Essgewohnheiten-Landwirtschaft-Kaufverhalten

Die Essgewohnheiten der Deutschen

Wie sehen unsere Essgewohnheiten aus? Sicherlich hat Deutschland mehr zu bieten als Brot und Bier. 

Was für den Franzosen der Wein und Baguette ist, ist für den Deutschen das Bier und das Brot?

Nicht ganz, aber ja. In Punkto Bier und Brot macht es uns Deutschen keiner nach, zumindest was die Herstellung betrifft.

Wusstest Ihr, dass es in Deutschland über 1300 Brauereien gibt, die über 7500 verschiedene Biere brauen? (Quelle: Make it in Germany)

Und dass kein anderes Land soviel verschiedene Brotsorten bäckt, wie Deutschland? Ja, unsere Essgewohnheiten sind sicherlich einzigartig.

Aber Bier und Brot zeigen: sie sind auch sehr regional. Es gibt nicht „das“ deutsche Essen.

Jede Region liebt ihr eigenes Bier, ihr Brot, ihre Wurst. Die Thüringer, das Nürnberger Würstchen, die Weißwurst, das Frankfurter, … bei dem Begriff Wurst hört die Gemeinsamkeit auf.

Und es zeigt sich: Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme. Es zeigt Traditionen und Trends; wird beeinflusst von Kultur und Mentalität und prägt diese wiederum.

Aber lasst uns einen genaueren Blick auf die Ernährung der Deutschen schauen. Ein Wissen, dass für Landwirte von besonderer Bedeutung ist.

Die Essgewohnheiten der Deutschen

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat in seinem Ernährungsreport 2018 die aktuellsten Trends rund ums Essen zusammengefasst.

Die von ihm beauftragte forsa-Befragung zu den Ernährungsgewohnheiten, – wünschen und -trends geben wieder interessante Einblicke in das Essverhalten der Deutschen.

Und gleich vorweg, man kann die Essgewohnheiten wohl mit vier Wörtern zusammenfassen:

  • schnell
  • einfach
  • gesund
  • lecker

So legen 99 Prozent der Befragten darauf Wert, dass das Essen gut schmeckt. Für 92 Prozent ist es wichtig oder sehr wichtig, dass das Essen gesund ist.

Aber hierfür würde sich nicht jeder bei der Zubereitung gedulden. Die schnelle und einfache Zubereitung ist mit 49 Prozent quasi für die Hälfte der Befragten von Bedeutung.

Dabei essen die Deutschen auch gerne mal außer aus. 43 Prozent der Befragten gehen mindestens einmal die Woche außerhalb essen.

Und wenn man oben die Prozentwerte für gesund gesehen hat, dann sind 92 Prozent ein Unterschied zu 43 Prozent, die täglich auch selbst daheim kochen.

Dabei hat man gerade bei selbst zubereitetem Essen die Möglichkeit, frische und abwechslungsreiche Zutaten zu nutzen, sprich sich wirklich gesund zu ernähren.

Zwischen dem Gewünschten und dem, was man letztendlich bereit ist, dafür zu tun, besteht wohl doch noch ein Unterschied.

Es zeigt deutlich, dass beim Kauf von Lebensmitteln die Wahrnehmung eine wichtige Rolle spielt.

Das Restaurant der Zukunft?

Quelle: Welt der Wunder

Ihr seht, auch wenn die Konsumenten von sich denken, selbstbestimmte und bewusste Entscheidungen zu treffen, letztendlich sind doch unzählig viele unbewusste Prozesse im Spiel. 

Deshalb lasst uns noch auf Teile des Reports schauen, der aufzeigt, worauf Deutsche bewusst beim Kauf von Lebensmittel achten: 

Kaufverhalten der Deutschen bei Lebensmitteln

Insbesondere für die unter Euch, die Ihren eigenen Laden führen, werden die folgenden Punkte zum Kaufverhalten interessant sein:

So achten unter den Befragten:

  • 97 Prozent auf den Geschmack
  • 78 Prozent auf Regionalität
  • 57 Prozent auf preiswerte Lebensmittel und
  • 41 Prozent auf Siegel

Bei der Regionalität lässt sich festhälten, dass es hier noch durchaus einen Altersunterschied gibt. So achten ältere stärker als jüngere Menschen auf die regionale Herkunft.

Besonderes Augenmerk ist auch auf die Bedeutung von Siegeln zu legen. Denn diese ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

2015 achteten nur 33 Prozent bei Kauf auf ein Siegel. Es scheint, dass die Verbraucher nach mehr Vertrauen suchen.

