Biostrom: Erneuerbare Energien

Biostrom: Positive Signale von der Biogas-Fachmesse

Nachdem ich mich in meinem letzten Bericht auf das umstrittene Windstrom-Projekt und das Monster-Trassenbau Nord-Süd gestürtzt habe, möchte ich heute ein etwas angenehmeres Thema angehen. In dem heutigen Blog berichte ich über Biostrom.

Die Stimmung in der Solar- und Biogasbranche ist derzeit nicht gerade rosig. Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) meldet den schwächsten Photovoltaik-Zubau seit 5 Jahren. So wurden in 2013 deutschlandweit 124.000 neue Solarstromanlagen installiert; das entspricht einem Rückgang von mehr als 56% gegenüber 2012. Dieser radikale Einbruch führte dazu, dass tausende Menschen ihre Arbeitsplätze in der Solarbranche verloren haben. Den Hauptgrund sieht BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig vor allem in der Kappung der Förderungen: „Die extreme Kappung der Solarförderung hat die Nachfrage geradezu einbrechen lassen.“

Die Lage in der Biogasbranche ist nicht ganz so extrem wie in der Solarbranche, aber auch hier sind sich Politiker nicht einig. Der bayerische Agrarminister Brunner wandte sich in einem offenen Brief an den Bundeswirtschaftsminister Gabriel und wies u.a. auch darauf hin, dass sich Biogas aufgrund seiner Speicherfähigkeit besonders gut als Ausgleich für die anderen erneuerbaren Energien (wie z.B. Wind- und Solarstrom) eignet.

Diese Potenziale aufzuzeigen ist besonders wichtig, insbesondere vor dem Hintergrund der anstehenden EEG-Reform das zur Folge hätte, dass die nötigen Investitionen im Bereich Biogas nicht getätigt werden.

DEIN GESCHENK VON AGRARBETRIEB: Startpaket für innovative Landwirte

Vom Mais zum Biostrom

Letztes Jahr, am 10.03.2013 hat die BR Abendschau einen sehr interessanten Beitrag über Biostrom, erneuerbare Energien und deren Risiken gesendet. Der Film ist knapp 45 Minuten lang und sehr informativ. Wir erfahren u.a. dass nicht jede Biogasanlage tatsächlich ‚Bio‘ ist.

Geniessen Sie den Beitrag.

Biogas, Biostrom und mehr

Aus der Biogasbranche gibts jedoch auch Gutes zu berichten. Zuversichtliche Signale kommen von der jüngsten Biogas-Fachmesse.

BIOGAS Jahrestagung und Fachmesse in Nürnberg

Deutschlands Biogas-Community traf sich vom 14-16. Januar 2014 auf der 23. Biogas-Jahrestagung im Messezentrum Nürnberg.

Mit zahlreichen Vorträgen und Themenworkshops lockte die Fachmesse 406 Aussteller sowie über 8.000 Besucher auf einer Ausstellungsfläche von 17.520 qm an. Die Erwartungen wurden übertroffen und die Veranstalter waren mit der Tagung und Ausstellung mehr als zufrieden.

Biostrom: Erneuerbare Energien

Biostrom: Erneuerbare Energien
Bild von njaj / FreeDigitalPhotos.net

„Das Interesse am Energieträger Biogas ist ungebrochen. Die Branche steht bereit für die Herausforderungen der Zukunft. Jetzt ist die Politik gefordert hierfür den richtigen Rahmen abzustecken“, erklärt Dr. Claudius da Costa Gomez, Hauptgeschäftsführer des Fachverband Biogas e.V.

„Der erneute Anstieg der Besucherzahlen zeigt deutlich, dass beim Thema Biogas nach wie vor ein hoher Informations- und Diskussionsbedarf besteht. Mit ihrem vielfältigen Ausstellungsangebot kann die BIOGAS-Fachmesse diesen Bedarf hervorragend decken“, ergänzt Claudia Reindl, Projektleitung BIOGAS-Fachmesse, NürnbergMesse.

