Landwirtschaft Wolf Nutztier

Der Wolf – ein Märchen mit Happy End?

Für Tierschützer wird ein Traum war, der sich für so manchen Landwirt zum Alptraum entwickelt. Der Wolf ist nach ca. 150 Jahren wieder nach Deutschland zurückgekehrt.

Und er sorgt zunehmend für heftige Diskussionen. Für die einen ist die Rückkehr des Wolfs eine unglaubliche Erfolgsgeschichte, ein Märchen mit Happy End.

Mit zunehmender Population wachsen jedoch auch die Herausforderungen. 

Lasst uns heute mal schauen, was es mit dem ganzen Wolfsthema aufsicht hat. Denn es werden wohl nicht nur Besitzer von Weidetier betroffen sein. 

Was passiert, wenn Ihr bei der Feldbegehung einem Wolf begegnet? 

Aber fangen wir von vorne an.

Der Wolf in Deutschland

Die meisten von uns kennen Wölfe nur aus Märchen wie Rotkäppchen.

Diese alten, überlieferten Geschichten ebenso wie die beliebten modernen Serien und Filme mit Werwölfen prägen wohl unser Wissen und unsere Ideen über den Wolf:

ein unberechenbares, gefährliches Raubtier, das Schafe reißt, aber auch nicht vor einsamen Wanderern halt macht, die im Wald unterwegs sind.

Wachsende Population unter strengem Naturschutz

1990 wurde der Wolf bundesweit unter Naturschutz gestellt.

Aus den östlichen und südlichen Nachbarländern hat der Wolf anschließend seinen Weg zurück nach Deutschland gefunden.

Seit dem Jahr 2000, indem erstmals wieder Wolfswelpen bei uns geboren wurden, ist die Population stetig gewachsen.

Wölfe im Visier

Quelle: Fritzz derbub

Derzeit gibt es 70 Rudel und Paare in Deutschland. Dies entspricht etwa 700 Wölfen. Die Wölfe und Paare verteilen sich wie folgt auf die Bundesländer:

  • Brandburg: 24
  • Sachsen: 18
  • Niedersachsen: 11
  • Sachsen-Anhalt: 11
  • Mecklenburg-Vorpommern: 4
  • Bayern: 2

(Quelle: Nabu, Stand 01.03.2017)

Statistisch gesehen könnten in Deutschland 440 Rudel Platz finden.

Diese Anzahl wird wohl nicht erreichbar sein, da es durchaus auch Gebiete in Deutschland gibt, die für den sehr anpassungsfähigen Wolf als Lebensraum ungeeignet sind (zu wenig Nahrungsangebot, zu viele Straßen, …)

Größter „natürlicher“ Feind des Wolfes sind Autos. Es ist eher selten, dass ein Tier eines natürlichen Todes oder durch Abschluß stirb. 

Tierschützer sind begeistert von der zunehmenden Wolfspopulation. Das generell sehr scheue Tier lebt auch zurückgezogen.

Dennoch:

Es häufen sich die Meldungen über gerissene Nutztiere und über Wölfe, die dem Menschen sehr nah kommen. Der Wolf verliert anscheinend zunehmend die Scheu vor dem Menschen.

Tierschutzgesetz nicht mehr adäquat?

Zwar dürfen besonders auffällige Wölfe geschossen werden. Den Tierhaltern, deren Tiere auf der Weide in Nachbarschaft zum Wolf wohnen, ist dies jedoch keine Hilfe.

Denn der Wolf ist ein Tier, dass sich durchaus die Nahrung nimmt, die für ihn am leichtesten zugänglich ist.

Wenn der Wildtierbestand nicht dicht genug ist, greift der Wolf entsprechend Nutztiere auf der Weide an.

Für den Wolf gilt ein strenger Naturschutz. Dieser wurde allerdings aufgestellt, als das Tier in Deutschland als quasi ausgestorben galt.

Die Situation hat sich seitdem geändert.

In 2016 gab es in Sachsen 23 gemeldete Übergriffe des Wolfes auf Nutztiere. 125 Tiere überlebten diese nicht.

In Niedersachsen leben zwar weniger Rudel und Paare, diese schafften es jedoch auf 27 Angriffe mit insgesamt 135 gerissenen Nutztieren.

Kein Wunder also, dass die Stimmen, die ein besseres Wolfsmanagement einfordern immer lauter wurden und weiterhin werden.

