Plantix-Landwirtschaft-Pflanzenkrankheit

Plantix – Mit einem Foto zur Ursache

Per Smartphone den Schädling an der Pflanze erkennen? Kein Problem. Mit der Diagnose-App Plantix können Landwirte weltweit Pflanzenschäden kostenlos diagnostizieren.

Im Grunde ist es eine supereinfache Idee, die der Firma Peat 2016 den World Summit Award und in diesem Jahr auf der Cebit den Innovation Award bescherte.

Das Start-up entwickelte eine App, mit der ganz einfach Pflanzenkrankheiten erkannt werden können.

Wir leben im 21. Jahrhundert. Mehr und mehr Menschen befragen bei Krankheiten erstmal Dr. Google oder eine App.

Ohne lange Wartezeiten ist eine schnelle Diagnose möglich, die oft auch umfassender in den Krankheitsbildern ist, als es der Arzt ermöglichen kann.

Möglichkeiten der Behandlung sind schnell gegeben, der Genesung steht nichts im Weg.

Warum nicht auch einen digitalen Doktor für Pflanzen kreiieren?

Plantix – Diagnose per Smartphone

Mit „Plantix“ können Landwirte weltweit super einfach bestimmen, was Ihren Pflanzen schadet, um dem schnell entgegenwirken zu können.

Dies hilft nicht nur den heimischen Bauern. Insbesondere Kleinbauern rund um den Globus, die besonders um Ihre Existenz kämpfen, können von der App profitieren.

Diese verlieren oft bis zu 30 Prozent Ihrer Ernte aufgrund von Schädlingen und Krankheiten. Für einen Kleinbauer in Indien oder Kolumbien, um nur Beispiele zu nennen, bedrohen solche Ausfälle die Existenz der gesamten Familie.

Aber auch hier wissen wir, wie bedrohlich Schädlinge für unsere Landwirtschaft sein können.

Wie funktioniert nun die App?

Ganz einfach: Handy raus und ein Foto der Blätter machen.

Plantix – Diagnose per App

Quelle: Plantix

Ein ausgeklügeltes Computer-Vision-System sorgt dann dafür, dass die App nicht nur die möglichen Krankheiten ausspuckt.

Nein, sie gibt auch direkt Vorschläge, wie diese auf biologischer oder chemischer Weise behandelt werden könnten.

Die App fördert zudem noch einen weiteren Nutzen: die Anwender können sich über Foren rege austauschen und sich so auch untereinander helfen.

Ziel des Unternehmens ist es, die weltweit größte Datenbank zur Erkennung von Pflanzenschäden aufzubauen.

Für die Nutzer ist die App eine kostenlose Hilfe. Und auch wenn das Start-up hier sehr humanitäre und ökologische Ziele verfolgt, letztendlich muss ein Unternehmen auch rentabel sein und Umsatz generieren.

Hier kommen die Daten anderen Nutzer zugute, die sehr wirtschaftliche Interessen verfolgen:

So sind beispielsweise Institute und Unternehmen dazu bereit für Daten zu zahlen, die zum Beispiel für die Forschung und Entwicklung neuer Produkte höchst relevant sind.

Ein rentables Geschäftsmodell in jeder Hinsicht, das mit einer simplen Idee geboren wurde.

Bisher war die Domäne Experten vorbehalten.

Spezielle Algorithmen, eine stetig wachsende Datenbank und die Verwendung von Deep Neural Networks, einer Methode bei der Maschinen selbständig lernen.

Das sind einige der Zutaten, die auch Laien das Erkennen von Pflanzenschäden und Ihren Ursachen ermöglichen.

Ob Landwirt oder Hobbygärtner, in Deutschland oder Vietnam, viele sollen und können von der kostenlosen App profitieren. Die App ist wohl besonders bei Bauern in Indien sehr beliebt.

Die Idee wurde im Jahr 2014 geboren. In nicht mal drei Jahren wurde aus einer Idee im Kopf ein überaus erfolgreiches Start-up, dass Landwirten rund um den Globus hilft.

Beeindruckend und inspirierend, oder?

Aber schauen wir noch kurz auf die aktuellen Schlagzeilen der letzten Tage.

Eier, Getreide und Obst sorgen aktuell für Falten auf der Stirn.

1. Eier mit Insektizid belastet

In den Niederlanden und Belgien wurden nun zwischen 100 und 200 Legehennenbetriebe gesperrt.

