Landtechnik von Landini Agritechnica

Landtechnik: Lely, Argo, Claas

Den heutigen Beitrag über Landtechnik starten wir mit einen Blick auf die Konzernergebnisse der Argo S.P.A. Hierzu gehören die beiden Traktorenmarken McCormick und Landini.

Anschliessend schauen wir kurz bei Lely vorbei. Der niederländische Melk- und Landtechnikhersteller hat seine Teilnahme an der EuroTier 2016 abgesagt. Zuletzt gibt’s dann noch ein paar Worte zum offiziellen Status „Claas wird russischer Hersteller“.

Mal Brexit, mal Fussball

Die Fernbedienungen in Großbritannien und Europa müssen in den letzten Tagen ganz schön viel aushalten. Es wird „gezappt“ was das Zeug hält… Noch nie waren die Nachrichten so spannend wie in den letzten Tagen.

Letzten Donnerstag ist das wovor viele in der EU Angst hatten, doch noch eingetreten. Die Briten haben sich für ein (Br)Exit entschieden. Sie kehren damit nach 43 Jahren, der EU den Rücken zu. Nicht viele sind mit dem Ergebnis zufrieden: da wären Schottland, Nordirland, London und vor allem die jungen Briten.

Egal wie es jetzt weiter geht, eins ist klar: die EU wird nie wieder das was es mal war. Viele sehen darin etwas Schlechtes, andere wiederum etwas Positives. Ich nenne das Veränderung.

Wie sich das Ganze insbesondere in unserem Bereich der Landwirtschaft, d.h. im Agrar- und Ernährungssektor auswirken wird, das werden wir sehen.

Es liegen mehrere Szenarien auf der Hand:

  • Briten bleiben Mitglied im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) so wie z.B. Norwegen
  • Briten und EU vereinbaren ein spezielles Freihandelsabkommen
  • Handel nach WTO-Regeln im Extremfall und das heisst im Klartext dann wieder ZÖLLE

Na dann sollen mal die Damen und Herren aus Brüssel, London und Co. das Ganze „auskaspern“…

EuroTier-Exit für Lely

Der niederländische Melk- und Landtechnikhersteller Lely hat der im November anstehenden EuroTier ein klares „Nein“ erteilt. Der Grund für die Absage: die niedrigen Milchpreise.

In einer aktuellen Pressemeldung, äußerte sich Firmeninhaber und Vorstandsvorsitzender, Alexander van der Lely wie folgt:

“In Zeiten, in denen tausende Milchviehhalter um Ihre Existenz bangen, steht für die Firma Lely eine Messeteilnahme an der diesjährigen EuroTier hinsichtlich Kosten zur Durchführung und Werbung im Widerspruch zu der aktuellen Situation auf den Betrieben.”

Wie wir alle wissen, kostet so ein Messeauftritt ein paar Euros. Wohin jetzt mit diesen Ausgaben?

Das Geld soll laut Unternehmensangaben, den heimischen Landwirten zu Gute kommen. Dies soll durch „Preisnachlässe und Warengutscheine auf Verbrauchsmaterialien“ bewerkstelligt werden.

War’s das dann mit der Teilnahme von Lely auch an zukünftigen EuroTier Messen?

Die Absage soll die Wichtigkeit der EuroTier als „Weltleitmesse der Tierhaltung“ auf keinen Fall in Frage stellen. Ganz im Gegenteil, die Hannoversche Messe bleibt auch weiterhin eine wichtige Veranstaltung für die Branche.

Lely zeigt sich durch seine Entscheidung solidarisch mit allen seinen Kunden die unter der Krise im Milchsektor besonders leiden.

Landtechnik von McCormick und Landini: Absatz stabil, Gewinn stark rückläufig

Die Argo-Gruppe hat seine Ergebnisse für 2015 veröffentlicht. Absatz stabil, Umsatz leicht rückläufig, dafür aber ein zweistelliges Minus im Betriebsgewinn.

