Agrarbetrieb-Drohnen-Landwirtschaft

Drohnen sind längst nicht mehr nur handlich

Drohnen in der Landwirtschaft sind noch nicht alltäglich, aber jeder von uns hat zumindest davon gehört, wie vielfältig sie Einsatzmöglichkeiten sind. 

Drohnen sind in ihren Einsatzmöglichkeiten äußerst flexibel.

So vielfältig die Verwendungszwecke sind, so unterschiedlich fallen auch die Größen von Drohnen aus: von wenigen Zentimetern und wenigen Gram Gewicht, bis hin zu Spannweiten von 70 Metern.

Drohnen für die Landwirtschaft gewinnen an Größe

In der deutschen Landwirtschaft ist der Einsatz von Drohnen noch nicht stark verbreitet. Hier kommen natürlich keine Drohnen mit Spannweiten von 70 Metern zum Einsatz.

Diese Größen bleiben wohl weiterhin dem Militär vorbehalten. Die mit der Landwirtschaft assozierten Geräte liegen wohl eher in einer sehr handlichen Größenordnung.

Schaut man sich die Drohnen-Verordnung an, wird hier auch von verschiedenen Gewichtsklassen bis 25 Kilogramm gesprochen.

Für unbemahnte Flugkörper besteht ein allgemeines Flugverbot. Aber dennoch gibt es auch bei Agrardrohnen wesentlich größere Schwerkaliber.

So etwa der Agronator der Firma Norsk Aerial Systems:

Agrardrohne sät und düngt

Quelle: Norsk Aerial Systems -UAV

Wenn man den Oktokopter in der Luft beobachtet, sieht man ihm  allerdings nicht an, das er einer der weltweit größten Fluggeräte seiner Art ist.

Mit der Spannweite von 4,6 Meter verdient das Gerät wahrlich seinen Namen „Agronator“. Die acht Propeller messen von Flügelspitze zu Flügelspitze satte 1,20 Meter.

Mit einem Abfluggewicht von 110 Kilogramm bei voller Beladung ist die Drohne definitiv kein Leichtgewicht.

Dafür führt sie dann allerdings auch 30 Kilogramm Nutzlast, etwa Saatgut oder Dünger, mit sich, die über eine Dosiereinheit und einem Streuteller aufs Feld gebracht werden können.

Die Flugzeit variiert je nach Gewicht. Bis zu 40 Minuten kann die Drohne ihrer Arbeit nachgehen, bevor sie wieder aufgeladen werden muss.

Es ist klar, dass ein Gerät dieser Größenordnung nicht einfach so in Betrieb genommen werden darf.

Ein Pilot mit Sachkundenachweis sowie eine Aufstiegsgenehmigung sind erforderlich.

Betrachtet man die Entwicklung in der Landwirtschaft, so began der Ackerbau auf dem Boden  auch mit kleinen Geräten.

Mit den neuen Möglichkeiten, wie der Erfindung des Motors entwickelten sich die Maschinen rasant weiter.

Heute bewegen sich gigantische Geräte über die Felder, die über leistungsstarke Computer die Abläufe und Arbeitsschritte steuern.

Für moderne Traktoren sind zumeist die Zeiten vorbei, in denen sich jederman mal ebens hinters Lenkrad setzen konnte.

Werden wir zukünftig alle einen „Pilotenführerschein“ erwerben, um unsere riesigen Geräte in der Luft über unsere Felder navigieren zu können?

Wie groß werden die zukünftigen Landmaschinen der Luft sein?

Aber zurück von unsere schönen Zukunftsvisionen in die Gegenwart. Diese Woche dominiert wohl ein Thema landwirtschaftlichen Schlagzeiten:

UBA-Studie macht Verbrauchern Angst

Keine Ruhepause für uns Landwirte. Am Wochenende schockte das Umweltbundesamt (UBA) mit der Schlagzeile: „Preissteigerung bei Trinkwasser um bis zu 45 Prozent erwartet.“

Schuld daran soll laut den Ergebnissen einer UBA-Studie der zu hohe Nitratgehalt im Grundwasser sein. Die Werte sollen in mehr als 27 Prozent der Grundwasserkörper den Grenzwert von 50mg/l überschreiten:

„Gerade in Gebieten mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen ist das Grundwasser häufig durch zu viel Stickstoff belastet.“

Mit anderen Worten: die Landwirte sind daran schuld, wenn das Trinkwasser demnächst teurer werden sollte.

Denn, so die Studie, wenn die Nitrateinträge nicht sinken, wird die Wasseraufbereitung wesentlich mehr Kosten verursachen, da teure Aufbereitungsmethoden eingesetzt werden müssen.

Die Bereinigung des Wassers von Nitrat soll Zusatzkosten in Höhe von 55 bis 76 Cent pro Kubikmeter versuchen. Das würde die Verbraucher sicherlich auf die Barrikaden bringen.

Für die Umweltverbände wie dem Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist die Studie natürlich ein willkommenes Fressen.

„Es ist inakzeptabel, dass die Wasserwerke und letztendlich die Verbraucher hunderte Millionen Kosten tragen müssen, weil die Gewässer in Deutschland mit Düngemitteln belastet sind“, äusserte sich Hubert Weiger, Vorsitzende des BUND.

Die Rufe nach einer Verschärfung im Düngerechts werden entsprechend lauter.

Aber was steht tatsächlich in der Studie? Ist ganz Deutschland derart kontaminiert?

Nein. Die Studie untersuchte unterschiedliche Modellregionen. Und ja, es wurde in zwei Regionen, in denen die Viehhaltung eine hohe Bedeutung hat, eine teils starke Überschreitung der Grenzwerte ermittelt.

In anderen Regionen konnte nachgewiesen werden, dass die Nitratwerte seit Jahren am Sinken sind.

Die Grenzwerte wurden oft auch eingehalten und nicht immer konnte der Nitratgehalt auf die Landwirtschaft zurückgeführt werden.

Wir wissen allen, dass zu hohe Nitratwerte bedenklich sind. Kein Landwirt düngt, weil er sonst nichts mit seiner Zeit und seinem Geld anzufangen weiss.

Ich denke, Ihr gebt mir Recht, wenn ich sage, wir sind Landwirte, weil wir das Land und die Natur lieben.

Die Berechnung des Düngerbedarfs ist heute ausgefeilter denn je. Die technischen Entwicklungen erlauben einen immer gezielteren und damit geringeren Einsatz von Düngemitteln.

Was bezweckt das UBA mit seiner Schlagzeile? Sicherlich regen derart reißerische Schlagzeilen die Diskussion an.

Aber wie sieht es mit der Qualität der Diskussion aus?

Wird diese sachlich unter Berücksichtigung der komplexen Zusammenhänge des Themas geführt?

Oder erfolgt jetzt wochenlang eine Tirade an gegenseitigen Schuldzuweisungen?

Besser gesagt, wird abermals die Landwirtschaft verteufelt, einfacher halber als Sündenbock hingestellt, da es für das Thema nun mal keine leichten Lösungen gibt?

Wir sehen in der Viehhaltung, zu welch aggressiver Haltung es gegenüber Landwirten kommen kann, weil nur Bruchteile der gesamten Problematik kommuniziert werden.

Den Verbrauchern zu vermitteln, dass sie zukünftig wohl das Doppelte fürs Wasser zahlen müssen, weil Landwirte die Umwelt übermässig belasten, kann das zielführend sein?

Wie seht Ihr den Einsatz von kontroversen Schlagzeiten – sind sie wichtig für eine Diskussion oder schaden sie eher?

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