Elektro-Landmaschinen

Mit Elektro-Landmaschinen den Abgasstinkern ein Ende setzen

Seit dem gigantischen Erfolg von Tesla, lässt sich das Thema Elektromobilität nicht mehr ganz so einfach vernachlässigen. Audi, BMW, Ford und Co. müssen sich richtig ins Zeug legen, wenn sie auch zukünftig eine große Scheibe vom PKW-Kuchen haben möchten.

Ein Trend was auch auf die Landwirtschaft überschwappt — zwar geht es mit E-Traktoren, E-Mopeds und E-Muldenkipper nicht so schnell voran wie im PKW-Bereich, aber der Trend ist eindeutig auch bei uns angekommen.

Woran merkt man das?

Wenn der Marktführer John Deere in landwirtschaftliche Elektromobilität investiert, dann ist das ein klares Zeichen dafür, dass wir demnächst mehr Elektro-Landmaschinen sehen und erleben werden.

Bevor wir uns die John Deere Projekte zum Thema „Elektromobilität in der Landwirtschaft“ näher anschauen, werfen wir kurz noch einen Blick auf zwei aktuelle Meldungen.

1. Preisdumping bei Trinkmilch: ab Mai soll Trinkmilch 10-12 Cent pro Liter billiger werden… nach Berichten der Lebensmittelzeitung.

Was haben sich da wohl die Molkereien gedacht? Nicht ganz so viel. Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands (DBV) bezeichnete das Ergebnis der aktuellen Milchpreisverhandlungen als eine „gemeinsame Bankrotterklärung von Molkereien und Lebensmittelhandel“.

Der Lebensmittelhandel jubelt. Die Verbraucher freuen sich. Die letzten in der Kette leiden erneut.

2. Der weltgrößte private Viehbetrieb ist an ein chinesisches Konsortium verkauft worden.

Das australische Betrieb S. Kidman & Co. befand sich schon länger auf Käufersuche. Jetzt ist es amtlich: 7,7 Millionen Hektar gehen an das chinesische Unternehmen Dakang Australia, u.z. für 254 Mio. EUR. Die restlichen 20% der 11 Mio. ha gehen an die Australian Rural Capital (ARC), wie ABC Australia berichtet.

 

Quelle: YouTube Video von Cody Sheehy

Zukunftschancen von Elektro-Landmaschinen

Elektro-Autos kommen so langsam in Fahrt.

In den deutschen Städten und auf den europäischen Autobahnen begegnet man immer mehr Teslas & Co. Fakt ist, wer schonmal einen Tesla gefahren ist, tut sich schwer auf Benzin oder Diesel zurückzukehren.

Elektromobilität bald auch auf dem Feld?

Warum, denn nicht?!

Das dachte sich auch der US-amerikanische Landtechnikhersteller John Deere, der vor Kürze in seinem Europäischen Technologie- und Innovationszentrum (ETIC) in Kaiserslautern einen vollelektrischen Traktor entwickelte und aufbaute.

„Der Landwirtschaft kommt nicht nur bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln, sondern auch als Produzent von erneuerbaren Energien eine Schlüsselstellung zu“, so Prof. Dr. Peter Pickel, stellvertretender Leiter des ETIC.

Elektro-Traktoren aus dem Hause John Deere sind nichts Neues. Vollelektrische Traktoren jedoch schon.

Dass JD das Thema Elektromobilität ernst nimmt, sah man bereits 2014 als der Hersteller seinen ersten teilelektrifizierten Traktor John Deere 6210 RE vorstellte.

Hybrid ist schön, rein elektrisch noch schöner

Als nächstes möchte ich ein tolles Video-Interview von electrive.net mit Euch teilen. Es geht um Elektromobilität in der Landwirtschaft. Der gleichnamige Prof. Dr. Pickel stellt einen vollelektrischen JD Schlepper mit einer Leistung von 400 PS vor.

Wenn alles nach Plan läuft, dann wird dieser Traktor (oder eine größere Variante) voraussichtlich in 2025 oder 2030 auf dem Markt verfügbar sein.

Die größte Herausforderung für Ingenieure, Forscher und Techniker gleichermaßen: die Batterie.

Hört doch rein… Es lohnt sich…

 

Quelle: YouTube Video von electriveNet

Der weltweit größe Elektrofahrzeug kommt aus der Schweiz und ist ein E-Muldenkipper

Nein, es muss nicht immer die USA sein. Elektrofahrzeuge können sehr wohl auch die Europäer bauen.

Für die E-Muldekipper-Story blicken wir in das Nachbarland Schweiz. Die beiden Unternehmen Lithium Storage GmbH und die Kuhn Schweiz AG arbeiten an einem E-Koloss mit 800 PS.

Die weltweit größte Elektro-Landmaschine soll Ende diesen Jahres zum Start gehen. Ein Highlight dieses gigantischen Elektrofahrzeugs ist sicherlich seine 600 kWh Lithium-Ionen Batterie.

Weitere technische Details im Überblick:

  • 800 PS (590 kW) wie bereits oben erwähnt
  • Antrieb: Synchron Elektromotor
  • Chassis: Komatsu 605-7, 110 Tonnen Gesamtgewicht
  • Kann als Pulsenergiefahrzeug betrieben werden: Bergfahrt mit 45t (Leergewicht) und Talfahrt mit 110t voll beladen => Nebenprodukt: es wird CO2-freier Strom erzeugt

Wie jedes Elektrofahrzeug auch, erzeugt der E-Dumper kaum Lärm und hinterläßt eine viel reinere Luft als ein Dieselfahrzeug.

Landwirtschaft im Elektro-Fieber?

… Wohl eher nicht.

Das was die Automobilindustrie zur Zeit durchmacht (Abgasskandale, Ölpreis-Dumping, Tesla-Hype)… davon sind wir in der Landwirtschaft noch weit entfernt. Dass uns das jedoch schneller einholen kann als es uns lieb ist, dürfte in der heutigen Zeit keinen wirklich überraschen.

Hybridtraktoren sind kein Fremdwort, vollelektrische Traktoren schon.

Wird JD tatsächlich derjenige Hersteller sein, der als erster eine vollelektrische Landmaschine auf den Markt bringt oder werden innovative Mitbewerber wie z.B. Fendt oder Horsch den Amerikanern zuvorkommen? Was glaubt Ihr?

Von einem Kampf für Elektro-Landmaschinen kann heute nicht die Rede sein.

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