getreide- bzw. Silomais- und Flächenpreise bei Biogasanlagen kann hier einen Strich durch die Rechnung machen.

Eine kreative Herangehensweise kann sich lohnen:

Doppelte Ernte: Getreide unter der Solaranlage

Quelle: George Nauri

Inspiriert? Der Bau von erneuerbaren Energieanlagen muss nicht bedeutet, dass die Fläche nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden kann. 

Beide können gar von einander provitieren. Und es zeigt sich mal wieder: Lösungen lassen sich immer finden.

Die politischen oder gesetzlichen Rahmenbedingungen bestimmen aber vielfach mit, was letztendlich umgesetzt wird oder in welche Form die Umsetzung erfolgt. 

Und hier kommt in diesem Jahr eine Änderung auf uns zu, die uns wohl noch einige Zeit beschäftigen wird: die neue Düngeverordnung. 

Düngeverordnung tritt in Kraft

Es ist nun amtlich. Am Freitag vergangener Woche wurde die neue Düngeverordnung beschlossen.

Nach all den hitzigen Diskussionen im Vorfeld wurde der Kompromiss, auf den sich Bund und Länder zuvor bereits einigen konnten, in der neuen Verordnung aufgenommen.

Die öffentlichen Aktionen, mit denen in der letzten Woche Landwirte ihre Meinung äußerten, trugen sicherlich auch hierzu bei.

Landwirte können sich deshalb darauf einstellen, dass sie ab der Herbstbestellung für 2017 die neuen Regeln beim Düngen zu beachten haben.

Während die einen begrüßen, dass der nun endlich eine Einigung erzielt werden konnte und die Anforderungen der EU-Kommission weitestgehend erfüllt sehen, gibt es natürlich auch die anderen Stimmen, denen die Reform nicht weitgenug geht.

Wie praxistauglich die neue Düngeverordnung wirklich ist, wird sich wohl erst in den kommenden Monaten zeigen.

Die Umsetzung wird jeden landwirtschaftlichen Betrieb mit neuen Herausforderungen konfrontieren. Bereits jetzt sind die Berechnungen, die beim Düngen zu absolvieren sind, eine kleine Wissenschaft für sich.

„Die Umsetzung des neuen Düngerechts wird einen weitreichenden strukturellen Anpassungsprozess in der Landwirtschaft auslösen und vielen Betrieben enorme Veränderungen abfordern“, meinte Joachim Rukwied, Präsident des Deutchen Bauernverbandes (DBV).

Was sind die wesentlichen Änderungen des neuen Düngerechts?

  • Die Gärreste aus Biogasanlagen werden bei der Ermittlung des Düngebedarfs ebenfalls einbezogen
  • Für stickstoffhaltige Düngemittel werden die Aufbringpausen zwischen den Anwendungen verlängert
  • Der administrative Aufwand wird sich wesentlich erhöhen, da die Düngebedarfsermittlung wesentlich detaillierter und genauer dokumentiert werden muss. Der errechnete Bedarf an Stickstoff pro Fläche darf nicht überschritten werden.
  • Die Technik, die bei der Gülleausbringung zum Einsatz kommt, wird angepasst werden müssen, damit die Emmissionen von Ammoniak reduziert werden.

Auch in Zukunft bleiben der Nährstoffbedarf der Kulturen als auch die gute fachliche Praxis die Basis für die Düngung. 

Was meint ihr: wie wird sich das neue Düngegesetz auf Euren Hof auswirken?

Erneuerbare Energien Landwirtschaft

Erneuerbare Energien – der Krimi geht weiter

Gestern hat die Regierung ein neues Fördermodell für Erneuerbare Energien beschlossen.

Nach langem Hin und Her wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geändert: es soll Schluß sein mit den festen Fördersätzen. Gerade die Windenergiebranche sieht damit aber den Wind aus ihren Segeln genommen. 

Wird Energie jetzt endlich günstiger?

Schauen wir uns zunächst an, was gestern beschlossen wurde:

Mit der EEG-Reform 2016 wurden die Garantie-Preise für Ökostromanbieter weitestgehend abgeschafft.