Die niederländische Behörde für Lebensmittelsicherheit (NVWA) konnte in einigen Betrieben Fipronil über der erlaubten Obergrenze nachweisen.

Es wird vermutet, dass das Insektizid zur Bekämpfung der Roten Vogelmilbe eingesetzt wurde.

Fipronil ist ein Phenylpyrazol, das als Pflanzenschutzmittel und Biozid eingesetzt wird. Der Tierarzt nutzt es gerne, um die geliebten Hunde und Katzen von Flöhen und Zecken zu befreien.

Der Einsatz in der Lebensmittelproduktion ist jedoch prinzipell verboten.

Die nachgewiesenen Mengen des Insektizid liegen unter den offiziell genannten Grenzen, ab denen eine Gefahr für die Gesundheit besteht.

Das generelle Verbot sperrt die Eier jedoch für eine jegliche Vermarktung. Von den 2,9 Millionen Eiern, die aus den betroffenen Erzeugerbetrieben nach NRW importiert wurden, sind bereits 875.000 in den Handel gelangt.

Eier mit dem Stempelaufdruck 1-NL 4128604 oder 1-NL 4286001, mit Legedaten zwischen dem 09. Bis 21. Juli 2017 sollten entsprechend nicht verzerrt werden.

2. Zitterpartie bei der Weizenernte

Nach dem der Weizen allen Wetterwidrigkeiten zum Trotz es gut bis zur Ernte geschafft hat, lässt der Regen pünktlich zur Erntezeit uns Landwirte nochmals bangen.

Wieviel Regen wird es noch geben? Derzeit passen die Fallzahlen noch, auch wenn es bereits Verzögerungen bei der Ernte gibt.

Prognosen sind schwer zu treffen, also können wir wohl nur weiterhin zittern und hoffen, dass der Regen endet und die Böden schnellstmöglich wieder befahrbar sind.

3. BayWa Obst beantragt Kurzarbeit

Das Ausmaß des Schadens, den der Frost im Frühjahr zur Blütezeit verursacht hat, wird nun erst richtig sichtbar.

In Polen, Österreich und Deutschland sind bei der Apfelernte Verluste von bis zu 70 Prozent zu verzeichnen.

Den Süden hat es besonders getroffen. Die BayWo Obst kündigte nun Kurzarbeit an.

“Wir erwarten die geringste Ernte seit 25 Jahren – für die Erzeugerbetriebe in der Region ist die Situation mehr als fordernd und bisweilen existenzbedrohend”, kommentiert BayWa.

Mit einer der größten Missernten, sind die auf das Obstgeschäft spezialisierten Betriebe über Monate nicht ausgelastet.

Gegen das Wetter werden können wir nur begrenzt etwas ausrichtet.

Unsere Pflanzen mit Apps beim Wachstum besser zu fördern und bei Krankheiten gezielter behandeln zu können, das wird mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz wohl der Standard der Zukunft sein.

Wie sieht es mit Euch aus: wer von Euch hat Plantix schon genutzt? Wie sind Eure Erfahrungen?

Digitalisierte Landwirtschaft Agrarbetrieb

Digitalisierte Landwirtschaft – Auf in die Zukunft

Keine Frage, landwirtschaftliche Themen lösen mehr denn je hitzige Diskussionen aus. Gegensätzliche Positionen treffen aufeinander, scheinbar unvereinbar. Aber ist dem wirklich so? Kann digitalisierte Landwirtschaft eine Antwort sein?

Bei landwirtschaftlichen Themen bekommt man oft den Eindruck, dass man entweder für die eine oder andere Position ist. Nach dem Motto: wenn man für konventionelle Landwirtschaft ist, dann ist man automatisch gegen Umweltschutz oder Gesundheit.

Schwarz oder weiß. Andere Positionen sind scheinbar nicht möglich. Aber ich denke, es ist an der Zeit, dieses Schubladendenken hinter uns zu lassen.

Zunächst aber einmal zu den Themen, die diese Woche die Gemüter erregen:

Riegel vor Flächenversiegelung

13,1 Hektar pro Tag – soviel geht derzeit in Bayern an Fläche für Siedlungs- und Verkehrsflächen verloren.

Die im Landesentwicklungsprogramm geplanten Änderungen zeigen, dass Kabinett und Wirtschaftsausschuss weiterhin “Großes” mit Bayern vorhaben.

