Landtechnik von Pöttinger agra 2017

Landtechnik: Pöttinger, Zetor und ein Spargelernte-Roboter

Neues aus der Welt der Landtechnik: Pöttinger hat seine Erntetechnik überarbeitet und seine knapp 60 Ladewagenmodelle mit neuen Features ausgestattet.

Der slowakische Traktorenhersteller Zetor dringt in den russischen Markt und will noch in diesem Jahr 100 Zetor-Traktoren hier montiert haben. Des Weiteren soll eine automatische, selektive Spargelerntemaschine zukünftig einen Großteil der manuellen Arbeit ersetzen.

Bevor wir uns den vielversprechenden Spargelernte-Roboter detaillierter anschauen, sowie die Neuheiten von Pöttinger und Zetor näher betrachten, lasst uns einen Blick auf die Schlagzeilen aus unserer Branche werfen.

1. Discounter Aldi-Süd wird auf Facebook regelrecht auseinander genommen

600 Gramm Nackensteak für nur 1,99 EUR – da gehen die Verbraucher auf die Barrikaden. Wo? Auf Facebook, Twitter und Co. natürlich.

Die meisten Verbraucher sind sich einig: das ist deutlich zu wenig.

Die Empörung ist groß. Es folgt ein regelrechter Shitstorm was Aldi Süd zwischenzeitlich dazu bringt, ein Facebook Post vom User Dominik Boisen zu verstecken. Dieses Verhalten des Discounters löst eine erneute Shitstorm-Welle aus.

Am Montag gab es dann eine offizielle Stellungnahme von Aldi Süd.

2. EU-Agrarausschuss stimmt gegen Pflanzenschutzverbot auf Greeningflächen

In der EU werden auf rund 40% der ökologischen Vorrangflächen Eiweißpflanzen angebaut. Der EU-Agrarausschuss begrüßt diese Entwicklung und entscheidet sich gegen einen Pflanzenschutzmittelverbot. Dieser Verbot wurde zuvor von der EU-Kommission gefordert.

Jetzt ist das Plenum des EU-Parlaments gefragt.

Quelle: Agrarisches Informationszentrum (aiz.info)

3. Die deutsche Müller-Elektronik wird von Trimble übernommen

Der amerikanische Elektronik-Hersteller Trimble, bekannt für seine GPS-Technik und Lenksysteme in der Landwirtschaft übernimmt das deutsche Unternehmen Müller-Elektronik.

Der deutsche Systemlieferant ist für seine Agrar-Elektronik und Precision Farming bekannt. Zur Zeit werden 375 Mitarbeiter beschäftigt. Des Weiteren übernimmt Trimble auch die Firma WTK Elektronik mit Sitz in Neustadt (Sachsen).

Das Bundeskartellamt muss noch zustimmen.

Quelle: Trimble

Pöttinger pimpt seine Ladewagen-Modelle auf

Der österreichische Landtechnikhersteller Pöttinger investiert nicht nur in seinem Internetauftritt (bemerkenswert, denn Pöttinger hat bereits seit 20 Jahren eine eigene Webseite) sondern auch in sein Fuhrpark bzw. Markenportfolio.

In diesem Zusammenhang hat Pöttinger seine verschiedenen Ladewagen unter die Lupe genommen und folgende Neuerungen durchgeführt:

  • Automatische Transport- und Arbeitsstellung ab der Baureihe Primo bis Torro Combiline (bei Jumbo serienmäßig)
  • 3 Tonnen Deichsel für die Baureihen Europrofi, Torro und Jumbo
  • Überarbeitete mechanische Zwangslenkung für 2 Tonnen
  • Arbeitsbeleuchtung LED Paket 3 ab der Baureihe Primo bis Jumbo Combiline => Voraussetzung: das Bedienterminal Power Control muss vorhanden sein
  • Neue Bereifungen: 445/45R19 GSP+ DELCORA für den Euroboss T sowie 800/45R26,5″ Flotation Trac Vredestein und 800/45R26,5″ Country King Nokian für die Baureihen Torro und Jumbo

Landtechnik von Zetor ab sofort in Russland montiert und verkauft

Der slowakische Landtechnikhersteller Zetor Tractors erobert den russischen Markt. Traktorenkomponenten werden nach Russland geliefert, wo anschließend die Montage stattfindet.

