Lebensmittel-Landwirtschaft-Agrarbetrieb

Lebensmittel – gähnende Leere ohne Import

Gähnende Leere. Keine Lebensmittel. Keine Gebrauchswaren. So präsentierte sich der Edeka Supermarkt in der Hamburger Hafencity. 

Aber bevor uns den Grund für die leeren Supermarktregale anschauen, kommen wir zunächst zum Thema des Tages. 

Heute ist es soweit: heute läuft die Frist ab, in der die EU-Kommission die Übernahme von Monsanto und Bayer überprüfen wollte. 

Bereits zwei dieser Großfusionen wurden in diesem Jahr von der Kommission genehmigt: die Fusion von Dow und Dupont sowie die Übernahme von Syngenta durch Chem China. 

Die Fusion von Monsanto und Bayer stellt eine Konzentration im bisher noch nicht gesehenem Ausmaß dar. 

Monsanto und Bayer – neuer König über Pestizide und Saatgut?

Die beiden zusammen würden den Pestizid-und Saatgutmarkt in einem Ausmaß dominieren, dass sie quasi bestimmen können, was auf den Felder wächst und was nicht. Und dies nicht auf einem kleinen, begrenzten Gebiet sondern, in diesem Fall, in der gesamten EU.

Die Konzerne argumentieren, dass die Fusion betragen wird, dass die Ernährung für die europäische Bevölkerung sichergestellt werden soll.

Und die Konzerne natnürlich nicht ihre Macht ausnutzen, um bestimmte Beschränkungen, etwa die Einführung von genmodifizierten Saatgut über gesetzliche Lücken oder ähnlichem, ausnutzen würden. 

Allerdings wissen wir alle, Shareholder sind nicht daran interessiert, wie Ihre Anteile an Wert steigen, nur dass sie steigen. 

Und wenn die Sicherstellung der Ernährung für Konzerne im Agrarsektor einen hohen Stellenwert haben würde, müssten sicher andere Strategien verfolgt werden. 

Bereits jetzt besteht eine große Abhängigkeit der Landwirtschaft hinsichtlich des Saatgutes und der Pestizide. 

Die Sorgen vor einer größeren Marktmachtstellung, die von den Fusionsgegnern geäußert werden, sind wohl nicht von der Hand zu weisen, wenn man sich die weltweiten Entwicklungen anschaut.

Denn beobachtet man, wie sich Konzerne in Gebieten der Erde verhalten, in denen sie nicht von politischen Hürden aufgehalten werden, dann ist ein kritisches Hinterfragen der Übernahme wohl ratsam. 

Aber generell reiht sich auch diese Übernahme in einen Prozess ein, der bereits Jahrzehnte anhält und weiter fortschreitet: 

Die Ernährung eines Landes obligt längst nicht mehr in den Händen eines Landes. Die Bereitstellung von Nahrungsmitteln ist weltweit aufgeteilt, mit einer zunehmenden Konzentration der Mitspieler. 

Und hier kommt die „gähnende Leere“ ins Spiel:

Lebensmittel aus der ganzen Welt

In einer Aktion gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hat Edeka in der Hamburger Hafencity alle Lebensmittel aus den Regalen genommen, die importiert wurden. 

Mit Schildern wie „So leer ist ein Regal ohne Ausländer“ oder „Unsere Auswahl kennt heute Grenzen“ wollte der Supermarkt ein Zeichen setzen.

Aber für uns, ist die Aktion gerade auch aus einer landwirtschaftlichen Sicht beeindruckend.

Ohne Lebensmittel aus dem Ausland sind die Regale im Supermarkt leer. Punkt.

Mangos aus Asien, Rindfleisch aus Argentinien, Gemüse aus den Niederlanden, … sie werden als selbstverständlich angesehen. Bananen sind nichts exotisches. Man bekommt sie einfach zu kaufen. 

Kaum einer macht sich wahrscheinlich Gedanken, welche internationalen Verflechtungen und Trends hinter dem breiten Angebot stecken. 

So ist Deutschland für die Versorgung seiner Bevölkerung abhängig von Importen aus dem Ausland. 

Denn: die eigenen Ackerflächen nehmen zunehmend ab.

Weltweite Ackerflächen für deutsche Lebensmittel

Abgesehen von Phänomen wie der Flächenversiegelung, wird die vorhandene heimische Ackerfläche gern für den Anbau von Pflanzen für die Energiegewinnung und den Export genutzt.

Ein Drittel der deutschen Agrarproduktion wird ins Ausland exportiert

Derweilen nimmt die Ackerfläche im Ausland, auf denen für deutsche Lebensmittel geackert wird, zu.