Dies zeigt sich auch, in der Nachfrage nach detaillierten Produktinformationen bei den Lebensmitteln.

Informationen sind für die Deutschen wichtig. Und sie informieren sich über die folgenden Kanäle:

  • 69 Prozent: am Ort des Einkaufs
  • 42 Prozent: Onlinerecherche
  • 39 Prozent: Werbung
  • 30 Prozent: Infobroschüren
  • 21 Prozent: Webforen
  • 20 Prozent: Verbraucherzentralen
  • 14 Prozent: soziale Medien

Klar ergeben sich hier klare Altersunterschiede. So sind für über 60-jährige nur bei 4 Prozent die Sozialen Medien eine Informationsquelle.

Bei den 19- bis 29-Jährigen liegt der Anteil der Befragten bei 31 Prozent.

Ein weitere interessanter Punkt ist, dass 91 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass die Grundlagen der gesunden Ernährung den Kindern in der Schule beigebracht werden sollte.

Scheinbar besteht hier ein großer Nachholbedarf bei der jüngeren Generation. Und zusammenfassend: Informationen sind gewünscht. 

Ich zähle die Punkte aber nicht nur einfach so auf. Die Frage ist, wie Ihr die Punkte bei Euren Angeboten gezielt einsetzen könnt. Oder eröffnen sich gar neue Chancen für Eure Landwirtschaft?

Wie könnt Ihr die Kaufkriterien bei Euren Produkt, bewusst und unbewusst, besser herausstellen?

Pitch-Landwirtschaft-Marketing

Pitch Perfect für Eure Landwirtschaft

Mit Pitch Perfect ist nicht der Hollywood-Buster gemeint, der derzeit die Kinosäle füllt.

Im Gegensatz zur Komödie auf der Leinwand, die eher nur unterhalten soll, geht es beim hier gemeinten Pitch Perfect eher ums Eingemachte.

Die Kunst, einen guten Pitch zu präsentieren, kann entscheidend für die Zukunft Eures Unternehmens sein.

Auch wenn Ihr kein Startup auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) seid:

Internationale Grüne Woche zum 83. Mal in Berlin

Vom 19.-28. Januar 2018 ist es wieder soweit: die Internationale Grüne Woche (IGW) in Berlin öffnet ihre Pforten.

Auf der internationalen Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau treffen sich über 80 internationale Ministerien und Nahrungsmittelproduzenten zum Austausch.

Über 1.600 Aussteller stellen über 100.000 Produkte nicht nur aus Deutschland sondern aus der ganzen Welt vor.

Mehr zur IGW, den Themenwelten und Eintrittskarten, findet Ihr hier: Grüne Woche Berlin.

Für Interessierte geben 300 Fachveranstaltungen Einblicke und die Möglichkeit zum Austausch.

Unter all den Events und Kongressen, die für das Fachpublikum geboten werden, sticht wohl eins besonders heraus:

Der IGW – Startup –Day

Am Mittwoch, den 24. Januar, bietet die IGW ausgewählten Startups die Möglichkeit, in einer sogenannten 5-minütigen Pitch-Session sich einer Jury zu stellen.

Die Jury ist unter anderem aus Vertretern des Lebensmitteleinzelhandel und der Gründerszene zusammengesetzt.

„Junge Unternehmen sind die Quelle für Neues und Unerwartetes. Mit dem IGW-Startup-Day wollen wir den spannendsten Food-Startups eine Bühne bieten – und das meinen wir auch im wörtlichen Sinn!“, so Lars Jaeger, Projektleiter der Internationalen Grünen Woche, Messe Berlin

Die IGW bietet damit für Startups auf einer mediastarken Plattform, vor Entscheidungsträgern und einem großen, interessierten Publikum ihre Ideen und Produkte zu präsentieren.

Die Startups werden sich mit Sicherheit sehr gründlich auf den Pitch vorbereiten, um aus Ihren 5 Minuten alles herausholen zu können.

Aber wie steht es um Euch? Seid Ihr vorbereitet?

Ja, auch wenn Ihr kein Startup seid und gerade um die Gunst einer Jury kämpfen must, so seid Ihr dennoch ständig am Pitchen.

Pitch Perfect für Eure Landwirtschaft

Schauen wir erstmal, was Pitch überhaupt bedeutet.

Ursprünglich wurde der Begriff “Pitch” in der Werbebranche bzw. bei Agenturen genutzt.

Die Agenturen mussten pitchen, d.h. gegeneinander antreten, vor den Auftraggebern ihre Ideen und Konzepte präsentieren.

