Agrarbetrieb-Raps-Ernte

Ernte von Raps und Getreide – enttäuschende Ergebnisse

Das Wetter erschwert auch weiterhin den Landwirten die Arbeit, denn die Ernte wird vielerorts von dem unbeständigen Wetter ausgebremst. Bisher sind die Ertragszahlen beim Getreide und beim Raps enttäuschend. 

Anhaltender Regen behindert zudem die Ernte und lässt die deutschen Landwirte um Qualitätseinbußen bangen. Europaweit betrachtet, fallen die Ernteerträge jedoch sehr unterschiedlich aus.

Allgemein gesprochen, konnten ost- und südosteuropäische Regionen von sonnigeren Klimabedingungen profitieren.

Von der Europäischen Kommission wurde die Getreideernte für Europa in diesem Jahr auf ca. 312,9 Millionen Tonnen geschätzt.

Diesjährige Ernte nicht zufriedenstellend

Die diesjährigen Ernteergebnisse setzen viele Landwirte unter Druck.

Während regional die Ernteerträge gegenüber dem Vorjahr start gemindert sind, konnten weltweit dennoch Rekorderträge erzielt werden.

Rekorderträge bei der Ernte und ein weltweit bereits gut gefülltes Gertreidelager drücken die Preise  an den Märkten. Die Verminderung des Angebotes hierzulande fällt dabei kaum ins Gewicht. 

  • Nicht nur, dass die feuchte Witterung aufgrund der fehlenden Sonne für die reduzierten Erträge verantwortlich ist.
  • Nicht nur, dass Landwirte um die Qualität ihrer Produkte besorgt sind, sie nur hoffen können, dass sich nicht noch Pilzerkrankungen in ihren Beständen ausbreiten.
  • Nicht nur, dass der Regen die Ernte verzögert und eh schon die Nerven belastet, weil auf sonnige Stündchen für die Arbeit gewartet werden kann.
  • Hinzu kommt, dass das feuchte Wetter die Kosten für die Ernte in die Höhe treiben wird, wenn eine teure Trocknung erforderlich werden sollte.

Laut den ersten Ergebnissen des  2. DBV-Ernteberichtes sind bei Weizen und Gerste mit Ertragsminderungen von 10-20 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau zu rechnen.

Beim Raps beträgt die durchschnittliche Ertragsminderungen rund 11 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Wobei auch hier die Werte für die einzelnen Regionen sich stark unterscheiden können.

So erwartet der Bauernverband in Mecklenburg-Vorpommern etwa 30 Prozent weniger Erträge als im Vorjahr und rechnet mit einem Verlust bei den Einnahmen von rund 100 Millionen Euro.

Die Rapspreise im deutschen Großhandel haben sich die letzte Woche sehr unterschiedlich entwickelt. Generell konnten die Ertragszahlen des Vorjahres bei weitem nicht erreicht werden.

Aber nicht nur Raps und Getreide sind betroffen. Auch eine weitere Sparte leidet unter dem Wetter:

Möglicher Totalverlust bei Bio-Kartoffeln

Das Wetter stellt auch die Ökobauern in der Pfalz vor eine große Herausforderung, denn das dauerhaft feuchte Wetter diesen Jahres begünstigt die Verbreitung von Pilzkrankheiten.

Die Kraut- und Knollenfäule zählt zu den gefährlichsten Pflanzenkrankheiten. Der Erreger verbreitet sich ungemein schnell und richtet große Schäden an. In der Pfalz droht den Ökobauern nun der Totalschaden.

Da der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Bio-Anbau nur sehr eingeschränkt möglich ist, befinden sich die Biobauern in der Zwickmühle:

  • entweder riskieren sie, die komplette Ernte zu verlieren, können jedoch weiterhin das Siegel „Bio“ tragen
  • oder sie retten durch den Einsatz von bestimmten Pflanzenschutzmitteln die Ernte, verlieren aber im Zuge dessen ihr Biosiegel.

Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel (Phytophthora infestans)

Quelle: aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.