Bayern ist bereits der Spitzenreiter unter den Bundesländern, was den täglichen Flächenverbrauch angeht.

Flächenverbrauch heißt ganz allgemein, dass natürlicher Boden mit Bauwerken bedeck wird. Diese Bebauung führt zur Flächenversiegelung.

Die Bodenfruchtbarkeit und eine spätere Nutzung etwa für Land- oder Forstwirtschaft werden hierbei stark beeinträchtigt.

Deshalb wollen die Bayerischen Grünen ein Volksbegehren gegen die rasante Asphaltierung Bayern einleiten.

Das Ziel: die Umwandlung von Freiflächen soll auf 4,7 Hektar pro Tag begrenzt werden.

Da die Umwandlung wohl insbesondere auch die Landwirte betrifft, denen Ackerboden durch die Umwandlung in Siedlungs- und Verkehrflächen verloren gehen würde, sehen die Grünen den Bauernverband als möglichen Unterstützer des Kurses.

Auch deutschlandweit wird angestrebt, die Umwandlung von Wald, Grünland oder Ackerland in Siedlungs- und Verkehrsflächen weiter auszubremsen.

Laut Zahlen aus dem Bericht “Daten zur Umwelt 2017” des Umweltbundesamtes sind in den Jahren 2012 – 2015 ca. 66 Hektar Land pro Tag deutschlandweit umgewandelt wurden.

Zwar hat sich damit der tägliche Flächenverbrauch stark verringert, das Ziel ist jedoch, im Jahr 2030 nur noch 30 Hektar am Tag umzuwandeln.

Während in Deutschland die Verwendung von Fläche diskutiert wird, geht es auf EU-Ebene gerade darum, was auf den Flächen zum Einsatz kommen darf, oder auch nicht:

Verschärfung beim Einsatz von Neonikotinoiden

Für viel Aufregung sorgt derzeit das Vorhaben der EU-Kommission, den Einsatz von Neonikotinoiden stark einzuschränken.

Es ist die Rede davon, das flächendeckende Verbot von Neonikotinoiden auf die Beizung von Getreide und Rüben auszuweiten. Auch in der Vegetationsperiode soll das Insektizid zukünftig nicht mehr eingesetzt werden dürfen.

Bereits im Jahr 2013 wurden der Einsatz einiger der zu dieser Gruppe gehörenden Insektizide verboten.

Zukünftig sollen die drei Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam nur noch in Gewächshäusern erlaubt sein.

Die einst als harmlos umjubelten Neonikotinoide hatten sich als verheerend für Insekten wie beispielsweise Bienen herausgestellt.

Mit dem Verbot der Neonikotinoide will die EU-Kommission unter anderem noch wirksamer gegen das Insektensterben vorgehen.

Noch ist ein Gutachten der EU-Lebensmittelbehörde (EFSA) abzuwarten, mit dem im November gerechnet wird.

Bis dahin werden die Diskussionen sich wohl noch stark verstärken:

die Anbauer von Rüben argumentieren, dass sie nicht mehr Herr über die Blattlaus werden und der Rübenertrag erhebliche Einbussen erleiden wird.

Andere meinen, dass ein Verbot, etwas für Rüben unsinnig ist, weil als nichtblühende Pflanzen kann der Einsatz für Bienen hier ja nicht gefährlich sein.

Diese Argumente werden mit Sicherheit auch von den herstellenden Konzernen wie Bayer und Syngenta untermauert.

Auf der anderen Seite ist die Fraktion, die Agrargifte nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes verbieten möchte.

Hier wird auch argumentiert, dass ein Mittel, das sich derart auf das Nervensystem von Insekten auswirkt, sicher auch nicht gut für die menschliche Gesundheit sein kann.

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit – die beiden Begriffe werden oft gegenübergestellt, als ob das eine das andere ausschliesst.

Vielleicht galt das im letzten Jahrhundert so, aber wir leben im Zeitalter der Digitalisierung.

Digitalisierte Landwirtschaft als Brücke

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich finde es aufregend und spannend, was sich auf dem Gebiet der Landwirtschaft derzeit alles tut.

Die Debatte um den Flächenverbrauch und den Einsatz der Insektizide sind nur Beispiele, für die Herausforderungen, die zu meistern sind.

