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Hydroponik statt Erde

Erde, Licht und Wasser sind die Grundzutaten, damit Pflanzen wachsen können. Dies mag für den Hobbygarten stimmen. Im kommerziellen Anbau ist jedoch die Hydroponik auf dem Vormasch.

Jeder kennt sie, die landwirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft.

Kurz gesprochen: zu viele Menschen, zu wenig Ressourcen wie Land oder Wasser, ungleich verteilte Produktion – hier zu viel, da zu wenig, … – die Nachrichten berichten gerne über all das, was falsch läuft.

Weniger wird allerdings von all den Forschungsansätzen berichtet, die bereits innovative Lösungen bereithalten.

Etwa für das Problem der knappen Ressource Wasser.

Hydroponik und das blaue Gold

Zunehmende Urbanisierung, der Klimawandel und vor allem die fortschreitende Verschmutzung von Wasser führen zu einer zunehmenden Knappheit von reinem Wasser.

Kein Wunder, dass große Konzerne weltweit saubere Quellen aufkaufen und sich die Rechte am Wasser sichern.

Denn sauberes Wasser ist lebensnotwendig. In Fachkreisen wird reines Wasser, sprich Trinkwasser, auch als „das blaue Gold“ bezeichnet. Dies zeigt seinen steigenden Wert.

In der Landwirtschaft werden weltweit derzeit noch 70 Prozent dieses blauen Goldes verbraucht. Wasser ist damit eine ziemlich teure Ressource für den Pflanzenanbau.

Betrachtet man den Trend weltweit, zeigt sich schnell: ja, für den Hobbygärtner wird Erde wohl erstmal weiterhin eine Rolle spielen.

Für den gewerblichen Pflanzenanbau von Gemüse ist dieses System aber längst veraltet.

Hydroponische Pflanzenzucht hat sich in anderen Ländern bereits durchgesetzt.

Hydroponik ist ein landwirtschaftliches System, bei dem statt Erde mit Nährstoffen angereichertes Wasser für die Aufzucht genutzt wird.

Hydroponischer Anbau von Salat in der Schweiz

Quelle: Blick

Und Hypopronik ist unaufhaltsam auf dem Vormasch. Es wird geschätzt, dass der hydroponische Markt bis 2020 weltweit eine knapp 400 Millionen schwere Industrie ist. (Quelle: MarketsAndMarkets)

Dies entspricht einem geschätzten Wachstum von über 16 Prozent.

In 2015 war Europa geschätzt der größte Markt für den hydroponischen Markt.

Es ist ein Vorreiter beim Implementieren von fortgeschrittenen Techniken wie dem Einsatz von hydroponischen Gewächshäusern im Pflanzenanbau.

Spanien setzt diese Form des Anbaus aufgrund seines Mangels an Wasser ein. In den skandinavischen Ländern ermöglicht Hypopronik Landwirtschaft während der doch langen Winterzeit.

Vorteile und Nachteile des hydroponischen Pflanzenanbaus

Ein Vorteil ist sicherlich der vielfältige Einsatz: ob

  • in wasserarmen Regionen,
  • in für den Pflanzenanbau ungünstigen klimatischen Bedingungen,
  • in Gebieten, in denen es an großen Flächen für einen traditionellen Anbau fehlt (etwa in Städten) oder ob
  • im großangelegten kommerziellen Stil oder im heimischen Anbau auf dem Fensterbrett

Hydroponik läutet ein neues Zeitalter in der Landwirtschaft ein. Es ermöglicht erst Konzepte wie vertikale Landwirtschaft oder Gemüsefarmen in Supermärkten.

Die Technik in diesem Bereich wird ständig weiterentwickelt. Und selbst jetzt, mit Systemen, die wohl noch in den Kinderschuhen stecken, kann im Vergleich zu einer in der Erde gewachsenen Pflanze mit

  • einer bis zu 25 Prozent schnelleren Wachstumsrate sowie
  • eines bis zu 30 Prozent höheren Ertrages je Pflanze gerechnet werden.

Und nicht zuletzt ermöglicht diese Form des Anbaus, die Einsparung von Ressourcen in größerem Umfang. Auf Pestizide kann sogar komplett verzichtet werden.

„Der Wasserverbrauch und der Nährstoffeinsatz verringern sich im Vergleich zur Bodennutzung um 30 bis 50 Prozent“, meint Fritz-Gerald Schröder von der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden.

Das dies die Umwelt erfreut, muss wohl nicht extra angeführt werden. Freuen kann sich aber auch der Landwirt, nämlich über höhere Gewinnmargen. 

Aber natürlich hat auch diese Form des Anbaus ihre Nachteile.

Hier sind zum einen die hohen Investitionskosten zu nennen. Egal in welcher Größenordnung, der Aufbau und die Installation eines hydroponischen Systems kostet.

Landwirtschaftliche Fläche wird günstiger zu erwerben sein. Hinzukommt, dass die Kenntnisse aus der traditionellen Landwirtschaft nur in begrenztem Umfang einsetzbar sind.

Das Aufsetzen und Managen eines solchen Systems erfordert sein eigenes Set an Erfahrungen, Fähigkeiten und Kenntnissen.

Und ja, auch auf dem Feld überwacht man seine Pflanzen. Hydroponik ist jedoch ein sensibles, in sich geschlossenes System.

Es bedarf einer ständigen Überwachung, dass der pH-Wert oder die Menge an Nährstoffen stimmen. Da Wasser nicht wie bei Erde gespeichert werden kann, muss der ständige Wasserfluß sichergestellt sein.

Falsche Einstellungen oder technische Ausfälle, etwa der Pumpanlage, können direkt fatale Auswirkungen auf die gesamte Pflanzenproduktion haben.

Das Gebiet der Hydroponik wird in den nächsten Jahren für spannende Entwicklungen sorgen, die Landwirtschaft nochmals neu definieren werden.

Forscher vom Frauenhofer-Institut suchen nach Lösungen, wie hydroponische Pflanzenproduktion mit kommunalen Abwässers möglich ist,  IKEA bietet bereits mit seinem Drinnengarten hydroponische Systeme quasi fürs Wohnzimmer an.

Unser Verständnis vom Pflanzenanbau wird sich in den kommenden Jahren grundlegend ändern. 

Welche Erfahrungen konntet Ihr bereits mit hydroponischen System sammeln? 

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