Landtechnik von John Deere Agritechnica 2015

Landtechnik: John Deere, Kramp, BayWa

Die faszinierende Welt der Landtechnik…

Grüne Woche in Berlin, Landtechnische Unternehmertage (LTU) in Würzburg, Kramp und Kongskilde schliessen strategische Kooperation ab, Baywa investiert in Tiefseehafen und Windenergie-Projekte und John Deere hält im Bereich Traktoren an seiner Pole-Position fest.

Tausende Verbraucher und Bauern zogen am Wochenende auf die Strassen in Berlin, um gegen die Agrarindustrie, gegen Gentechnik und Massentierhaltung sowie gegen das Freihandelsabkommen TTIP und Ceta zu demonstrieren. Begleitet wurden die Demonstranten von 109 Schleppern.

In einem aktuellen Beitrag zitierte Der Spiegel den Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Georg Janßen wie folgt:

„Wir machen uns für eine ökologische Landwirtschaft stark, die Agrarindustrie haben wir satt. (…) Die aktuelle Agrarpolitik zielt nur auf eine Steigerung der Exporte, dadurch sinken die Preise.“

2015 war das Jahr der Demonstrationen.

Bauern aus Frankreich gingen aufgrund der niedrigen Milchpreise auf die Strassen. Zu den Austragungsorten dieser Demos zählte auch die Hauptstadt Paris.

Auch im benachbarten Königreich England demonstrierten Bauern gegen niedrige Preise. In Stafford zum Beispiel haben 70 Demonstranten mit 2 Kühen den Supermarkt Asda (Walmart’s Tochter in Europa) betreten, um ihren Unmut zu zeigen.

 

Spannendes gibts auch aus Würzburg zu berichten.

Wie gewohnt, werden am ersten LTU-Tag die Ergebnisse des Händlerzufriedenheitsbarometers vorgestellt. Dabei handelt es sich um die Zufriedenheit der deutschen Fachhändler mit ihrem Hauptzulieferer. Die Antworten von A-Händlern auf insgesamt 60 Fragen decken rund 14 Themengruppen ab.

Das Ergebnis: Fendt wurde vom ersten Platz verwiesen und landete auf Nummer 3. Platz 1 geht an Kubota. Platz 2 an Claas.

Neues aus der Landtechnik

1. John Deere bleibt weiterhin auf der Pole-Position bei landwirtschaftlichen Traktoren

Deutsche Kunden setzen weiterhin auf den amerikanischen Landtechnikhersteller John Deere.

So kommt es, dass JD seine Marktführerschaft bei landwirtschaftlichen Traktoren mit 19,5% verteidigen konnte. JD hat damit einen Vorsprung von 2,5 Prozentpunkten gegenüber dem Zweitplatzierten.

Eine starke Leistung, wenn man den um 6,9% rückläufigen Markt in Betracht zieht. In 2015 wurden 32.220 Einheiten verkauft; im Vorjahr waren es noch 34.611 Einheiten.

In einer aktuellen Pressemitteilung von JD heisst es…

„Angesichts der rückläufigen Einkommensentwicklung in Teilen der Landwirtschaft sank die Gesamtnachfrage nach Traktoren erwartungsgemäß“, so Dr. Olaf Turß, Geschäftsführer der deutschen Vertriebs- und Marketingorganisation John Deere Vertrieb.

„Dass wir Landwirten und Lohnunternehmern in vielen Leistungsbereichen wettbewerbsfähige Technik und die Anbindung an intelligente Lösungen für die Präzisionslandwirtschaft anbieten konnten, hat John Deere genutzt.“

Dieses Ergebnis ist vor dem Hintergrund der schlechten Umsatzzahlen (JD-Umsatz in Deutschland ging um 6% zurück) umso bemerkenswert.

2. Joint Venture im Bereich Landtechnik zwischen Kramp und Konigskilde

Kramp und Konigskilde sind eine strategische Kooperation eingegangen.

Der Vertrieb von Konigskilde Original-Ersatz- und Verschleißteile an Fachhändler in ganz Europa wird ab dem ersten Halbjahr 2016 exklusiv von Kramp übernommen.

Für Kunden bzw. Händler bedeutet das im Klartext:

  • Kramp/ Grene ist für die Bevorratung verantwortlich
  • Bestellprozess für Konigskilde Händler wird vereinfacht
  • Bestellung kann online oder per Telefon erfolgen
  • Kramp/Grene Garantie für schnelle Belieferung: Lieferung am nächsten Morgen
  • Zugang zum Webshop von Kramp

Werfen wir doch mal einen Blick hinter die Kulissen…

Der Bestellprozess bei Kramp

Vom WebShop bis ins Geschäft

 

3. BayWa im Investitionsfieber

Erst der Tiefseehafen in Mukran und jetzt ein Windenergie-Projekt… BayWa ist nicht zu stoppen.

Im Dezember letzten Jahres hiess es BayWa hat sich zusammen mit den beiden Partnern Fährhafen Sassnitz GmbH und Viela Export GmbH dazu verpflichtet, den Ostseehafen Mukran zu einem Tiefseehafen für den internationalen Agrarhandel auszubauen.

Das Ziel des 15 Millionen Euro Projekts: Mukran soll für Panamax-Schiffe bis 80.000 Tonnen qualifiziert werden.

BayWa verbessert durch dieses Projekt seine Infrastruktur und damit einhergehend, stärkt der Konzern auch seine Marktposition im internationalen Agrargeschäft.

Die jüngste Investition bzw. Akquise seitens BayWa r.e. renewable energy ist ein Windprojektportfolio mit rund 375 Megawatt (MW). Die 31 Windenergie-Projekte wurden vom Projektentwickler juwi erworben und befinden sich schwerpunktmässig in den Bundesländern NRW und Rheinland-Pfalz.

Die ersten Windprojekte aus dem neu erworbenen Portfolio sollen 2017 in Betrieb gehen. Die Zusammenarbeit zwischen BayWa r.e. und juwi soll bestehen bleiben.

Landtechnik, Dominanz und Macht

Dieses Spiel wird seit Entstehung unseres Planeten gespielt…

Die Grossen bauen ihre Position und Präsenz ungebremst weiter aus und werden immer mächtiger; die Kleinen schauen zu, und wenn es ihnen dann doch zu viel wird, gehen sie auf die Strassen. Ein strategisches Spiel was in allen Bereichen, Ländern und Kulturen seit Jahrhunderten widerzufinden ist.

Aus Andrew Ross Sorkin’s Buch und Verfilmung „Too Big to Fail“ scheint keiner gelernt zu haben. Das was auf Wall Street passiert ist, kann doch niemals auf die Automobil- oder Agrarindustrie überschwappen…

Wirklich?

Sind wir denn alle so blind geworden oder glauben wir tatsächlich, dass uns das in den Bereichen Landwirtschaft und Landtechnik nicht wiederfahren kann?

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