Aber im gleichen Atemzug, in dem all die unterschiedlichen Anforderungen an die Landwirtschaft gestellt werden, entfalten sich auch die Möglichkeiten, die wir Landwirte haben, wie nie zuvor.

Es ist nicht mehr, dass man auf der einen Seite oder auf der anderen Seite stehen muss. Warum muss es “konventionell versus ökologisch”, “wirtschaftlich versus nachhaltig” und ähnliches sein?

Digitalisierte Landwirtschaft ist für mich das Zauberwort:

Satellitengesteuerter Traktor: Landwirtschaft der Zukunft?

Quelle: Bayerischer Rundfunk

Die Zusammenarbeit von IT und Landwirtschaft ist noch in den Kinderschuhen, aber wird, wie bei Kindern, schneller erwachsen, als man es glaubt.

Satelittengesteuerte Traktoren, die, fast, für jede Pflanze auf dem Feld ein eigenes Wachstumspaket zur Verfügung stellen? Klingt nach Utopie, aber ist längst eine realisierbare Möglichkeit. 

Das ist es – die Möglichkeiten sind da. Aber wie innovativ sind wir beim Anwenden und Umsetzen? 

Wie Ihr in dem Beitrag seht, es hängt zumeist nicht an dem, was möglich ist, sondern daran, wie jeder einzelne Landwirt für sich bereit ist, sich mit dem Wandel zu beschäftigen; bereit ist ein Voreiter zu sein.

Und wenn die Politik in Ihrem Schwarz-Weiß denken verhaftet ist, als Landwirt hat man mehr denn je, die Möglichkeiten, nach seinen eigenen Kriterien Landwirtschaft zu betreiben. 

Stadt und Land müssen keine Gegensätze sein, um nochmal auf das Thema Flächenverbrauch zurückzukommen.

Ebenso müssen Umweltschutz und ertragreiche Landwirtschaft keine Gegensätze sein. 

Wie seht Ihr die technischen Entwicklungen? Kann digitalisierte Landwirtschaft eine Brücke schlagen und unterschiedliche Interessen zusammenführen?

Autonome Landtechnik

Autonome Landtechnik: Von der Zulassung und KfZ-Steuer befreit

Während sich die Presse auf die klimaschädlichen Diesel- und Benzinmotoren stürzt und über den eventuellen Verlust von mehr als 600.000 Jobs berichtet, blickt unsere Branche in die Zukunft. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf die autonome Landtechnik.

Der Bundesrat hat selbstfahrende Futtermischwagen in die Kategorie „selbstfahrende Arbeitsmaschinen“ eingeordnet. Dadurch sind sie zulassungsfrei und nicht mehr kraftfahrtsteuerpflichtig.

Bevor wir in die Welt der autonomen Landmaschinen einsteigen, hier noch ein kurzer Blick auf die neuesten Schlagzeilen aus unserer Branche.

1. 100 EUR Zuschuss von der SVLFG sichern

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) bezuschusst Produkte wie z.B. Kameras, Reifenmontagegehilfen oder Fixiereinrichtungen in der Tierhaltung – welche die Arbeit sicherer und arbeitsgerechter machen.

  • Anträge können ab dem 1. August 2017 gestellt werden.
  • Es steht ein Fördertopf mit 200.000 EUR zur Verfügung.
  • Pro Produkt wird ein Zuschuss von max. 100 EUR ausgezahlt.
  • Kostet das Produkt weniger als 100 EUR, dann wird der Anschaffungspreis erstattet.
  • Jeder Betrieb kann ein Produkt fördern lassen.

Welche Voraussetzungen das Produkt und Euer Unternehmen erfüllen müssen, erfahrt Ihr auf der Seite der SVLG.

2. Ökofläche in Deutschland steigt um 15%

Immer mehr Betriebe in Deutschland setzen auf Ökolandwirtschaft, so die aktuellen Strukturdaten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

In 2016 stiegen 2.396 Betriebe neu in den Ökolandbau ein. Das entspricht einem Wahcstum von 9,6% gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt verzeichnete Deutschland 27.132 ökologische Betriebe in 2016.

Dieser Anstieg wirkte sich auch auf die Ökofläche aus. In 2016 wurden auf 1.251.320 ha Bio-Produkte hergestellt; ein Zuwachs von 14,9%. Der Anteil an der gesamten deutschen Agrarfläche beträgt 7,5%.