Aber kommen wir nochmal zurück zum Raps, dessen Ernte gerade noch im vollen Gange ist.

Verluste beim Raps treffen die Landwirte wahrscheinlich noch ein wenig stärker, denn der Anbau von Raps ist ungefähr mit doppelt hohen Ausgaben wie beispielsweise der Anbau von Weizen verbunden.

Höhere Kosten für das Saatgut und den Pflanzenschutz, die Hälfte an Ertragsmenge je Hektar – wo bleibt der Ausgleich? 

Raps ist dennoch attraktiv im Anbau, weil auch der Erzeugerpreis doppelt so hoch wie beispielsweise vom Weizen ist. Denn der Rapspreis orientiert sich am Sojapreis.

Bei der Ernte von Raps muss für bestmögliche Ergebnisse besonders rücksichtsvoll vorgegangen werden.

Nicht nur ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Etwa sollten ungleichmäßige Bestände so lange wie möglich wachsen gelassen werden. 

Auch die Feineinstellung der Mähdrescher ist ausschlaggebend für den Ernteerfolg.

Feineinstellung beim Mähdrescher

Wer seinen Mähdrescher richtig einstellt, kann die Leistung bis um 20 Prozent steigern. Dies ist eine enorme Reserve. 

Insbesondere ist auf die Einstellung des Schneidewerkes zu achten. 

  • Passt die Abstreifleiste beim Anheben der Einzugsschnecke an, so könnt Ihr verhindern, dass sich Unkräuter um die Schnecke wickeln.
  • Stellt die Horizontalposition der Haspel so nahe wie möglich zur Einzugsschnecke, damit die Körner aus aufgeschlagenen Schoten bestmöglich im Schneidewerk gelangen.

Die Ernte in diesem Jahr wird für jeden eine Herausforderung parat halten. Welches ist Eure größte Herausforderung in diesem Sommer? 

 

Weizenernte Winterweizen bei Agrarbetrieb

Weizenernte 2015: Brite stellt neuen Weltrekord auf

2015 ist das Jahr der Briten – gleich zweimal wurde der Weizenernte-Weltrekord aufgestellt und beide Male waren es englische Landwirte.

Somit schwappte der Rekord auf das europäische Kontinent über. Seit 2010 gehörte nämlich der Rekord einem neuseeländischem Farmer.

Wer sind die Gewinner?

Mitte August knackte der bekannte Tim Lamyman aus Lincolnshire den Weizenernte-Weltrekord 2015 als Erster. Nur wenige Tage später wurde er jedoch von seinem Landsmann Rod Smith aus Northumberland geschlagen.

Da steckt eine ganze Menge Arbeit hinter so einer Aktion. Und genau das schauen wir uns jetzt an…

In dem nachfolgenden Videobeitrag sehen wir den Zweitplatzierten Tim Lamyman und das von ihm erzielte Ergebnis von 16,5 Tonnen pro Hektar. Vor zwei Jahren, in 2013 hat er den Weizenernte-Rekord für Großbritannien aufgestellt. Das waren damals 14,31 Tonnen pro Hektar.

#2 Patz: Weizenernte 2015 in Großbritannien

Videoquelle: YouTube, Bionature Agriculture

16,52 Tonnen Weizen…

Das ist der neue Weizenernte-Weltrekord den Rod Smith aus Northumberland, nur zwei Wochen nach Tim Lamyman, am 1. September 2015 aufgestellt hat. Knapper Sieg…

Eine ideale Vegetationsperiode und das tolle Wetter in England haben zum Sieg verholfen, so ein Bericht des Magazins Farmers Weekly.

„Wir hatten eine ideale Vegetationsperiode. Wir hatten Glück mit dem Wetter und der Weizen war keinerlei Belastungen ausgesetzt.“ – so Rod Smith in einem Interview mit Farmers Weekly.

