Agrarbetrieb Retention Marketing

Retention Marketing für Urlaub auf dem Bauernhof

Wir sind mitten in der Hauptsaison für die Urlaubszeit auf dem Bauernhof. Höchste Zeit um sich um’s Retention Marketing Gedanken zu machen.

An was? Retention Marketing? Ist die Urlaubszeit nicht schon stressig genug?

Wer soll da noch Zeit haben, um sich um irgendwelche neumodischen Marketingthemen zu kümmern.

Was ist das überhaupt, dieses Retention Marketing? Ist es überhaupt relevant für mich?

Retention Marketing für den Bauernhof

Die einfache Antwort lautet ja. Ja, es ist relevant für Euch.

Es ist für jeden wichtig, der in irgendeiner Art und Weise Produkte oder Dienstleistungen zum Kauf anbietet.

Retention lässt sich auf deutsch mit dem Begriff „Rückgewinnung“ umschreiben. Es geht beim Retention Marketing um Maßnahmen, die direkt darauf abzielen, dass die Kunden wiederholt bei Euch einkaufen.

Für Urlaub auf dem Bauernhof umfasst der Begriff Retention Marketing also alle Maßnahmen, die darauf abzielen, dass Eure Gäste von diesem Jahr auch in Zukunft nochmal zu Euch kommen.

Und es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, wenn die Gäste bei Euch vor Ort sind.

Wie stellt Ihr nun sicher, dass Euer Bauernhof auch im nächsten Jahr gut besucht ist?

Die drei wichtigen Zeitpunkte fürs Retention Marketing

Im Grunde gibt es drei Phasen oder Zeitpunkte, in denen Ihr Verschiedenes unternehmen könnt, um Gäste in Langzeitkunden zu verwandeln.

Sucht die für Euch richtigen Gästen aus

Wie immer beginnt es damit, dass Ihr wisst, was Ihr möchtet. Ihr könnt nicht für jeden alles sein.

Überlegt Euch, wie Euer idealer Gast aussieht, mit anderen Worten, wen Ihr auf Eurem Hof Jahr für Jahr willkommen heißen möchtet.

Dieser Schritt liegt ganz klar vor der Saison. Aber nutzt die aktuelle Saison um Euch noch klarer darüber zu werden, wie Ihr Euch für das nächste Jahr positionieren möchtet.

Schaut Euch Eure Gäste an und stellt Euch folgende Fragen

  • Wer ist der für Euch perfekte Gast unter Euren Gästen? Warum?
  • Wonach sucht dieser Gast? Was erwartet er von seiner Zeit auf dem Bauernhof?
  • Wofür steht Euer Hof? Was bietet Ihr? Was unterscheidet Euch von anderen Höfen?
  • Haben Eure Marketingmaßnahmen seit der letzten Saison die für Euch richtigen Gäste angezogen? Was könnt Ihr verbessern? Oder was solltet Ihr ändern?

Warum ist es so wichtig, dass Ihr soviel wie möglich über Eure Gäste wisst? Wenn Ihr die für Euch ideallen Gäste anzieht, werden diese mit einer höheren Wahrscheinlichkeit loyal bleiben und wiederkommen.

Auf die Details kommt es an

Wenn die Gäste bei Euch sind, heißt es natürlich, Ihnen einen unvergessliches Erlebnis zu bieten.

Es versteht sich von selbst, das ein rundum gelungener Kundenservice dazugehört: von der Anmeldung bis zur Abreise sollten die Prozesse reibungslos verlaufen.

Aber dies ist nur die Basis. Bietet etwas Besonderes!

Dabei geht es nicht um großartige Erlebnisse. Es sind die kleinen Dinge die zählen. Es gibt viele Anbieter für Urlaub auf dem Bauernhof mit ähnlichen Angeboten.

Aber Euch gibt es nur einmal: baut eine Beziehung zu Euren Gästen auf. Lasst Eure Gäste Euch kennenlernen und lernt Eure Gäste kennen. Baut eine Freundschaft auf.

Mit kleinen Gesten, könnt Ihr unglaublich großes Bewirken. Das einfachste Beispiel ist ein Lächeln. Es kostet nichts, ist aber unbezahlbar in der Wirkung.

Zeigt ehrliches Interesse an der Person und dem Leben Eurer Gäste. Überrascht Sie mit kleinen, personalisierten Gesten, wie etwa einen mit Hand geschriebenen Willkommensgruß, in dem Ihr Eure Gäste mit Namen ansprecht.

Fragt Euch, über welche Kleinigkeiten sich Euer idealler Gast unglaublich freuen würde. Welche Ideen lassen sich einfach ohne großen Kosten- und Zeitaufwand umsetzen?

