Landtechnik von Fendt AGCO auf agra

Die Fulliner-Strategie: AGCO übernimmt Grünfuttersparte von Lely

Das Programm „Route 66“ des AGCO-Konzerns ist kein Geheimnis. Mit der Übernahme der Grünfuttersparte von Lely führt AGCO, wozu u.a. auch Fendt, Valtra und Massey Ferguson gehören, sein Fulliner-Konzept unbeirrt weiter.

Gemäß dem Prinzip, „die Großen werden immer grösser“, kam die Nachricht zur Übernahme der Lely Agrartechnik durch AGCO für den einen oder anderen doch recht überraschend daher. Dabei ist Lely nicht die erste Firmenübernahme im Bereich Futtererntetechnik.

So gehört Fella seit März 2011 zum AGCO Markenportfolio. Die Fella Werke GmbH wurden in AGCO Feucht GmbH umfirmiert. Und was passierte nach der Integration ins Konzern? Das Futterernte-Programm von Fendt wurde weiterentwickelt.

Mit der Übernahme von Lely, will AGCO seine Futtererntetechnik-Sparte stärken. Da passt Europas führender Hersteller von Ballenpressen und Ladewagen natürlich hervorragend dazu.

„Die Integration der branchenweit führenden Kompetenz der Lely Heu- und Grünfuttererntetechnik wird das Full Line Angebot von AGCO weiter stärken“, so Martin Richenhagen, AGCO Chairman, President und CEO.

Quelle: Fendt

Noch befindet sich nichts in trockenen Tüchern. Die Übernahme muss erst behördlich genehmigt werden. Laut einer aktuellen Pressemitteilung von Fendt, erwartet AGCO, dass dies im vierten Quartal 2017 abgeschlossen sein wird.

Wie wird Lely in AGCO integriert? Was passiert mit den anderen Sparten von Lely?

Zuerst einmal Folgendes: Lely besteht aus viel mehr als nur Ladewagen und Ballenpressen.

Lely fokussiert sich zukünftig auf die Entwicklung von Robotertechnik und den Bereich Melk-, Fütterungs- und Stalltechnik. Dank seiner Kompetenz mit automatisierten Systemen hat Lely jetzt die Chance, die übriggebliebenen Ressourcen stärker zu bündeln und seine führende Position als Innovator im weltweiten Milchsektor weiter auszubauen.

Quelle: Lely North America

AGCO soll Presseberichten zufolge sein Ladewagen-Programm exlusiv der Marke Fendt zuordnen. Rundballenpressen, Wickler und Mähwerke sollen sowohl Fendt als auch Massey Ferguson zur Verfügung stehen. Die Marke Lely soll erstmals noch „am Leben“ bleiben.

Wie das letztendlich aussehen wird, das werden wir in den kommenden Monaten nach Genehmigung der Übernahme live erleben. Das wird sicherlich für ganz viel Gesprächsstoff auf der anstehenden Agritechnica 2017 sorgen.

Welche Auswirkungen hat die Übernahme auf die Arbeitsplätze bei Lely?

Bei Übernahmen werden oft die Würfel geschmissen und die Figuren auf dem Schachbrett neu sortiert. Im Falle der Lely-Übernahme soll jobtechnisch folgendes passieren:

  • Deutschland: Die deutschen Werke in Wolfenbüttel (Ballenpressen) und Waldstetten (Ladewagen) werden Eigentum der AGCO Corporation und die Mitarbeiter an diesen Standorten werden von der AGCO Corporation angestellt.
  • Niederlande: Die Produktion von Futtererntemaschinen in Maassluis (Mähwerke, Zettwender und Schwader) wird aufgrund der Überschneidung mit der AGCO-Produktpalette nach dem Verkauf reduziert und voraussichtlich zum 31. März 2018 eingestellt. Alle Mitarbeiter behalten ihre Anstellung bei Lely. Die Mehrheit (ca. 95%) der in der Produktion tätigen Mitarbeitern werden vorübergehend in die AGCO Corporation versetzt, um anschließend nach Lösungen für ihre Zukunft zu suchen.
  • International: Einige Mitarbeiter der internationalen Lely Support Organisationen (LSO) werden von der AGCO Corporation übernommen.

Quelle: Lely

Mehr Ressourcen für Grünland- und Erntetechnik

Die Turbulenzen an den Märkten, die Unruhen in der Politik und die niedrigen Erzeugerpreise wirken sich nicht nur auf die Großen der Agrarbranche aus. Die negativen Folgen machen sich insbesondere bei kleineren Unternehmen bemerkbar.

Und Lely gehört nunmal auch dazu.

So kam es, dass Lely seine Teilnahme an der EuroTier 2016 absagte. Ende 2016 verkündete das Unternehmen, seine Kipperproduktion in Waldstetten einzustellen. Heute die Übernahme durch ACGO.

Es geht weiter… Lely stellt neuen Tigo-Ladewagen MR 100 Profi vor

Übernahmen hin oder her; neue Produkte einführen und sich weiterentwickeln muss man trotzdem. Und so bekommt die Tigo-Ladewagenfamilie ein neues Mitglied.

Der große Bruder heisst Tigo MR 100 Profi und ist laut Hersteller der „größte Ladewagen seiner Klasse für die Heuernte“. Der Tandemwagen hat 50 m³ Ladevolumen, einen 1,80 m breiten Pick-up zur Futteraufnahmen und arbeitet mit der beweglichen, multifunktionalen Stirnwand.

Der Vorpressdruck lässt sich am Bedienterminal stufenlos einstellen und auf die Futterart abstimmen. Landwirte können zwischen einer 12 oder 17-Tonnen-Tandemachse mit Parabelfederung wählen.

Was sagt Ihr zur geplanten Übernahme? Werden alle bekannten Marken nur noch in der Hand von Wenigen sein? Welche Auswirkungen wird das Eurer Meinung nach auf uns „User“ haben?

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