Zukünftig wird die Bundesregierung in Ihren Ausschreibungen die benötigten Energiekapazitäten angeben. Anbieter mit den besten Konditionen sollen dann den Zuschlag für den Bau der entsprechenden Solar- und Windanlagen erhalten.

Sprich, wer wenig Subventionen verlangt, der wird auch bauen dürfen. Klingt doch gut! Oder?

Die marktwirtschaftlichen Elemente, die mit der Reform eingeführt werden, sollen der Regierung helfen, bei Subventionen zukünftig kräftig sparen zu können.

Allerdings besteht gerade hier die Befürchtung, dass zukünftig nur noch wenige große Anbieter den Markt beherrschen, weil kleinere Anbieter mit finanzkräftigen Investoren nicht mithalten können.

Außerdem soll eine bessere Abstimmung von Stromerzeugung und Netzausbau erzielt werden. Strom aus Wind- und Solaranlagen ist wetterabhängig und fluktuierend. Der Ausbau des Stromnetzes ist notwendig, um eine bessere Nutzung des erzeugten Stromes sicherzustellen.

Wir Ihr Euch denken könnt, der Ausbau des Stromnetzes wird nicht kostenlos sein.

Auch wenn Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel von einer sinkenden EEG-Umlage auf unser Stromrechnung ausgeht, ist deshalb wohl eher mit einer Erhöhung der Strompreise zu rechnen.

Nach Angaben von Verivox haben wir im Jahr 2012 noch 3,592 Cent pro Kilowattstunde bezahlt. Aktuell beträgt die EEG-Umlage bereits 6,35 Cent pro Kilowattstunde. Das sind bereits 23 Prozent – fast ein Viertel – unserer Stromrechnung!

Geht es bei der Reform wirklich so sehr um den Ausbau der Erneuerbaren Energien?

Das Windenergie eine der saubersten Energieformen darstellt, darüber lässt sich nicht streiten.

Warum wird aber mit der EEG-Reform 2016 die Produktion von Strom aus nordischen Windanlagen eingeschränkt, statt beispielsweise die Stromproduktion aus Kohle einzuschränken? Warum wird nicht eher die Produktion von Ökostrom aus Biogasanlagen, die teuer und mit ihrer Förderung von Monokulturen zudem umweltschädlich ist, eingeschränkt?

Diese Fragen und das lange Ringen, das der EEG-Reform voran ging, zeigt deutlich, dass viele Parteien mit gegensätzlichen Interessen involviert sind. Und viele Fragen stehen noch offen. Nicht jede Fraktion ist mit der neuen Reform zufrieden.

Aber weg von der Politik.

Schauen wir viel lieber einfach auf die Vision – 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien! Es ist möglich, schaut selbst.

So könnte Deutschland im Jahr 2050 aussehen…

Quelle: messelive.tv

Findet Ihr es nicht auch spannend, woran Forscher heutzutage alles arbeiten und wie weit wir in unserer technischen Entwicklung bereits sind?

Erneuerbare Energien in der Landwirtschaft

Erneuerbare Energien sind längst nicht nur ein abstraktes Streitthema zwischen Politikern und Interessenverbänden. In der Landwirtschaft können erneuerbare Energien essentiell sein.

Warum?

Moderne Landmaschinen benötigen enorm viel Treibstoff. Viele Landwirte produzieren bereits mit beispielsweise Solaranlagen auf dem Dach oder durch Biogasanlagen Ihre eigene Energie. Für nicht wenige stellt es bereits ein lukratives Nebengeschäft dar und einen Weg, die eigenen Energiekosten zu senken.

Warum dann nicht auch den eigenen Treibstoff herstellen?

