Ernte bei Agrarbetrieb in 2013

Ernte 2015: 8 Prozent unter dem Rekordergebnis 2014

Nachdem die Umsätze in der Landtechnikbranche zweistellig gegenüber 2014 zurückgehen, kommt jetzt nun auch die zweite negative Meldung — es geht um die diesjährige Ernte.

Glaubt man der aktuellen Ernteeinschätzung des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV) dann erwarten wir in Deutschland eine durchschnittliche Getreideernte von 47,7 Mio. Tonnen. Das sind 4,3 Mio. Tonnen weniger als im letzten Jahr. Prozentual reden wir hier von einem 8% Minus.

Bevor wir uns das Thema Ernte nochmal genauer anschauen, möchte ich ganz kurz auf zwei Nachrichten bzw. politische Entscheidungen eingehen, die unsere Community betreffen. Die Rede ist von der anstehenden Rentenerhöhung sowie von der Reform der EU Öko-Verordnung.

Nachrichten-Flash Landwirtschaft & Co.

  • Ab dem 1. Juli 2015 erhöhen sich die Renten wie folgt: alte Länder erhalten 29,21 EUR und neue Länder 27,05 EUR. Die Werte gelten für einen Entgeltpunkt. Die Rentensteigerung gilt sowohl für die Renten aus der Alterssicherung der Landwirte als auch für die Renten der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Der Bundesrat gab in seiner Sitzung vom 12. Juni grünes Licht für die Rentenerhöhung. [Mitteilung der Bundesregierung]
  • Die europäischen Agrarminister haben sich im Rahmen der EU Öko-Verordnung auf folgendes geeinigt:

    • Keine Rückstandsschwellenwerte für Bioprodukte auf EU-Ebene
    • Gemischte Betriebe sind weiterhin möglich — so kann sich ein Landwirt beispielsweise dafür entscheiden den Gemüsebau ökologisch und alle anderen Bereiche konventionell zu bewirtschaften
    • Weiterhin jährliche Vor-Ort-Kontrollen auf Ökobetrieben
    • Ab 2018 sollen Erzeuger, die in Staaten ohne eigene Ökovorschriften wirtschaften, die EU-Auflagen einhalten

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Durschnittliche Ernte in Deutschland erwartet

Das anhaltend trockene und warme Wetter in Kombination mit wenig Niederschlag erschwert das Leben der Getreidebestände ungemein. Sollte das Wetter weiterhin so bleiben, so sind weitere Einbußen zu befürchten.

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat in der Ernteschätzung Juni 2015 die Grenze um 2 Millionen Tonnen gegenüber dem Vormonat weiter nach unten herabgesetzt. Zur Zeit gehen demnach die Experten von einer durchschnittlichen Ernte in Höhe von 47,7 Mio. Tonnen aus.

Und wie gesagt, sollte uns der Regen in den nächsten Tagen und Wochen nicht öfters besuchen, dann wird die diesjährige Ernte wohl noch schlechter ausfallen bzw. die Zahl weiterhin stark nach unten korrigiert.

Erwartete Ernte: Performance der einzelnen Kulturen

1. Weizenernte.

Die gesamte Weizenernte wird aktuell mit knapp 25,8 Mio. Tonnen prognostiziert. Das sind 7,2% weniger als in 2014. Die Statistik wird durch den Winterweizen negativ beeinflusst.

Die Einschätzungen sind wie folgt:

  • Winterweizen mit 25,5 Mio. Tonnen, das sind 7,1% weniger als im letzten Jahr
  • Sommerweizen mit 318 Mio. Tonnen, was einem Anstieg von 7,4% gegenüber Vorjahr entspricht

2. Roggen.

Hier wird eine Erntemenge von 3,5 Mio. Tonnen erwartet. Das sind 10,4% weniger als in 2014.

3. Gerste.

Der DRV erwartet bei Gerste insgesamt 10,6 Mio. Tonnen. Die Aufteilung der Mengen nach Winter- und Sommergerste lautet wie folgt:

  • Wintergerste mit 8,6 Mio. Tonnen, das sind 9,5% weniger als im letzten Jahr
  • Sommergerste mit knapp 2 Mio. Tonnen, das sind 5,3% weniger als in 2014

4. Mais.

Die Prognose für die Maisernte liegt bei derzeit knapp 4,7 Mio. Tonnen. Das ist ein Minus von 9,2% gegenüber dem Vorjahr.

5. Hafer.

Die Ernte soll in 2015 bei 578 Mio. Tonnen liegen. Das sind knapp 8% weniger als im letzten Jahr.

6. Triticale.

Die Schätzungen liegen im Falle der Triticale bei 2,7 Mio. Tonnen. Das ist ein Minus von 9,2% gegenüber 2014.

7. Raps.

Die aktuelle Witterung tut auch dem Raps nicht gut. Der DRV hat seine Prognose erneut nach unten korrigiert und geht aktuell von einer Ernte in Höhe von knapp 5 Mio. Tonnen aus. Das sind 20% weniger als die Rapsernte in 2014 (6,2 Mio. Tonnen).

Getreideernte 2015 weltweit

Obwohl die Ernteprognose in Deuschland nicht so rosig ausfällt, erwarten wir in Europa und weltweit eine insgesamt überdurschnittliche Getreideernte. Einer starken Angebotsseite, steht auch eine kontinuierlich wachsende Nachfrage gegenüber.

So darf sich Europa und Deutschland weiterhin über starke Exporte freuen. Die Getreidenachfrage aus Nordafrika und Asien nimmt jedes Jahr zu. Insgesamt also gute Aussichten für unsere deutschen Landwirte… wenn nur das Wetter auch noch entsprechend mitspielen würde.

Die nächsten Zahlen und Prognosen vom DRV gibts dann wieder Mitte Juli.

Was glauben Sie?

Wie lauten denn Ihre Prognosen? Ernte Top oder Flopp – was sagt denn „Ihr Feld“?

 

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