Die beste Präsentation wurde quasi mit dem Auftrag belohnt. Da lässt sich einfach herleiten, warum sich der Begriff dann auch bei Startups geprägt hat.

Ihr kennt sicher die Sendung “Shark Tank”, in dem Gründer wenige Minuten Zeit haben, um knallharte Investoren von ihrer Idee zu überzeugen.

Ein perfekter Pitch entscheidet hier oft über das Überleben des Startups.

Aber dies trifft nicht nur für Startups in solch ausgewählten Orten bzw. Zeitpunkten zu, wie etwa auf der IGW oder am Set eines TV-Senders.

Auch Ihr seit ständig am Pitchen.

Ob um Kunden, Geschäftspartner, Investoren für Eurer neues Projekt, … jedesmal müsst Ihr andere überzeugen, dass Ihr die beste Wahl seid, nicht die Konkurrenz.

Und wenn sich eine großartige Chance oder Gelegenheit ergibt, dann müsst Ihr vorbereitet sein.

Chancen klingeln meist nicht vorher an und vereinbaren einen Termin mit Euch.

Wenn Ihr auf der Messe, im Zug, auf der Feier eines Freundes, usw. jemanden trefft, der ein guter Kunde, Geschäftspartner, … sein könnte, was macht Ihr dann?

Saugt Ihr Euch etwas aus den Fingern, oder habt Ihr den “perfekten” Pitch parat?

Könnt Ihr mit wenigen Sätzen sagen, wofür Ihr bzw. Euer Unternehmen steht?

Der Fahrstuhl – Pitch

Stellt Euch vor, Ihr trefft auf jemanden, der Euch nicht kennt. Du kommst zum Beispiel mit jemanden auf einer Party oder einer Messer, wie der IWG, ins Gespräch.

Über kurz oder lang kommt die Frage, was man denn so zum Lebensunterhalt macht.

Hier ist Eure Chance zu einem Perfect Pitch.

Nein, Ihr sollt nicht knall hart in Verkaufsverhandlungen treten. Aber, Ihr sollt Interesse beim Gegenüber wecken.

Und hier zählt der erste Eindruck. D.h. die ersten Sätze entscheiden bereits darüber, ob Euer Gegenüber mehr von Euch hören möchte oder gelangweilt ein anderes Thema sucht.

Deshalb heißt es “Fahrstuhl-Pitch”. In einem Fahrstuhl hat man nur eine sehr begrenzte Zeit, bevor die Türen wieder aufgehen und Euer Gegenüber seine Wege geht.

Gelangweilt oder beeindruckt und voller Interesse.

Seid Ihr sofort in Vergessenheit geraten oder habt Ihr einen Eindruck hinterlassen?

Das liegt in Eurer Hand. 

Tips für den Fahrstuhl Pitch

Starte mit einer interessanten Aussage oder mit einer interessanten Frage. Etwas, was Interesse beim Gegenüber weckt, so dass er mehr von Dir hören möchte.

Fokussiere Dich auf das Besondere Deiner Landwirtschaft und lass nichts-sagende Informationen weg.

Nichts-sagend ist: „ich führe einen landwirtschaftlichen Betrieb.“ 

Anders klingt: „Agrarbetrieb unterstützt die nachhaltige Landwirtschaft. Es ist das Expertennetz für Lebensmittel- und Naturbegeisterte sowie innovative Landwirte.“

Ich denke, Ihr seht, was ich meine. 

Die wenigen Sätze, die Ihr zur Verfügung habt, müssen Eure Landwirtschaft mit Leben füllen:

  • Wofür steht Ihr?
  • Was bietet Ihr Besonderes?
  • Für wenn seid Ihr da?
  • Welche Probleme löst Ihr bzw. welche Lösungen bietet Ihr an?
  • Was zeichnet die Mitarbeiter Eures Betriebes aus?
  • Warum ist es so einfach und sorgenfrei, mit Euch Business zu machen?
  • Warum sind Eure Kunden so zufrieden mit Euch?

Dies sind nur einige Fragen, die Ihr unbedingt beantworten solltet. Und nicht mit sachlichen Fakten. 

Diese sind sicherlich wichtig. Aber jetzt sind erstmal Emotionen gefragt.

Eurer Gegenüber soll Eure Landwirtschaft bildlich vor Augen haben.

Sich vorstellen können, wie Eure Kunden zufrieden sind, wie Dein Team Spaß daran hat, das Beste zu geben. Wie Euer Service und Eure Produkte das sind, was gefragt ist. 

Das Ziel ist es, Neugierde zu wecken. Euer Gegenüber soll von sich auf Euch zukommen, mehr Fragen stellen. 