Zwei Hauptfaktoren haben Rod Smith zum Guinnessbuch der Rekorde verholfen:

  • die lange Wachstumsphase
  • und der geringe Druck durch Krankheiten

Das erlaubte dem englischen Landwirt, ein Plus von 15 Tonnen pro Hektar gegenüber vergangenen Jahren zu erzielen. Selbstverständlich half ihm in grossen Maßen auch sein New Holland 9070 Mähdrescher dabei, die Weltrekordernte einzubringen.

In 2015 passte in Northumberland alles: es war nicht zu trocken und auch nicht zu feucht, es tauchten nur wenige Krankheiten auf, es war nicht zu heiss und es gab auch genügend Sonnenlicht für das Getreide.

Rod’s Herangehensweise und vor allem seine Düngestrategie haben sich ausgezahlt.

Seine Geheimformel verriet er in einem Interview mit dem Fachmagazin Farmers Weekly.

Diese lautete wie folgt:

Düngestrategie: 310 kg Stickstoff pro Hektar

Vorfrucht: Ackerbohne

Davor hatte Rod und sein Team Winterbohnen geerntet. Ackerbohnen waren also die Vorfrucht auf dem Feld, d.h. da ist noch einiges an Stickstoff im Boden verlieben. Damit war der Winterweizen von Anfang an „sehr gut“ versorgt.

Erde: Schwerer Tonboden

Kultivierung: Minimale Bodenbearbeitung

Saatausbringung: 22 September

Aussaatmenge:  185 kg pro Hektar; das angepeilte Ziel 330 Saatgut pro qm

Erntedatum: 1. September, der Tag des neuen Weizenernte-Weltrekords

Ertrag: 16,52 Tonnen pro Hektar bei 15% Feuchtigkeit

Fruchtfolge auf dem Feld: 5 bis 6-jähriger Wechsel von Winterweizen-Winterweizen-Erbsen oder Ackerbohnen- 1 oder 2-Mal Winterweizen-Sommergerste.

Ein weiterer Guiness-Weltrekord

Zum Schluss möchte ich einen weiteren Weltrekord mit Euch teilen.

Erneut steht der Weizen im Vordergrund – dieses Mal gehts um „wer erntet den meisten Weizen innerhalb von 8 Stunden“.

Der Titel geht an das New Holland Agriculture Team und dem Mähdrescher CR10.90.

Das Ergebnis: 797.656 Tonnen Weizen in 8 Stunden geerntet

Das sind 120 Tonnen mehr als der zuletzt aufgestellte Weltrekord.

 

 

Wie sieht es mit der Weizenernte 2015 bei Euch aus? Seid Ihr mit dem Ergebnis zufrieden?

Ich freue mich auf Euer Kommentar.

Kartoffelernte Kartoffeln im Agrarbetrieb

Kartoffelernte 2015: Hohe Erzeugerpreise, niedrige Hektarerträge

Wer erinnert sich noch an die Rekordmengen aus dem letztem Jahr?

Knapp 11,5 Millionen Tonnen waren es. Eine Top Kartoffelernte. Ganz anders im aktuellen Jahr.

Die Kombination rückläufige Anbauflächen plus ungünstiges Wetter während der Vegetationsperiode führt in 2015 zu einer geringeren Erntemenge. Die Auswirkungen sind weitreichend: niedrige Hektarerträge (bis zu 20% weniger in Bayern, das zweitgrößte Anbaugebiet Deutschlands) und teilweise bis zu 100% höhere Erzeugerpreise.

Miese Kartoffelernte aufgrund wochenlanger Trockenheit

Im Süden und in der Mitte Deutschlands sieht es mit den Kartoffeln gar nicht gut aus. Das Bundesagrarministerium (BMEL) geht von einer Erntemenge in Höhe von 9,9 Millionen Tonnen aus. Das wären 15,1% weniger als in 2014. Der mehrjährige Durchschnitt wäre damit um 9,9% unterschritten.

Bevor wir die zwei „Hauptverdächtigen“ die zu dieser Erntesituation geführt haben näher unter die Lupe nehmen, lassen Sie uns einen Blick aufs Feld werfen – besser gesagt aufs Kartoffelfeld.