Hierzu zählen beispielsweise solche landwirtschaftlichen Flächen, wie sie für den Anbau von Soja, das für die Fleischindustrie als Kraftfutter von Bedeutung ist, genutzt werden. 

Lebensmittel werden nicht mehr produziert, wo sie gebraucht werden, sondern wo die Produktion am günstigsten ist. Soll heißen, die Landwirtschaft ist weltweit hoch spezialisiert. 

Um beim Soja zu bleiben: Soja ist ein Eiweißfutter, dass in Übersee wesentlich günstiger hergestellt werden kann als heimisches Eiweißfutter, etwa Futtererbsen oder Ackerbohnen. 

Entsprechend hat sich in Deutschland die Ackerfläche für Leguminosen zurückgebildet.

Zwar ist es ein Ziel des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), den heimischen Anbau von Eiweißpflanzen auszubauen, aber ohne Importe kann der Bedarf bei weitem nicht gedeckt werden. 

So verbraucht Deutschland derzeit 4,2 Millionen Tonnen Sojaschrot. Schätzungsweise kann aus den in Deutschland selbst geernteten Mengen an gentechnikfreien Soja gerade einmal 0,03 Tonnen Sojaschrot gewonnen werden (Quelle: OVID, Presseportal). 

Eine Reduzierung der Abhängigkeit ist quasi utopisch.

Auf der einen Seiten haben wir die Hersteller von Saatgut und Pestiziden, deren Entwicklungen auf eine Verringerung der Vielfalt an Nutzpflanzen mitsichbringt. 

Eine weltweite Konzentration auf wenige Sorten, die in Gebieten angebaut werden, in denen Größenvorteile enorme Kosteneinsparungen in der Produktion mitsichbringen. 

Auf der anderen Seiten stehen die Verbraucher, die nicht nur günstige Lebensmittel in immer ausreichender Menge verlangen. Die Essgewohnheiten weltweit passen sich weiterhin zunehmend an. 

Wer Supermärkte in anderen Ländern weltweit aufsucht, kennt das Phänomen, dass mittlerweile überall die gleichen Lebensmittel wie im heimischen Supermarkt zu finden sind. 

Kleine Variationen. Aber sonst das Gleiche. 

Andererseits nimmt die Nachfrage nach regionalen Produkten zu. 

Was meint Ihr: sind Trends wie die Regionalität nur Randerscheinungen für Träumer oder können sie wirklich die Produktion von Lebensmitteln nachhaltig beeinflussen?

Registrierkasse-Butter-Landwirtschaft

Registrierkasse: Ärger mit dem Finanzamt vermeiden

Nur Bares ist Wahres. Aber nicht für das Finanzamt. Ob offene Ladenkasse oder Registrierkasse, es schaut mit Argusaugen auf die Kassenführung. 

Aber wer meint, mit einer Registrierkasse auf der „sichereren“ Seite zu sein, schließlich hält die Registrierkasse ja alles genaustens fest, der irrt sich.

Die Rechtsprechung arbeitet fleißig daran, alle eventuell möglichen Steuerlücken zu schließen und die elektronische Speicherung und Überprüfung voranzutreiben.

Aber lasst uns zunächst auf ein „historisches“ Ereignis der letzten Tage schauen:

Butter so teuer wie nie

Bisher galt 1983 als das Jahr mit den höchsten Butterpreisen. Ja, das ist ganz schön lange her. Damals kostete eine 250-Gramm-Packung Butter umgerechnet 1,36 EUR.

Nicht so lange her liegt der historische Tiefstand von 65 Cent für eine 250-Gramm-Packung aus dem Jahr 2009.

Aber auch vor einem Jahr, im Juni 2016 lag der Durchschnittspreis für Butter noch bei 79 Cent pro 250 Gramm.

Seither haben die Preise für Butter gute Sprünge hingelegt und wollen scheinbar nicht aufhören zu klettern.

„Die Butterpreise befinden sich auf bisher nicht gekannten Höhen,“ so die Börsen- und Handelsmakler der H. Jürgen Kiefer GmbH.

Aldi Nord und Aldi Süd haben gerade erst nochmals die Preise um 30 Cent auf 1,79 EUR pro 250-Gramm-Packung angehoben. In der Tat, ein neue historischer Rekord.

Aber warum sind die Preise derart am Steigen?

Wie immer: Nachfrage und Angebot bestimmen den Preis. Nach den Protesten der Landwirte wurde eine Reduktion der Milchmengen vereinbart.

Gleichzeitig stieg jedoch auch die Nachfrage nach Milch. Zudem haben Spekulanten die Warenterminbörsen als Alternative zu Niedrigzinsanlagen wiederentdeckt.