Trotz gedämpfter Stimmung, blicken die meisten Unternehmen optimistisch in die Zukunft. Die derzeit unsicheren Rahmenbedingungen haben die Teilnehmer eher dazu animiert, einerseits an die Erschließung internationaler Märkte zu denken und andererseits die bevorstehenden Ressourcen besser und effizienter zu nutzen.

Wie stehen Sie zu dem Thema Ökostrom und Biostrom im Speziellen? Glauben Sie, wir könnten im Süden mit Biogas unsere Potenziale ausschöpfen und damit auf den Windstrom aus dem Norden komplett verzichten? Ich freue mich auf Ihr Kommentar.

Windstrom_Trassenbau nach Bayern

Windstrom: Proteste gegen Monster-Trassenbau nach Bayern

Wo soll die 800 Kilometer lange Stromtrasse von Norden nach Süden fließen, damit möglichst viele ‚Teilnehmer‘ zufrieden sind? Keine einfache Angelegenheit für das große Windstrom-Projekt.

Ab dem Jahr 2022 soll in Deutschland die längste Stromtrasse aktiviert werden. Auf einer Länge von 800 Kilometern, soll der Windstrom aus Schleswig-Holstein nach Bayern fließen. Das Ganze soll über 5 Bundesländer aus dem Norden in den Süden geführt werden. Doch die Proteste seitens Bürgern, Politikern und Betreibern häufen sich täglich. Die Meinungen über das Projekt gehen stark auseinander.

Während die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW bereits erste Vorschläge für den Trassenverlauf unterbreitet haben, möchte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) das große Stromnetz-Ausbauprojekt erstmals aufs Eis legen (laut Bericht der Deutschen Presseagentur dpa).

Windstrom-Projekt: Eine ‚elektrische Autobahn ohne Abfahrten‘

Die neue ‚Masten-Autobahn‘ soll die Energie von Wilster (Schleswig-Holstein) nach Niedersachsen bringen. Das Ganze soll an Verden vorbeiziehen, zwischen Hannover und Lehrte durchgehen; weiterhin gehts an Hildesheim vorbei in die südwestliche Richtung. Weitere ‚Etappen‘ sind: Höxter, Warburg, Kassel, Fulda und dann mündet das Stromnetz im bayerischen Grafenrheinfeld. Der zweite Abschnitt soll von Brunsbüttel nach Großgartach in Baden-Württemberg führen.

Aus der dpa-Meldung bzw. der ARD-Tagessschau vom 05.02.2014 erfahren wir noch folgendes:

Die Masten sollen 60 bis 70 meter hoch sein. Dabei hätte man laut Aussagen des Geschäftsführers Lex Hartmann (Tennet) folgendes beachtet: „wie sieht die Natur aus, wo wohnen die Menschen“.

„Die Kosten liegen im unteren einstelligen Milliardenbereich. (…) Das ist eine elektrische Autobahn ohne Abfahrten.“ – Lex Hartman, Geschäftsführer Tennet

Die Trasse gilt als „Hauptschlagader und Rückgrat der Energiewende“ laut Rainer Jowig, Geschäftsführer TransnetBW

Bis 2016 soll das Baugenehmigungsverfahren starten und in 2022 soll die Leitung fertig gestellt werden.

Bayerische Bürger protestieren am stärksten

Der Widerstand bei den Bürgern in Bayern ist groß. Noch vor Beginn des Windstrom-Trassenbaus droht das Jahrhundertprojekt im Chaos zu versinken. Anbei ein ganz aktueller Beitrag des Bayerischen Rundfunks hierzu…

Proteste gegen den Windstrom Trassenbau

Windstrom_Trassenbau nach Bayern

Windstrom: Trassenbau nach Bayern
Bild von xedos4 / FreeDigitalPhotos.net

Nun liegt es an einer Einigung zwischen Berlin und München.

Eins ist aber klar: im Norden wird mit viel Geld Ökostrom produziert, der bereit ist abtransportiert zu werden.