Es ist nicht leicht, all dies in wenigen Sätzen zu vermitteln. Aber nicht unmöglich.

Aber jetzt zu Jahresbeginn ist sicherlich ein guter Zeitpunkt, Euren Pitch Perfect zusammenzustellen.

Wenn Ihr meint, Ihr habt einen interessanten Eingang, könnt Euren Betrieb gut darstellen, dann vergesst nicht, auch eine sogenannte Call-To-Action zum Abschluss hinzuzufügen. 

Ob Ihr Euer Gegenüber auf Eure Internetseite verweist oder einen Anruf vereinbart, hängt sicherlich von dem Gespräch ab. 

Schreibt Euren Fahrstuhl-Pitch auf und übt ihn. Holt Euch wertvolles Feedback, um ihn ständig zu verbessern. 

Vorbereitung ist alles. Wie sieht Euer Fahrstuhl-Pitch aus?

Soziale Netzwerke in der Landwirtschaft 2018

Soziale Netzwerke und das Internet in 2018

Facebook, Instagram, Snapchat, WhatsApp, YouTube — das sind mit die wichtigsten Apps auf unseren Smartphones. Es sind diese soziale Netzwerke, die unter anderem auch zu Weihnachten und Silvester für unsere Aufmerksamkeit gekämpft haben.

Auf ein gesundes und glückliches 2018!

Es wurde rückwärts gezählt, die Gläser gingen in die Luft, dann wurde angestossen und der/ die Liebste geküsst.

Was folgte danach?

Handy raus.

Klick auf WhatsApp und tippen was das Zeug hält.

Klar, Emojis durften in der Nachricht nicht fehlen.

So oder sehr ähnlich kommunizieren wir heutzutage. Absolut unvorstellbar vor nicht mal fünf Jahren.

Und dabei spielt es keine Rolle ob Ihr Landwirt seid, Arzt, Lehrer, Politiker oder Schüler. Alter spielt keine Rolle. Geschlecht spielt keine Rolle. Beruf spielt keine Rolle. Jeder hat ein Smartphone und jeder nutzt Apps wie ein Weltmeister.

Der einzige Unterschied: während Euer 16-jähriger Sohn mit Snapchat rumhantiert, postet Eure Frau Bilder auf Instagram und Ihr informiert Euch über die neuesten politischen Ereignisse auf Twitter oder YouTube.

Soziale Netzwerke dominieren die Online-Nutzung und rauben unsere Aufmerksamkeit. Sind das die modernen Zeitfresser? Machen sie uns abhängig? Sind soziale Netzwerke gefährlicher als Alkohol und Drogen?

Kein Wunder, dass immer mehr Zeitschriften, Berichte verfassen mit der Überschrift „Get a life social media junkies“.

Soziale Netzwerke & Landwirtschaft in 2018 und darüber hinaus

An dieser Stelle fragt sich sicherlich der eine oder andere von Euch: „Was hat jetzt diese Intro mit Landwirtschaft zu tun?“

Es geht um Folgendes:

Wenn unsere Mitbürger (uns inklusive) die meiste Zeit auf Social Media verbringen, dann müssen wir (Landwirte) in diesen Apps präsent sein!

Wir können uns in 2018 nicht mehr leisten, zu sagen, dass Facebook & Co. irrelevant sind.

  • Facebook, das weltweit größte soziale Netzwerk hat über 2 Milliarden monatliche Nutzer.
  • YouTube wird von bestimmten Altersgruppen mehr konsumiert als TV + Radio zusammen.
  • Wenn es um politische Ereignisse geht, dann klickt fast jeder als erstes auf Twitter.
  • Und wer sich auf der Suche nach schönen Möbeln oder Innenausstattungsideen begibt, der kommt an Instagram und Pinterest nicht mehr vorbei.
  • Nicht vergessen: wer Jugendliche dabei erwischt Grimassen zu ziehen, der weiss, dass Sohnemann oder Töchterchen, die neuesten Features von Snapchat ausprobieren.

Im englischsprachigem Raum herrscht der Leitsatz „the current state of the Internet is social“ – was soviel bedeutet wie, soziale Netzwerke repräsentieren den aktuellen Stand des Internets.

Dieser Trend wird sich in 2018 und den kommenden Jahren verstärken. Facebook ist ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Ob uns das gefällt oder nicht, das sagen die Zahlen. Jeder dritte auf der Welt nutzt Facebook monatlich und die Anzahl der Nutzer wird durch Mark Zuckerberg’s Initiative mit Facebook Light große Flächen von Afrika und Asien zu erobern, sogar steigen.