In dem nachfolgenden YouTube Video der Rhöner Landtechnik sehen wir einen Fendt 718 Vario, einen Grimme SE 150-60 sowie einen John Deere 6215 R bei der Kartoffelernte 2015.

Los gehts…

Zwei Faktoren die zum schlechten Ergebnis führen

Gehen wir doch mal auf Ursachenforschung und schauen uns die beiden Hauptelemente an, die zum aktuellen Ergebnis führen.

1. Reduzierte Anbauflächen.

Jawohl, viele Erzeuger haben sich dafür entschieden die Anbauflächen zu reduzieren.

Das war jedoch keine unüberlegte Entscheidung, sondern vielmehr eine Konsequenz der unbefriedigenden Preisentwicklung in der letzten Kampagne. Nur die beiden Bundesländer Niedersachsen und Rheinland-Pfalz haben sich dieser Entscheidung widersetzt. Hier wurden die Flächen nicht reduziert.

Die Anbauflächen liegen in diesem Jahr bundesweit bei rund 234.000 Hektar. Das sind 4,4% weniger als in 2014 und 6,5% unter dem mehrjährigen Durchschnitt.

Laut BMEL wurde ein weiterer Rekord gebrochen:

„Der Anteil des Kartoffelanbaus an der Ackerfläche in Deutschland sank erstmals unter 2 Prozent.“

2. Extreme Trockenheit.

Der zweite Faktor der zu einer niedrigeren Kartoffelernte geführt hat, liegt ebenfalls auf der Hand. Die hohen Temperaturen und die niedrigen Niederschläge während weiten Phasen der Vegetationsentwicklung haben für alles andere als eine entspannte Situation auf dem Feld gesorgt.

Hinzu kommen die vielen Winterniederschläge sowie die extremen Frühjahrsstürme welche die Auspflanzung von Frühkartoffeln erschwert haben. Obwohl sich die Lage für die späten Kartoffelsorten in weiten Teilen der Bundesrepublik etwas entspannt hat, bietet die diesjährige Kartoffelernte sicherlich keinen Anlass zum Jubeln.

Hektarerträge zweistellig unter dem Vorjahresniveau

Kommen wir zu den für uns Landwirte äußerst spannenden Indikatoren – in diesem Falle, die Erträge pro Hektar.

Kurz gefasst heisst es in diesem Jahr: wenig Regen, wenig Ertrag.

Laut BMEL betragen die Hektarerträge im Bundesdurchschnitt rund 421 Dezitonnen pro Hektar. Das sind 11,2% unter dem Vorjahresniveau und 3,6% unter dem mehrjährigen Durchschnitt.

Die Diskrepanzen zwischen den jeweiligen Bundesländern sind ebenfalls bemerkenswert:

  • Niedersachsen (größte Anbaufläche): Erträge von 472 Dezitonnen pro Hektar, also Bundesdurchschnitt
  • Bayern (zweitgrößte Anbaugebiet): Ertragsrückgänge um mehr als 20%

Und, wie sieht es mit den Preisen aus?

Angebot runter, Preise hoch.

Sowohl die Erzeugerpreise, als auch die Verbraucherpreise liegen über 2014. Während sich die Erzeugerpreise nahezu verdoppelt haben, müssen Verbraucher ebenfalls tiefer in die Taschen greifen. Für Kleingebinde liegen die Preise ca. 25% höher als im letzten Jahr.

In der Landwirtschaft ist jedes Jahr anders. Mal haben wir eine Top Kartoffelernte und dann leidet der Weizen, die Zuckerrübe oder der Mais. Die Natur und die landwirtschaftlichen Zyklen sind auch heute noch in der High-Tech-Zeit schwer vorhersehbar.

Warum soll es nur an den Börsen Überraschungen geben? Wir würden uns doch auf dem Feld langweilen hätten wir nicht ab und zu auch mal ein paar Herausforderungen…

Wie sieht es mit der Kartoffelernte bei Euch aus? Habt Ihr die Anbauflächen reduziert oder unverändert gelassen?

