2017-04-Erneuerbare Energien-Landwirt-Duengeverordnung

Erneuerbare Energien sind auf dem Vormarsch

Erneuerbare Energien verzeichneten letztes Jahr einen weltweiten Zuwachs wie nie zuvor.

Die Statistiken der Internationalen Energie Agentur (IRENA) zeigen auf: 2016 war ein Rekordjahr, was den Zuwachs von Anlagen für die Generierung von Erneuerbaren Energien angeht.

Die Kapazität für die Erzeugung von erneuerbaren Energien steigerte sich weltweit um 161 Gigawatt.

Erneuerbare Energien boomen weltweit

Rund um den Globus findet eine Trendwende in der Energieproduktion statt.

Dies deutet auch darauf hin, dass erneuerbare Energien längst nicht mehr nur ein Projekt zur Erhaltung der Umwelt sind, sondern sich weltweit zu einem starken Wirtschaftszweig entwickelt haben.

Aber schauen wir uns doch die Zahlen an. Wo waren in 2016 welche Technologien auf dem größten Vormarsch?

  • Wasserenergie: über die Hälfte der neuen Anlagen wurden in Brasilien und China erbaut.
  • Windenergie: über ein Drittel der Neubauten für Windenergie wurden in nur vier Ländern errichtet: China, USA, Deutschland und Indien
  • Bioenergie: der Hauptanteil des Zuwachses erfolgte in Asien. Bisher ist Europa mit 34 Prozent Anteil an der weltweiten Kapazität führend, aber Asien ist mit nun 32 Prozent dicht auf den Fersen.
  • Solarenergie: Den größten Zuwachs verzeichnete Asien, aber die Hälfte an Kapazitätszuwachs ist allein in China entstanden. In Europa zeigen vor allem Deutschland und Großbritannien ein starkes Wachstum
  • Erdwärmeenergie: Zuwächse sind hier besonders in Kenia, Türkei, Indonesien und Italien zu verzeichnen

Es scheint, dass insbesondere in China massiv auf erneuerbare Energien gesetzt wird und der Ausbau von Kapazitäten stark vorangetrieben wird.

Aber kommen wir zurück nach Deutschland:

Wie sieht es hierzulande mit den Erneuerbaren Energien aus?

Schließlich, so sieht es die Bundesregierung vor, soll im Jahr 2020 in Deutschland 35 Prozent am Bruttostromverbrauch durch erneuerbare Energien gedeckt sein.

Dieses Ziel scheint erreicht werden zu können. Im letzten Jahr lag der Anteil bei 32 Prozent, ein neuer Höchstwert.

Insbesondere Offshore-Windkraft erlebte einen regelrechten Boom. Derzeit sind Onshore-Windkraftanlagen aber immer noch mit 35 Prozent an der Spitze unter den Erneuerbaren Energien.

Wachstum konnte auch bei Energieträgern wie Wasser und Biomasse verzeichnet werden, während die Photovoltaik im letzten Jahr eher schwächelte.

Erneuerbare Energien sind gefragt. Für Landwirte kann es sich deshalb lohnen, selbst in den Markt einzusteigen, wenn sie es nicht schon sind.

Für Landwirte ist die Auswahl relativ begrenzt: Windkraft-, Solar- und Biogasanlagen sind die wesentlichen Möglichkeiten.

Dazu kommt, dass nicht jede Energieerzeugung überall eingesetzt werden kann:  etwa ist die Genehmigung für Windkraftanlagen mit sehr hohen Auflagen verbunden.

Solarkraft benötigt geeignete Dachflächen und steigende Getreide- bzw. Silomais- und Flächenpreise bei Biogasanlagen kann hier einen Strich durch die Rechnung machen.

Eine kreative Herangehensweise kann sich lohnen:

Doppelte Ernte: Getreide unter der Solaranlage

Quelle: George Nauri

Inspiriert? Der Bau von erneuerbaren Energieanlagen muss nicht bedeutet, dass die Fläche nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden kann. 

Beide können gar von einander provitieren. Und es zeigt sich mal wieder: Lösungen lassen sich immer finden.

Die politischen oder gesetzlichen Rahmenbedingungen bestimmen aber vielfach mit, was letztendlich umgesetzt wird oder in welche Form die Umsetzung erfolgt. 

Und hier kommt in diesem Jahr eine Änderung auf uns zu, die uns wohl noch einige Zeit beschäftigen wird: die neue Düngeverordnung. 

Düngeverordnung tritt in Kraft

Es ist nun amtlich. Am Freitag vergangener Woche wurde die neue Düngeverordnung beschlossen.

Nach all den hitzigen Diskussionen im Vorfeld wurde der Kompromiss, auf den sich Bund und Länder zuvor bereits einigen konnten, in der neuen Verordnung aufgenommen.

Die öffentlichen Aktionen, mit denen in der letzten Woche Landwirte ihre Meinung äußerten, trugen sicherlich auch hierzu bei.

Landwirte können sich deshalb darauf einstellen, dass sie ab der Herbstbestellung für 2017 die neuen Regeln beim Düngen zu beachten haben.

Während die einen begrüßen, dass der nun endlich eine Einigung erzielt werden konnte und die Anforderungen der EU-Kommission weitestgehend erfüllt sehen, gibt es natürlich auch die anderen Stimmen, denen die Reform nicht weitgenug geht.

Wie praxistauglich die neue Düngeverordnung wirklich ist, wird sich wohl erst in den kommenden Monaten zeigen.

Die Umsetzung wird jeden landwirtschaftlichen Betrieb mit neuen Herausforderungen konfrontieren. Bereits jetzt sind die Berechnungen, die beim Düngen zu absolvieren sind, eine kleine Wissenschaft für sich.

„Die Umsetzung des neuen Düngerechts wird einen weitreichenden strukturellen Anpassungsprozess in der Landwirtschaft auslösen und vielen Betrieben enorme Veränderungen abfordern“, meinte Joachim Rukwied, Präsident des Deutchen Bauernverbandes (DBV).

Was sind die wesentlichen Änderungen des neuen Düngerechts?

  • Die Gärreste aus Biogasanlagen werden bei der Ermittlung des Düngebedarfs ebenfalls einbezogen
  • Für stickstoffhaltige Düngemittel werden die Aufbringpausen zwischen den Anwendungen verlängert
  • Der administrative Aufwand wird sich wesentlich erhöhen, da die Düngebedarfsermittlung wesentlich detaillierter und genauer dokumentiert werden muss. Der errechnete Bedarf an Stickstoff pro Fläche darf nicht überschritten werden.
  • Die Technik, die bei der Gülleausbringung zum Einsatz kommt, wird angepasst werden müssen, damit die Emmissionen von Ammoniak reduziert werden.

Auch in Zukunft bleiben der Nährstoffbedarf der Kulturen als auch die gute fachliche Praxis die Basis für die Düngung. 

Was meint ihr: wie wird sich das neue Düngegesetz auf Euren Hof auswirken?

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