Land kaufen und pachten_Fremdkapitalinvestoren schlagen Profit

Land kaufen und pachten: Fremdkapitalinvestoren schlagen Profit

Passend zu unserer Beitragsreihe ‚Land kaufen und pachten‘ strahlte gestern die ARD eine interessante Sendung mit dem Titel „Die Jagd nach Land“ aus.

In dem Film ging es um die neuen Investitionsmöglichkeiten in Ostdeutschland, Rumänien und Neuseeland. Viele Landwirte fühlen sich übergangen, da sie mit den neuen Machtstrukturen auf dem Ackerland nicht konkurrieren können.

Land kaufen und pachten

Kapitalanlage Ackerland Rumänien

Während Detlef Schön, CEO der Agrofonds von Aquila Capital das Ganze als „ein Makrotrend, der sich hier für Investoren erschließt“ bezeichnet, stellt sich zunehmend die Frage nach den gesellschaftlichen Folgen eines Eindringens der Finanzwelt in den Bereich der Landwirtschaft.

Was passiert wenn Kapitalanleger in großem Umfang Land kaufen und pachten?

Wertvolle Antworten auf diese Frage erfuhren wir aus dem gestrigen Beitrag der ARD. Hier nochmal die Highlights:

Seit 2008 ist auch das Leben der kleinen bäuerlichen Betriebe vor allem in den neuen deutschen Bundesländern zunehmend härter geworden:

Land kaufen und pachten_Fremdkapitalinvestoren schlagen Profit

Land kaufen und pachten: Fremdkapitalinvestoren schlagen Profit

„Fremdkapitalinvestoren kaufen seit der Wirtschaftskrise jeden einzelnen Hektar – dadurch, dass sie ihr Geld nicht aus der Landwirtschaft verdienen müssen, sondern Kapital von Anlegern investieren, sind sie liquider als wir und können in großem Umfang Land kaufen und pachten. Mittelfristig wird das zum Ende der kleinen familiengeführten Betriebe führen“, sagt Carlo Horn, Landwirt aus einer uralten Bauernfamilie und Berater von Ökobetrieben.

Sein Ziel ist es – im Gegensatz zum Finanztrend – die kleinen bäuerlichen Betriebe am Leben zu halten, denn das Land solle den Bauern aus der Region gehören, glaubt er, nur so „bleibt die Wertschöpfung dort. Wenn das Geld, das mit der Landwirtschaft verdient wird, aus der Region rausgeht, haben die Einwohner nichts davon.

Der Bodenpreis in Rumänien ist in den letzten fünf Jahren auf 172 Prozent seines ursprünglichen Wertes gestiegen – doch vier Millionen kleine Bauern verlieren hier gleichzeitig ihre Existenzgrundlage, denn ihre Farmen entsprechen nicht den EU-Standards. Sie erhalten deshalb keine europäischen Agrarsubventionen und können mit den Großbetrieben der Fremdinvestoren nicht konkurrieren.

Immer mehr kleine Landwirte lassen ihre Felder brachliegen und werden saisonale Arbeiter, häufig in Deutschland, während der Erntezeit. Ein komplettes gesellschaftliches System bricht gerade zusammen, sagen Ramona Duminicioiu und Attila Szocs von der rumänischen NGO Ecoruralis.

„Unser Land wird gerade ausverkauft. Gewachsene Agrarstrukturen werden so zerstört, der Bedarf eines Landes spielt keine Rolle mehr für den Anbau auf dessen Agrarflächen, sondern nur noch die zu erwartende Marge für ein bestimmtes Erzeugnis an den Börsen“ empören sich die zwei Aktivisten.

Wie stehen Sie zu diesem heiklen Thema? Ist das Geschäft mit Ackerland Ihrer Meinung nach noch ethisch vertretbar? Wollen Sie auch Land kaufen und pachten?

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