Der deutsche Lebensmittelmarkt ist hart umkämpft. Aldi gibt mehr oder weniger die Preise vor.

Wir können davon ausgehen, dass andere Ketten die Preise ebenfalls anziehen werden.

Auch für andere Lebensmittel wird mit einem Preisanstieg zu rechnen sein.

Insbesondere Produkte wie Backwaren, in denen Milch ein wichtiger Bestandteil ist, werden wohl zukünftig auch mehr kosten.

Die steigenden Preise scheinen jedoch auch schon zu einem leichten Rückgang der Nachfrage zu führen. Die nächsten Monate werden wohl erst zeigen, wie der Gewinn für die Landwirte aussehen wird. 

Um den Gewinn solls auch beim heutigen Hauptthema gehen: 

Registrierkasse: Finanzamt darf Einnahmen schätzen

Ob Hofladen oder Straßen- und Feldverkauf, wenn landwirtschaftliche Betriebe direkt vermarkten, dann sind meist erhebliche Barumsätze im Spiel.

Eine ordnungsgemäße Kassenführung ist  das A und O, um mit dem Finanzamt keinen Ärger zu bekommen.

Viele Landwirte nutzen die Vorzüge der Registrierkasse für Ihre Kassenführung. Wenn das Finanzamt dem Kassenprotokoll Eurer PC-gestützten Ladenkasse nicht vertraut, habt Ihr ein Problem. 

Der Fiskus darf Eure Einnahmen schätzen. Und das kann zu satten Nachzahlungen führen. 

In Punkto Registrierkassen ist die Rechtsprechung gerade viel am Änderung. Zeit, um die Kassenführung nochmals unter die Lupe zu nehmen: 

Offene Ladenkasse

Da die Kasseneinnahmen und -ausgaben jeden Tag in einem Kassenbericht vollständig und richtig sowie zeitgerecht und geordnet festgehalten werden müssen, ist die offene Ladenkasse wohl ein wenig aufwendiger als die Registrierkasse.

Die Tageseinnahmen erreichnen sich wie folgt:

Kassenendbestand (ermittelt durch Zählung!) minus Kassenendbestand des Vortages minus Bareinlagen plus Ausgaben plus Barentnahmen.

Tips für die Offene Ladenkasse

  • Ermittelt den Endbestand des Tages wirklich durch Zählen. Ein Zählprotokoll mit Unterschrift, Datum und Uhrzeit kann belegen, dass der Bericht wirklich am Ende des Geschäftstages erstellt wurde
  • Haltet ein Schema (siehe oben) für die Berechnung der Tageseinnahmen ein, formal und zeitlich. Kassenberichte müssen täglich erstellt werden. Moment, täglich? Wie will das denn das Finanzamt prüfen?  Betriebsführer sind detailsbesessen: Schriftbild, Kuli, Wortwahl, … es wird nach allem gesucht, was überführen könnte.

Eine Registerkasse ist deshalb sehr beliebt: sie zeichnet alles für einen auf. Der Abschluß des Tages ist einfach per Ausdruck des Tagesendsummenbon erledigt.

Registerkasse

Aber auch hier, Registrierkasse ist nicht gleich Registrierkasse. Überlegt Euch vor dem Kauf, was diese für Euch übernehmen soll.

Kann das Gerät nicht alle steuerrelavanten Informationen für Euch speichern und in entsprechenden Formaten übertragen, bleibt Ihr weiterhin auf eine Menge zusätzlichem Papierkram sitzen.

Jetzt könnte man meinen, dass eine Registerkasse für einen Vorteile gegenüber dem Finanzamt bringt, schließlich ist doch alles zweifelsfrei dokumentiert. Nein, denn:

„Für die Finanzverwaltung ist jeder Unternehmer, der ausschließlich oder überwiegend mit Bargeld hantiert, ein potentieller Steuerhinterzieher„, meint Bettina Rau-Franz, Steuerberaterin aus Velbert.

Und seit kurzem haben die Finanzbehörden elektronische Registrierkasse und PC-gestütze Kassensysteme im Visier. Das Finanzamt hält diese für einfach manipulierbar.

Beim Eingeben eines neuen Preises etwa, wenn die Kasse automatisch ein Protokoll hierfür erstellt, ist dies für die Behörde nicht zulässig. Es kann halt manipuliert werden, so die Argumenation.

Und damit mit Registrierkassen nicht mehr soviel Steuern hinterzogen werden, wurde ein neues Gesetz erlassen.