Mittlerweile ist die „Szene“ der sozialen Netzwerke recht übersichtlich geworden. Klar glauben Developer weiterhin dran, „the next big Facebook“ zu entwickeln, aber ganz so leicht wird es nicht mehr.

Facebook dominiert mit der gleichnamigen Plattform zusammen mit Instagram, Messenger und WhatsApp die soziale Medienlandschaft. Google hat YouTube und Google Plus, wobei letztere es nicht so richtig zum Aufsteigen schaffte. Dann hätten wir noch Twitter, Pinterest, LinkedIn und das deutsche Pendant Xing sowie Evan Spiegel’s Snapchat. Recht übersichtlich, oder?

Wie kann man sich als Landwirt auf Facebook & Co. einen Namen machen?

In den vergangenen Monaten habe ich des öfteren Beiträge zu Social Media in der Landwirtschaft geschrieben, um Euch die unterschiedlichen Möglichkeiten zu präsentieren und gleichzeitig auch aufzuzeigen, wie ich diese sozialen Netzwerke einsetze, um Agrarbetrieb bekannter zu machen.

Hier findet Ihr eine Auswahl an Artikel über Social Media.

Die jeweiligen Beiträge wurden aus der Perspektive eines Landwirts geschrieben, der aktiv ist auf den meisten Plattformen. Denn was nutzt es wenn uns Marketinggurus und Agenturen mit großen Teams vorgaukeln wie wir das alles tun sollten, wenn wir uns in erster Linie um unsere Felder und Tiere kümmern müssen.

Daher habe ich vollstes Verständnis für die Priorisierung unserer landwirtschaftlichen Aufgaben. Wo mir jedoch das Verständnis fehlt ist wenn Kollegen aus der Landwirtschaft, Facebook & Co. weiterhin völlig ignorieren und deren Relevanz für unser Geschäft ausser Acht lassen.

Twitter hat man schon lange tod geschrieben. Ist es eingetroffen? Nein. Ganz im Gegenteil, der aktuelle amerikanische Präsident Donald Trump und Tesla’s CEO Elon Musk schwören auf Twitter und nutzen tweets um nicht nur Ihre Meinungen mit der Welt zu teilen, sondern auch kontroverse Diskussionen zu führen.

Auf Instagram verdienen Celebrities mittlerweile mehr Geld als in TV-Spots und bei Facebook bringen Werbungen mittlerweile mehr als auf Google oder sonst wo.

Die Welt ist SOCIAL geworden.

Soziale Netzwerke mögen süchtig machen aber sie sind ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. So ganz ohne WhatsApp und YouTube kann ich ehrlich gesagt mein Leben auch nicht mehr vorstellen. Sie sind tolle Kommunikationstools und exzellente Partner, wenn man sie gezielt einsetzt und nicht zu deren Sklaven wird.

Wie lautet Euer Urteil über Facebook & Co.? Welche soziale Netzwerke nutzt Ihr in Eurem landwirtschaftlichem Betrieb?

Agrarbetrieb Retention Marketing

Retention Marketing für Urlaub auf dem Bauernhof

Wir sind mitten in der Hauptsaison für die Urlaubszeit auf dem Bauernhof. Höchste Zeit um sich um’s Retention Marketing Gedanken zu machen.

An was? Retention Marketing? Ist die Urlaubszeit nicht schon stressig genug?

Wer soll da noch Zeit haben, um sich um irgendwelche neumodischen Marketingthemen zu kümmern.

Was ist das überhaupt, dieses Retention Marketing? Ist es überhaupt relevant für mich?

Retention Marketing für den Bauernhof

Die einfache Antwort lautet ja. Ja, es ist relevant für Euch.

Es ist für jeden wichtig, der in irgendeiner Art und Weise Produkte oder Dienstleistungen zum Kauf anbietet.

Retention lässt sich auf deutsch mit dem Begriff „Rückgewinnung“ umschreiben. Es geht beim Retention Marketing um Maßnahmen, die direkt darauf abzielen, dass die Kunden wiederholt bei Euch einkaufen.

Für Urlaub auf dem Bauernhof umfasst der Begriff Retention Marketing also alle Maßnahmen, die darauf abzielen, dass Eure Gäste von diesem Jahr auch in Zukunft nochmal zu Euch kommen.

Und es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, wenn die Gäste bei Euch vor Ort sind.

Wie stellt Ihr nun sicher, dass Euer Bauernhof auch im nächsten Jahr gut besucht ist?