Im EU-Ökolandbau-Vergleich liegt Deutschland auf Platz 4 hinter Frankreich. Den ersten Platz belegt Spanien.

3. Lemken rüstet Anhängespritzen Primus und Albatros mit ISOBUS aus

Wer Optik und Technik verbessert und damit ständig am Ball bleibt, der fürchtet sich nicht vor der Zukunft. Und genau das zeigen die neuen Updates des Herstellers Lemken bei seinen Feldspritzen.

Zu den Neuheiten zählen:

  • Neuer Jobrechner und Terminal
  • ISOBUS serienmäßig für Primus 12 und Albatros 12 => bedienbar mit jedem Terminal
  • EES-Ausstattungspaket mit automatisierter Wasserhydraulik => Fahrer kann Reinigungsprozedur direkt aus der Kabine betätigen
  • Frischwasserbehälter mit 320 L Füllvermögen
  • LED-Beleuchtung
  • Rundere Verkleidungen

Die neuen Primus und Albatros von Lemken sind ab Juli 2017 bestellbar.

Autonome Landtechnik: Wie geht die Regierung mit diesem Trend um?

Umweltbewusster und schadstoffarm – darüber sind sich wohl alle einig wenn es um das Thema Elektroautos geht.

Wie wird aber das autonome Fahren eingeschätzt? Ist das immer noch ein Traumdenken des Tesla CEOs Elon Musk oder werden wir von dieser Realität eher „überrollt“ als es uns lieb ist?

Die Robotisierung kann keiner mehr aufhalten.

Die Maschinen werden immer präziser und sicherer, und ja, vieles erledigen sie besser als wir Menschen. Die Kunst besteht also darin Mensch und Maschine optimal im Einklang zu bringen, sie als ein integratives Ganzes unserer Gesellschaft zu sehen.

Selbstfahrende Futtermischwagen: Keine KfZ-Steuer und zulassungsfrei

Der Bundesrat hat im Juli 2017 zugestimmt, dass selbstfahrende Futtermischwagen in die Definition von „selbstfahrenden Arbeitsmaschinen“ aufgenommen werden und demnach:

  • von der Zulassung und
  • vom Kraftfahrtsteuer befreit sind.

Es gibt jedoch auch eine Eingrenzung die zu beachten ist, nämlich, dass die Fahrzeuge eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h nicht überschreiten dürfen. Diese Geschwindigkeitsgrenze soll bei der Abgrenzung selbstfahrender Futtermischer für die Fütterung von Tieren versus zum Transport von Gütern helfen. Der Zweck bleibt ausschlaggebend.

Die Angaben des Bundesverkehrsministeriums finden hier Berücksichtigung.

Der Bedarf für selbstfahrende Maschinen bzw. autonome Landtechnik ist da. Man kann sich dem Strukturwandel und der Nachfrage wiedersetzen oder wie hier in diesem positiven Beispiel, man packt das Thema rechtzeitig an und findet eine Lösung womit alle Parteien einverstanden sind.

Nachzulesen ist alles in der Zweiten Verordnung zur Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung und der Gebührenverordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr.

Seedmaster präsentiert autonomen Multifunktions-Ackerroboter

Die nächste Innovation im Bereich autonome Landtechnik kommt von einem kanadischen Hersteller.

Seedmaster will mit der selbstfahrenden Systemmaschine DOT Power PlatformTM die Art und Weise wie wir Landwirtschaft betreiben, revolutionieren.

Was kann denn dieser Wunderroboter?

Quelle: Dot SeeDotRun, YouTube

Laut Hersteller sollen mit dem DOT-Ackerroboter zukünftig mehr als 100 verschiedene Funktionsgeräte angeschlossen werden können die jeweils diverse Feldarbeiten durchführen. Der Anbau der Ackerbaugeräte wird von der Roboterplattform selbständig vollzogen.

Die autonome, hydraulisch angetriebene Systemplattform soll ab 2018 auf Testbetrieben zum Feldeinsatz kommen.

Was wird sich in den kommenden Jahren auf unseren Feldern tun?

Autonom oder nicht – wie sieht die Zukunft der Landwirtschaft Eurer Meinung nach aus?

Vanille-Landwirtschaft-Niederlande

Ist Vanille die neue niederländische Tomate?

