Tesla-Erneuerbare Energie-Akku

Erneuerbare Energie: weltweit größter Akku in Betrieb

Erneuerbare Energie spielt weltweit eine immer größere Rolle. Investitionen in umweltfreundlichen Strom sind der Weg in die Zukunft. 

Auch für Australien, das in Punkto Energiegewinnung bisher sehr stark von Strom aus Kohlekraftwerken abhängt.

Es gehört zu den Ländern, die umgerechnet auf die Einwohnerzahl, mit die höchste Produktion des klimaschädlichen CO2 aufweist.

Erneuerbare Energie spielen in Down Under bisher entsprechend nur eine untergeordnete Bedeutung. Oder sollen wir sagen “spielten”.

Denn ausgerechnet in Australien ging das weltweit größte Akkusystem an den Start und setzt damit neue Standards im Bereich Erneuerbare Energie.

Erneuerbare Energie dank Tesla in neuen Dimensionen

Bei dem Akkusystem handelt es sich um einen Lithium-Ionen-Speicher, der mit seiner Gesamtleistung von 129 Megawatt 30.000 Haushalte mit Strom versorgt.

Wir verbinden einen Lithium-Ionen-Akku mit Geräten wie unserem Handy, in welchem diese Art der Energiespeicherung mittlerweile Standard ist.

Die Vorteile von Lithium-Ionen-Akkus liegen hier auf der Hand:

  • kein Memory-Effekt, der im Laufe der Zeit die Akkuleistung vermindert
  • eine lange Lagerfähigkeit aufgrund seiner geringen Selbstentladung
  • eine hohe Energiedichte (etwa das 3-4 fache eines gleich großen NiCd-Akkus oder das Doppelte eines NiMH-Akkus)
  • eine lange Haltbarkeit

Wisst Ihr eigentlich wie ein Lithium-Ionen-Akku funktioniert?

Der Lithium-Ionen-Akku

Quelle: TheSimpleChemics

Der Lithium-Ionen-Akku in Australien erreicht eine neue, bisher noch nicht gekannte Größenordnung.

Das gigantische Projekt wurde vom US-Elektroautohersteller Tesla nördlich von Adelaide errichtet.

Und auch beim Bau machte Tesla eine klare Ansage: in 100 Tagen wird der größte Akku für Erneuerbare Energie gebaut werden, oder das Unternehmen würde ihn kostenlos abgegeben, so das Versprechen von Tesla-Chef Elon Musks.

Und das Ziel wurde, wenn auch knapp, erreicht. Rund 3 Monate Bauzeit klingen jedoch einfach sehr beeindruckend, oder?

(Die Kosten wurden von Musks übrigens auf mindestens 50 Millionen Dollar angegeben.)

In Australien beginnt der Sommer. Der Akku wird dringend gebraucht, um den hohen Stromverbrauch in dieser Jahreszeit zu decken.

Die extreme hohen Temperaturen führten in den letzten Sommern immer wieder zu Stromausfällen.

So gab es etwa im September 2016 aufgrund eines Unwetters einen Stromausfall, bei dem 1,7 Millionen Haushalt über mehrere Tage vom Nationalen Netzwerk abgeschnitten waren. 

Mit dem Lithium-Ionen-Akku sollen solche Nachrichten der Vergangenheit angehören, denn er liefert Strom rund um die Uhr, egal ob Wind und Sonne gerade bei der Energiegewinnung mitspielen. 

Der Strom für den Akku kommt aus einem Windpark, der von dem französischen Unternehmen Neoen betrieben wird.

Das Projekt zeigt, es mangelt nicht an innovativen Lösungen. Auch nicht an deren Umsetzung.

Wir dürfen gespannt sein, wie das australische Vorbild in anderen Teilen der Welt aufgenommen wird. Sicherlich werden wir in Zukunft von größeren Akkusystemen hören. 

(Quelle: Manager Magazin, Passauer Neue Presse, DPA)

Und noch ein Blick auf ein aktuelles Thema der Woche:

Entscheidung zum Neonikotinoid-Verbot verschoben

Eigentlich sollte diese Woche abgestimmt werden, ob die drei neonikotinoiden Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam im Freiland verboten werden sollen. 

Diese Entscheidung wurde nun jedoch vom Ständigen EU-Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (PAFF) auf März 2018 verschoben. 

Neonikotinoide werden in der Landwirtschaft als Saatgutbeizmittel eingesetzt. Sie sollen Schädlinge bekämpfen und damit die Pflanzen beschützen. 

Allerdings beschränkt sich die Wirkung nicht nur auf Schädlinge.

Die Insektizide werden für das rapide Sterben von Bienen und anderen Insekten verantwortlich gemacht. 

Deshalb wurde bereits in 2013 der Einsatz von der EU-Kommission eingeschränkt.

So dürfen die Wirkstoffe beispielsweise nicht auf die Rapssaat und beim Anbau von Äpfeln, Gurken und Kirschen Anwendung finden.

Aber, das Verbot kann für viele Pflanzen mit Sondergenehmigungen aufgeweicht werden. 

Bevor die EU-Mitgliedsstaaten eine Entscheidung zum zukünftigen Einsatz der Wirkstoffe treffen, soll jedoch erst noch ein Gutachten der Europäischen Lebensmittelbehörde (Efsa), das die Bienengefährlichkeit der Wirkstoffe genauer untersucht, ausgewertet werden. 

Nach mehrmaliger Verschiebung soll dies nun bis Februar 2018 vorliegen. 

Die Anwendung der Insektizide wird so weiterhin von den verschiedenen Interessengruppen heiß diskutiert

Nichtregierungsorganisationen, die sich für den Umweltschutz einsetzen, fordern klar ein viel umfassenderes Verbot.

Die ausschliessliche Zulassung des Stoffes in Gewächshäusern, wie es aktuell im Raum steht, greift ihnen nicht weit genug. 

Vertreter aus Landwirtschaft und Agrarindustrie befürchten hingegen einen Nachteil der europäischen Landwirtschaft im internationalen Vergleich. 

Hier wird auch zu Bedenken gegeben, dass Landwirte durchaus verantwortungsbewusst mit den Wirkstoffen umzugehen wissen. 

(Quelle: Deutschlandfunk, Spiegel Online, TopAgrar)

Das Thema wird sicherlich bis März 2018 die deutschen Politiker weiterhin gut beschäftigen. Auch bei Vorlage des Gutachtens wird es sehr gegenteilige Meinungen geben. 

Insbesondere wird es bei der Frage, wie weit das Verbot ausgebaut werden soll, bei den Fraktionen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. 

Wie steht Ihr aus Sicht der Landwirte zu dem Thema? 

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