Zukünftige Bestimmungen für Registrierkassen

  • Ab 01. Januar 2020: alle Kassen, die dann angeschafft werden, müssen über eine technische Sicherheitseinrichtung verfügen, bei der ab dem ersten Tastendruck alle Eingaben unveränderlich und verschlüsselt gespeichert werden
  • Für bereits bestehende Registrierkassen wird der Einsatz einer technischen Sicherheitseinrichtung zur Pflicht. Mit dieser soll das nachträgliche Manipulieren verhindert werden.
  • Bei nicht-nachrüstbaren Kassensystemen besteht eine Übergangsfrist bis 2020.
  • Ab 2018 dürfen die Finanzämter eine unangekündigte Kassen-Nachschau durchführen.
  • Es besteht künftig die Pflicht, dass man jedem Kunden einen Bon ausgibt. Man kann sich hiervon auch befreien lassen. Für Verkaufsstände auf Wochenmärkten wär dies zum Beispiel möglich.

Bereits seit Beginn diesen Jahres dürfen nur noch Kassensysteme verwendet werden, die bestimmte Anforderungen, wie das Speichern von Umsätzen für mindestens 10 Jahre erfüllen.

Ist die elektronische Registrierkasse Pflicht?

Quelle: akundo akademie

Wer noch ältere Systeme im Betrieb hat, sollte sich um eine Nachrüstung oder um einen Ersatz kümmern.

Zum einen drohen Strafgelder, zum anderen darf der Betriebsprüfer das Ergebnis schätzen, was zu Steuernachzahlungen führen kann.

Für alle landwirtschaftlichen Direktvermarkter, die Registrierkassen nutzen oder zukünftig nutzen möchten, sind deshalb die Vor- und Nachteile vor dem Hintergrund der neuen Bestimmungen gut abzuklären. 

Welche Erfahrungen konntet Ihr bisher sammeln? 

Insekten-Landwirtschaft-Lebensmittel

Sind Insekten das Nahrungsmittel der Zukunft?

Kulinarische Erlebnisse aus der ganzen Welt erfreuen sich in Europa großer Beliebtheit. Insekten auf dem Teller sind hierzulande jedoch noch eine Seltenheit.

Was bei den meisten Europäern wohl eher Brechreiz auslöst, ist in anderen Teilen der Welt, etwa in Asien und in vielen Ländern der südlichen Hemisphäre, seit Jahrtausenden ein ganz „normales“ Lebensmittel.

Und denkt nicht, dass Insekten nur von Naturvölkern und dem armen Teil der Bevölkerung verzerrt wird.

Für 2 Milliarden Menschen sind Insekten ein ganz normales Nahrungsmittel und werden zumeist wegen ihres Geschmackes verzerrt.

Der Geschmack von Insekten wird teils sogar so sehr geschätzt, dass sie in manchen Ländern ein hochpreisiger kulinarischer Genuss sind.

Die Akzeptanz steigt stetig, aber dennoch sind Insekten in Europa bisher eher noch eine Kuriosität.

Ob in Lutschern oder in trendigen Restaurants, in denen die Tierchen kunstvoll auf dem Teller angerichtet werden – Insekten zu essen hat eher etwas mit Mutprobe oder exotischem Erlebnis zu tun.

Aber seit Jahren wird auch in der EU kräftig geforscht, wie die kleinen Krabbeltiere manches Problem der Ernährung besser lösen können.

Sind Insekten die Nahrungsquelle der Zukunft?

Repräsentanten der  FAO (Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen) würden diese Frage mit einem klaren Ja beantworten. Laut der FAO sollten wir mehr Insekten essen.

In 2050 wird die Weltbevölkerung auf 9 Billionen Menschen angewachsen sein. Schon heute sind die begrenzten Ressourcen ein Problem.

Nur beim Erwähnen von Stichworten wie Boden, Wasser, Wald, Fische, Artenvielfalt oder nicht erneuerbare Energien werden Euch jede Menge bekannte Problemthemen durch den Kopf gehen.

Aber wie sollen Grillen, Käfer und Co. diese Probleme der Menschheit lösen?

Nahrhaft und Nachhaltig

Die Vorteile von Insekten lassen sich wohl mit diesen beiden Adjektiven am besten beschreiben. Sie sind nahrhaftig und nachhaltig.

Insekten als nahrhaftes Lebensmittel

Wusstet Ihr, dass Insekten ein sehr gesundes Lebensmittel sind?

Sie enthalten viele Mikronährstoffe wie Eisen, Selen, Magenesium, Kupfer und Zink und reichlich Eiweiß, ungesättigte Fettsäuren und auch Vitamine.

