Agrarbetrieb-Raps-Ernte

Ernte von Raps und Getreide – enttäuschende Ergebnisse

Das Wetter erschwert auch weiterhin den Landwirten die Arbeit, denn die Ernte wird vielerorts von dem unbeständigen Wetter ausgebremst. Bisher sind die Ertragszahlen beim Getreide und beim Raps enttäuschend. 

Anhaltender Regen behindert zudem die Ernte und lässt die deutschen Landwirte um Qualitätseinbußen bangen. Europaweit betrachtet, fallen die Ernteerträge jedoch sehr unterschiedlich aus.

Allgemein gesprochen, konnten ost- und südosteuropäische Regionen von sonnigeren Klimabedingungen profitieren.

Von der Europäischen Kommission wurde die Getreideernte für Europa in diesem Jahr auf ca. 312,9 Millionen Tonnen geschätzt.

Diesjährige Ernte nicht zufriedenstellend

Die diesjährigen Ernteergebnisse setzen viele Landwirte unter Druck.

Während regional die Ernteerträge gegenüber dem Vorjahr start gemindert sind, konnten weltweit dennoch Rekorderträge erzielt werden.

Rekorderträge bei der Ernte und ein weltweit bereits gut gefülltes Gertreidelager drücken die Preise  an den Märkten. Die Verminderung des Angebotes hierzulande fällt dabei kaum ins Gewicht. 

  • Nicht nur, dass die feuchte Witterung aufgrund der fehlenden Sonne für die reduzierten Erträge verantwortlich ist.
  • Nicht nur, dass Landwirte um die Qualität ihrer Produkte besorgt sind, sie nur hoffen können, dass sich nicht noch Pilzerkrankungen in ihren Beständen ausbreiten.
  • Nicht nur, dass der Regen die Ernte verzögert und eh schon die Nerven belastet, weil auf sonnige Stündchen für die Arbeit gewartet werden kann.
  • Hinzu kommt, dass das feuchte Wetter die Kosten für die Ernte in die Höhe treiben wird, wenn eine teure Trocknung erforderlich werden sollte.

Laut den ersten Ergebnissen des  2. DBV-Ernteberichtes sind bei Weizen und Gerste mit Ertragsminderungen von 10-20 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau zu rechnen.

Beim Raps beträgt die durchschnittliche Ertragsminderungen rund 11 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Wobei auch hier die Werte für die einzelnen Regionen sich stark unterscheiden können.

So erwartet der Bauernverband in Mecklenburg-Vorpommern etwa 30 Prozent weniger Erträge als im Vorjahr und rechnet mit einem Verlust bei den Einnahmen von rund 100 Millionen Euro.

Die Rapspreise im deutschen Großhandel haben sich die letzte Woche sehr unterschiedlich entwickelt. Generell konnten die Ertragszahlen des Vorjahres bei weitem nicht erreicht werden.

Aber nicht nur Raps und Getreide sind betroffen. Auch eine weitere Sparte leidet unter dem Wetter:

Möglicher Totalverlust bei Bio-Kartoffeln

Das Wetter stellt auch die Ökobauern in der Pfalz vor eine große Herausforderung, denn das dauerhaft feuchte Wetter diesen Jahres begünstigt die Verbreitung von Pilzkrankheiten.

Die Kraut- und Knollenfäule zählt zu den gefährlichsten Pflanzenkrankheiten. Der Erreger verbreitet sich ungemein schnell und richtet große Schäden an. In der Pfalz droht den Ökobauern nun der Totalschaden.

Da der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Bio-Anbau nur sehr eingeschränkt möglich ist, befinden sich die Biobauern in der Zwickmühle:

  • entweder riskieren sie, die komplette Ernte zu verlieren, können jedoch weiterhin das Siegel „Bio“ tragen
  • oder sie retten durch den Einsatz von bestimmten Pflanzenschutzmitteln die Ernte, verlieren aber im Zuge dessen ihr Biosiegel.

Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel (Phytophthora infestans)

Quelle: aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.

Aber kommen wir nochmal zurück zum Raps, dessen Ernte gerade noch im vollen Gange ist.

Verluste beim Raps treffen die Landwirte wahrscheinlich noch ein wenig stärker, denn der Anbau von Raps ist ungefähr mit doppelt hohen Ausgaben wie beispielsweise der Anbau von Weizen verbunden.

Höhere Kosten für das Saatgut und den Pflanzenschutz, die Hälfte an Ertragsmenge je Hektar – wo bleibt der Ausgleich? 

Raps ist dennoch attraktiv im Anbau, weil auch der Erzeugerpreis doppelt so hoch wie beispielsweise vom Weizen ist. Denn der Rapspreis orientiert sich am Sojapreis.

Bei der Ernte von Raps muss für bestmögliche Ergebnisse besonders rücksichtsvoll vorgegangen werden.

Nicht nur ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Etwa sollten ungleichmäßige Bestände so lange wie möglich wachsen gelassen werden. 

Auch die Feineinstellung der Mähdrescher ist ausschlaggebend für den Ernteerfolg.

Feineinstellung beim Mähdrescher

Wer seinen Mähdrescher richtig einstellt, kann die Leistung bis um 20 Prozent steigern. Dies ist eine enorme Reserve. 

Insbesondere ist auf die Einstellung des Schneidewerkes zu achten. 

  • Passt die Abstreifleiste beim Anheben der Einzugsschnecke an, so könnt Ihr verhindern, dass sich Unkräuter um die Schnecke wickeln.
  • Stellt die Horizontalposition der Haspel so nahe wie möglich zur Einzugsschnecke, damit die Körner aus aufgeschlagenen Schoten bestmöglich im Schneidewerk gelangen.

Die Ernte in diesem Jahr wird für jeden eine Herausforderung parat halten. Welches ist Eure größte Herausforderung in diesem Sommer? 

 

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