Während Tierschützer fordern, dass die Landwirte ihre Tiere, beispielsweise durch Zäune, besser schützen sollen, argumentieren die Landwirte, dass ein rundum Schutz praktisch nicht umsetzbar und auch nicht bezahlbar ist.

Und endlich reagiert nun auch die Politik.

Eine Arbeitsgruppe soll nun prüfen, wie es um den Erhaltungszustand des Wolfes steht.

“Die Umweltminister von Bund und Ländern müssen sich der flächendeckenden Ausbreitung des Wolfes in Deutschland endlich ernsthafter widmen und Entscheidungen treffen. Wenn die Weidehaltung von Schafen, Ziegen, Rindern, Pferden und Gehewild nicht wirksamer geschützt wird, ist das Ende dieser Haltungsform von Nutztieren eingeleitet.” Hendrik Wendorff, Präsidiumsmitglied des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und Bauernpräsident von Brandenburg

Aber nicht nur für Nutztiere steigt die Wahrscheinlichkeit, einem Wolf zu begegnen.

Wie sieht es mit Wanderern, Spaziergängern oder Fahrradfahrern aus, die mitten im Wald einem Wolf oder gar einem ganzen Rudel begegnen?

Es stellt sich für jeden, der im Wolfsgebieten lebt die Frage:

Wie verhalte ich mich, wenn ich einem Wolf begegne?

Wie gesagt, normalerweise hält sich der Wolf von Menschen fern.

Meist wird man einzelnen Tieren begegnen. Ganze Rudel sind eher unwahrscheinlich.

Allerdings könnten Jungtiere, die generell unerfahrener und neugierer sind, ohne ältere Tiere auf Entdeckungstour sein.

Haltet die folgenden Regeln im Fall einer Begnung ein: 

  • Zeigt Respekt: es handelt sich um ein Wildtier. Anlocken oder gar Füttern sind ein absolutes Tabu.
  • Zieht Euch langsam zurück: behaltet einen kühlen Kopf, bleibt stehen und zieht Euch ggf. langsam zurück
  • Versucht Euch groß zu machen: wenn der Wolf sich nicht verzieht oder Euch gar folgt, dann versucht es mit Anschreien, Klatschen oder gar etwas werfen.

In Wolfsgebieten hören Hunde grundsätzlich an die Leine. Ein freilaufender Hund kann von Wölfen durchaus wenig Gegenliebe in deren Revier erfahren.

Verhaltet Euch mit dem Hund genauso wie ohne. Bleibt ruhig, damit Euer Hund nicht unruhig wird und auf die Idee kommt, Euch verteidigen zu wollen. 

Welche Erfahrungen konntet Ihr eventuell schon mit dem Wolf sammeln und was sollte Eurer Meinung nach ein wirksames Wolfsmanagement enthalten?

mahd gruenschnitt landwirtschaft grassilage

Die optimale Mahd für beste Futterqualität

Es ist Mai. Für viele Landwirte in den Grünlandgebieten steht die Mahd an.

Eine entscheidende Frage, die sich jedes Jahr aufs Neue stellt, ist der optimale Zeitpunkt des Grünschnittes.

Ist dieser festgelegt, heisst es zudem, die Mahd bestmöglich tierschutzgerecht durchzuführen.

Wildtierrettung bei der Mahd

Die Mahd von Grünland und Energiepflanzen überschneidet sich zeitlich mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere.

Im Grünland wähnen diese den Nachwuchs in Sicherheit. Auf moderne Landwirtschaft hat sie die Evolution jedoch nicht vorbereitet.

Wildunfälle sind nicht nur unschön, sondern können dem Landwirt und Jagdpächter auch Schaden zufügen.

Wie kann das Risiko eines Wildunfalls vermieden werden?

Verschiedene Maßnahmen können hierbei helfen:

Sprecht den Termin mit dem Jagdpächter ab

Der Tierschutz setzt nicht erst ein, wenn die Mahd vollzogen wird.

Der Beginn der Mahd sollte rechtzeitig, d.h. mindestens 24 Stunden vorher, mit dem Jagdpächter abgesprochen sein, damit genug Zeit ist, Maßnahmen zur Wildtierrettung durchzuführen.

