US-Farmer setzen auf gentechnikfreies Saatgut

Gentechnik Ade: US-Farmer setzen auf gentechnikfreies Saatgut

Was führt US-Farmer dazu auf gentechnikfreies Saatgut zurückzugreifen? Kommt die Kehrtwende tatsächlich aus dem Land welches im Bereich GV-Pflanzen eine Spitzenposition einnimmt?

Tja, so wie es aussieht, treiben niedrige Preise und schmälernde Profite den einen oder anderen US-Farmer zu „gesünderen“ Alternativen.

Hybride vs. gentechnikfreies Saatgut

Gibt es gentechnikfreies Saatgut noch überhaupt oder setzt mittlerweile die ganze Welt nur noch auf Hybride? Wo stecken die größten Gefahren und was tun Bauern hierzulande um den Konsumenten „echten“ Geschmack zu liefern?

In dem nachfolgenden Beitrag des Bayerischen Rundfunks erfahren wir mehr über die Nachteile von Hybriden und das große Geschäft der fünf Saatgutkonzerne die den europäischen Markt fest im Griff haben.

Höhere Erlöse führen zu einem Richtungswechsel

Wenn es um Geld geht, dann will der US-Farmer nicht lange inaktiv bleiben und als Zuschauer sein Wohlhaben dahin schmelzen sehen. Spätestens dann ist „Action“ gefragt. In diesem Falle geht es um die Entscheidung: auf GV oder Nicht-GV setzen?

Nicht nur in Europa, sondern auch in den USA greifen Verbraucher vermehrt auf sogenannte „organic“ Lebensmittel zurück. Schenkt man den Marktforschungszahlen von Nielsen NV sowie den Dow Jones News Glauben, dann ist der Handel mit „organic“-Produkten mit einem 15% Anstieg, der am schnellsten wachsende Sektor der US-Lebenmittelbranche.

So wie es aussieht, springen auch Lebensmittelgroßkonzerne auf diesen Trend und streichen GV-Zutaten aus ihren Produkten. Die Rede ist von General Mills und Post Foods.

US-Soja ist zu 94% GV-Soja

Besonders kritisch sieht es im US-Sojamarkt aus. In 2014 wurden auf durchschnittlich 94% der Sojaflächen GV-Sorten angebaut. Im Jahr 2000 lag der GVO-Anteil noch bei 54%.

Erschreckend hoch ist der Anteil auch bei Mais. Letztes Jahr lag der Anteil von GV-Mais an der Gesamtanbaufläche bei 93%. Im Jahr 2000 war der Anteil noch bei rund 25%. Das sind wahrhaftig gigantische Wachstumsraten. [Quelle: aiz.info]

Purzeln die Preise bei Mais und Sojabohnen, so wie es in den vergangenen zwei Jahren der Fall war, dann bleibt es den US-Farmern nicht viel übrig. Die Alternativen:

1. Weiterhin auf GV-Saatgut setzen und auf Erträge hoffen. Das ergibt sich durch eventuelle Einsparungen bei Pestiziden.

2. Auf gentechnikfreies Saatgut umsatteln, um Margen zu erhalten.

Für kleinere US-Farmer ist die zweite Alternative sicherlich eine attraktive Option, um den Ernteschmerz 2014 zu heilen. „Der Preisrückgang hat viele Farmer in eine Break-Even- oder sogar Verlustsituation für die Ernte 2014 gebracht.“ (Agrarisches Informationszentrum, Meldung vom 05.02.2015)

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Was sagen die GVO-Giganten?

Die Großen der „Szene“ erwarten 2015 positive Verkaufszahlen für gentechnikfreies Saatgut und setzen daher auch auf konventionelle Sorten. Die Meinungen sind jedoch unterschiedlicher denn je.

Während Beck‘ Superior Hybrids von einem Ausverkauf seiner konventionellen Sorten spricht, setzt Monsanto, der in den 80-er Jahren an der Entwicklung von GV-Saatgut beteiligt war, weiterhin auf GV-Saatgut und will von einer Kehrtwende nichts wissen.

DuPont der sowohl GV-Sorten als auch gentechnikfreies Saatgut verkauft, spricht etwas offener über die Nachfrage nach konventionellem Mais und Soja, geht allerdings nicht von einer Trendwende aus.

Verbraucher fordern Aufklärung

Sind GVO-Sorten schädlich für die Gesundheit?

Diese Frage stellen sich in den USA immer mehr Kritiker und Verbraucher. Die US-Lebensmittelbehörde und jegliche Gesundheitsorganisationen sind weiterhin davon überzeugt, dass keine Gesundheitsgefahren bestehen.

Wie lange das alles noch so weitergehen wird, das werden wir wohl sehen. Tatsache ist, dass immer mehr Verbraucher gentechnikfreie Lebensmittel kaufen wollen und dafür bereit sind auch stärker in die Taschen zu greifen.

Was glauben Sie?

Wo geht die Reise Ihrer Meinung nach hin? Haben Landwirte und Verbraucher das GVO-System satt?

Ist Bio bzw. „organic“ nur eine übergehende Phase oder werden sich gentechnikfreies Saatgut bzw. Bio-Lebensmittel in den kommenden Jahren weltweit stärker durchsetzen?

 

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