Crowdfunding Landwirte sammeln Geld im Internet

Crowdfunding: Landwirte sammeln Geld im Internet

Das Geschäftsmodell Crowdfunding ist auch bei uns in der Landwirtschaft kein Fremdwort mehr. Landwirte sammeln über das Internet Geld für neue Agrarprojekte und bieten im Gegenzug Weinkisten, frisches Biogemüse oder andere Naturalien an. Web 3.0 ist auch in unserer Branche angekommen.

Starten wir doch unsere Crowdfunding-Reise mit einer kurzen Begriffserläuterung.

Was bedeutet Crowdfunding?

Bankkredite ade. Im 21. Jahrhundert ist dank des Internets eine neue Finanzierungsalternative geboren. Sie lautet: Crowdfunding.

Crowd – was?

Hier kommt die Erklärung.

Landwirte im Crowdfunding-Fieber

Die Crowdfunding-Plattformen Indiegogo, Kickstarter oder Seedmatch sind ein Onlinebistro nicht nur für Film- und Medienindustrie geworden, sondern inzwischen auch für verschiedene Berufsgruppen aus der Landwirtschaft. Die Schwarmfinanzierung schließt Landmaschinen, Agrarflächen oder einen Hühnerstall nicht aus. Ganz im Gegenteil, je kreativer die Ideen, umso willkommener.

Die eine Partei liefert das Geld, die andere Partei liefert zum Teil Naturalien als Gegenwert. Hauptsache WIN-WIN und alle sind glücklich und zufrieden.

Die Frankfurter Allgemein Zeitung (FAZ) berichtete neulich Folgendes:

Ein Ökobetrieb im schleswig-holsteinischen Schönwalde finanzierte so beispielsweise die Entwicklung zweier neuer landwirtschaftlicher Produktionsgeräte. Je nach gestifteter Summe boten die Bauern den Geldgebern beispielsweise Rezeptsammlungen, Gemüsepakete oder Übernachtungen im Heu an – und nahmen mit ihrer Aktion gut 7400 Euro ein, wie Karsten Wenzlaff vom Institut für Kommunikation in sozialen Medien berichtet.

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Wer trägt das Risiko beim Crowdfunding?

Eins vorneweg: das unternehmerische Risiko tragen die Geldgeber!

Deshalb gibt es zumindest momentan für derartige Agrarprojekte nicht das große Geld. Die Finanzierer geben häufig nur einige Euros aus und fokussieren sich anschließend auf andere Projekte.

Das ergibt zwei große Vorteile für die Initiatoren der Crowdfunding-Kampagnen:

  1. Investoren erhalten kaum Mitspracherecht
  2. Beim Scheitern des Projekts kommen sie nicht für die Ausfälle auf

Ein interessantes und mittlerweile insb. in den USA sehr bewährtes Finanzierungskonzept.

Ein weiteres Crowdfunding-Beispiel aus der Landwirtschaft

Ebenfalls aus der FAZ erfahren wir von der Winzerin Sybille Kuntz und ihre innovativen Finanzierungsmethoden bei der Anschaffung neuer Anbauflächen wie z.B. Weinberge. Die Winzerin schwört auf Crowdfunding und sieht sich als Pionierin mit ihrem Einfall. Für die Anleger gibt es „Riesling-Dividende“. Win-Win also.

Die Bürokratie und die starre Vorgehensweise traditioneller Banken bei der Kreditvergabe, stößt insbesondere bei der jungen Generation sowie bei Menschen mit ausgeprägtem Unternehmensgeist auf Kritik. Lange Zeit wurde diese „Monopolsituation“ von der einen oder anderen Institution ausgenutzt.

Das Internet hat alles revolutioniert. Neue Finanzierungsalternativen wurden gesucht und gefunden.

Crowdfunding ist eine tolle Alternative. Denn wer Geld in ein Projekt investiert, wird nicht nur ein wichtiger Teil der Gründer-Story, sondern in vielen Fällen auch ein treuer Kunde.

Mit dem Trend zu regional und ökologisch erzeugten Lebensmitteln wachse auch bei den Verbrauchern das Interesse an der Produktion, sagt Wenzlaff. Das Crowdfunding biete ihnen nicht nur die Möglichkeit, direkt in Kontakt zu kommen mit den Bauern, sondern auch die Lebensmittelerzeugung mitzugestalten.

Was glauben Sie?

Wenn wir einen Blick über den Ozean in die Vereinigten Staaten und nach Kanada werfen, so entgeht uns der grandiose Erfolg der Schwarmfinanzierung nicht. Skurrile Ideen und Einfälle erhalten oft Millionen von Dollar. Menschen wollen mitgestalten und Crowdfunding macht es möglich.

Wird sich Ihrer Meinung nach das Geschäftsmodell Crowdfunding in der Landwirtschaft etablieren?

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