Der Traktorenmarkt musste das zweite Jahr in Folge mit Verlusten aus dem Rennen gehen. Umso bemerkenswerter ist die Performance des Argo-Konzerns: dieser schaffte es sein Absatzvolumen stabil zu halten.

  • Der Umsatz lag bei 461 Mio. EUR (2014: 465 Mio. EUR). Der Rückgang beträgt weniger als 1%.
  • Das Betriebsergebnis lag bei 12,1 Mio. EUR (2014: 15,8 Mio. EUR). Das ist ein zweistelliger Rückgang von 23%.

Das Unternehmen führte letztes Jahr ganz viele neue Modelle ein wie z.B. die McCormick Serien X7.4 und X7.6 VT-Drive mit Stufenlosgetriebe, den McCormick X8 mit über 300 PS, die Serie Valpadana 4600 ARM, die Landini Serie 4 kompakt und vieles mehr.

Der Konzern setzt weiterhin auf Forschung und Entwicklung. Wir dürfen uns demnach auch in den kommenden Jahren auf interessante Innovationen und Produkterweiterungen aus dem Hause McCormick und Landini freuen.

Agritechnica 2015: Landtechnik Highlights

Quelle: YouTube Video von Farmers Weekly Video

Der Weg eines deutschen Landtechnikherstellers zum „russischen Hersteller“

Die neue Zusammenarbeit zwischen Claas und der Russischen Föderation startete bereits letztes Jahr im November. Damals wurde auf der Agritechnica, eine Absichtserklärung unterzeichnet. Jetzt wurde alles quasi besiegelt.

Am Rande des St. Petersburger Wirtschaftsforums wurde ein spezieller Investitionsvertrag „Special Investment Contract“ unterzeichnet. Damit erhält Claas für seine Mähdrescher die gleichen staatlichen Finanzierungshilfen wie die einheimischen Hersteller.

Während Politiker in der EU und Russland sich um das Thema „Sanktionen“ zerreisen, hat Claas ganz klar auf Russland gesetzt und in ein hochmodernes Werk in Krasnodar investiert.

Die neue Fabrik, in die Claas rund 120 Mio. EUR gesteckt hat, soll auf ein Produktionsvolumen von bis zu 2.500 Mähdrescher und Traktoren pro Jahr kommen.

Landtechnik und Globalisierung

Früher mußte jedes europäische Land seine Verhandlungskunst zur Schau stellen. Heute übernimmt diese Rolle ein Molloch aus 28 Ländern (inkl. Großbritannien). Die Gemeinschaft sorgt einerseits für Power und Durchsetzungsstärke, andererseits fehlt die nötige Flexibilität was im 21. Jahrhundert nunmal ein Muß ist.

Ob sich jetzt in Brüssel was ändern wird oder nicht, das werden wir sehen. Fakt ist, die Globalisierung schreitet mit großen Schritten voran. Und dieses Chaos bzw. diese Veränderung wirkt sich auch auf die Landwirtschaft aus – ob es uns gefällt oder nicht.

Während Europa mit seinen immer wiederkehrenden internen Spielchen beschäftigt ist, wächst weltweit der Druck, die rasant steigende Bevölkerung zu ernähren. Auf die entsprechenden Impulse aus der Politik zu warten ist pure Zeitverschwendung.

Früher wurden die Konzepte wie z.B. Vertical Farming, schwimmende Mega-Farmen (Smart Floating Farms) oder Roboter-Farmen als Science Fiction abgestempelt und in die Ecke gedrängt. Heute wissen wir alle, dass dies der Realität entspricht.

Vertical Farming hat sich in Singapore bereits etabliert. In Japan entsteht die weltweit erste Roboter-Farm. Tech-Mogule aus Silicon Valley basteln bereits an ihre eigenen Floating Cities.

Und was machen wir hier in Europa? Welche europäische Lösungen gibt es denn für die globale Landwirtschaft und Landtechnik des 21. Jahrhunderts?

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