Agrartechniker in den Niederlanden erforschen derzeit fleissig, wie die seltene und sensible Vanille in Europa Fuß fassen kann.

Denn: warum exotische Pflanzen importieren, wenn die sich rasant entwickelnde Technologie in Gewächshäusern die Tropen im Kleinformat nach Europa holen kann?

Die Agrarwirtschaft durchstößt damit weitere, bisher gegebene Grenzen. Der Anbau von Pflanzen ist nicht mehr an bestimmte Regionen der Erde gebunden.

Aber bevor uns das kühne Projekt der Niederländer näher anschauen, werfen wir noch den Blick auf zwei Nachrichten dieser Woche:

Russland wird größter Weizenexporteur

Nach den aktuellsten Prognosen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) wird Russland für 2017/2018 zum ersten Mal die Poolposition unter den weltweit größten Exporteuren für Weizen einnehmen.

Grundjahr ist das diesjährige Rekordangebot des Landes. Dieses liegt ca. 10 Prozent über dem Vorjahr und übertrifft noch die Erwartungen vom letzten Monat.

Die wesentlichen Faktoren, die Russland den ersten Platz einnehmen lassen werden, sind:

  • erweiterte Anbauflächen,
  • verbesserte Erträge,
  • konkurrenzfähige Preise und
  • der Ausbau der Infrastruktur zur Verbessung der Logistik beim Export

Dies zeigt auch nochmals deutlich, wie sehr sich Russlands Position auf dem Weltmarkt in den letzten Jahren gewandelt hat.

Sojaanbau in der EU soll gestärkt werden

Von den 14 EU-Landwirtschaftsministern wurde gestern eine Erklärung unterschrieben, die den Anbau von Eiweißpflanzen, vor allem Soja, in der EU vorantreiben soll.

Nachhaltig, zertifiziert und gentechnikfrei sollen dabei die Prozesse von der Produktion bis hin zur Vermarktung ablaufen.

„Unsere heimischen Eiweißpflanzen sind gegenüber dem importierten Soja noch nicht konkurrenzfähig, obwohl sie im Hinblick auf die Nachhaltigkeit überlegen sind. Die Entscheidung des Europaparlaments, den Pflanzenschutzmitteleinsatz auf ökologischen Vorrangflächen einzuschränken, verpasst den Eiweißpflanzenanbau in Deutschland einen zusätzlichen Rückschlag. Mit der Unterzeichnung der Soja-Erklärung setzen wir ein Signal, uns stärker für den Leguminosenanbau einzusetzen“, so Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt.

Ein Signal ist noch keine Umsetzung. Es wird sich zeigen, wie weit sich der Anbau von Soja in Deutschland ausdehnen wird.

Ich hab die beiden Nachrichten ausgewählt, weil sie abermals zeigen, wie stark sich landwirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern können.

Mit politischem Willen und darauffolgender Umsetzung schafft es Russland, Europa und die USA zu überholen, die Positionen auf dem Weltmarkt zu verschieben.

Vielleicht ist es auch das, was wir hinsichtlich des Sojaanbaus in der EU erleben werden, eine Veränderung in der weltweiten Verteilung der Sojaproduktion.

Definitiv ist Soja jedoch eine Pflanze, die ein Beispiel für die Verschiebung der landwirtschaftlichen Grenzen ist.

Denn, fragt man Verbraucher, dann werden sie den Sojaanbau sicher nicht unbedingt mit Europa in Verbindung bringen.

Klar, es gibt Pflanzen, die für unser europäisches Klima nicht ausgelegt sind und weiterhin nur in fernen Regionen angebaut werden. Oder?

In den Niederlanden wird kräftig daran geforscht, diese Gegebenheit abzuändern.

Vanille aus den Niederlanden

Wir kennen die Gewächshäuser, in den Tomaten, Salat und Co. mit künstlichem Licht in sonst pflanzenunfreundlichen Bedingungen wachsen können.

Diese und andere Gewächshäuser der neuesten Generation stellen sicher, dass wir egal zu welcher Jahreszeit unser geliebtes, heimisches Gemüse frisch im Supermarkt erhalten können.

Nun sind Pflanzen wie Salatköpfe relativ anspruchslos. Andere Pflanzen haben sich bisher vehement gegen die Aufzucht in Gewächshäusern gesträubt.

So etwa auch die Vanille, die das exotische Klima, etwa von Madagaskar, liebt.