Nachhaltige Produktion von Insekten

Aber das Insekten so als Nahrungsmittel der Zukunft gesehen werden, liegt wohl eher an den folgenden Vorteilen:

Bessere Umweltbilanz

Insekten sind Kaltblüter, d.h. sie verwerten Futter wesentlich effizienter.

Als Futter können organische Abfälle aller Art verwendet werden.

Das Wegschmeißen von Lebensmitteln ist ein großes Problem in unserer Gesellschaft. Als Futter für die Krabbeltiere wär der Abfall nicht verschwendet.

Sie produzieren auch wesentlich weniger schädliche Treibhausgase.

Schont die Ressourcen

Für ein Kilogramm Heuschreuke braucht es nur 8 Liter Wasser. Im Gegensatz dazu: für einen Kilogramm Rinderbraten braucht es zumindest 20.000 Liter Wasser bei der Produktion.

Generell werden für die Produktion gleicher Mengen an Eiweiß weniger Futter oder auch Land benötigt.

Erhalt der Biodiversität

Als Ersatz für Inhaltsstoffe wie Fischmehl oder Soja, kann die Umwelt erheblich besser geschützt werden:

das Ausbeuten der Meere als auch das Abholzen von Regenwälder könnte erheblich eingeschränkt werden.

Da Insekten ganz einfach auch lokal oder regional gezüchtet werden können, ist man nicht auf andere geographische Regionen angewiesen.

In der Tat sind Vorreiter bereits am Entwickeln der ersten „Eiweißmaschinen“ für daheim:

Die Insektenfarm für zu Hause

Quelle: Galileo

Die Insektenfarm für zu Hause? Wahrscheinlich braucht es hierfür noch ein bisschen mehr Gewöhnungszeit.

Die Ernährungsindustrie macht sich derweil Gedanken, wie die kleinen Larven in Burgern, Fitnessriegeln, Currywurst und Co. Akzeptanz finden können.

Der Kopf scheint für den Verzehr die größte Hürde zu sein. Verarbeitet wird man geschmacklich die Inhaltsliste wohl nicht mehr herausschmecken.

Und ehrlich, wenn man auf die Inhaltsstoffe von verarbeiteten Lebensmittel schaut, sind dann die Würmer nicht eine bessere Alternative?

Wenn Verbraucher die chemischen Zutaten ihrer Nahrung in ihrer Ausgangsform sehen würden, würde ihnen wohl auch ganz mulmig werden.

Das sie oft zudem giftig für die Gesundheit sind, ist auch zu genüge bekannt. Also auf ins Insektenzeitalter?

Hürden für die allgemeine Verbreitung

So einfach ist es dann auch nicht, denn die rechtlichen Rahmenbedingungen sind sehr komplex. In der EU sind Insekten bisher nicht als Nahrungsmittel zugelassen.

Denn auch wenn in anderen Teilen der Welt der Verzerr normal ist, beim Züchten, Verarbeiten und Vermarkten im großen Stil müssen auch Insekten die rechtlichen Bestimmungen der EU in Punkto Lebensmittelsicherheit einhalten.

Ausserdem weiss man generell noch sehr wenig zu den Nutz- und Nährwerten dieser Tiergruppe.

Was passiert in den Körpern mit den Nährstoffen, wenn die Tiere in den diversen Formen verarbeitet werden und wie sind die Auswirkungen? Wie sieht es aus mit Allergien, Krankheiten oder ähnlichem? Hier sind noch viele Fragen offen.

Und natürlich stellen sich auch ethische Fragen. Wir kennen die Fragen, die sich heutzutage beim Züchten und Verarbeiten von Tieren stellen.

Diese werden zwangsläufig auch bei der Produktion von schwarzer Soldatenfliege, Mehlkäfer oder der Wanderheuschrecke aufkommen.

Die Schweiz hat als erstes Land Insekten bereits als offizielles Nahrungsmittel zugelassen.

Seit Mai 2017 können Mehlwürmer, Grashüpfer und Grillen dort ganz normal in Supermärkten gekauft werden.

Die EU zieht mit einer Verordnung nach, die ab 2018 Insekten als Nahrungsmittel zulässt.

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis wir kleine Fliegenfarmen neben unserer Kräuterbank zum Kochen stehen haben.

Als Inhaltsstoffe für Tierfutter und andere Produkte könnten Insekten jedoch schon bald eine große Rolle spielen.

Erste Produktionsanlagen werden hierfür bereits erbaut. So etwa gerade in den Niederlanden.

Eine große Anlage zur Züchtung von Fliegenlarven soll 2018 den Betrieb aufnehmen und auf Basis von Lebensmittelresten Tierfutter produzieren.