Nutzt die Möglichkeiten zum Aufspüren und Vertreiben des Wildes

Die Technik schreitet immer mehr voran. Es gibt diverse Systeme am Markt, die dabei helfen können, zum Beispiel Rehkitze aufzuspüren.

Die Möglichkeiten reichen vom „traditionellen“ Aufspüren mit Jadghunden bis hin zum Auffinden des Wildes mit Hilfe von mit Wärmekameras ausgestatteten Drohnen.

Einmal aufgespürt kann den Wildtieren mit einfachen Maßnahmen der Vergrämung das Leben gerettet werden. Mit Lärm (ob Knistertüte oder klassische Musik, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt) und mit für Tiere erschreckenden Bewegungen sind diese schnell vertrieben.

Passt Eure Mähtechnik an

Um den Tieren, die während der Mahd noch im Feld sind, die Möglichkeit der Flucht zu geben, sollte immer von innen nach außen gemäht werden.

Tiere wie Rehkitze oder am Boden brütende Tiere, ducken sich instinktiv. Dieses Verhalten kann der Landwirt für sich nutzen, indem er die Schnitthöhe, wenn möglich, auf 15 – 20 Zentimeter begrenzt.

Der Tierschutz ist sichergestellt. Stellt sich nun nur noch die Frage, nach dem optimalen Termin der Mahd.

Insbesondere wenn der Grünschnitt für die Erzeugung von Grassilage genutzt werden soll.

Optimaler Grünschnitt für Futter in bester Qualität

Wenn das Gras in die Blüte kommt, und den höchsten Zuckerertrag liefert, ist der optimale Zeitpunkt für die Mahd gekommen.

Das Gras bringt dann eine optimale Silierfähigkeit mit sich. Da das Gras nach dem Mähen zum Anwelken auf dem Feld verbleibt, sorgt zudem ein sonniges und trockenes Wetter für beste Resultate.

Auf dem Optiday in Villach Ende April 2017, veranstaltet von der Landtechnik Villach gemeinsam mit Krone, konnten sich Landwirte Tips für die Erzeugung von Grassilage einholen:

Mähen und Futterernte zum richtigen Zeitpunkt

Quelle: Landwirt.com

Kühe mögen ein relativ trockenes Futter mit einem höheren Ph-Wert und mögen es durchaus ein wenig süss.

Heinz-Günter Gerighausen von der Landwirtschaftskammer NRW nennt folgende Zutaten für die Erzeugung von Futter, dass den Kühen besonders gut schmeckt:

  • „junges Futter
  • gut anwelken
  • gasdicht lagern
  • tolles Säuremuster bekommen, wo den Tieren im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser im Mund zusammenläuft“

Da ein trockener Bestand und ein angetrockneter Boden für optimale Ergebnisse sorgen, solltet Ihr Euch nicht hetzen lassen, wenn nach Regen endlich schönes Wetter angesagt ist.

Ein wenig Geduld und noch einen Tag mit dem Beginn des Mähens zu Warten kann die Qualität des Futters erheblich steigern.

Außerdem solltet Ihr für beste Ergebnisse narbenschonend mähen. Dies bedeutet, dass Ihr Schnitthöhen von unter sechs bis sieben Zentimeter vermeiden solltet.

Die narbengerechte Stoppelhöhe von sechs bis acht Zentimenter könnt Ihr mit dem Oberlenker einstellen und bringt folgende Vorteile mit sich:

  • Minimierung von Verschmutzungen
  • Senkung des Gärrisikos
  • Schnellere Austreibung des Grases und höhere Wuchsleistung beim nächsten Schnitt

Die nächste Herausforderung kommt beim Zetten auf den Landwirt zu.

Der Einsatz eines Aufbereiters zum optimalen Schnittzeitpunkt, kann die Zettqualität verbessern und bringt auch kein zusätzliches Verschmutzungsrisiko mit sich.

Beim Mähen mit einem Aufbereiter wird das Mähgut locker und leicht auf der Stoppel abgelegt. Das Gras kann aufgrund der größeren Oberfläche mit viel Luftvolumen von Sonne und Wind schneller getrocknet werden.

Wenn kein Aufbereiter zum Einsatz kommt, muss der Zettwender entsprechend schlagkräftig sein.

Entscheidend für gute Ergebnisse ist die Portionsgröße pro Zinkenpaar. Eine bessere Aufbereitung kann mit kleineren Portionen pro Zinkenpaar erreicht werden.