Die seltene und teure Pflanze ist sehr sensible hinsichtlich ihrer Zuchtbedingungen, weshalb sie bisher auch nur in wenigen Plätzen der Welt wächst.

Mit einem Anteil von über 60 Prozent ist Madagaskar der Hauptanbieter am Weltmarkt.

Das Land ist bitterarm. Der Anbau von Vanille bildet auf den dortigen Plantagen für rund 80.000 Kleinbauern die Lebensgrundlage.

Aber Vanille ist eine äußerst lukrative Pflanze. Derzeit kostet ein Kilogramm um die 600 Dollar. Der Preis lag nie zuvor so hoch und übersteigt gar den von Silber.

Gründe hierfür sind vielfältig. Sie reichen von Naturgewalten bis hin zu einer weltweit steigenden Nachfrage nach natürlichen Produkten.

Die Suche nach der richtigen Formel von Wasser, Licht, Temperatur und Feuchtigkeit im Gewächshaus scheint sich zu lohnen.

Niederländer holen exotische Gewürze in ihre Gewächshäuser

Quelle: afpde

Auch der ressourcenintensive Anbau scheint sich bei dem derzeitigen Marktpreis zu rechnen:

Vanille ist durchweg eine Pflanze, die eine intensive Betreuung benötigt.

Angefangen bei der Bestäubung, bei der die tausenden Insekten und Vögel, die sonst damit beschäftigt sind, von Hand in mühevoller Kleinarbeit ersetzt werden müssen.

Aber eins wird deutlich: mit den rasanten technologischen Entwicklungen, scheinen exotische Pflanzen nicht mehr nur in exotischen Ländern wachsen zu müssen:

Die erste Ernte der Dutch Vanilla wird für 2020 erwartet. Noch wird die Produktion im Gewächshaus zu teuer sein, um wirklich in Konkurrenz zu etwa Madagaskar zu stehen.

Die fehlende Quantität könnten die Niederländer bei der richtigen Formel in Punkto Qualität jedoch wieder wettmachen.

Was meint Ihr, wird die Verlagerung der Produktion in Gewächshäuser, die Landwirtschaft weltweit vereinheitlichen, so dass alle Pflanzen überall angebaut werden können?

Drohnen Landwirtschaft

Regeln für den Einsatz von Drohnen

Am 07.04. ist die Neuregelung für den Einsatz von Drohnen in Kraft getreten.

Digitale Techniken kommen in der Landwirtschaft immer stärker zum Einsatz.

Wir werden uns wohl dran gewöhnen, dass der schwere Traktor am Boden von seinem kleinen Freund in der Luft begleitet wird und die beiden im Team den effizienten Einsatz von Ressourcen unterstützen.

Der zunehmende Einsatz von Drohnen erforderte eine Anpassung des rechtlichen Rahmens.

Die Neue Drohnen-Verordnung klärt nun die Regeln, unter welchem der Einsatz von unbemannten Flugmodellen erfolgen darf.

Neue Regeln für den Einsatz von Drohnen

Pflicht zu Kennzeichnung

Jegliche Flugmodelle und unbemannte Luftfahrtsysteme mit einem Startgewicht von mehr als 0,25 Kilogramm müssen gekennzeichnet werden. Gekennzeichnet wird mit einer Plakette, die den Namen und die Adresse des Eigentümers beinhaltet.

Nachweis der Kenntnis

Ab einem Startgewicht von mehr als 2 Kilogramm ist nun ein Kenntnisnachweis erforderlich. Dies ist eine Bescheinigung, die für 5 Jahre gültig ist und für den Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen außerhalb von Modellflugplätzen notwendig ist. Der Nachweis kann erbracht werden durch:

  • Eine gültige Pilotenlizenz
  • Eine vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannte Bescheinigung nach Prüfung (Das Mindestalter ist 16 Jahre.)
  • Eine von einem Luftsportverein ausgestellte Bescheinigung nach erfolgter Einweisung (Diese kann für Flugmodelle erworben werden und setzt ein Mindestalter von 14 Jahren voraus.

Erlaubnispflicht

Generell ist ab einem Gewicht von 5 Kilogramm sowie für Nachtflüge eine Erlaubnis erforderlich. Befreit von der Erlaubnispflicht sind Organisationen und Behörden wie beispielsweise Feuerwehr, THW oder DRK.

