Landtechnik von Claas Agritechnica 2015

Landtechnik News: Fendt, John Deere, Claas

Fendt bleibt unangefochten auf Platz 1, so der aktuelle DLG-Imagebarometer 2015. Der weltweite Umsatz von John Deere bricht um 20% ein. Claas hingegen trotzt der Krise und schafft es sogar seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht zu steigern.

Unterschiedlicher könnte die Entwicklung bei den drei Grossen im Bereich der Landtechnik gar nicht sein. Klar ist das Marketingthema Imagebarometer eine ganz andere Nummer als wenn die Umsätze den Bach runter gehen. Das bestreitet keiner und vor allem John Deere nicht.

Die Stimmung bei den Amerikanern ist alles andere als rosig. Umsatzeinbrüche von 20% sind gewaltig. Das verkraftet auch ein JD nicht ohne Entlassungen und andere Sparmassnahmen. Hierzu gleich mehr.

Fendt zum 16-ten Mal in Folge auf Platz 1

Der Landtechnikhersteller aus Marktoberdorf hat in Deutschland einen sehr guten Ruf. Mehr als 700 Landwirte nahmen laut DLG in den Monaten August und September 2015 an einer telefonischen Befragung teil.

Den Marktforschern ging es dabei,

  • die Bekanntheit,
  • das Image,
  • die Markenloyalität und -präferenz

von Landtechnikherstellern unter den deutschen Landwirten zu ermitteln.

Das Ergebnis des DLG-Imagebarometers im Bereich Landtechnik

Platz 1: Fendt (mit einem Vorsprung von 6 Punkten gegenüber dem Zweitplatzierten)

Platz 2: Claas und John Deere (gleiche Punktzahl)

Die nachfolgenden Plätze gehen der Reihe nach an: Amazone, Lemken, Deutz-Fahr, Horsch, Krone, Kuhn und Case IH.

John Deere verzeichnet zweistellige Umsatzeinbuße

351 Millionen US-Dollar ist der entfallende Gewinn der Deere & Company im vierten Quartal. Im Vorjahr waren es noch 649 Millionen US-Dollar. Der Gewinn hat sich in Q4/2015 demnach halbiert.

Diese negativen Zahlen ziehen entsprechend auch das Gesamtergebnis runter. Der entfallende Gewinn auf das Geschäftsjahr 2015 liegt bei 1,940 Milliarden USD. In 2014 lag der Gesamtgewinn bei 3,162 Mrd. USD. Das entspricht einer Gewinnreduzierung von 38,6%.

Die Umsatzerlöse 2015 sanken weltweit um 20% auf 28,863 Mrd. USD. Ausserhalb Nordamerika waren die Umsatzeinbrüche noch stärker. Diese lagen bei 9,277 Mrd. USD und damit 28% weniger als im Jahr zuvor.

Als Hauptgründe für die schlechte Performance nennt JD:

  • Den starken Rückgang der Erzeugerpreise, sowie
  • Die weltweite Abschwächung der Agrarkonjunktur

Der amerikanische Landtechnikhersteller rechnet auch im kommenden Jahr 2016 mit niedrigen Umsätzen bei Landmaschinen & Co. Ungünstige Umrechnungskurse (Stärke des US-Dollars), stagnierende landwirtschaftliche Einkommen und niedrige Preise für landwirtschaftliche Rohstoffe wurden von JD bei der Prognose berücksichtigt.

Claas entwickelt sich gegen den Trend

Claas trotzt der Marktkrise und schliesst das Geschäftsjahr mit einem leichten Plus ab. Die Umsätze sind von 3,823 Mrd. EUR auf aktuell 3,838 Mrd. EUR gestiegen. Das Ergebnis vor Steuern liegt bei 158 Mio. EUR (155 Mio. EUR im Vorjahr).

„Wir sind sehr zufrieden, dass wir der aktuellen Marktschwäche mit unserer internationalen Aufstellung und dem breiten Produktprogramm erfolgreich trotzen konnten. Das zweistellige Umsatzwachstum außerhalb Europas hat dabei für positive Impulse gesorgt“, sagte Lothar Kriszun, Sprecher der Claas Konzernleitung.

Wie kommt es, dass die Harsewinkler den negativen globalen Trend für professionelle Landtechnik für sich ins Positive drehen konnten?

In erster Linie entwickelten sich die Umsätze auf dem amerikanischen Kontinent und in Indien positiv.

Anders als JD, setzte Claas im Bereich Investitionen massiv auf Russland, Frankreich und Deutschland. So baute das Unternehmen in Krasnodar (Russland) die modernste Landtechnikfabrik Europas. Hinzu kam die Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit der Russischen Föderation wonach Claas den Status eines „russischen Herstellers“ bekommt. Die Unterzeichnung erfolgte während der größten Landtechnikmesse in Hannover, zum Zeitpunkt der Agritechnica.

Auch die Anzahl der Mitarbeiter stieg bei Claas um fast 20% an. Zum 30. September 2015 beschäftigte das Unternehmen 11.535 Mitarbeiter weltweit. Im Vorjahr waren es noch 11.407. Das Wachstum kommt durch den Ausbau des Vertriebsnetzes und der Beschäftigtenzahl in China. In Deutschland arbeiten 5.250 Menschen für Claas.

Landtechnik & Trends

Kräftige Umsatzeinbuße… Gewinnrückgänge… die einen nehmen den negativen Trend mit, die anderen trotzen dieser. Die beiden Hersteller JD und Claas sind perfekte Beispiele hierfür.

Die Amerikaner haben es in diesem Jahr nicht geschafft und so wie es aussieht wird JD es auch im kommenden Jahr schwer haben. Die Harsewinkler hingegen haben Ihre Karten besser verteilt und konnten dadurch Ihre Marktposition ausbauen. Erfolg und Misserfolg sind manchmal ganz nah beieinander.

Was hätte Eurer Meinung nach John Deere anders machen sollen? Wie lauten die Global Player im Bereich Landtechnik in den kommenden Jahren? Wer wagt es eine Prognose abzugeben?

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