Diese werden mit einer Anpassung von Drehzahl und Geschwindigkeit erreicht werden.

Eine gute Verteilarbeit des Zettwenders und die Ablagequalität des Aufbereiters sind zudem entscheidend für einen gleichmäßigen Schwad.

Welche Tips könnt Ihr für die Herstellung von Futter in bester Qualität geben?

Ertragsprognosen-Frost-Landwirtschaft

Extremes Wetter senkt die Ertragsprognosen

Landwirte in ganz Europa sind derzeit nicht gut auf das Wetter zu sprechen. Denn es senkt ihre Ertragsprognosen teils drastisch.

So sorgen eine anhaltende Trockenheit und zu hohe Temperaturen bei den spanischen Landwirten  für Verzweiflung.

In anderen europäischen Ländern folgt nach einem warmen März ein bitterkalter April.

Schlechte Ertragsprognosen für Spanien

Den spanischen Landwirten droht eine Dürre, die der Ruin für tausende landwirtschaftliche Betriebe bedeuten könnte.

Die Lage ist ernst. Die Getreideernte könnte genauso niedrig wie im Jahr 2012 ausfallen. In 2012 fuhren spanische Landwirte das schlechteste Ergebnis seit Jahrzehnten ein.

Aber nicht nur der Getreideanbau ist betroffen. Auch bei Raps und Mandeln fehlt das Wasser. Für Viehbetriebe wird das Futter knapp, weil die Weide- und Futterflächen verdörren.

Während Spanien unter der Hitze leidet, geht in Deutschland die Kältewelle nicht spurlos vorüber.

Frost senkt Ertragserwartungen bei Frühkartoffeln

Die Nächte mit flächendeckenden Frost in der letzten Woche zerstören die Erwartungen auf Spitzenerträge und besonders frühe Erntetermine.

Aus allen Anbaugebieten wurde von Schäden berichtet. Es kann somit wohl mit durchschnittlichen Erträgen und den üblichen Ernteterminen gerechnet werden.

Auch wenn die Meinungen hierüber noch auseinandergehen. Während die einen mit Verspätungen aufgrund des Frostes rechen, gehen die anderen davon aus, dass die Pflanzen nun erst recht schneller wachsen können.

In Gebieten, die stark von dem Wettereinbruch betroffen waren, wird es regional zu Ertragseinbußen kommen.

Wie schnell sich die Bestände erholen und die flächendeckende Zurückstutzung der Pflanzen geholfen hat, wird sich ab Mitte Juli zeigen, wenn die Ernte, geplant anläuft.

Aber nicht nur für die Kartoffelernte mussten die Ertragsprognosen deutlich gesenkt werden.

Das Ausmaß der Frostschäden und Ernteausfälle bei Obstbauern und Winzer ist ebenfalls erheblich.

Schäden beim Obst- und Weinanbau gehen in die Millionen

Der März war besonders warm und sorgte dafür, dass die Obstkulturen in voller Blüte stehen und der Austrieb auch bei späten Weinsorten bereits begonnen hatte.

Die Pflanzen befanden sich alle in einer sehr sensiblen Wachstumsphase, in der sie schweren Frösten ausgesetzt waren.

Die Schäden belaufen sich in die Millionen. Auch Maßnahmen, um die Pflanzen vor dem Frost zu schützen, konnten nur kleine Linderung schaffen.

In Markelsheim etwa, wo etwa mit dem Hubschrauber versucht wurde, warme Luft um die betroffenen Reben zu wirbeln.

Mit dem Heli gegen den Frost im Weinberg

Quelle: Markelsheim

Die Ausfallrate im Weinanbau wird für bestimmte Regionen auf bis zu 95 Prozent geschätzt.

Wahrscheinlich werden für Obstbauern staatliche Nothilfeprogramme erforderlich werden, da diese, im Gegensatz zu Winzern, ihre Kulturen nicht gegen derartige Spätfrostfolgen versichern können.

Auch in Ländern wie Österreich, die Schweiz und Polen hinterließ der Frost seine Spuren.

Wie sind andere Kulturpflanzen von den tiefen Temperaturen betroffen?

