Landtechnikindustrie Umsaetze broeckeln weltweit

Landtechnikindustrie: Umsätze bröckeln weltweit

Ein Rückgang von 10% ist nicht einfach zu verdauen. So lautet nämlich die „Diagnose“ der VDMA Landtechnik. Russland-Krise, Embargos, Preisverfall bei Agrarerzeugnissen, geringere Einkünfte der Landwirte, vielfache Investitionen in den vorangegangenen Jahren…. und die Liste der möglichen Gründe nimmt kein Ende.

Die Landtechnikindustrie kämpft. Nach dem Allzeithoch im Jahr 2013 mit 104 Mrd. EUR und einem Top Anschlussjahr 2014 mit 101 Mrd. EUR, dreht sich das Karussell plötzlich in die andere Richtung.

Für 2015 rechnen die Experten mit einem weltweiten Produktions- und Umsatzrückgang von 10% auf rund 90 Mrd. EUR. Wichtig hierbei ist jedoch der Hinweis darauf, dass trotz Rückgang, der Wert immer noch deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre liegt.

Dennoch läge dieser Wert noch deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

„Die Branche hat seit der letzten Rezession im Jahr 2009 einen enormen Aufschwung erlebt, der jetzt definitiv vorüber ist. (…)

Wir rechnen nun mit einer Konsolidierung, vor allem in den etablierten Märkten Europas und Amerikas, während sich in einigen Schwellenländern weiterhin attraktive Expansionsmöglichkeiten ergeben“, so VDMA-Geschäftsführer Dr. Bernd Scherer zur Vorstellung des neuen Wirtschaftsberichtes.

Gehen wir doch etwas tiefer in die Materie rein und werfen einen Blick hinter die Kulissen.

Weshalb dieser starke Rückgang in 2015? Woran liegt es?

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Hintergrund-Analyse: Warum gehen die Umsätze der Landtechnikindustrie zurück?

1. Schwache Branchenkonjunktur in Amerika und Europa.

Geringe Auftragsbestände führen bekannterweise zu Unzufriedenheit — und genauso ist es auch in diesem Fall. Führende Landtechnikunternehmen aus Westeuropa und Noramerika bezeichnen die derzeitige Geschäftslage als unzufrieden, so eine vom VDMA koordinierte Umfrage.

Fakt ist, wackeln die Umsätze in der EU und Nordamerika, dann wackeln die Umsätze global. Die beiden Großkonglomerate repräsentieren nämlich rund 50% des weltweiten Landtechnikmarktes.

2. Sättigung der Märkte.

Eine Komponente die man auf keinen Fall unterschätzen sollte…

In den vergangenen 3 Jahren war das landwirtschaftliche Investitionsniveau so hoch wie noch nie. Die 100 Mrd. EUR-Grenze wurde in 2012 überschritten und die darauffolgenden Jahren entsprechend oben gehalten. Dass es nicht ewig so weiter gehen kann, durfte keinen Ökonomen wirklich verwundern.

3. Geringere Einkünfte der Landwirte.

Wen wunderts?

Werfen Sie doch einen Blick auf die Börse… oder schauen Sie mal was die großen Handelsketten so treiben. Da brauchen wir gar nicht weit kucken, denn Aldi & Co. waren maßgeblich bei dem Preisverfall für z.B. Milch & Milchprodukte oder Kartoffeln beteiligt.

Sinken die Preise für Agrarerzeugnisse, dann hat der Landwirt auch weniger in seiner Tasche.

4.  Schwache Branchenkonjunktur in Osteuropa und Südamerika.

Dass das Landmaschinengeschäft in Russland aufgrund der Importbeschränkungen schwer zu kämpfen hat, dürfte keinen überraschen. Die gesamtwirtschaftliche Lage ist jedoch nicht nur in Russland ein großes Problem, sondern auch in weiteren Teilen Osteuropas sowie dem südamerikanischen Kontinent.

Gegenwind aus Ostasien und Türkei

Es gibt jedoch auch Länder bei denen die Landtechnikindustrie einen positiven Wachstumstrend aufweist. Das trifft auf die Länder China, Japan und Türkei zu.

Sind Minus 10% realistisch? Oder wird es schlimmer ausgehen?

Wohin das Ganze geführt hat, sehen wir bereits an den Halbjahreszahlen:

Die Nachfrage nach neuer Technik ist teilweise um mehr als 20% zurückgegangen!

Hoffen wir mal, dass die VDMA-Experten richtig liegen und es bleibt bei den Minus 10%. Denn wir dürfen eins nicht vergessen: hinter diesen Zahlen stehen Arbeitsplätze, Familienunternehmen, menschliche Existenzen. Es geht also um viel mehr als nur Zahlen und Statistiken.

Was glauben Sie?

Wird sich die Branche erholen? Kann Deutschland mit der anstehenden Agritechnica noch einiges daran drehen, damit die Landtechnikindustrie in 2015 besser abschneidet?

 

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