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Landwirtschaft: Oktober ist die Zeit des Kürbis

Es ist Oktober. Satte Gelb- und Rottöne prägen zunehmend das Bild. Und wie kein anderer Monat hat der Oktober wohl sein eigenes Symbol: es ist Hochsaison für den Kürbis.

Aber bevor wir uns diesem faszinierenden Fruchtgemüse zuwenden, zunächst ein paar landwirtschaftliche Meldungen der letzten Tage, die Euch interessieren werden:

1) Keine Verlängerung der Zulassung für Genmais-Sorten

Am letzten Donnerstag hat das Europäische Parlament ein Vorhaben der EU-Komission abgelehnt, bei dem fünf GVO-Produkte zugelassen werden sollten.

Betroffen von dieser Entscheidung  sind die genetisch veränderten Maissorten Bt11, 1507, MON 810 (Saatgut und Erzeugnisse) sowie eine glyphosatresistente Baumwollsorte.

Wiederholt fordern die Abgeordneten, das Verfahren für die Genehmigung  von GVO-Erzeugnissen zu überarbeiten.

Die EU-Kommission lässt Genetisch Veränderte Organismen (GVO) zu, ohne für ihre Zulassung unterstützend Gutachten aus den Mitgliedsstaaten heranzuziehen. Die Ausnahme ist zur Regel geworden, so die Abgeordneten.

Sie sind besorgt, dass etwa die Maissorten Bt11 und 1507 bestimmte Schmetterlings- und Mottenarten gefährden könnten. Für diese hinterfragen die Abgeordneten den Begriff über „annehmbare lokale Sterblichkeitsraten“ der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).

In Hinblick auf die Bewertung der EFSA des Saatguts der Maissorte MON 810 weisen die Abgeordneten auf einen Mangel an Daten hin.

Sie betonen, dass eine mögliche Kreuzkontamination durch eine invasive Pflanzenart mit dem „Bacillus thuringiensis (Bt)“-Gift, das als Pestizid verwendet wird, „große Risiken für Landwirte und die Umwelt birgt.“

Die Ablehnung durch das Europäische Parlament ist für die EU-Kommission nicht bindend.

Am 14. Oktober wird Kommission dem Ständigen Ausschuss der Mitgliedsländer die Entscheidungsempfehlungen vorlegen. Über die Zulassung wird vom Ständigen Ausschuss voraussichtlich im November abgestimmt.

2) Ausweitung von KULAP-Angebot in Bayern

Die bayerischen Landwirte können sich freuen. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner teilte in München mit, dass im Jahr 2017 das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) deutlich ausgeweitet werden soll.

„Der Freistaat baut damit seine bundesweite Vorreiterrolle in der umweltschonenden Landbewirtschaftung weiter aus“, so der Minister.

So sei KULAP bereits heute das mit Abstand größte und finanzstärkste Agrarumweltprogramm in Deutschland. Jeder zweite Landwirt mache bereits mit. 

Im Doppelhaushalt 2017/2018 stehen für das Programm 69 Millionen EUR mehr, d.h. insgesamt ca. 520 Millionen EUR, zur Verfügung.

Mit diesem Geld werden zukünftig 19 Angebote umweltschonenender Landbewirtschaftung  zur Auswahl gestellt. Bisher waren es 11.  

Förderung erhalten:  der Ökolandbau, die extensive Nutzung von Grünland, die emissionsarme Ausbringung von Wirtschaftsdünger, die Umwandlung von Acker in Grünland entlang von Gewässern und sonstigen sensiblen Gebieten.

Die Anlage von Gewässer- und Erosionsschutzstreifen, die Winterbegrünung mit Wildsaaten, die Mulch-, Streifen- oder Direktsaat bei Reihenkulturen, der Verzicht auf Intensivfrüchte in wasserwirtschaftlich sensiblen Gebieten, die Anlage von Blühflächen, die Erneuerung von Hecken sowie die extensive Futtergewinnung.

Die Mahd von Steilhangwiesen, die Behirtung von Almen und Alpen, der Weinbau in Steil- und Terrassenlagen, der Wiederaufbau von Steinmauern in Weinbausteillagen, der Erhalt von Streuobst-Wiesen, die extensive Teichwirtschaft, die Anlage von Struktur- und Landschaftselementen und die Sommerweidehaltung.

Bevor Ihr jetzt anfangt die Angebotspalette zu durchforsten, und Euch eine Strategie für Euren Betrieb zurechtlegt, lasst uns noch ein bisschen im „Oktober schwelgen“.

Halloween steht vor der Tür. Aber nicht nur deshalb wird der Kürbis in Deutschland immer beliebter.

Eindeutig doppeldeutig – der Kürbis

Er ist sowohl Obst, als auch Gemüse. Sowohl reine Zierde und Dekoration, also auch ein wahrer Schmaus für den Gaumen. Und die Farben und Formen des Kürbis sind wohl so vielfältig wie Sterne am Himmel.

Auf die Frage, womit man den Oktober verbindet, wird den meisten wohl direkt ein Kürbis vor dem Auge erscheinen. 

Wusstet Ihr, dass der Kürbis

  • zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt zählt? (Er ist sogar älter als Mais und Bohnen.)
  • die Pflanze mit den größten Beeren und den größten Samen ist? (Für Botaniker ist der Kürbis korrekterweise eine Panzerbeere.)
  • mit über 90% Wassergehalt zu den wasserreichsten Gemüsearten gehört?

Die Kürbisernte ist noch mitten im Gange und wird noch bis Ende Oktober anhalten. Der Spätsommer hat nochmals für eine gute Reife gesorgt.

Dabei wird nicht nur die Frucht an sich stark nachgefragt. Insbesondere die Nachfrage nach Kürbiskernen aus Europa ist stark am steigen. Derzeit ist in Europa Österreich die unangefochtene Nummer 1 im Export von Kürbiskernen.

Die richtige Behandlung der Kerne nach der Ernte ist von besonderer Bedeutung, da diese leicht verderben und schnell fremdartige Gerüche und Geschmäcker annehmen.

Aber ist die Ernte nicht sehr aufwendig? Nein, ganz im Gegenteil. Schaut selbst:

Agro-Stahl Phönix Kürbiserntemaschine

Quelle: Landwirt.com

Die Technik ist hierfür bereits bis in kleinste Detail geschliffen worden. Noch wird der Traktor per Hand gefahren. Aber sonst wird auch bei der Kürbisernte bereits alles von der Maschine erledigt. 

Es zeigt sich, dass beim derzeitigen Preisniveau von etwa Getreide oder Mais, die Produktion von Kürbis sich durchaus rechnen lassen kann. Zudem bietet sich der Kürbis vor allem in getreidedominierten Fruchtfolgen als ein gutes Fruchtfolgeglied an.

Bei der Produktion der Kürbiskerne auf hohe Qualität zu achten, zahlt sich aus. Wie der kommerzielle Erfolg der Kernöl-Produktion in Österreich zeigt.

Auch in Deutschland erlebt der Kürbis eine Renaissance. Was sind Eure Erfahrungen im Anbau und der Vermarktung von Kürbis?

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