Die drei wichtigen Zeitpunkte fürs Retention Marketing

Im Grunde gibt es drei Phasen oder Zeitpunkte, in denen Ihr Verschiedenes unternehmen könnt, um Gäste in Langzeitkunden zu verwandeln.

Sucht die für Euch richtigen Gästen aus

Wie immer beginnt es damit, dass Ihr wisst, was Ihr möchtet. Ihr könnt nicht für jeden alles sein.

Überlegt Euch, wie Euer idealer Gast aussieht, mit anderen Worten, wen Ihr auf Eurem Hof Jahr für Jahr willkommen heißen möchtet.

Dieser Schritt liegt ganz klar vor der Saison. Aber nutzt die aktuelle Saison um Euch noch klarer darüber zu werden, wie Ihr Euch für das nächste Jahr positionieren möchtet.

Schaut Euch Eure Gäste an und stellt Euch folgende Fragen

  • Wer ist der für Euch perfekte Gast unter Euren Gästen? Warum?
  • Wonach sucht dieser Gast? Was erwartet er von seiner Zeit auf dem Bauernhof?
  • Wofür steht Euer Hof? Was bietet Ihr? Was unterscheidet Euch von anderen Höfen?
  • Haben Eure Marketingmaßnahmen seit der letzten Saison die für Euch richtigen Gäste angezogen? Was könnt Ihr verbessern? Oder was solltet Ihr ändern?

Warum ist es so wichtig, dass Ihr soviel wie möglich über Eure Gäste wisst? Wenn Ihr die für Euch ideallen Gäste anzieht, werden diese mit einer höheren Wahrscheinlichkeit loyal bleiben und wiederkommen.

Auf die Details kommt es an

Wenn die Gäste bei Euch sind, heißt es natürlich, Ihnen einen unvergessliches Erlebnis zu bieten.

Es versteht sich von selbst, das ein rundum gelungener Kundenservice dazugehört: von der Anmeldung bis zur Abreise sollten die Prozesse reibungslos verlaufen.

Aber dies ist nur die Basis. Bietet etwas Besonderes!

Dabei geht es nicht um großartige Erlebnisse. Es sind die kleinen Dinge die zählen. Es gibt viele Anbieter für Urlaub auf dem Bauernhof mit ähnlichen Angeboten.

Aber Euch gibt es nur einmal: baut eine Beziehung zu Euren Gästen auf. Lasst Eure Gäste Euch kennenlernen und lernt Eure Gäste kennen. Baut eine Freundschaft auf.

Mit kleinen Gesten, könnt Ihr unglaublich großes Bewirken. Das einfachste Beispiel ist ein Lächeln. Es kostet nichts, ist aber unbezahlbar in der Wirkung.

Zeigt ehrliches Interesse an der Person und dem Leben Eurer Gäste. Überrascht Sie mit kleinen, personalisierten Gesten, wie etwa einen mit Hand geschriebenen Willkommensgruß, in dem Ihr Eure Gäste mit Namen ansprecht.

Fragt Euch, über welche Kleinigkeiten sich Euer idealler Gast unglaublich freuen würde. Welche Ideen lassen sich einfach ohne großen Kosten- und Zeitaufwand umsetzen?

Je besser Ihr Eure Gäste kennt, desto besser könnt Ihr ein unvergessliches Erlebnis bieten.

Deshalb: redet mit Euren Gästen. Findet heraus,

  • wie sie auf Euch gekommen sind
  • warum sie Euch aus all den Angeboten gewählt haben
  • was Ihnen besonders gut bei Euch gefällt
  • was Sie nicht so gut fanden
  • ob sie wiederkommen würden und wenn ja, warum?

Um sicherzustellen, dass Ihr die Informationen von Euren Gästen erhaltet, könnt Ihr auch bei der An- und Abreise Euren Gästen ein Formular zum Ausfüllen geben.

Nachdem Eure Gäste abgereist sind, heisst es nicht, dass Ihr nun einfach abwartet, ob Eure Gäste wiederkommen.

Bleibt am Ball

Auch wenn Ihr den ideallen Gast hattet und dieser eine perfekte Zeit bei Euch verbracht hat, heißt dies nicht unbedingt, dass er von sich aus im nächsten Jahr wiederkommt.

Bietet Euren Gästen auch während des Jahres das wonach Sie suchen.

Über die Sozialen Medien wie Facebook und Instagram oder über Eure Webseite ist es super einfach, Eure Gäste weiterhin am Hofleben teilhaben zu lassen.

Ein regelmässiger Newsletter mit interessanten Informationen und Angeboten erinnert Eure Gäste immer wieder an Euch und die Zeit mit Euch.