Je besser Ihr Eure Gäste kennt, desto besser könnt Ihr ein unvergessliches Erlebnis bieten.

Deshalb: redet mit Euren Gästen. Findet heraus,

  • wie sie auf Euch gekommen sind
  • warum sie Euch aus all den Angeboten gewählt haben
  • was Ihnen besonders gut bei Euch gefällt
  • was Sie nicht so gut fanden
  • ob sie wiederkommen würden und wenn ja, warum?

Um sicherzustellen, dass Ihr die Informationen von Euren Gästen erhaltet, könnt Ihr auch bei der An- und Abreise Euren Gästen ein Formular zum Ausfüllen geben.

Nachdem Eure Gäste abgereist sind, heisst es nicht, dass Ihr nun einfach abwartet, ob Eure Gäste wiederkommen.

Bleibt am Ball

Auch wenn Ihr den ideallen Gast hattet und dieser eine perfekte Zeit bei Euch verbracht hat, heißt dies nicht unbedingt, dass er von sich aus im nächsten Jahr wiederkommt.

Bietet Euren Gästen auch während des Jahres das wonach Sie suchen.

Über die Sozialen Medien wie Facebook und Instagram oder über Eure Webseite ist es super einfach, Eure Gäste weiterhin am Hofleben teilhaben zu lassen.

Ein regelmässiger Newsletter mit interessanten Informationen und Angeboten erinnert Eure Gäste immer wieder an Euch und die Zeit mit Euch.

Es gilt, auch weiterhin präsent zu sein und Profil zu zeigen.

Ihr seht, Retention Marketing ist ein sehr umfassendes Thema. Es geht nicht um einzelne Aktionen, die man hier und da mal unternimmt.

Nach der Saison ist vor der Saison. Aber gerade jetzt ist es wichtig, dass Ihr soviel wie möglich von Euren Gästen mitnehmt.

Bleibt aufmerksam! Und hört nicht auf, Euch selber Fragen zu stellen. Von „Worüber freuen sich Eure Gäste besonders?“ bis hin zu „Welche Sozialen Medien nutzen Sie?“

Je mehr Ihr über Eure Gäste wisst, desto mehr könnt Ihr Eure Posts auf bspw. Facebook oder Eurer Webseite anpassen.

Ihr wisst dann, was Ihr in Euren Newsletter schreibt, um interessant zu bleiben oder zu welchen Angeboten Eure Gäste einfach nicht Nein sagen können.

Wie stellt Ihr sicher, dass Ihr soviel wie möglich über Eure Gäste lernt?

Social Media Landwirtschaft Marketing

Social Media Marketing auf dem Feld und im Stall

Wir Landwirte wissen, dass wir technologisch immer auf dem neuesten Stand sind. Aber gilt das nur für die schweren Geräte im Feld und Stall? Wie sieht es mit Social Media aus?

Social Media und Landwirtschaft passen für viele wahrscheinlich nicht direkt zusammen.

Das wir „Landeier“ bei unseren Arbeitsgeräten vom Traktor bis zur Drohne ziemlich ausgeklügelte Technik benutzen, dürfte sich inzwischen rumgesprochen haben.

Aber wie sieht es mit Facebook, Twitter und wie sie nicht alle heißen aus? Lebt der Landwirt von heute da noch hinter dem Mond?

Darauf gibt es nur eine klare Antwort: nein!

Social Media in der Landwirtschaft

Für die jüngeren Landwirte unter uns gehören soziale Medien eh von klein auf zum Leben dazu. Aber auch so haben sich die sozialen Netzwerke in der Landwirtschaft etabliert.

Lasst uns einen Blick auf die Nutzung von Social Media in der deutschen Landwirtschaft werfen.

Das Marktforschungsunternehmen AgriDirect Deutschland hat im Frühjahr 2016 hierzu eine Studie durchgeführt.

Demnach nutzt ca. die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe Social Media Plattformen.

Hierbei ist auffällig, dass tendenziell mit der Größe des landwirtschaftlichen Betriebes auch die Nutzung von Social Media zunimmt.

Whatsapp (79,4%), Facebook (55,8%) und YouTube (45,9%) gehören mit Abstand zu den beliebtesten Plattformen.

Wozu nutzen Landwirte in Deutschland die sozialen Netzwerke?

  • „Ich nutze Social Media Plattformen aus privaten Gründen.“ (48,6%)
  • „Ich lese landwirtschaftliche Nachrichten.“ (45,5%)
  • „Ich tausche mich mit Berufskollegen aus.“ (40,9%)
  • „Ich sammle Informationen zu Neuigkeiten über Produkte und Maschinen.“ (38,4%)

Dies sind die mit Abstand wichtigsten Gründe, die genannt wurden. Erst an fünfter Stelle kam:

  • „Ich bewerbe mein eigenes Produkt bzw. meinen eigenen Betrieb.“ (10,0%)

Die bedeutet, dass lediglich jede zehnte Landwirtschaft Social Media Plattformen für die eigene Vermarktung nutzt.