Welche Auswirkungen wird Eurer Meinung nach die Zulassung ab 2018 auf die deutsche Landwirtschaft haben?

Lebensmittel-Direktvermarktung-Landwirtschaft

Lebensmittel – Regionalität und Qualität sind gefragt

Der Anteil, den Verbraucher von Ihrem Einkommen für Lebensmittel ausgeben, wird immer kleiner. Von einem Euro Ausgaben für Nahrungsmittel gehen nur noch 22 Cent an den Landwirt. 

Der aktuelle Situationsbericht 2016/2017 des Deutschen Bauernverbandes (DBV) gibt ein umfassendes Bild der Landwirtschaft in Deutschland wieder.

Der Report spricht viele Themen, von Ressourceneinsatz, über die Agrarstruktur bis hin zu agrarpolitischen Themen an.

Er zeigt auf, wie wichtig die Landwirtschaft für die Volkswirtschaft in Deutschland ist.

Landwirtschaft ist wichtig für die deutsche Volkswirtschaft

Mit 52 Milliarden EUR Produktionswert, liegt der Agrarsektor deutlich über dem anderer Branchen, so etwa der Pharmaindustrie (46 Milliarden EUR).

Die wirtschaftlichen Indikatoren wie  Bruttowertschöpfung, Produktionswert oder gar Erwerbstätige in der Landwirtschaft weisen sinkende Zahlen für die letzten Jahre auf.

Aber dennoch, mit Ihrer Nachfrage, zum Beispiel nach Investitionsgütern, Betriebsmittel und Dienstleistungen stützt die Landwirtschaft die restliche Wirtschaft enorm:

Im Jahr 2015 betrugen die produktionsbedingten Ausgaben 44,1 Milliarden Euro. Davon fielen alleine 9,5 Milliarden auf Investitionen für Bauten und Maschinen.

Wusstet Ihr, dass auf einen landwirtschaftlichen Arbeitsplatz sieben weitere Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen kommen?

Besonders interessant fand ich allerdings auch die Statistiken zum Verbrauch und Verkauf von Lebensmitteln:

Die Ausgaben der Deutschen für Lebensmittel

Die deutschen Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke liegen mit 3 Prozent knapp über dem Europäischen Durchschnitt.

Die Preise in der Europäischen Union schwanken jedoch sehr stark mit Preisen in Dänemark von über 45 Prozent über dem Durchschnitt und Polen mit nur 63 Prozent des Europäischen Mittels.

Insgesamt geben die Verbraucher in Deutschland immer weniger Ihres Einkommens für Lebensmittel aus.

Die Einkommen der Verbraucher steigen, die Preise für Lebensmittel stiegen jedoch nur unterdurchschnittlich an.

Anfang der 70er Jahre erhielten wir Landwirte von einem Euro, der für Nahrungsmittel ausgegeben wurde, noch 48 Cent. In 2015 waren es nur noch 22 Cent.

Wobei es auch hier starke Schwankungen gibt: bei Milch- und Milcherzeugnisse betrug der Anteil 38 Prozent, bei Brotgetreide und Brotgetreideerzeugnisse knapp 5 Prozent.

Zusammengefasst drücken die folgenden Zahlen die Entwicklung seit den 50er Jahren ziemlich gut aus:

  • die Löhne eines Industriearbeiters sind um mehr als das 23-fache gestiegen
  • die Brotpreise sind um das 11-fache gestiegen
  • die Getreidepreise haben sich nicht geändert

Bei einem Anstieg des Weizenpreises seit 1950, der nur der Inflationsrate entspricht, könnten wir für einen Doppelzentner (100 Kilogram) heute 87 Euro Erlös erhalten.

Lebenmittelhandel starke Machtposition in Deutschland

In anderen Branchen ist es üblich, sich höhere Produktionskosten entsprechend vom Verbraucher entlohnen zu lassen.

In der Ernährungsindustrie ist dies jedoch ziemlich schwer, denn die Verhandlungsmacht ist in Deutschland ziemlich klar verteilt:

Die 5 größten Deutschen Lebensmittelhändler vereinen einen Marktanteil von fast 75 Prozent!

Ihnen gegenüber stehen dagegen 6000 überwiegend kleine und mittelständische Hersteller von Lebensmitteln.

Und in Deutschland ist der Anteil an Discountern mit 42,3 Prozent weiterhin sehr hoch. Mit dieser Preismentalität unterscheidet sich Deutschland international auch von vielen anderen Ländern.

Regionale Lebensmittel liegen im Trend

Neben dem Preis ist aber ein weiterer Punkt für die Deutschen sehr relevant: Regionalität.