Kälteauswirkungen auf Zuckerrüben

Wie sich die Kältewelle auf Zuckerrüben auswirkt, hängt zum einen von dem Entwicklungsstadium der Pflanze ab (Quelle: KultiVent KWS Farmservice):

  • Ungekeimtes Saatgut: geringe Auswirkung; die Rübenpille wird noch ausreichend mit Boden bedeckt
  • Frisch gekeimtes Saatgut: kritische Phase; im schlimmsten Fall kann die Pflanze absterben (Einschnürungen am Hypokotyl zeigen den Schädigungsgrad an);
  • Auflaufende Zuckerrübe: Gefahr des Abfrierens von Blattspitzen und Blättern; ab dem 1-2 Blattstadium geringe Auswirkungen, da die Pflanzen relative unempfindlich gegenüber Frost ist

Desweiteren wird das Gefahrenpotential von Faktoren wie

  • der Bodenart
  • der Bodenstruktur und dem
  • dem Feuchtegehalt des Bodens bestimmt.

Denn diese sind ausschlaggebend dafür, wie stark der Frost in den Boden dringen kann.

Kälteauswirkungen auf die Maisaussaat

Die Experten von KWS CultiVent empfehlen, mit der Maisaussaat noch zu Warten, denn Mais benötigt eine Bodentemperatur von mindestens 8 Grad Celsius.

Bei bereits gesäten Beständen kann es aufgrund der Kälte zu einer Keimruhe kommen, bis sich der Boden wieder auf mindestens 8 Grad aufgewärmen konnte.

Gefährlich wird es, wenn zum Frost zudem noch Feuchtigkeit auf das frische Saatgut trifft.

  • Ungkeimtes Saatgut: trockene Böden: geringeres Risiko – es kommt ggf. zur Keimruhe, bis der Boden sich wieder aufgewärmt hat; feuchte Böden: mögliche Einschränkung von Keimfähigkeit und Triebkraft, was einen verminderten Feldaufgang zur Folge hat;
  • Frisch gekeimtes Saatgut: hohes Risiko; im Extremfall wächst die Koleoptile (Schutzorgan für das erste aufgehende Blatt) nicht, so dass die Pflanze sich nicht entwickeln kann; warme Tage und kalte Nächte können dazu führen, dass sich der Keimling verdreht
  • Keimlingswurzel sowie Koleoptile sind bereits im Wachstam: mittleres mit hohes Risiko; ein verlangsamtes Wachstum führt zur Stauchung der Koleoptile, wodurch ein Wachstum durch den Boden ggf. nicht mehr möglich ist
  • 2-Blattstadium: geringes Risiko; Kälte verursacht beim Mais Schäden, die sich in der Regel wieder verwachsen

Kälteauswirkungen auf Raps

Im Norden und Osten waren erst die ersten Rapsblüten in Sicht, als die Kältewelle Deutschland traf. Im Süden und Westen hingegen stand der Raps bereits in voller Blüte.

Raps ist jedoch eine Kulturpflanze, die sich gut gegen Kälte behaupten kann.

  • Blütenöffnung während des Frostes: häufig bleiben die Blüten unbefruchtet
  • Blütenöffnung vor und nach dem Frost: Ausbildung von normalen Schoten

Da die Blütenphase des Rapses 4-6 Wochen anhält, wirken sich kurze Frostperioden auf den Bestand nicht wirklich aus und haben keinen spürbaren Einfluss auf den Ertrag.

Welche Maßnahmen unternehmt Ihr, um Eure Bestände vor der Kältewelle zu schützen?

Verbrauchermonitor Lebensmitteln in Deutschland

BfR-Verbrauchermonitor: Wo liegen die größten gesundheitlichen Risiken?

Rauchen, Klima- bzw. Umweltbelastung, ungesunde oder falsche Ernährung und Alkohol – diese vier Nennungen stehen im neuen BfR-Verbrauchermonitor ganz oben auf der Liste. Themen wie Gentechnik/Genmanipulation oder ungesunde/belastete Lebensmittel spielen eine untergeordnetere Rolle.

Das sind die Ergebnisse der aktuellen, repräsentativen Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Im halbjährlichem Abstand werden über 1.000 Personen zu Themen aus dem Bereich des gesundheitlichen Verbraucherschutzes befragt.

Werfen wir doch einen gemeinsamen Blick auf die Fragen und die jeweiligen Antworten.