Soziale Medien sind aber nicht nur großartig, um sich mit seinen Kollegen auszutauschen und top informiert zu bleiben.

Social Media Marketing in der Landwirtschaft

Sie können ein sehr effektiver Weg sein, mit Verbrauchern in direkten Kontakt zu treten und Ihnen das „wirkliche“ Leben eines Landwirts näherzubringen.

Fernab von nach Aufmerksamkeit schreienden Schlagzeilen über Tierquälerei und Zerstörung der Natur oder, dem anderen Extrem, fernab von romantisierten, idyllischen Bauernhofbildern.

Die Verbreitung von Smartphones macht es für Landwirte sehr einfach, Verbraucher und Interessierte am täglichen Leben teilhaben zu lassen.

Eben mal schnell ein Foto von dem jüngsten Kälbchen oder ein Video von der Feldbegehung gepostet. Der Fantasie des Landwirts sind keine Grenzen gesetzt. 

Gepostet werden kann, was gefällt. Aber egal welche Plattform man nutzt, es gibt doch die eine oder andere Grundregel, die man beherzigen sollte:

15 Tipps zum Social Media Marketing

Quelle: Carlo Siebert

Klingt gar nicht so kompliziert, Social Media anzuwenden, oder?

Früher war Selbstdarstellung und Vermarktung des Betriebes und seiner Produkte nur mit viel Aufwand und Kosten möglich.

Die neuen Technologien sind heute so einfach, dass selbst Dreijährige schon wahre Meister im Bedienen eines Smartphones sind.

Ohne große Kenntnisse und Einarbeitung kann jeder soziale Medien auf seinem Hof einsetzen, um seinen Betrieb und seine Produkte greifbar zu machen.

Heißt das, man sollte einfach so loslegen, wie einem gerade ist? Definitiv nicht.

Auch wenn Social Media Plattformen einfach zu bedienen und in der Regel auch kostenlos sind, sie kosten etwas unendlich wertvolleres: Zeit.

Deshalb stellt sich Euch eigentlich auch erstmal nur eine wichtige Frage:

Was ist mein Ziel?

Wenn Ihr die sozialen Netzwerke für Euch selbst nutzt, um Euch zu informieren oder um Euch mit anderen Landwirten auszutauschen, dann wisst Ihr sehr genau, was Ihr wollt.

Ihr wisst, welchen Blog Ihr aufsucht, um die neuesten Informationen zu erhalten.

Ihr geht auf Twitter, um mit anderen Landwirten in Deutschland über ein brisantes Thema zu diskutieren.

Auf Facebook verfolgt Ihr die Neuigkeiten von befreundeten Landwirten, auf YouTube bestaunt Ihr den HighTech-Traktor in Aktion.

Ihr könnt ziemlich genau sagen, warum Ihr wen auf welcher Plattform verfolgt. 

Wenn Ihr nun Inhalte für Andere veröffentlichen möchtet, steht Ihr auf der anderen Seite, aber Ihr müsst dennoch ganz genau wissen, was Ihr wollt. 

Ihr müsst das Ziel kennen, um im Social Media Dschungel nicht verloren zu gehen.

Und das es nicht DIE richtige soziale Plattform gibt, macht es nicht einfacher. Jede hat Ihre Stärken. Aber Ihr habt nicht die Zeit, auf allen vertreten zu sein. Deshalb:

Wen möchtet Ihr ansprechen und warum?

  • Menschen in Eurer Umgebung, um den Hof in die Region einzubinden;
  • Städtler über Landwirtschaft informieren und aufklären;
  • Jugendliche für die Landwirtschaft begeistern;
  • Familien für Urlaub auf Euren Bauernhof gewinnen;
  • potentielle Direktvermarkter für den Aufbau von Geschäftsbeziehungen ansprechen; 

Die Antwortmöglichkeiten sind unendlich. Nur Ihr könnt diese Frage beantworten und Ihr solltet Euch die Zeit nehmen, um Euer Ziel sehr genau zu kennen und zu definieren. 

Mit welcher Plattform erreiche ich meine Zielgruppe am besten?

Wenn Ihr wisst wen Ihr ansprechen wollt, dann erleichtert dies auch Eure Auswahl der richtigen Plattform. 

Denn es macht keinen Sinn, wenn Ihr auf Facebook postet und Ihr wollt Jugendliche ansprechen, die eher auf Snapchat abhängen. 

