Joint Ventures in der Landwirtschaft

Joint Ventures: Mal klappt es und mal nicht

Joint Ventures und strategische Allianzen sind Kooperationsformen die sich auch bei uns in der Landwirtschaft etabliert haben.

Zwei oder mehr Unternehmen schliessen sich zusammen, um Synergieeffekte zu nutzen, Prozesse zu optimieren und entsprechend Kosten zu minimieren. Es ist ein bewährtes Konzept, auf das Handelsorganisationen und Konzerne weltweit setzen. Und wie das immer so ist, mal funktioniert die Partnerschaft, mal nicht.

In dem heutigen Beitrag schauen wir uns zwei Zusammenschlüsse an. Bei dem ersten Joint Venture handelt es sich um eine dänisch-skandinavische Kooperation aus dem Bereich Agrarhandel. Beispiel #2 ist ein geplatztes Joint Venture zwischen dem Molkereikonzern Müller und PepsiCo.

Joint Ventures auf Skandinavisch mit Lantmännen DLG International (LDI)

Mit einer 50/50 Beteiligung erblickt im Bereich Landhandel ein neues Joint Venture das Tageslicht. Die Rede ist vom Zusammenschluss des schwedischen Konzerns Lantmännen mit der dänischen DLG-Gruppe zu LDI. LDI steht für Lantmännen DLG International.

Das Gemeinschaftsunternehmen hat sich als Ziel gesetzt, neue Märkte in Europa zu erschließen und dadurch ihre Marktposition auf unserem Kontinent zu stärken. In einer aktuellen Pressemitteilung der DLG-Gruppe erfahren wir, dass die Skandinavier insbesondere an Deutschland, Polen und das Baltikum interessiert sind.

Die beiden Unternehmen kooperieren bereits in mehreren europäischen Märkten, allerdings ermöglicht das kürzlich kreierte Joint Venture LDI viel mehr: neue Märkte können effektiver erobert werden und neue Geschäftsbereiche viel schneller entwickelt bzw. dazugekauft werden.

Zu den weiteren Vorteilen dieses Joint Ventures zählen:

  • Konkurrenzfähigkeit wird gesteigert
  • LDI wird führender europäischer Händler mit starker Einkaufskraft

Letztlich sollen sowohl die Unternehmensbesitzer als auch die Kunden von der neuen Grösse im Agrarhandel profitieren.

Geplatzt: Müller beendet Kooperation mit PepsiCo

Schluss mit lustig – drei Jahre auf dem US-Markt und jetzt zieht sich Molkerei Müller zurück. Das Joint Venture „Müller Quaker Dairy“ zwischen der Unternehmensgruppe Müller und dem US-Konzern PepsiCo ist gescheitert.

In einem aktuellen Bericht des FOCUS Online erfahren wir folgendes:

„Leider hat sich das US-Geschäft aufgrund des sehr herausfordernden Marktumfeldes nicht unseren Erwartungen entsprechend entwickelt“, erklärte Müller-Chef Ronald Kers.

Die Unternehmensanteile und das US-Werk in Batavia (Bundesstaat New York) wurden an Dairy Farmers of America (DFA) verkauft. DFA ist der größte Milchverarbeiter der Welt; nach dem Umsatz die fünftgrößte Molkerei.

Müller gibt jedoch nicht auf. Die Expansion in weitere internationale Märkte schreitet voran.

„Wir werden unser Unternehmen langfristig durch Investitionen in das Wachstum bestehender Geschäftsfelder und durch Akquisitionen weiterentwickeln, unter anderem durch die Übernahme des Trinkmilchgeschäfts der britischen Dairy Crest.“ – Müller-Chef Ronald Kers in Focus Online

Das OK seitens der britischen Kartellbehörde liegt bereits seit Oktober vor. Klar handelt es sich hierbei um eine Übernahme und nicht über ein Joint Venture; Marktexpansion geht auch so.

Erfolg und Misserfolg

Erfolg und Misserfolg sind oft nahe beieinander. Wer hätte gedacht, dass eine derart starke Kooperation, wie die zwischen Müller und PepsiCo auf den amerikanischen Markt nicht bestehen kann. Sicherlich haben sich beide Parteien das Zusammenspiel vor drei Jahren ganz anders vorgestellt.

Und wenn sich eine Tür schliesst, dann ist es doch oft so, dass sich neue Gelegenheiten bieten. Im Falle von Müller, heisst die neue Chance: Dairy Crest Übernahme. Neues Spiel, neues Glück.

Viel wichtiger für uns ist das skandinavische Joint Venture insbesondere vor der Expansion in Deutschland. Mal schaun inwieweit Unternehmensbesitzer und Kunden von diesem Zusammenschluss tatsächlich profitieren werden.

Was haltet Ihr von Joint Ventures in der Landwirtschaft? Wo liegen Eurer Meinung nach die größten Vor- bzw. Nachteile?

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