1. Die größten gesundheitlichen Risiken für den Verbraucher

An der Spitzenposition befindet sich das Rauchen, dicht gefolgt vom Thema Klima- und Umweltbelastung. Ungesunde bzw. falsche Ernährung sowie Alkohol folgen anschliessend mit einer gleichen Anzahl von Nennungen.

Während das Rauchen bei 19% liegt und damit von knapp jedem Fünften als Risiko genannt wird, stellt sich die Situation beim Thema ungesunde/belastete Lebensmittel oder Probleme, die sich durch die Landwirtschaft ergeben können, ganz anders dar. Der Wert liegt bei 9%, d.h. nur knapp jeder Zehnte sieht diese beiden Themen als Risiko.

Die Nennungen für Gentechnik/Genmanipulation liegen indessen bei nur 7%; der Drogenkonsum bei 6%.

2. Bekanntheit von Gesundheits- und Verbraucherthemen

Allarmierend sind hingegen die Nennungen bzgl. der Bekanntheit von:

  • „Genome Editing“, eine neue, jedoch intensiv diskutierte Methode zur Veränderung des Erbguts (84% der Befragten haben noch nichts davon gehört) sowie
  • Pyrrolizidinalkaloiden in Kräutertees und Tees (66% der Befragten haben noch nichts davon gehört)

Etwas anders sieht es bzgl. des Themas Glyphosat in Lebensmitteln aus. Die vielen Medienbeiträge haben für eine Bekanntheit von 55% gesorgt. Hier gab es auch die größte Aufholjagd im Vergleich zur Vorjahresbefragung mit +32 Prozentpunkten.

Die Unterschiede beim Bekanntheitsgrad von Gesundheits- und Verbraucherthemen sind nach wie vor sehr groß.

Bekanntheit in Prozent:

  • 93% für gentechnisch veränderte Lebensmittel
  • 88% für Antibiotikaresistenzen
  • 82% Reste von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln
  • 74% Krankheitserreger/Bakterien in Rohwürsten
  • 68% Mineralöle in Lebensmitteln
  • 49% Acrylamid in Lebensmitteln
  • 34% Pyrrolizidinalkaloiden in Kräutertees und Tees
  • 14% Genome Editing

Was steckt im Essen?

Hierzu ein kurzer Film zur BfR-MEAL-Studie die sich mit dieser Frage näher beschäftigt.

Quelle: YouTube, Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

3. Beunruhigung über Themen zur Lebensmittelsicherheit

Was beunruhigt den deutschen Verbraucher? Ist es das Thema Glyphosat in Lebensmitteln oder eher ganz andere Schwerpunkte?

Der aktuelle BfR-Verbrauchermonitor gibt Aufschluss darüber. Mit über 50% sorgen folgende drei Themen für Beunruhigung im Kreise der Verbraucherinnen und Verbraucher:

  • Antibiotikaresistenzen
  • gentechnisch veränderte Lebensmittel
  • Reste von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln

Hingegen wird den Pyrrolizidinalkaloiden in Kräutertees und Tees, der Lebensmittelhygiene zu Hause sowie der Genome Editing wenig Aufmerksamkeit gewidmet.

„Es zeigt sich aber nach wie vor, dass Verbraucherinnen und Verbraucher auch Risiken unterschätzen, die aus Sicht der Risikobewertung wichtig sind, wie z.B. Pyrrolizidinalkaloide im Tee, Acrylamid in Lebensmitteln oder die Lebensmittelhygiene im eigenen Haushalt“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel.

4. Veränderung der Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln

Die Antworten auf die Frage nach der Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln zeigt ebenfalls deutliche Meinungsunterschiede auf.

So sind 46% der Befragten der Meinung, dass die Qualität und Sicherheit der Lebensmitteln eher abgenommen hat. Lediglich 18% sind der Auffassung dass diese eher zugenommen haben. Rund ein Drittel (34%) sind der Meinung, dass alles gleich geblieben ist.

Die Studienergebnisse können in dieser Broschüre des BfR nachgelesen werden. Hier gehts zum Download.

Verbrauchermonitor 2017: Genome Editing ist den Menschen in Deutschland weitgehend unbekannt

Wie kommt es, dass die große Mehrheit der Deutschen mit dieser in der Wissenschaften heiss diskutierten Methode zur Genveränderung nicht vertraut ist? Wieso geben nur 14% der Befragten an, von Genome Editing überhaupt gehört zu haben?