Ihr braucht keine starke Präsenz auf Twitter aufbauen, wenn die Oberhäupter der Familien, die bei Euch Urlaub machen sollen, auf Facebook aktiv sind. 

Jede Plattform hat Ihre Stärken, aber es gibt durchaus auch Überschneidungen. 

Facebook führt nach wie vor in Deutschland die Liste der meistgenutzen Netzwerke an. Es ist auch recht flexibel in der Ausgestaltung der Inhalte und eignet sich für Video, Foto oder Text.

Wenn Ihr sehr gerne fotografiert, werdet Ihr wohl Instagram lieben. Für Videos ist klar YouTube eine Topadresse. 

Sucht Euch ein Netzwerk, mit dem Ihr Eure Ziele erreichen könnt, aber das Euch auch Spass macht. Ihr werdet sonst nicht am Ball bleiben. 

Und ein kleiner Tipp zum Schluss:

Die gleichen Inhalte lassen sich oft auch auf unterschiedlichen Plattformen veröffentlichen. So seid Ihr doppelt präsent mit nur einem Arbeitsaufwand.

Welche Social Media Plattformen nutzt Ihr und was sind Eurer Erfahrungen?

Düngebedarfsrechner zum Kosten sparen

2 Düngebedarfsrechner die uns helfen, Kosten zu sparen

Die neue Düngeverordnung wird mit großer Wahrscheinlichkeit im März verabschiedet. Bis dahin müssen wir weiterhin die Düngung preiswert und bedarfsorientiert gestalten.

Wie tun wir das?

Mit Hilfe von Online-Rechner oder sogenannte Düngebedarfsrechner.

Zwei dieser Düngebedarfsrechner schauen wir uns heute näher an. Der eine Rechner hilft uns bei der Rübendüngung, der andere bei der Berechnung des Düngebedarfs im Maisbestand.

Bevor wir tiefer in die Materie einsteigen, kurz noch der Rückblick auf ein paar Top-Meldungen aus unserer Branche…

1. Die Firma Gebrüder Pfeiffer GmbH & Co. KG sind seit Januar exklusive Importeure für Claydon-Technik in Deutschland und den Niederlanden.

Die Zusammenarbeit des deutschen Unternehmens mit Claydon startete in 2016 als dieser der erste Vertriebspartner für Claydon in Deutschland wurde. Aufgrund der positiven Erfahrungen wurde heute die Kooperation der Gebrüder Pfeiffer mit Claydon weiter ausgebaut.

Die Aufteilung der Verantwortlichkeiten ist klar:

  • Pfeiffer soll das Händler-Netzwerk in Deutschland und den Niederlanden ausbauen, d.h. sie sind als exklusiver Vertriebspartner für Vertrieb und Service zuständig
  • Claydon Deutschland ist weiterhin für die Betreuung und Beratung von Bestandskunden zuständig

2. Die Bundesregierung verabschiedet Neuregelung von Drohnen, um die Sicherheit im Luftraum zu erhöhen.

Drohnen geraten immer häufiger in die Schlagzeilen weil sie nicht zweckmäßig „manevriert“ werden. Mit den neu aufgesetzten Regeln, hofft die Bundesregierung auf etwas mehr Sicherheit im Luftraum.

Folgende vier Regeln sollen gelten:

  • Kennzeichnungspflicht: Drohnen die mehr als 250 Gramm wiegen, müssen mit einer Plakete auf der Name + Adresse steht, gekennzeichnet werden.
  • Erlaubnispflicht: Für Flugmodelle die mehr als 5 kg wiegen bzw. die Nachts eingesetzt werden, ist zukünftig eine Erlaubnis von den Landesluftfahrtbehörden nötig.
  • Drohnen-Führerschein: Das Mindestalter soll 16 Jahre betragen. Es soll eine Prüfung abgelegt werden. Wer diese Führerscheine ausstellen soll und wie lange sie gültig sein sollen – darüber herrscht noch Unklarheit. Die Bundesregierung spricht in der Pressemitteilung von 10 Jahren.
  • Betriebsverbot: Modelle unter 5 kg müssen in Sichtweite bleiben und dürfen nicht über sensible Bereiche (z.B. Polizei, Rettungskräfte, Menschensammlungen, Naturschutzgebiete) eingesetzt werden.

Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

Quelle: Bundesregierung

3. CNH Industrial veröffentlicht Geschäftsbericht 2016: Weniger Umsätze, weniger Gewinne.

2016 war kein gutes Jahr für CNH Industrial. Zum Konzern gehören u.a. die Marken Case IH und New Holland. Der Nettoumsatz sank um 4,1% auf 23,669 Mrd. USD. Der operative Gewinn lag bei 1,291 Mrd. USD (in 2015 betrug dieser 1,432 Mrd. USD).