Pflanzenöl, beispielsweise Rapsöl, als Treibstoff zu verwenden ist keine Idee neuerer Zeit. Und Pflanzenöl als Treibstoff hat viele Vorteile…

Vorteile von Pflanzenöl als Treibstoff

  • Okey, wir reden von erneuerbaren Energien. Der erste Pluspunkt für Pflanzenöl gibts natürlich für seine gute Umweltverträglichkeit.
  • Und das bei gleichbleibender Leistung. Ob Diesel oder „Salatöl“ im Tank, die Maschine wird es bringen.
  • Zwei mit einem Streich: der Anbau von Raps ist vom doppelten Nutzen, denn bei der Herstellung von Rapskraftstoff fällt zudem jede Menge Schrott an, dass ein gutes Futtermittel ist.
  • Pflanzenöl ist im Trend günstiger als Diesel und bringt damit Kostenersparnisse mit sich.
  • Die Nutzung von Treibstoff aus eigenem Anbau bringt mehr Unabhängigkeit und Planungssicherheit für den Landwirt: beim Treibstoff ist der Landwirt nicht mehr so sehr den Schwankungen des Ölpreises ausgeliefert. Beim Futtermittel kann die Abhängigkeit von Importen etwa von Sojaschrott aus Nord- und Südamerika verringert werden.

Die Technik gibt es her. Um regional hergestelltes Pflanzenöl als Treibstoff zu nutzen, müssen die Motoren im vorhandenen Fuhrpark entsprechend umgerüstet werden.

Aber es gibt auch Maschinen, die auf die Nutzung von Pflanzenöl ausgelegt sind. Bspw. bieten Fendt und John Deere seit Jahren Traktoren, die mit Pflanzenöl angetrieben werden, an.

Auch wenn jahrelange gute Praxiserfahrungen mit dem Einsatz von Pflanzenöl als Kraftstoff vorliegen, bestehen scheinbar noch zahlreiche Vorbehalte. 

Wusstet Ihr eigentlich, dass Rudolf Diesel (1858-1913) seinen Dieselmotor ursprünglich auch für die Nutzung mit Pflanzenöl konzipiert hatte?

Erneuerbare Energien werden noch länger ein Streitthema bleiben, bieten aber in der Praxis viele spannende Möglichkeiten für Landwirte und ihre Höfe.

Wie sieht es mit Euch aus?

Was sind Eure Erfahrungen mit erneuerbaren Energien? Produziert Ihr bereits Eure eigene Energie? Was sind Eure größten Herausforderungen?

PV-Anlagen bei Agrarbetrieb Photovoltaik

Ab 2016: 10 PV-Anlagen auf Ackerflächen erlaubt

Das Bundeskabinett hat vor zwei Monaten die „Verordnung zur Einführung von Ausschreibungen für die finanzielle Förderung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen“ verabschiedet. Nach der Verordnung dürfen ab 2016 bis zu 10 PV-Anlagen auf Ackerflächen mit je 10 MW in benachteiligten Gebieten errichtet werden.

Bevor wir auf die anstehenden Änderungen eingehen, lassen Sie doch einen schnellen Blick auf folgende Werbung von ET SolarPower GmbH werfen. Günther ist stolzer Besitzer einer PV-Anlage und dann passiert folgendes …

Fokus auf Erneuerbare Energien: Änderungen im Bereich PV-Anlagen

Wir stehen vor folgender Herausforderung:

  • Bis 2025 soll der Anteil erneuerbarer Energien an der deutschen Stromversorgung auf 40-45% steigen.
  • Bis 2035 soll ein Anteil von 55-60% erzielt werden.

Vor diesem Hintergrund, erfolgt die gesetzliche Festlegung der Förderhöhe für jede Technologie. Zwar schafft diese Vorgehensweise eine hohe Planungs- und Investitionssicherheit, es kann jedoch auch zu Über- bzw. Unterförderungen führen.

PV-Anlagen spielen bei dieser Umstrukturierung eine wichtige Rolle und deshalb sollen in den kommenden drei Jahren PV-Freiflächenanlagen mit einer Spitzenleistung von 1,2 Gigawatt neu errichtet und von der Bundesnetzagentur per Auktionsverfahren ausgeschrieben werden.

Kosteneffizienz und Wettbewerbsneutralität so die Erwartungen der Politik. Wer Sonnenstrom zum jeweils günstigsten Preis liefern kann, hat die Nase vorn.