„Wenn wir die Energiewende haben wollen, brauchen wir diese Netze“ so Tennet-Geschäftsführer Hartman.

Wie stehen Sie zu dieser ganzen Thematik? Wie würden Sie den Windstrom aus dem Norden in den Süden bringen? Haben Sie bessere Ideen & Vorschläge?

Regenerative Energieträger

Regenerative Energieträger: Biogasanlagen rückläufig

Erneuerbare oder regenerative Energieträger gelten als wichtigste Säule einer nachhaltigen Energiewende. Erneuerbare Energien sind auf die Sonnenstrahlung zurückzuführen: Wind, Wasserkraft und Biomasse.

In dem heutigen Beitrag, möchte ich mein Augenmerk vor allem auf die Bedeutung von Biogas legen, weil diese eine große Chance für uns Landwirte darstellt.

Der Fachverband Biogas e.V. hat vor Kürzem die neuesten Branchenzahlen inklusive der Prognose für 2013 / 1014 veröffentlicht. In der unten aufgeführten graphischen Darstellung lässt sich eindeutig feststellen, dass die Investitionsbereitschaft in neue Biogasanlagen in den letzten beiden Jahren sehr stark zurück gegangen ist.

In 2012 wurden nur noch 340 Neueinlagen gebaut – das entspricht einem Rückgang von rund 75% gegenüber 2011. Letztes Jahr gab es dann erneut einen Einbruch. Der Fachverband rechnet für 2013 mit einer Gesamtzahl von 205 Biogas-Neuanlagen.

Regenerative Energieträger: Neue Biogasanlagen in Deutschland

Regenerative Energieträger_Neue Biogasanlagen

Regenerative Energietraeger: Neue Biogasanlagen in Deutschland
Quelle: Fachverband Biogas e.V. Branchenzahlen

Aus dem Branchenreport des Fachverbands Biogas erfahren wir u.a., dass immer mehr Anlagenbesitzer in Leistungserweiterungsmaßnahmen an bestehenden Biogasanlagen investieren.

DEIN GESCHENK VON AGRARBETRIEB: Startpaket für innovative Landwirte

Hauptbetreiber von Biogasanlagen sind Landwirte die z.B. Futterreste, Silomais und Grassilage einsetzen. Der Einsatz von organischen Abfällen aus Haushalten (Biotonne), Industrie und Gewerbe ist ebenfalls sehr sinnvoll.

Biogas Jahrestagung & Fachmesse 2014

Über 380 Aussteller haben sich zur diesjährigen Biogas Fachmesse in Nürnberg angemeldet. Die Fachmesse und die Biogas Jahrestagung finden parallel vom 14. – 16. Januar im Messezentrum Nürnberg statt.

Horst Seide, Präsident des Fachverband Biogas e.V., bezeichnet die Biogas 2014 als ein „Spiegelbild der aktuellen Lage“:

„Wenn die neue Bundesregierung die Energiewende tatsächlich schaffen will, dann muss sie dafür auf Biogas setzen. Die Akteure der Biogasbranche stehen bereit und warten auf das ‚Go‘ aus Berlin“.

Weiterführende Informationen zur Biogastagung erfahren Sie unter Biogas Messe 2014.

Neues aus der Forschung

 

Regenerative Energieträger

Regenerative Energieträger
Bild von watiporn/ FreeDigitalPhotos.net

Während sich die einen auf der Messe treffen, arbeiten andere an zukünftige Biogasanlangen. Diese sollen bald Multifunktions-Anlagen werden, die mehr als nur Energie produzieren.

In Stuttgart arbeiten Wissenschaftler der Universität Hohenheim und des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB zusammen mit Industriepartnern an einer nachhaltigen Biogasproduktion, bei der alle Prozessschritte vom Pflanzenbau bis zur Verwertung anfallender Reststoffe untersucht werden. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt „Ganzheitliche Optimierung der Biogasprozesskette“ (GOBi) drei Jahre lang mit insgesamt 3,9 Millionen Euro. [agrarheute.com]

An dieser Stelle möchte ich zusätzlich noch darauf hinweisen, dass uns am 22. und 23. Mai der 7-te Biogas-Innovationskongress in Osnabrück erwartet. Diese Veranstaltung wird vom Deutschen Bauernverband (DBV) gemeinsam mit dem Fachverband Biogas und dem Bundesverband Bioenergie getragen.