Das letzte Jahr war für viele Landtechnikhersteller ein schweres Jahr. Mal schauen wie locker das Investitionsgeld in diesem Jahr sitzt.

Der Düngebedarfsrechner von LIZ für Zuckerrüben

Wer auf der überarbeiteten Webseite des Informationsdienstes Zuckerrüber (LIZ) landet, dem können die neuen Düngebedarfsrechner nicht entgehen. Diese erscheinen nämlich direkt auf der Homepage.

Die Tools sind eine tolle Sache. Sie helfen uns bei der Planung für die neue Düngersaison — denn Landwirte wissen nur zu genau, „wer gezielt düngt, der spart Kosten“.

Hinzu kommt es, dass die Online-Rechner jedem kostenlos zur Verfügung stehen.

Rechner #1: LIZ-Düngungskosten

Ihr wolltet schon immer einen Preisvergleich zwischen mineralischen und organischen Dünger vornehmen, um anschließend eine bessere Entscheidung treffen zu können?

Bingo.

Der neue Kostenrechner von LIZ hilft Euch dabei.

Rechner #2: Dungpro

Hiermit kann der Nährstoffbedarf aller Grundnährstoffe für beides, Fruchtart und Fruchtfolge, problemlos ermittelt werden.

Rechner #3: Npro 2017

Dieses Tool hilft bei der Ermittlung des Stickstoffbedarfs. Die Eingabe erfolgt unter Berücksichtigung des Nmin-Wertes (kalkuliert oder gemessen) und der N-Nachlieferung des Standorts.

Die Einschränkung: Kalkulation erfolgt auf Basis der LIZ-Gebiete Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Sachsen-Einhalt.

Der Düngebedarfsrechner des Deutschen Maiskomitees für Körner- und Silomais

Ein weiterer kostenloser Düngebedarfsrechner wird vom Deutschen Maiskomitee (DMK) zur Verfügung gestellt. Damit können Landwirte den Nährstoffentzug und die benötigte Höhe der Ausgleichsdüngung im Maisbestand berechnen.

Und wozu das Ganze?

Klar doch… um Kosten zu sparen.

Wie funktioniert der Düngebedarfsrechner?

1. Als erstes wählt man zwischen Körnermais oder Silomais (Trockenmasse) aus.

2. Danach erfolgt die manuelle Eingabe in folgende zwei Felder:

  • Ertragserwartung: einfach den angestrebten Ertrag eingeben
  • N-min Gehalt: Wert eintragen

3. Auf „berechnen“ klicken.

Das Programm errechnet den Nährstoffentzug je Hektar und zeigt die benötigte Höhe der Ausgleichsdüngung für Stickstoff, Phosphat, Kali und Magnesium an.

Ihr habt über mehrere Jahre hinweg organische Dünger eingesetzt? Dann müsst Ihr diese Effekte bei der Kalkulation ebenfalls berücksichtigen.

Hier geht’s zum Tool des DMK

Tools sind eine feine Sache

Heutzutage setzen wir jede Menge Apps und Tools ein, um unsere Planung zu optimieren, die Effizienz zu erhöhen und selbstverständlich auch deshalb, um bei der ganzen Sache Kosten zu sparen.

Dabei muss ich jedoch eins gestehen: wir sind verwöhnt! Ja, richtig gelesen. Wir sind sogar sehr verwöhnt, denn viele tolle Apps und Tools stehen uns nämlich „frei“ zur Verfügung.

Viele bejubeln die „Freebie“-Ära, wiederum andere verteufeln sie. Sicherlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.

Welche weiteren Düngebedarfsrechner verwendet Ihr? Teilt das doch hier mit der Agrarbetrieb-Community, damit wir alle voneinander lernen können.

LinkedIn in der Landwirtschaft

LinkedIn: Social Media in der Landwirtschaft

LinkedIn? Das ist doch der internationale Bruder von Xing, oder etwa nicht? Und was soll ich damit in der Landwirtschaft?

Ja, es stimmt, LinkedIn ist der große Bruder von Xing. Und weil es Sinn macht sich auch mal mit Landwirten aus anderen Ländern auszutauschen, kann ein LinkedIn-Account durchaus von Nutzen sein.

Setzen wir doch unsere Social Media in der Landwirtschaft Serie fort. Nach Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest und Google Plus steht heute LinkedIn in den Startlöchern. Das sind nämlich die Top 6 sozialen Netzwerke der Welt.