Es gilt, auch weiterhin präsent zu sein und Profil zu zeigen.

Ihr seht, Retention Marketing ist ein sehr umfassendes Thema. Es geht nicht um einzelne Aktionen, die man hier und da mal unternimmt.

Nach der Saison ist vor der Saison. Aber gerade jetzt ist es wichtig, dass Ihr soviel wie möglich von Euren Gästen mitnehmt.

Bleibt aufmerksam! Und hört nicht auf, Euch selber Fragen zu stellen. Von „Worüber freuen sich Eure Gäste besonders?“ bis hin zu „Welche Sozialen Medien nutzen Sie?“

Je mehr Ihr über Eure Gäste wisst, desto mehr könnt Ihr Eure Posts auf bspw. Facebook oder Eurer Webseite anpassen.

Ihr wisst dann, was Ihr in Euren Newsletter schreibt, um interessant zu bleiben oder zu welchen Angeboten Eure Gäste einfach nicht Nein sagen können.

Wie stellt Ihr sicher, dass Ihr soviel wie möglich über Eure Gäste lernt?

Social Media Landwirtschaft Marketing

Social Media Marketing auf dem Feld und im Stall

Wir Landwirte wissen, dass wir technologisch immer auf dem neuesten Stand sind. Aber gilt das nur für die schweren Geräte im Feld und Stall? Wie sieht es mit Social Media aus?

Social Media und Landwirtschaft passen für viele wahrscheinlich nicht direkt zusammen.

Das wir „Landeier“ bei unseren Arbeitsgeräten vom Traktor bis zur Drohne ziemlich ausgeklügelte Technik benutzen, dürfte sich inzwischen rumgesprochen haben.

Aber wie sieht es mit Facebook, Twitter und wie sie nicht alle heißen aus? Lebt der Landwirt von heute da noch hinter dem Mond?

Darauf gibt es nur eine klare Antwort: nein!

Social Media in der Landwirtschaft

Für die jüngeren Landwirte unter uns gehören soziale Medien eh von klein auf zum Leben dazu. Aber auch so haben sich die sozialen Netzwerke in der Landwirtschaft etabliert.

Lasst uns einen Blick auf die Nutzung von Social Media in der deutschen Landwirtschaft werfen.

Das Marktforschungsunternehmen AgriDirect Deutschland hat im Frühjahr 2016 hierzu eine Studie durchgeführt.

Demnach nutzt ca. die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe Social Media Plattformen.

Hierbei ist auffällig, dass tendenziell mit der Größe des landwirtschaftlichen Betriebes auch die Nutzung von Social Media zunimmt.

Whatsapp (79,4%), Facebook (55,8%) und YouTube (45,9%) gehören mit Abstand zu den beliebtesten Plattformen.

Wozu nutzen Landwirte in Deutschland die sozialen Netzwerke?

  • „Ich nutze Social Media Plattformen aus privaten Gründen.“ (48,6%)
  • „Ich lese landwirtschaftliche Nachrichten.“ (45,5%)
  • „Ich tausche mich mit Berufskollegen aus.“ (40,9%)
  • „Ich sammle Informationen zu Neuigkeiten über Produkte und Maschinen.“ (38,4%)

Dies sind die mit Abstand wichtigsten Gründe, die genannt wurden. Erst an fünfter Stelle kam:

  • „Ich bewerbe mein eigenes Produkt bzw. meinen eigenen Betrieb.“ (10,0%)

Die bedeutet, dass lediglich jede zehnte Landwirtschaft Social Media Plattformen für die eigene Vermarktung nutzt.

Soziale Medien sind aber nicht nur großartig, um sich mit seinen Kollegen auszutauschen und top informiert zu bleiben.

Social Media Marketing in der Landwirtschaft

Sie können ein sehr effektiver Weg sein, mit Verbrauchern in direkten Kontakt zu treten und Ihnen das „wirkliche“ Leben eines Landwirts näherzubringen.

Fernab von nach Aufmerksamkeit schreienden Schlagzeilen über Tierquälerei und Zerstörung der Natur oder, dem anderen Extrem, fernab von romantisierten, idyllischen Bauernhofbildern.

Die Verbreitung von Smartphones macht es für Landwirte sehr einfach, Verbraucher und Interessierte am täglichen Leben teilhaben zu lassen.

Eben mal schnell ein Foto von dem jüngsten Kälbchen oder ein Video von der Feldbegehung gepostet. Der Fantasie des Landwirts sind keine Grenzen gesetzt. 