Sind wir denn hierzulande alle so ignorant oder leistet der Staat bzw. die Medien eine schlechte Arbeit in diesem Bereich?

Gemäß einer meiner Leitsätze „Was man nicht weiß, kann man lernen“ – habe ich mich auf die Suche nach einem gutem Erklärungsvideo zu „Genome Editing“ gemacht. Und siehe da, ich bin fündig geworden.

Jan Wolkenhauer erklärt in der Kreidezeit-Folge #129 wie sich Abschnitte im Erbgut gezielt und präzise verändern lassen können.

Quelle: YouTube, biotechgermany

Die bereits im Video erwähnte CRISPR-Cas9 Methode des Genome Editing wird verstärkt in den USA eingesetzt. Noch wird das Ganze in der Tierwelt angewandt und getestet. Ob das auch bei Menschen angewandt wird ist fraglich. Hier scheint die moderne Ethik an ihre Grenzen zu stoßen.

Die Angst ist groß und das ist nicht unberechtigt. Noch nie wurde mit dem menschlichen DNA so rumexperimentiert wie heute und entsprechend gibt es auch keine Studien darüber.

Ein stark polarisierendes Thema von dem wir zukünftig noch sicherlich eine ganze Menge hören werden.

Überraschen Euch die Ergebnisse aus dem aktuellen Verbrauchermonitor? Was hättet Ihr anders eingeschätzt?

Landwirte wichtiger Beruf

Im Ranking der Berufe rücken Landwirte auf Platz 2 vor

Landwirte haben in der Bevölkerung ein gutes Ansehen. Im Ranking der wichtigsten und zukunftsträchtigsten Berufe, nehmen Landwirte den zweiten Platz ein; hinter dem Arztberuf und vor dem Polizisten.

Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Emnid-Studie.

Die repräsentative Meinungsumfrage zum „Image der deutschen Landwirtschaft 2017“ erfolgte im Auftrag des gemeinnützigen Vereins i.m.a – information.medien.agrar. Die Emnid-Untersuchung findet seit 1966 im 5-jährigen Rhythmus statt.

Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick…

Für Landwirte geht’s von Platz 3 (2012) auf Platz 2 (2017)

Für 87% der Bundesbürger ist eine funktionsfähige Landwirtschaft ein wesentlicher Bestandteil für die Lebensqualität und Lebensfähigkeit des Landes.

So kommt es auch dazu, dass der Beruf des Landwirts vom dritten Platz in 2012 auf den zweiten Platz in 2017 hochgerückt ist. Wenn es um die zukünftige gesellschaftliche Bedeutung von Berufen geht, dann erhielten Landwirte mehr Nennungen als Polizisten. Ärzte befinden sich weiterhin auf der Top-Position.

Hinzu kommt, dass das Ansehen der Bäuerinnen und Bauern in der Bevölkerung positiver eingeschätzt wird als das der Landwirtschaft im Allgemeinen (79%).

Bemerkenswert sind die Unterschiede bei der Frage hinsichtlich der „modernen Landwirtschaft“. Während 61% der Bevölkerung ein positives Bild davon hat, stehen 32% der Bundesbürger dem Thema eher kritisch gegenüber.

TV bleibt die wichtigste Informationsquellen zur Meinungsbildung

Der Fernseher (71%) gilt weiterhin als Haupt-Informationsquelle, wenn es darum geht, sich ausführlich über die Landwirtschaft zu informieren, verliert jedoch drei Prozentpunkte in der Trendbetrachtung. Die anderen klassischen Medien wie Radio, Tageszeitung oder Illustrierte verlieren ebenfalls an Bedeutung.

Mundpropaganda, Gespräche von Angesicht zu Angesicht und Online-Angebote nehmen kontinuierlich an Bedeutung zu. So stehen mit 60% die Gespräche mit Bauernfamilien auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen auf dem zweiten Platz.

Der „Tag des offenen Hofes“ sowie ein Urlaub auf dem Bauernhof helfen ebenfalls bei der Informationsgewinnung und Meinungsbildung über Landwirte & Co.

Während Ältere, die klassischen Medien bevorzugen, spielen das Internet und die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter eine wesentliche Rolle bei den jüngeren Altersgruppen.