Getreideernte 2015 bei Agrarbetrieb

Getreideernte 2015: Rekordergebnis 2014 um 11% verfehlt

Letzte Woche war es soweit. Der Deutsche Bauernverband veröffentlichte seinen finalen Bericht zur Ernte 2015. Das Ergebnis: die Getreideernte in 2015 liegt bei 46,5 Mio. Tonnen. Das sind 11% weniger als im Rekordjahr 2014. Im Vorjahr lag die Ernte bei 52 Mio. Tonnen.

In einer aktuellen Pressemeldung zur Getreideernte 2015, äußerte sich DBV-Präsident Joachim Rukwied wie folgt:

„Die Getreideernte fällt von Region zu Region sehr unterschiedlich aus. (…) Die durchschnittlichen Ernteergebnisse verdecken die dramatischen Probleme der Betriebe in den von der Trockenheit besonders betroffenen Regionen. So wurden in Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und den östlichen Bundesländern 15 Prozent bis 30 Prozent weniger Weizen geerntet als im Vorjahr.“

Bevor wir in die Details einsteigen, d.h. die geernteten Mengen und Qualitäten der einzelnen Kulturen bewerten, lassen Sie uns einen gemeinsamen Blick auf folgendes Video von ffarmer99 werfen.

Drei Mähdrescher mit jeweils ca. 12 Meter Schneidwerken zeigen was sie drauf haben. Im Rennen ein New Holland CR 10.90, John Deere S 690 I und Claas Lexion 770. Die Ernte 2015 kann losgehen…

Getreideernte 2015 mit 3 Power-Mähdrescher

Getreideernte 2015: Die Performance der einzelnen Kulturen

1. Winterweizen bleibt bestimmende Getreidesorte in Deutschland.

  • Die Anbaufläche wurde um 2% auf 3,2 Mio. Hektar ausgedehnt.
  • Die Weizenerträge liegen bei durchschnittlich 7,6 Tonnen pro Hektar (12% unter 2014).
  • Die Erntemenge wird 24,6 Mio. Tonnen betragen (2,8 Mio. Tonnen weniger als in 2014).
  • Unterschiedliche Qualitäten erwartet: Die Fallzahlen (wichtig bei der Bestimmung der Backqualität) erreichen die geforderten Werte. Ganz anders ist hingegen die Entwicklung der Proteingehalte. Diese fallen im Süden der Republik bzw. in Niedersachsen und Rheinland niedrig aus.

2. Wintergerste schneidet besser ab als erwartet.

  • Die Anbaufläche wurde um 2,4% (das entspricht 1,26 Mio. Tonnen) gegenüber 2014 ausgeweitet.
  • Die Ertragsleistung der Wintergerste liegt bei durchschnittlich 7,3 Tonnen pro Hektar (6% weniger als in 2014).
  • Die Erntemenge liegt bei 9,2 Mio. Tonnen. Das sind 3% weniger als im Vorjahr. Wichtig hierbei: Wintergerste wird als erste gedroschen, d.h. die Ernte 2015 ist für diese Sorte abgeschlossen. Es werden keine weiteren Mengen erwartet.

3. Sommergerste mit deutlich geringeren Erträgen trotz Flächenausweitung.

  • Ausdehnung der Anbauflächen um mehr als 7% auf aktuell 371.000 Hektar.
  • Die Erntemenge liegt bei 2 Millionen Tonnen. Das sind 5% weniger als in 2014.
  • Die Erträge für Sommergerste liegen mit 5,3 Tonnen pro Hektar um mehr als 11% unter dem Vorjahresergebnis.

4. Roggenernte 2015 verzeichnet ein zweistelliges Minus.

  • Die Anbaufläche ist konstant geblieben.
  • Die Erntemengen brechen um 15% ein und liegen bei 3,2 Mio. Tonnen (in 2014 waren es 3,85 Mio. Tonnen).
  • Die Erträge brechen ebenfalls ein und liegen im Schnitt bei 5,2 Tonnen pro Hektar. In den Roggenanbauregionen Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind die Erträge um mehr als 20% eingebrochen. Die Bundesländer Niedersachsen und Bayern verzeichnen ein Minus von 15%.