Regionale Lebensmittel werden von den Verbrauchern mit Geschmack, Qualität, Frische und Förderung der regionalen Wirtschaft in Verbindung gebracht.

Eine Umfrage (BMEL-Ernährungsreport 2016) ergab folgende Kriterien für den Einkauf:

Wonach kaufen Deutsche ihre Lebensmittel?

  • 75 % achten darauf, dass die Produkt aus ihrer Region kommen
  • 61 % schauen auf die Produktinformationen, etwa Nährstoffangabe
  • 58 % wollen preiswert einkaufen
  • 38 % kaufen Produkte einer bestimmten Marke
  • 33 % orientieren sich an bestimmten Siegeln
  • 28% probieren auch mal gerne Produkte aus der Werbung aus

Insbesondere die ersten beiden Faktoren werden mit zunehmenden Alter für Verbraucher relevant. Je älter die Kunden, desto mehr scheint auf die Qualität geachtet zu werden.

Ich habe Euch die oben genannten Statistiken aber nicht einfach nur rausgesucht, weil sie interessant sind.

Sie zeigen enorme Marktpotenziale für uns Landwirte auf. Lebensmittel müssen nicht immer nur über den Lebensmitteleinzelhandel verkauft werden.

Einkaufen direkt vom Erzeuger

Quelle: buten un binnen

Für den ein oder anderen Betrieb lohnt sich die direkte Vermarktung an die Kunden.

Hierzu zählen nicht nur der klassische Hofladen, der Stand am Bauern- oder Wochenmarkt oder der saisonale Verkaufsstand an der Straße.

Das Internet bietet viele Möglichkeiten, weitere Kundenkreise zu erschliessen, etwa den gestressten Großstädter, der es nicht bis zum Hofladen schafft.

Ihr könnt die Direktvermarktung nicht alle wuppen oder bietet zu wenige Produkte auf Eurem Hof an? Vielleicht könnt Ihr mit einem Hof Eurer Region kooperieren.

Auch muss es nicht immer das frische Rohprodukt sein. Bequemen Fertiggerichte mit hoher Qualität sind ebenso gefragt.

Ihr seht, die Möglichkeiten der Direktvermarktung sind vielfältig und äußerst flexibel. Der Einstieg sollte jedoch auch wohl überlegt und geplant sein.

Denn wie im obigen Beitrag gezeigt wurde, die Direktvermarktung von Lebensmitteln bringt teils große Veränderungen für den Betrieb mit sich.

Es geht nicht ohne eine gute Organisation und Logistik. Und noch weniger ohne ein gutes, noch besser sehr gutes, Marketing- und Vertriebskonzept, das allem zugrunde liegt.

Welche Ratschläge könnt Ihr aufgrund Eurer Erfahrungen anderen auf Ihrem Weg zur Direktvermarktung mitgeben?

Windkraft-Ertragsprognosen-Unwetter

Landwirtschaft: Ertragsprognosen für Getreide sinken

Sie sind da – die ersten Hitzegewitter des Jahres. Die von ihnen verursachten Schäden werden die Ertragsprognosen in manchen Landstrichen sehr stark ändern. 

Orkanböhen, Starkregen und Hagel. Alle drei haben sich in den letzten Tagen in Deutschland gut ausgetobt.

Es waren fast alle Ackerbaukulturen betroffen: ob Wintergetreide, Zuckerrüben, Raps, Mais oder Sonderkulturen wie Erdbeeren – die Felder wurden massiv geschädigt.

Die Hitzegewitter wurden durch die extremen Temperaturunterschiede insbesondere zwischen der West- und Osthälfte Deutschlands verursacht.

Entsprechend findet sich die mit am schwersten betroffene Region entlang einer Linie in der Mitte von Deutschland, die von Wolfsburg bis nach Niederbayern läuft.

Von vom Hagel zerfetzte Blätter bis hin durch vom Starkregen verschlämmte junge Rüben- und Maispflanzen, die Schäden sind vielfältig, und teils so stark, dass bereits mehrere Hundert Hektor Anbauflächen für den Umbruch freigegeben wurden.

Da gibt es nur eins: Ärmel hochkrempeln und schnellstmöglich handeln, um etwa durch Neuansaat die Schäden kompensieren zu können.

Weitere Warnung vor Unwetter mit starkem Regen und Sturmböen

Allerdings ist die Gefahr noch nicht gebannt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt aktuell weiterhin vor Unwettern.

Insbesondere die folgenden Regionen sollen betroffen sein:

  • Rheinland-Pfalz
  • Bayern
  • Weite Regionen in Ostdeutschland sowie
  • der Süden Nordrhein-Westfalens
  • im Süden: Schwarzwald, Schwäbische Alp und Regionen am Alpenrand

Neben dem Starkregen ist auch mit Hagel zu rechnen.