Welche Rolle spielen regenerative Energieträger in Ihrem Betrieb? Ist Biogas ein wichtiger Bestandteil Ihres Unternehmens oder setzen Sie eher auf Wasserkraft, Solar- oder Windenergie?

Erneuerbare Energien in Deutschland legen zu

Erneuerbare Energien: Ein Viertel des Stroms in Deutschland

Der deutsche Markt für erneuerbare Energien entwickelt sich außerordentlich gut. In 2013 stammte ein Viertel des Stromverbrauchs aus Erneuerbaren. Der Rekordwert betrug 24,7%.

In Deutschland wurde letztes Jahr jede 4-te Kilowattstunde von Wasser-, Solar-, Wind-, Biogas- und Erdwärmekraftwerken erzeugt. Das entspricht einem Wachstum von 1,1% innerhalb eines Jahres. Die Haupttreiber sollen laut Agora Energiewende Biogas- und Solarkraftwerke gewesen sein.

Erneuerbare Energien in Deutschland

Erneuerbare Energien in Deutschland
Quelle: Agora Energiewende

Weitere Ergebnisse der Datenauswertung durch Agora Energiewende:

  • Gas- und Kernkraftwerke haben weniger Strom geliefert als in den Vorjahren.
  • Der Export von Strom ist um 9,9 Terawattstunden auf 33 Terawattstunden gestiegen.
  • Die Stromproduktion in Kohlekraftwerken ist um 8,9 Terawattstunden gegenüber 2012 gestiegen.
  • Zuwachs des klimaschädlichen Stroms aufgrund der hohen Exporte bereitet Sorgen. Weiterlesen
Erneuerbare Energien: Ökostromumlage steigt 2014 auf 6,24 Cent je kWh

Erneuerbare Energien: Ökostromumlage mit 6,24 Cent auf Rekordniveau

Erneuerbare Energien hin oder her, Verbraucher müssen sich ab nächstes Jahr auf höhere Strompreise einstellen. Die Ökostromumlage wird um knapp einen Cent erhöht. Ab 2014 sind das dann 6,24 Cent pro Kilowattstunde. Ein Rekordhoch.

Diese Mitteilung erfolgte am Dienstag von den vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber. Derzeit werden 5,277 Cent je kWh fällig. Der Anstieg auf 6,24 Cent je kWh entspricht einem Zuwachs von 18,2%. 

Was bedeutet diese über den Strompreis zu zahlende Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien für die deutschen Haushalte?

Kurz zusammengefasst:

  • Stromkosten steigen deutlich an.
  • Ein durchschnittlicher Haushalt kann von Mehrkosten in Höhe von etwa 35 EUR pro Jahr ausgehen.
  • Höhere Netzentgelte inkl. Anstieg der MwSt & Co. können bei größeren Familien mit einem Durchschnittsverbrauch von 6000 kWh/ Jahr auch gut über 100 EUR mehr ausmachen.

 Erneuerbare Energien – Ökostromumlage steigt 2014 auf 6,24 Cent je kWh

Wofür steht der Begriff EEG-Umlage und wieso werden die Preise angehoben?

Die Abkürzung EEG steht für das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Dieser wurde im Jahr 2000 eingeführt, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Das Gesetz verpflichtet Netzbetreiber dazu, Strom aus erneuerbaren Energiequellen (z.B. Wasserkraft, Solar- und Windenergie, Geothermie, Biogas, Biomethan etc.) bevorzugt ins Netz einzuspeisen. Die Erzeuger erhalten für diesen eingespeisten Strom feste Vergütungssätze. Und die Kosten für die Förderung der erneuerbaren Energien dürfen dann die Verbraucher über den Strompreis tragen. Weiterlesen