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 05

Wichtige Änderungen im Überblick

  • Ab 2016 dürfen bis zu 10 PV-Anlagen mit einer maximalen Leistung von 10 MW auf Ackerflächen in benachteiligten Gebieten erreichtet werden.
  • Dies gilt auch für Flächen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA).
  • Die Verordnung trat laut Bundeswirtschaftsministerium im Februar 2015 mit der Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft. Die Zustimmung von Bundesrat oder Bundestag war nicht erforderlich.

Für das laufende Jahr gilt, dass PV-Anlagen in einem Streifen von maximal 110 m entlang von Autobahnen und Schienenwegen sowie auf Konversionsflächen und versiegelten Flächen errichtet werden dürfen. Für landwirtschaftliche Flächen hat die oben aufgeführte Bestimmung keine Gültigkeit.

Ausschreibungen und Projektgröße

Ausschreibungen werden jährlich auf insgesamt drei Stück begrenzt. Die erste Ausschreibung startet in wenigen Tagen, am 15. April mit einem Volumen von 150 MW. Das Ausschreibungsvolumen für 2015 beträgt 500 MW (ca. 1.000 ha Flächenbedarf).

Die maximale Gebotsgröße liegt laut EEG bei 10 MW; die minimale Gebotsgröße hingegen bei 100 kW.

Die neue Verordnung hat nicht nur Freunde…

Die neue Verordnung stößte auf Kritik insb. seitens des Deutschen Bauernverbands (DBV).

Der Verband fordert den Ausbau von PV-Anlagen auf versiegelte Flächen, Konversions- und Dachflächen zu beschränken und bezeichnet die Neuregelung als „völlig falsches Signal“. Die aktuelle Entscheidung widerspreche dem Ziel, den Flächenverbrauch zu reduzieren, so die Meinung des DBV.

Es bleibt spannend

Die hohe Prozentzahl welche die Bundesregierung anstrebt ist nicht ohne. In zehn Jahren sollen regenerative Energieträger bereits 40% der deutschen Stromversorgung generieren. Ist das wirklich zu schaffen? Geht das überhaupt ohne dabei Ackerflächen zu „opfern“?

Studien belegen, dass PV-Anlagen dreimal mehr Gewinn einbringen als Windkraftanlagen, obwohl sie weniger Strom erzeugen. Der Süden der Republik dominiert die Photovoltaiklandschaft. Im Norden hingegen, treffen wir auf Windkraftanlagen.

Auf welche regenerative Energieträger setzen Sie? Wind-, Wasser- oder PV-Anlagen?

 

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 01

Erneuerbare Energien vs. Fossile Kraftwerke (c) Agrarbetrieb.com

Erneuerbare Energien vs. Fossile Kraftwerke: Wer gewinnt?

Der Kampf zwischen Erneuerbare Energien und fossile Kraftwerke geht in die nächste Runde. Nur dieses Mal steht der Verbraucher im Mittelpunkt. Welche Option ist billiger für den Verbraucher? Auf diese Frage hat die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) ab sofort eine fundierte und detaillierte Antwort.

Führt die Modernisierung der Stromversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien zu höheren Kosten als der Bau neuer fossiler Kraftwerke? Welche Kosten kommen da auf die Verbraucher zu?

Eins steht fest: die deutschen Kraftwerksparks haben eine Erneuerung bitter nötig. Welche der beiden Optionen sich für den Verbraucher finanziell am besten rechnet, sehen wir an den Stromgestehungskosten.

Die Stromgestehungskosten stellen eine wichtige Vergleichsgröße dar. Hierbei handelt es sich um die durchschnittlichen Kosten, die für die Errichtung und den Betrieb von Kraftwerken bezogen auf die erzeugte Strommenge anfallen.

Erneuerbare Energien sind wettbewerbsfähig

Die AEE hat am 07. Oktober 2014 die Ergebnisse einer neuen Metaanalyse veröffentlicht. Diese beinhaltet die Ergebnisse des Vergleichs von 20 wissentschaftlichen Studien im Hinblick auf die aktuellen und bis 2050 prognostizierten Stromgestehungskosten fossiler und regenerativer Kraftwerke.