5. Winterraps leidet unter dem Verbot insektizider Beizmittel.

  • Anders als bei den oben aufgeführten Kulturen, sind die Anbauflächen für Winterraps um knapp 8% zurück gegangen.
  • Die Rapsernte wird auf 5 Mio. Tonnen geschätzt. Das sind 1,25 Mio. Tonnen weniger als in 2014.
  • Die Erträge fallen um 13% niedriger aus als in 2014 und liegen im Schnitt bei 3,9 Tonnen pro Hektar.

6. Landwirte sorgen sich um ihre Mais- und Zuckerrübenbestände.

Die Aussichten für die diesjährige Mais- und Rübenernte sind alles andere als rosig. Die anhaltende Trockenheit bereitet uns Landwirte große Sorgen. Unsere Mais- und Rübenbestände befinden sich noch in der Wachstumsphase und benötigen dringend Wasser. Gleiches gilt auch für den Aufwuchs von Grünland.

Inwieweit uns der Regen noch aus der Patsche helfen kann, werden wir ja bald erfahren. Hoffnung stirbt zuletzt… ist auch in der Landwirtschaft keine besonders tolle Strategie.

Preise unten, Getreideernte unten

Eine Preisverbesserung ist nicht erkennbar und das obwohl die EU-28 Länder von einer reduzierten Erntemenge in diesem Jahr ausgehen. Knapp 302 Mio. Tonnen sollen es werden, so der DBV. In 2014 lag die Getreideerntemenge in der EU-28 bei 329 Mio. Tonnen.

Das Spiel Angebot und Nachfrage geht weiter. Einer geringeren Weizen- und Maisernte stehen die Rekorderträge der letzten Jahre, die Top Versorgungslage und ein stetig steigendes (Welt-)Angebot entgegen.

Wie sieht die Getreideernte in diesem Jahr bei Ihnen aus? Top oder eher Flop? Woran liegt es? Freue mich auf Euer Kommentar.

Ernte bei Agrarbetrieb in 2013

Ernte 2015: 8 Prozent unter dem Rekordergebnis 2014

Nachdem die Umsätze in der Landtechnikbranche zweistellig gegenüber 2014 zurückgehen, kommt jetzt nun auch die zweite negative Meldung — es geht um die diesjährige Ernte.

Glaubt man der aktuellen Ernteeinschätzung des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV) dann erwarten wir in Deutschland eine durchschnittliche Getreideernte von 47,7 Mio. Tonnen. Das sind 4,3 Mio. Tonnen weniger als im letzten Jahr. Prozentual reden wir hier von einem 8% Minus.

Bevor wir uns das Thema Ernte nochmal genauer anschauen, möchte ich ganz kurz auf zwei Nachrichten bzw. politische Entscheidungen eingehen, die unsere Community betreffen. Die Rede ist von der anstehenden Rentenerhöhung sowie von der Reform der EU Öko-Verordnung.

Nachrichten-Flash Landwirtschaft & Co.

  • Ab dem 1. Juli 2015 erhöhen sich die Renten wie folgt: alte Länder erhalten 29,21 EUR und neue Länder 27,05 EUR. Die Werte gelten für einen Entgeltpunkt. Die Rentensteigerung gilt sowohl für die Renten aus der Alterssicherung der Landwirte als auch für die Renten der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Der Bundesrat gab in seiner Sitzung vom 12. Juni grünes Licht für die Rentenerhöhung. [Mitteilung der Bundesregierung]
  • Die europäischen Agrarminister haben sich im Rahmen der EU Öko-Verordnung auf folgendes geeinigt:

    • Keine Rückstandsschwellenwerte für Bioprodukte auf EU-Ebene
    • Gemischte Betriebe sind weiterhin möglich — so kann sich ein Landwirt beispielsweise dafür entscheiden den Gemüsebau ökologisch und alle anderen Bereiche konventionell zu bewirtschaften
    • Weiterhin jährliche Vor-Ort-Kontrollen auf Ökobetrieben
    • Ab 2018 sollen Erzeuger, die in Staaten ohne eigene Ökovorschriften wirtschaften, die EU-Auflagen einhalten

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 05

Durschnittliche Ernte in Deutschland erwartet

Das anhaltend trockene und warme Wetter in Kombination mit wenig Niederschlag erschwert das Leben der Getreidebestände ungemein. Sollte das Wetter weiterhin so bleiben, so sind weitere Einbußen zu befürchten.