Microsoft kauft LinkedIn

Mitte Juli war es soweit: das Business-Netzwerk LinkedIn ging für 26,2 Milliarden Dollar an Microsoft. Das sind umgerechnet 23,3 Milliarden EUR.

Warum der Kauf?

Ist doch logisch, denn Microsoft will nicht mehr länger zuschauen wie die beiden Konkurrenten Google und Facebook das soziale Netzwerk-Kuchen und damit einhergehend, den „digitalen Werbekuchen“ dominieren.

„Der Deal vereint die weltweit führende professionelle Cloud und das global führende berufliche Netzwerk“, sagte Microsoft-Chef Satya Nadella. Auch die Bürosoftware Office 365 und Dynamics werde mit dem Kauf wachsen – „weil wir jeden Menschen und jedes Unternehmen auf der Welt damit ausstatten wollen“. [Quelle: Spiegel Online]

LinkedIn ist das Business-Netzwerk schlechthin. Hier treffen junge Universitätsabsolventen und hochkarätige Businessleute auf Headhunter und Dealmaker.

Es wird ‚präsentiert‘ was das Zeug hält. Jeder zeigt sich von der Schokoladenseite versteht sich…

Anders als auf Facebook, Instagram oder Snapchat, wo Katzen- und Hundebilder die „Feeds“ dominieren, gelten solche Bilder auf LinkedIn als verpöhnt und als absolutes NO GO. Wer die Regeln nicht kennt und einhält, den bestraft die Community.

Top Tipps für Euren Start auf LinkedIn…

Quelle: YouTube Video von LinkedIn

Wie funktioniert LinkedIn?

LinkedIn gilt als die seriöse Social Media Plattform unter den englischsprachigen Netzwerken (in Deutschland ist es Xing).

Hier werden wirtschaftliche, politische und technische Themen diskuttiert. Es existieren Gruppen für Finanzliebhaber, Marketingjunkies und Tauchfreunde. Wer sich auf der Suche nach einem exotischen Urlaubsort befindet, wird hier ebenfalls fündig.

Wie wir bereits wissen, ticken die Deutschen in punkto „Datensicherheit“ ein bischen anders als unsere US-amerikanischen Freunde. Deshalb untersuchten TÜV und Statista die Social Media Giganten Facebook, Google+, LinkedIn und Xing.

Die Ergebnisse der Studie wurden in folgender Infografik zusammen getragen…

Infografik: Die Deutschen und soziale Netzwerke | Statista
 Quelle: Statista

Kurzes Fazit

Im privaten Bereich setzen die deutschen Nutzer auf Facebook. Um berufliche Kontakte zu pflegen bzw. einen entsprechenden Job zu finden sind Xing und LinkedIn unverzichtbar.

In punkto Vertrauen, hat das heimische Karrierenetzwerk Xing die Nase vorn. Bei den Netzwerken in den USA besteht weiterhin Rechtsunsicherheit bzgl. Datenverwertung und Datenschutz.

Kleiner Exkurs…

Keiner zwingt einen, seine gesamten Daten preis zu geben, Katzenbilder hochzuladen, Bilder von der Enkeltochter zu verteilen bzw. jedem mitzuteilen, was man zum Frühstück gegessen hat. Egal ob deutsches oder US-amerikanisches Netzwerk, die Verwantwortung liegt bei einem selbst.

LinkedIn in der Landwirtschaft

LinkedIn ist doch was für Businessleute, oder habe ich da was falsch verstanden? Was soll jetzt ein Landwirt mit dieser Plattform?

Ich habe Spaßes halber mal eine Suche auf LinkedIn gestartet um Euch die Power dieses sozialen Netzwerks aufzuzeigen. Als Suchbegriff habe ich „Landwirtschaft“ eingegeben und als Land „Germany“.

Und siehe da: 271 Stellen im Bereich Landwirtschaft…

LinkedIn Landwirtschaft in Deutschland

Hier kann man sich ganz in Ruhe, von zu Hause aus, die unterschiedlichen Stellen anschauen. Mit Sicherheit ist unter den 271 Stellen etwas passendes dabei.

Das wäre also ein Vorteil von LinkedIn für Landwirte: gezielte Stellensuche.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Unternehmensvorstellung. Durch die Erstellung einer sogenannten Company Page, können Interessenten mehr über Euer Bauernhof erfahren.

Hier ein paar Beispiele von sogenannten Company Pages aus unserer Branche:

Zuletzt noch das Beispiel von John Deere, damit Ihr seht wie man das richtig macht bzw. wie man das Meiste aus einer LinkedIn Unternehmensseite rausholen kann:

John Deere Unternehmensprofil.

Alle guten Dinge sind drei…

Der dritte Vorteil von LinkedIn sind Gruppen.