Es handelt sich hierbei um eine Kooperation mit dem Unternehmen Kovrov Electromechanical Plant (KEMP) aus der Region Vladimir östlich von Moskau.

Laut einer aktuellen Pressemitteilung von Zetor wurden die ersten Komponenten bereits nach Russland geliefert. Bis Ende diesen Jahres sollen mehr als 100 Zetor-Komponentensätze der Baureihe Forterra 135 mit Emissionsnorm Stage 3A nach Moskau ins KEMP-Werk geliefert werden. Die daraus montierten Traktoren sollen auf den russischen Markt unter der Marke ANT-Zetor F4135 verkauft werden.

Es handelt sich hierbei um einen „Meilenstein in der Firmengeschichte von Zetor“. Durch die Zusammenarbeit mit dem russischen Partner und der Montage vor Ort erhoffen sich die Slowaken ein besseres Verständnis des heimischen Bedarfs. Zukünftig sollen daher passend zum russischen Markt, auch weitere Modellreihen dazukommen.

Quelle: Zetor Polska, YouTube

Die Eroberung des russischen Marktes ist Teil der Expansionsstrategie von Zetor. In den vergangenen Monaten erfolgte der Markteintritt in den Ländern Iran, Myanmar, Israel und Zambia. Weitere Länder Asiens und Afrikas stehen auf der Firmenagenda.

Goodbye Spargel von Hand stechen, Hello Spargelernte-Roboter

Bei einer Erntekosteneinsparung von 50% dürfte die Entscheidung Roboter vs. Mensch nicht mehr so schwer fallen.

Was steckt dahinter?

Spargel stechen und jedes Mal der gleiche Zirkus: alles von Hand machen, neue Arbeiter einweisen, Prozesse neu optimieren usw. Das alles kostet Zeit und vor allem Geld. Das ist kein Dauerzustand.

Genau das dachten sich die Eigentümer des niederländischen Unternehmens Cerescon. Zusammen mit deutschen Spargelanbaubetrieben entwickelten sie die weltweit erste automatische, selektive Spargelerntemaschine.

Der Coup bei der ganzen Sache:

Die Erntekosten reduzieren sich im Vergleich zur manuellen Arbeit um die Hälfte!

Wie funktioniert die Spargelerntemaschine?

Die Maschine sticht den Spargel unterirdisch an und legt ihn in einem Behälter ab. Gleich im Anschluß erfolgt die Wiederherstellung des Spargeldamms.

Der Roboter bearbeitet gleichzeitig 3 Reihen. Sie ist für 40 Hektar ausgelegt, d.h. sie übernimmt die Arbeit von 60 bis 75 Spargelstechern.

Die Hauptvorteile liegen auf der Hand:

  • Höhere Qualität des geernteten Spargels weil weniger Schäden und Verfärbungen
  • Einsparung von Personalkosten (weniger manuelle Arbeit, weniger Spargelstecher benötigt)
  • Steigerung der Erträge

Und was kostet so eine Spargelerntemaschine?

Die Kosten für eine Maschine werden zwischen 500.000 und 600.000 EUR liegen.

Die Auslieferung der ersten Exemplare (auf Projektbasis) erfolgt im ersten Quartal 2018. Abnehmer sind große Spargelanbaubetriebe aus Deutschland und Holland. Für die Auslieferung in andere Länder erwägt Cerescon eine Kooperation mit Partnern.

Hochtechnologisierte Landtechnik

In der heutigen (und vor allem zukünftigen) Agrowirtschaft werden Mensch und Maschine immer stärker dazu gebracht enger zusammen zu arbeiten.

Die Einstellung „Ich will keine Roboter auf meiner Farm haben“ hat nichts mehr mit der Realität zu tun. Zumindest nicht wenn man einen Großbetrieb buchstäblich „an der Backe“ hat. In kleineren Betrieben kommt man hier und da noch ohne recht gut klar. Aber auch das wird sich ändern, wie alles andere um uns auch.

Wo gehts hin mit der Landtechnik? Was glaubt Ihr?

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