Landwirte neue Gesetze Biogasanlagen

Darauf sollten sich Landwirte in 2017 einstellen

Neues Jahr, neues Glück… oder besser gesagt, neue Gesetze und Regelungen. Auch in 2017 tut sich einiges für Landwirte.

Im heutigen Blog schauen wir uns die wichtigsten Neuerungen in 2017 an. Vorher aber werfen wir einen Blick nach Berlin, auf ein großes Event was in den kommenden Wochen ansteht – die Rede ist von der Internationalen Grünen Woche.

Zum 82-mal lädt Berlin in der Zeitspanne vom 20-29. Januar zur Grünen Woche ein. Die internationale Ausstellung für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau erblickte 1926 in Berlin das Licht. Seitdem ist die Agrarmesse ein toller Treffpunkt für Landwirte und Landwirtschaftsbegeisterte; liegt unter anderem auch an dem Zeitpunkt der Veranstaltung.

Früher galt der Januar als der Monat an dem Landwirte am Wenigsten zu tun hatten… Das ist heute nicht mehr der Fall. Die steigende Bevölkerung, die schrumpfenden Agrarflächen, die steigenden Preise und sinkenden Erträge machen es schier unmöglich sich mal einen Monat aufs faule Ohr zu legen.

Nicht desto trotz ist und bleibt die Grüne Woche in Berlin ein guter Start ins Neue Jahr.

Quelle: Grüne Woche

In diesem Jahr ist Ungarn das Partnerland der Grünen Woche. Wer also kulinarisches aus Ungarn erleben möchte, der sollte unbedingt in Halle 10.2 vorbeischauen. Am ungarischen Stand dreht sich alles um Tradition, Natürlichkeit und Vielfalt.

Zurück zu den neuen Gesetzen und Regelungen die uns als Landwirte betreffen.

Landwirte aufgepasst: Es gilt folgende Änderungen zu beachten

1. Schnabelkürzen bei Legehennen in Niedersachsen verboten.

Es gibt keine einheitlich rechtliche Regelung im Tierschutzgesetz aber Niedersachsen trifft trotzdem eine klare Entscheidung. Millionen von Küken die für die konventionelle Legehennenhaltung bestimmt waren, behalten ihren Schnabel.

2. Für Biogasanlagenbetreiber: Die Vergütung des erneuerbaren Stroms wird über Ausschreibungen geregelt.

Am 1. Januar 2017 ist das geänderte Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) in Kraft getreten. Demnach erfolgt die Vergütung des erneuerbaren Stroms u.a. auch aus Biogasanlagen durch Abschreibungen.

  • In den Jahren 2017 bis 2019 gilt ein Ausschreibungsvolumen von je 150 Megawatt (MW)
  • Von 2020 bis 2022 gilt eine Zubau-Menge von 200 MW
  • Gülle-Kleinanlagen bis 75 KW sind vom Ausschreibungsverfahren ausgenommen
  • Neuer Maisdeckel: pro Anlage darf nur bis zu 50% Getreide und Mais eingesetzt werden

Die Ausschreibungen gelten sowohl für Neuanlagen als auch auf die Anschlussförderung von bestehenden Anlagen.

3. Beiträge zur Alterssicherung der Landwirte steigen.

In der Renten- und Pflegeversicherung tut sich auch einiges, und zwar die Beiträge steigen wie folgt:

  • Alte Bundesländer von 236 EUR auf 241 EUR/Monat (2,1% Anstieg)
  • Neue Bundesländer von 206 EUR auf 216 EUR/Monat (4,9% Anstieg)

Quelle: Deutscher Bauernverband

4. Höherer Mindestentgelt in der Landwirtschaft.

Zum 1. Januar 2017 erhöht sich das Mindestentgelt in der Landwirtschaft und im Gartenbau auf 8,60 EUR Brutto. Im November gibt es dann die nächste Erhöhung auf 9,10 EUR pro Stunde.

Der Gesamtsachbezugswert für Verpflegung wird ebenfalls angehoben. Zum 1. Januar 2017 gelten 241 EUR im Monat (davor waren es 236 EUR). Die Bezüge setzen sich zusammen aus 51 EUR für Frühstück und 95 EUR je Mittag- und Abendessen.

Quelle: Deutscher Bauernverband

5. Greening-Regeln werden überprüft.

Die EU-Kommission soll bis zum 31. März 2017 einen Bewertungsbericht über die Durchführung der „Flächennutzung im Umweltinteresse“ vorlegen. Beteiligte gehen von einer Erhöhung des Prozentsatzes für die ökologische Vorrangfläche von aktuell 5% auf zukünftig 7% aus.

Hinzu kommt ein möglicher Verbot von Pflanzenschutzmitteln auf ökolgischen Vorrangflächen.

Quelle: Agra Europe

6. Neues Bürgschaftsprogramm für Milchviehbetriebe.

Die Landwirtschaftliche Rentenbank vergibt ab dem 2. Januar 2017 Bundesbürgschaften für Liquiditätssicherungsdarlehen an Milchviehbetriebe.

Die Eckpunkte des neuen Bürgschaftsprogramms sind wie folgt:

  • 300.000 EUR Darlehenshöchstbetrag je Endkreditnehmer
  • 50% Bürgschaftsquote
  • max. 10 Jahre Laufzeit; die Laufzeit der Bürgschaft entspricht der Laufzeit des verbürgten Liquiditätssicherungsdarlehens

Das Angebot ist bis Ende 2018 befristet.

Quelle: Deutscher Bauernverband

Landwirte und ihre Herausforderungen

Uns erwarten viele Herausforderungen aber auch Chancen.

Denkt doch mal an die vielen Neuerungen die aus der Verpflechtung Landwirtschaft und Digitalisierung entstehen werden. Sicherlich werden wir jede Menge Produktneuheiten und Konzepte auf der Agritechnica in November sehen. Bis dahin heißt es jedoch, ab nach Berlin zur Grünen Woche.

Treffpunkt Grüne Woche – ein Muss für Landwirte? JA oder NEIN?

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