Ein paar Beispiele von Gruppen wo sich Landwirte aus aller Welt treffen, um sich über relevante Themen auszutauschen, findet Ihr unter:

  • Agri Jobs mit fast 60.000 Mitglieder
  • Agro Commodity, eine internationale Gruppe wo Informationen zu Getreide & Co. ausgetauscht werden
  • Agri Marketing, ein Treffpunkt für knapp 55.000 Mitglieder um sich über aktuelle Marketingtrends in der Landwirtschaft auszutauschen
  • Natur & Jagd, eine kleine Gruppe für Liebhaber von Natur- und Jagdphotographie

Das ist nur eine kleine Auswahl von Gruppen. Geht einfach auf Gruppensuche und ich bin sicher Ihr findet die passende Community, um Euch auszutauschen und vor allem, wichtige internationale Kontakte zu anderen Landwirten zu knüpfen.

Meine bisherigen Erfahrungen mit LinkedIn

Ich nutze LinkedIn um mich mit Kollegen und Gleichgesinnten aus dem internationalen Umfeld auszutauschen. Einige von ihnen bevorzugen LinkedIn, andere wiederum Facebook.

Gleichzeitig nutze ich auch die deutsche Version von LinkedIn, nämlich Xing. Da es eine Plattform für deutschsprachige Social Media Benutzer ist, kann ich hier meine heimischen Kontakte ganz gut pflegen.

Wie ich schon immer in meinen Blogs geschrieben habe:

Es geht nicht um die X / Y / Z Plattform an sich. Vielmehr geht es darum, auf die Stärken des jeweiligen Netzwerks zu setzen und diese in Kombination mit anderen Plattformen zu verwenden. Integratives Denken ist gefordert.

Das was bei Facebook gut ankommt, ist eine Blamage auf LinkedIn oder Snapchat. Die seriöse Umgangform auf Xing und LinkedIn hingegen, kann wie ein Boomerang auf Snapchat oder Instagram wirken.

Jede Plattform hat seine eigene Communities und Regeln, und damit einhergehend, seine Eigenheiten. Diese zu kennen ist von großem Vorteil.

Nutzt Ihr LinkedIn? Welches soziale Netzwerk bevorzugt Ihr und wie setzt Ihr diesen in der Landwirtschaft ein?

Agrar-Apps zum selber ausprobieren

3 Agrar-Apps zum selber ausprobieren

Pokemon Go, das kostenlose Augmented-Reality-Spiel sorgt weltweit für Kopfschütteln und Irritation. Generation Y und die Millennials jubeln, der Rest tut sich schwer den Wahnsinn zu verstehen. Im Vergleich dazu, sind Agrar-Apps recht harmlos…

Menschen die vom Bürgersteig auf die Fahrbahn stolpern weil sie ihr Blick von ihren Smartphones nicht abwenden können sind keine Seltenheit mehr.

Jugendliche die sich im Park treffen um „auszuhängen“, die anschließend ihre gesamte ‚gemeinsame‘ Zeit durch individuelles surfen auf dem Smartphone verbringen…

Geht damit die Smartphone und App-Krankheit in die nächste Runde?

Die Oma versteht das alles lange nicht mehr. Papa und Mama schütteln so langsam auch schon den Kopf und 25+ Jährige kommen auch nicht mehr ganz so mit… mit der App-Manie.

App-gelenkt?

Ein Bericht über Generation ‚Kopf runter’…

Quelle: YouTube Video von ARD Mittagsmagazin

Aber Apps bringen auch viele Vorteile mit sich — wenn man weiss wie man sie gezielt für die eigenen Zwecke einzusetzen hat und gleichzeitig auch noch die Kontrolle über das eigene Leben behält.

Und auch bei uns in der Landwirtschaft haben sich Apps bzw. Agrar-Apps fest etabliert.

Will ein Landwirt wissen wie das Wetter in seiner Region in den kommenden Stunden sein wird, greift er / sie auf eine entsprechende App zu. Wer mehr über Schädlinge und Unkräuter erfahren möchte, die eventuell das eigene Feld befallen haben, greift auf eine für Schädlinge und Unkräuter spezialisierte Agrar-App zu.

Die Angebote im Google Play Store und App Store sind vielfältig — und täglich kommen weitere Agrar-Apps hinzu. Den Überblick hat lange keiner mehr, ausser die beiden Tech-Giganten Google und Apple.

Kommen wir nun zu den drei Agrar-Apps die ich Euch heute kurz vorstellen möchte…

1. NINA warnt vor Unwetter, Hochwasser, Feuer und weiteren Gefahren

NINA steht für Notfall-Informations- und Nachrichten-App.