Gepostet werden kann, was gefällt. Aber egal welche Plattform man nutzt, es gibt doch die eine oder andere Grundregel, die man beherzigen sollte:

15 Tipps zum Social Media Marketing

Quelle: Carlo Siebert

Klingt gar nicht so kompliziert, Social Media anzuwenden, oder?

Früher war Selbstdarstellung und Vermarktung des Betriebes und seiner Produkte nur mit viel Aufwand und Kosten möglich.

Die neuen Technologien sind heute so einfach, dass selbst Dreijährige schon wahre Meister im Bedienen eines Smartphones sind.

Ohne große Kenntnisse und Einarbeitung kann jeder soziale Medien auf seinem Hof einsetzen, um seinen Betrieb und seine Produkte greifbar zu machen.

Heißt das, man sollte einfach so loslegen, wie einem gerade ist? Definitiv nicht.

Auch wenn Social Media Plattformen einfach zu bedienen und in der Regel auch kostenlos sind, sie kosten etwas unendlich wertvolleres: Zeit.

Deshalb stellt sich Euch eigentlich auch erstmal nur eine wichtige Frage:

Was ist mein Ziel?

Wenn Ihr die sozialen Netzwerke für Euch selbst nutzt, um Euch zu informieren oder um Euch mit anderen Landwirten auszutauschen, dann wisst Ihr sehr genau, was Ihr wollt.

Ihr wisst, welchen Blog Ihr aufsucht, um die neuesten Informationen zu erhalten.

Ihr geht auf Twitter, um mit anderen Landwirten in Deutschland über ein brisantes Thema zu diskutieren.

Auf Facebook verfolgt Ihr die Neuigkeiten von befreundeten Landwirten, auf YouTube bestaunt Ihr den HighTech-Traktor in Aktion.

Ihr könnt ziemlich genau sagen, warum Ihr wen auf welcher Plattform verfolgt. 

Wenn Ihr nun Inhalte für Andere veröffentlichen möchtet, steht Ihr auf der anderen Seite, aber Ihr müsst dennoch ganz genau wissen, was Ihr wollt. 

Ihr müsst das Ziel kennen, um im Social Media Dschungel nicht verloren zu gehen.

Und das es nicht DIE richtige soziale Plattform gibt, macht es nicht einfacher. Jede hat Ihre Stärken. Aber Ihr habt nicht die Zeit, auf allen vertreten zu sein. Deshalb:

Wen möchtet Ihr ansprechen und warum?

  • Menschen in Eurer Umgebung, um den Hof in die Region einzubinden;
  • Städtler über Landwirtschaft informieren und aufklären;
  • Jugendliche für die Landwirtschaft begeistern;
  • Familien für Urlaub auf Euren Bauernhof gewinnen;
  • potentielle Direktvermarkter für den Aufbau von Geschäftsbeziehungen ansprechen; 

Die Antwortmöglichkeiten sind unendlich. Nur Ihr könnt diese Frage beantworten und Ihr solltet Euch die Zeit nehmen, um Euer Ziel sehr genau zu kennen und zu definieren. 

Mit welcher Plattform erreiche ich meine Zielgruppe am besten?

Wenn Ihr wisst wen Ihr ansprechen wollt, dann erleichtert dies auch Eure Auswahl der richtigen Plattform. 

Denn es macht keinen Sinn, wenn Ihr auf Facebook postet und Ihr wollt Jugendliche ansprechen, die eher auf Snapchat abhängen. 

Ihr braucht keine starke Präsenz auf Twitter aufbauen, wenn die Oberhäupter der Familien, die bei Euch Urlaub machen sollen, auf Facebook aktiv sind. 

Jede Plattform hat Ihre Stärken, aber es gibt durchaus auch Überschneidungen. 

Facebook führt nach wie vor in Deutschland die Liste der meistgenutzen Netzwerke an. Es ist auch recht flexibel in der Ausgestaltung der Inhalte und eignet sich für Video, Foto oder Text.

Wenn Ihr sehr gerne fotografiert, werdet Ihr wohl Instagram lieben. Für Videos ist klar YouTube eine Topadresse. 

Sucht Euch ein Netzwerk, mit dem Ihr Eure Ziele erreichen könnt, aber das Euch auch Spass macht. Ihr werdet sonst nicht am Ball bleiben. 

Und ein kleiner Tipp zum Schluss:

Die gleichen Inhalte lassen sich oft auch auf unterschiedlichen Plattformen veröffentlichen. So seid Ihr doppelt präsent mit nur einem Arbeitsaufwand.

Welche Social Media Plattformen nutzt Ihr und was sind Eurer Erfahrungen?