Drücken wir die Daumen, dass die nächsten Tagen glimpflich verlaufen. Das Wetter hat sich bereits stark genug auf die Ernteprognosen ausgewirkt:

Ertragsprognosen für Getreide gesenkt

Der Prognosedienst der EU-Kommission (MARS) senkt die im Vormonat geäußerten Ertragsprognosen für Gertreide um bis zu 3,7 Prozent.

Für Roggen, Raps, Sommergerste und Triticale sinken die Werte gar unter das langjährige Mittel.

Die ungünstigen Wetterbedingungen wie der Frost zur Blütezeit, extreme Trockenheit bzw. zu spät kommender Regen haben die Pflanzen doch mehr geschadet als zunächst angenommen.

Acuh der International Getreiderat (IGC) veröffentlichte Zahlen, die auf einen weltweiten Rückgang der Bestände von Mais und Weizen deuten.

Bei Mais wird für 2017/2018 mit einer erhöhten Nachfrage gerechnet, so dass trotz unveränderter Ertragsprognosen die Überhangbestände geschätzt um 29 Millionen Tonnen auf 197 Millionen Tonnen zurückgehen.

Die entspricht einer Senkung des Anteiles der Überhänge am Weltmaisverbrauch von 21,5 Prozent auf 18,6 Prozent.

Auch bei Weizen ist laut IGC mit einem knappen Rückgang der Überhangsbestände zu rechnen.

Die  Ernteerträge 2017/2018 in Höhe von geschätzt 736 Millionen Tonnen werden den weltweiten Verbrauch in geschätzter Höhe von  738 Millionen Tonnen nur sehr knapp decken können.

Zwar beeinflusst das Wetter maßgeblich die Ertragsprognosen. Aber manchmal spielen auch andere Faktoren mit rein.

So entstehen in Russland derzeit wie im Vorjahr Ernteausfälle, weil die technischen Gerätschaften fehlen.

Ein Mangel an Mähdreschern soll bereits im letzten Jahr einen Verlust von 10 Millionen Tonnen Getreide verursacht haben.

Ein anderer Markt scheint im Gegensatz zum Getreidemarkt aktuell Aufwind zu verspüren:

Windenergie weiter auf Vormarsch

Das Frauenhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik führt in seinem Bericht „Windenergie Report Deutschland 2016“ einige sehr interessante Zahlen auf.

Windenergie trägt demnach mit 12,4 Prozent zur deutschen Bruttostromerzeugung bei. Im Vergleich: Atomkraftwerke liegen bei 13 Prozent.

Im 2016 überstieg der Beitrag der erneuerbaren Energien erstmals den der konventionellen Atom- und Braunkohlekraftwerke.

29 Prozent des Bruttostromverbrauchs wurde von den umweltfreundlicheren Energietechniken gedeckt.

28000 Onshore-Windanlagen gibt es mittlerweile in Deutschland. Diese liefern knapp 46000 MegaWatt Nennleistung.

Schaut man auf die Zahlen könnte man meinen, dass der weitere Ausbau von Windanlagen langsam abflaut, denn es werden in der Anzahl weniger Anlagen neu errichtet.

Dies ist aber ein Trugschluß, denn die neuen Windsysteme werden immer größer.

Neue, geeignete Flächen zu finden, ist schwer. Einfacher ist es für Betreiber, die kleinen Modelle aus den 80er und 90ern mit modernen Rädern zu ersetzen. 

Die in 2016 errichteten Anlagen wiesen eine durchschnittliche Nabenhöhe von 128 Metern(!) und einen Rotordurchmesser von 109 Metern(!) auf. 

Flügel für 16 gigantische Windräder

Quelle: buten un binnen

Ganz schön beeindruckend, wie so ein Windrad entsteht, oder? Aber auch bei Offshore-Anlagen werden die Projekte technisch immer herausfordernder.

So werden die Energieanlagen mittlerweile durchschnittlich 53 Kilometer von der Küste entfernt und in durchschnittlichen Wassertiefen von 27 Metern erbaut.

Von den weltweit 13900 MegaWatt, die durch Offshore-Windanlagen bereitgestellt werden, stammen 12400 MegaWatt allein aus Europa. Deutschland alleine trägt 4089 MegaWatt bei.

Aber neben dem Trend nach immer größeren Anlagen, bietet der Markt auch kleine Modelle für „daheim“. Quasi das eigene Windrad für den Hof.

Welche Erfahrungen konntet Ihr mit eigener Energieerzeugung auf Eurem Hof sammeln?