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat in der Ernteschätzung Juni 2015 die Grenze um 2 Millionen Tonnen gegenüber dem Vormonat weiter nach unten herabgesetzt. Zur Zeit gehen demnach die Experten von einer durchschnittlichen Ernte in Höhe von 47,7 Mio. Tonnen aus.

Und wie gesagt, sollte uns der Regen in den nächsten Tagen und Wochen nicht öfters besuchen, dann wird die diesjährige Ernte wohl noch schlechter ausfallen bzw. die Zahl weiterhin stark nach unten korrigiert.

Erwartete Ernte: Performance der einzelnen Kulturen

1. Weizenernte.

Die gesamte Weizenernte wird aktuell mit knapp 25,8 Mio. Tonnen prognostiziert. Das sind 7,2% weniger als in 2014. Die Statistik wird durch den Winterweizen negativ beeinflusst.

Die Einschätzungen sind wie folgt:

  • Winterweizen mit 25,5 Mio. Tonnen, das sind 7,1% weniger als im letzten Jahr
  • Sommerweizen mit 318 Mio. Tonnen, was einem Anstieg von 7,4% gegenüber Vorjahr entspricht

2. Roggen.

Hier wird eine Erntemenge von 3,5 Mio. Tonnen erwartet. Das sind 10,4% weniger als in 2014.

3. Gerste.

Der DRV erwartet bei Gerste insgesamt 10,6 Mio. Tonnen. Die Aufteilung der Mengen nach Winter- und Sommergerste lautet wie folgt:

  • Wintergerste mit 8,6 Mio. Tonnen, das sind 9,5% weniger als im letzten Jahr
  • Sommergerste mit knapp 2 Mio. Tonnen, das sind 5,3% weniger als in 2014

4. Mais.

Die Prognose für die Maisernte liegt bei derzeit knapp 4,7 Mio. Tonnen. Das ist ein Minus von 9,2% gegenüber dem Vorjahr.

5. Hafer.

Die Ernte soll in 2015 bei 578 Mio. Tonnen liegen. Das sind knapp 8% weniger als im letzten Jahr.

6. Triticale.

Die Schätzungen liegen im Falle der Triticale bei 2,7 Mio. Tonnen. Das ist ein Minus von 9,2% gegenüber 2014.

7. Raps.

Die aktuelle Witterung tut auch dem Raps nicht gut. Der DRV hat seine Prognose erneut nach unten korrigiert und geht aktuell von einer Ernte in Höhe von knapp 5 Mio. Tonnen aus. Das sind 20% weniger als die Rapsernte in 2014 (6,2 Mio. Tonnen).

Getreideernte 2015 weltweit

Obwohl die Ernteprognose in Deuschland nicht so rosig ausfällt, erwarten wir in Europa und weltweit eine insgesamt überdurschnittliche Getreideernte. Einer starken Angebotsseite, steht auch eine kontinuierlich wachsende Nachfrage gegenüber.

So darf sich Europa und Deutschland weiterhin über starke Exporte freuen. Die Getreidenachfrage aus Nordafrika und Asien nimmt jedes Jahr zu. Insgesamt also gute Aussichten für unsere deutschen Landwirte… wenn nur das Wetter auch noch entsprechend mitspielen würde.

Die nächsten Zahlen und Prognosen vom DRV gibts dann wieder Mitte Juli.

Was glauben Sie?

Wie lauten denn Ihre Prognosen? Ernte Top oder Flopp – was sagt denn „Ihr Feld“?

 

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 01