Die Beurteilung der Berichterstattungen über die heimische Landwirtschaft fällt wie folgt aus:

  • 58% der Befragten bezeichnen es als „ausgewogen“ (in 1997 lag die Prozentzahl bei 73%)
  • 28% bezeichnen es als „zu negativ“ (in 2002 lag es bei 38%, in 1997 bei 14%)
  • 10% der Befragten bezeichnen es als „zu positiv“ (hier ist die Entwicklung über die Jahre recht konstant)

Wenn Wunsch und Realität auseinanderklaffen

Gehen wir doch erstmals auf die Verbesserungen ein.

Eine Verbesserung, teilweise im zweistelligen Bereich gab es bei der

  • Sicherung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum
  • Produktion von Nahrungsmitteln von hoher Qualität
  • Sicherung der Nahrungsmittelversorgung in Krisenzeiten
  • Versorgung mit landwirtschaftlichen Produkten aus der Region
  • Pflege und Erhaltung der Landschaft

Die größten Diskrepanzen (negativ oder positiv) gab es hingegen in folgenden Bereichen:

  • Verantwortungsvoller Umgang mit Tieren (plus 7 Prozentpunkte)
  • Produktion preiswerter Lebensmittel (minus 18 Prozentpunkte; hier wurde in der Realität sogar übererfüllt)

Bei den Themen umweltbewusstes Wirtschaften und Nachhaltigkeit gab es kaum eine Veränderung. Hier waren die Unterschiede zwischen Anspruch der Bevölkerung und empfundene Wirklichkeit bereits in 2012 besonders groß.

Ist ein Endes des „Geiz ist geil“ für Nahrungsmittel in Sicht?

Preiswerte Nahrungsmittel werden weniger erwünscht – so das Ergebnis der 2017 Emnid-Studie.

In diesem Zusammenhang, spielt das Thema „Tierwohl“ eine immer wichtigere Rolle. So verbinden 91% der Bundesbürger mit dem Begriff „Tierwohl“, mehr Platz für die Tiere und eine artgerechte Haltung.

Weitere Assoziationen mit dem Begriff „Tierwohl“:

  • 79% verstehen darunter eine „bessere Produktqualität“
  • 78% verbinden damit ein „besseres Gefühl als Verbraucher“
  • 75% der Bundesbürger gehen dabei von „höheren Verbraucherpreisen“ aus
  • 66% assozieren mit dem Begriff Tierwohl, ein „besseres Auskommen für die Landwirte“

Weitere Themen die in der Studie untersucht wurden, beinhalten:

  • Landwirtschaft als Pflichtunterricht in Schulen
  • Besuche von Schulklassen auf Höfen
  • Diskrepanzen zwischen Geschlechter und Altersgruppen bei Themen rundum Landwirtschaft, Ernährung sowie Meinungsdiskrepanzen zum Berufsbild der Landwirte

Die Ergebnisse der Emnid-Befragung wurden in einem Grafikbericht zusammengefasst, den Ihr hier herunterladen könnt.

Schön zu wissen, dass Landwirte ein gutes Ansehen in der Bevölkerung haben…

Bei den ganzen negativen Berichterstattungen über unsere Branche, finde ich es bemerkenswert, dass sich die Bevölkerung doch nicht ganz so blenden lässt und unsere Arbeit schätzt.

Klar, verdient man mit negativen Schlagzeilen mehr, im Sinne von mehr Aufmerksamkeit, höhere Einschaltquoten und mehr Magazin-/Zeitungsverkäufe. Daher auch die Diskrepanzen zwischen Wahrnehmung und Realität.

Andererseits, beschäftigt mich die Tatsache, dass ein Drittel der Bevölkerung eher kritisch zum Thema „moderne Landwirtschaft“ steht. Hier besteht meiner Meinung nach ein dringender Informationsbedarf, indem wir die Vorteile von Smart Farming 4.0 stärker in den Vordergrund bringen und dem ganzen Konzept ein „humanes“ Aspekt verleihen.

Und genau das ist mein Ziel hier auf Agrarbetrieb: Euch stets up-to-date zu halten über die Themen Innovation und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft. Wenn es uns gelingt, diese zwei Komponenten erfolgreich zu vernetzen, dann gewinnen alle Parteien gleichermaßen: Verbraucher, Landwirte, Industrie und Handelspartner.

Was können Landwirte zusätzlich noch tun, um ihr Ansehen in der deutschen Bevölkerung weiterhin zu verbessern?