Die Katastrophen-App aus dem Hause Bundesamt für Katastrophenhilfe (BBK) warnt per Eilmeldung vor Gefahren wie z.B. Großbrand oder Gefahrstoffausbreitung. Des weiteren sind in der Warn-App die Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und die Hochwasserinformationen der zuständigen Stellen der Bundesländer integriert.

Alle Gefahren quasi in einem App-Überblick…

Quelle: YouTube Video von retter.tv

Die Warn-App ist auch visuell bzw. graphisch hinterlegt. Die Warngebiete werden in der Kartenansicht dargestellt.

Der User hat die Möglichkeit zwischen verschiedenen Warnkategorien (Wetter, Hochwasser, Bevölkerungsschutz) zu wählen. Tippt man auf ein Warngebiet so erscheint die entsprechende Warnmeldung. Sollten mehrere Warnmeldungen für das ausgewählte Gebiet vorliegen, so werden diese in einer Liste aufgezeigt.

NINA für Android

NINA für iPhone

2. Agricon-App ermöglicht ME-Kunden den Zugriff auf die Precision-Farming-Plattform agriBOX

Folgende App von Agricon ist was für Landwirte mit Müller Elektronik-Terminals.

Zur agriBox:

  • ist ein Jobrechner der speziell für den Digitalen Pflanzenbau entwickelt wurde
  • enthält alle agronomischen Regelfunktionen für die N-Düngung, Wachstumsregler- und Fungizid-Applikation
  • ist mit dem agriPORT Datenmanagementsystem vernetzt (Zugriff auf Daten auch im Büro)
  • wird herstellerunabhängig in die Schlepperkabine montiert

Welche Vorteile bietet denn agriBox?

Zum einen wird durch den Einsatz der agriBOX der Einbau eines zusätzlichen Terminals im Schlepper erspart. Das ME-Terminal zeigt alle Anwendungen an.

Zum anderen ist agriBOX vollständig in die ISOBUS-Welt von ME integriert. Software-Updates sorgen für neue Features und Funktionen; damit wird sichergestellt, dass der Anwender auch zukünftig im Bereich Technologie & agronomische Weiterentwicklung, gut aufgestellt ist.

Auf der Webseite von Müller Elektronik habt Ihr Zugriff auf die beiden Geräte Agricon Touch 800 und Touch 1200. Support und technischer Service werden von Agricon gedeckt.

3. MF Explore App hilft bei der Konfiguration eines Massey Ferguson „Wunschtraktors“

Autos nach Wunsch und Belieben konfigurieren, Küchen selbst konfigurieren… Warum soll das nicht auch bei Traktoren möglich sein?

Das dachte sich auch Massey Ferguson. Seit Ende März kann jeder MF-Begeisterter seinen eigenen Wunschtraktor selbst konfigurieren.

Was man dazu braucht?

Eine Agrar-App, nämlich die MF Explore App. Diese kann kostenlos im Apple Store heruntergeladen werden. Die App kann aktuell nur auf Apple-Geräte installiert werden.

MF Explore im Apple Store

Zum Konfigurationsprozess:

Los geht’s mit der Angabe der PS. Zur Auswahl steht das MF Traktorenprogramm von 85-400 PS. Zukünftig soll das gesamte Traktorensortiment inkl. Mähdrescher, Ballenpressen & Co. abgebildet werden.

Wie bei jedem anderen Konfigurator auch, können anschliessend z.B. die Hydraulik und bestimmte Accessoires ausgewählt werden. Letztendlich wollen die MF-Fans einen möglich schicken und „gepimpten“ Traktor vor sich haben, zumindest virtuell.

Das Modell wird anschließend in einem virtuellen Einkaufswagen gespeichert und kann später mit Familie und Freunden geteilt werden.

Die faszinierende Welt der Agrar-Apps

Wo man nur hinschaut Apps, Games, soziale Netzwerke und natürlich Smartphones…

Die Welt hat sich in den letzten 10 Jahren sehr stark verändert. Wir werden regelrecht mit Informationen, Nachrichten und allerlei Werbung bombardiert. Die Herausforderung besteht darin, die uns wichtigen und nützlichen Komponenten herauszufiltern.

Jeder von uns hat andere Interessen, Jobs, Hobbies… Es gibt nicht DAS perfekte Modell. Es gibt nicht die für alle passenden Games, Facebook’s und Instagram’s, oder Agrar-Apps.

Deshalb bleibt es uns überlassen aus dieser großen Angebotspalette ein Puzzle-Kuchen zusammen zu basteln das unserem eigenen Geschmacks-DNA entspricht. Manche nennen es „die Qual der Wahl“.

Welche Agrar-Apps benutzt Ihr? Warum bevorzugt Ihr diese?