Zwei wichtige Erkenntnisse vorab

1. Erneuerbare Energien sind wettbewerbsfähig und teilweise billiger als fossile Kraftwerke.

„Erneuerbare Energien sind zum Teil heute schon wettbewerbsfähig. An guten Standorten können die Stromgestehungskosten neuer Windenergie- und Photovoltaikanlagen sogar niedriger ausfallen als die neuer fossiler Kraftwerke“, resümiert Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, die Ergebnisse.

2. Vor dem Hintergrund weiterer technologischer Fortschritte und der ambitionierten deutschen Klimaschutzziele, lässt sich darauf schließen, dass Strom aus Wind und Sonne in den nächsten Jahren günstiger, während Strom aus Kohle und Erdgas teurer wird.

„Deshalb ist es auch wirtschaftlich sinnvoller auf Erneuerbare Energien zu bauen, statt veraltete durch neue Kohlekraftwerke zu ersetzen“, so Vohrer.

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 03

Stromgestehungskosten im Überblick

1. Photovoltaik: Im Jahr 2013 lagen die Kosten der Photovoltaik bei 7,9 bis 16,6 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh). An guten Standorten entspricht dies den Kosten von Erdgas (7,6 bis 10,0 ct/kWh).

Neue Photovoltaikanlagen die nächstes Jahr ans Netz gehen, sollen je nach Standort, kostentechnisch gleichauf mit Steinkohlekraftwerke mit 8 bis 10,3 ct/kWh sein.

2. Windenergie: Die aktuellen Studien belegen, dass die Stromgestehungskosten 2013 der Windenergie an Land zwischen 4,5 und 10,9 ct/kWh lagen. Der Standort ist auch bei Windenergieanlagen von großer Bedeutung. So wurden Preise an sehr windreichen Standorten erzielt, die gleichauf sind mit denen von neuen Braunkohlekraftwerken (3,9 bis 5,4 ct/kWh).

Die Studien gehen davon aus, dass im Jahr 2020, Windenergieanlagen an besonders geeigneten Standorten, günstigeren Strom erzeugen werden, als neue Braunkohlekraftwerke.

3. Bioenergie: Im Vergleich zur Stromerzeugung aus Wind und Sonne, bleibt die Gewinnung aus Biomasse und Biogas relativ teuer. Aktuell liegt die Bandbreite der Stromgestehungskosten bei Bioenergie zwischen 11,5 und 21,8 ct/kWh.

Der technologische Fortschritt soll den Studien zufolge dafür sorgen, dass Bioenergie in 2020 nur noch zwischen 9,9 und 17,3 ct/kWh, und im Jahr 2050 zwischen 7,6 und 16,8 ct/kWh kosten wird. Mit diesen Werten kann Biogas seinem alten Bruder „Erdgas“ zukünftig ruhig die Stirn bieten.

4. Braun- und Steinkohle: Die Kosten von Kohlekraftwerken hängen stark vom Preis für Emissionszertifikate ab. Derzeit liegt der Preis für ein Zertifikat bei 6 EUR. Die Auslastung der Kraftwerke ist von entscheidender Bedeutung.

In 2013 lagen die Stromgestehungskosten von Braunkohlekraftwerken mit CCTS zwischen 5,3 und 9,1 ct2014/kWh und bei Steinkohlekraftwerken mit CCTS zwischen 7,5 und 13,3 ct2014/kWh.

92% der Deutschen wollen den Ausbau Erneuerbarer Energien

Aus einer aktuellen, im Oktober 2014 durchgeführten, repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid geht hervor, dass die große Mehrheit (92%) der Bevölkerung, den verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien für „wichtig“ bis „außerordentlich wichtig“ halten.

Die Themen Klimaschutz, Generationsgerechtigkeit und sinkende Abhängigkeit von Energieimporten stehen für die Deutschen ganz groß im Kurs. Alles das spricht für den weiteren Ausbau von Erneuerbaren Energien.  

Wie lautet Ihre Meinung?

Sind Sie ein Gegner oder Befürworter der Erneuerbaren Energien? Was spricht Ihrer Meinung nach dafür bzw. dagegen?

 

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 01