Betriebsverbot

In den folgenden Fällen dürfen Drohnen nicht betrieben werden:

  • Gerät von mehr als 5 Kilogramm befindet sich außerhalb der Sichtweite
  • In und über sensiblen Bereichen (etwa Krankenhäusern, Industrieanlagen, JVAs, Behörden, Naturschutzgebieten, Menschenansammlungen, Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, bestimmten Verkehrwegen, über und um Flugplätzen)
  • in Höhen über 100 Meter, sofern es sich nicht um ein hierfür zugelassenes Gelände handelt und bestimmte Auflagen erfüllt sind
  • Drohnen von mehr als 0,25 Kilogramm über privaten Grundstücke, insbesondere wenn aufgrund der technischen Ausstattung sensible akustische oder optische Informationen aufgenommen werden können
  • Unbemannte Geräte, die ein Gewicht von 25 Kilogramm überschreiten

Pflicht zum Ausweichen

Bemannte Luftfahrzeuge und Freiballone haben immer „Vorfahrt“.

Erlaubnis für Videobrillen

Videobrillen dürfen unter bestimmten Voraussetzungen zum Fliegen eingesetzt werden, wenn es sich um kleine Geräte (unter 0,25 Kilogramm), die Höhe nicht 30 Meter überschreitet oder eine Person per Sichtkontakt den Flug überwacht.

Präzisionslandwirtschaft im Vormarsch

Digitale Landwirtschaftstechnik nimmt immer weiter zu.

Eine Umfrage des IT-Verbandes Bitkom sowie des Deutschen Bauernverbandes ergab, dass knapp 90 Prozent der befragten Bauern der Meinung sind, dass die Digitalisierung in der Landwirtschaft

  • zu mehr Effizienz und
  • eine umweltschonendere Landwirtschaft beitragen.

Drohnen in der Landwirtschaft

Quelle: SWR

Die Forschung arbeitet fleissig daran, eine präzisere Landwirtschaft zu ermöglichen. „Smart Farming“ mit zeit- und ortsbezogenen detaillierten Informationen, krempelt die Landwirtschaft um. 

Und es werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: es können ökonomische Ziele der Landwirte ebenso wie ökologische Ziele für den Umweltschutz erreicht werden. 

Auf anderen Gebieten scheint diese Einigkeit nicht der Fall sein. Etwa bei der neuen Düngeverordnung, die voraussichtlich ab Mai in Kraft treten soll. 

Auch wenn die Rechtslage noch nicht abschließend geklärt ist, hier kann die Europäische Kommission dem Bundeslandwirtschaftsministerium noch einen Strich durch die Rechnung machen, es ist klar: 

die neue Düngeverordnung wird teuer. 

Landwirte werden einiges investieren müssen, um den Neuerungen entsprechen zu können. 

Oder nehmen wir den Ausbau eines klimafreundlichen Energiesystems

Strom wird immer „sauberer“, den der Anteil an erneuerbaren Energien nimmt stetig zu. Das klingt doch gut, oder? 

Wenn man nicht die Abgaben und Umlagen mit einbezieht. 

Strafe für klimafreundliche Energie

Die Politikorganisation Agora Energiewende belegt in ihrer neusten Grundlagenstudie: die staatlichen Aufschläge bei Strom übersteigen die Steuern für Heizöl um mehr als das 30fache! 

Dies sind die Abgaben, Steuern, Entgelte oder Umlagen, die für eine Kilowattstunde gezahlt werden müssen: 

  • Heizöl   0,6 Cent
  • Erdgas   2,2 Cent
  • Diesel   4,7 Cent
  • Benzin   7,3 Cent
  • Strom   18,7 Cent

Der Unterschied zwischen klimaschädlichen Brennstoffen und Strom grenzt wirklich an Wucher. Hier besteht sicherlich noch eine Menge Handlungsbedarf. 

Digitalisierung in der Landwirtschaft ist bereits seit längerem ein Thema. In den landwirtschaftlichen Betrieben sind digitale Techniken längst verbreitet.  

Aber wie sieht es mit dem Einsatz von Drohnen aus: setzt ihr bereits Drohnen ein? Wenn ja, welche Erfahrungen könnt Ihr weitergeben an Landwirte, die überlegen, auch in ihrer Landwirtschaft auf Drohnen zu setzen?