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Landwirtschaft: Äpfel – wie fällt die Ernte aus?

Das Lieblingsobst der Deutschen? Ganz klar, das sind Äpfel. Äpfel lassen sich einfach transportieren und lagern. Wohl deshalb haben sie fast das ganze Jahr über Saison.

Knapp 20 Kilo Äpfel ist der Deutsche im Jahr. Die Ernte der Herbst- und Wintersorten läuft gerade auf Hochtouren.

Das Frühjahr war in diesem Jahr kalt. Hinzu kam, dass Frost zur Blütezeit und viel Regen über die Sommermonate den Obstanbauern Anlass zur Sorge gab. Die letzten Wochen gab es jedoch nochmal herrlichstes Apfelwetter.

Wissenswertes zum Apfel

Der Apfel gehört zum täglichen Leben einfach dazu. Wusstest Ihr, dass:

  • Asien weltweit im Apfelanbau führt. Die Hälfte aller Äpfel weltweit kommt aus China.
  • in Europa Polen die meisten Äpfel produziert, gefolgt von Italien.
  • in Deutschland Niedersachsen und Baden-Württemberg die Apfelproduktion anführen.
  • Apfelbäume ein Rosengewächs sind und der Apfel eine Scheinfrucht ist. Die eigentliche Frucht ist nur das Kerngehäuse.
  • in ihrer Blütezeit im Mai und Juni die Apfelbäume auf Bienen und Hummeln für die Bestäubung angewiesen sind, auch wenn sie sich eigentlich selbst bestäuben könnten, da sie Zwitter sind?

Äpfel – das beliebteste Obst der Deutschen

Weltweit gibt es mindestens 30.000 Apfelsorten. In Deutschland selbst werden nur knapp 70 Sorten erwerbsmäßig angebaut. Davon spielen jedoch nur knapp 20-30 Sorten eine wirtschaftliche Rolle.

Dabei waren noch Mitte des 19. Jahrhunderts etwa 2.000 Apfelsorten in Deutschland bekannt. Seitdem wurde die Sortenvielfalt aber nach und nach auf wenige Standardsorten eingeschränkt.

Nach dem 2. Weltkrieg gewann die wirtschaftliche Produktion von Tafelobst an Bedeutung. Es wurde deshalb verstärkt auf auf leistungsstarke, d.h. ertragreiche Sorten gesetzt.

Die Anbauweise hat sich dann seit den 70ern komplett geändert. Vielleicht kennt der eine oder andere noch Apfelbäume, die hoch gewachsen sind und mit ihrer großen Krone die Landschaft prägten.

Diese Apfelbäume sind herrlich anzuschauen. Leider ist die Apfelernte jedoch sehr arbeitsintensiv.

Für heutige Ansprüche würde die Ernte der Äpfel zu teuer sein.

Deshalb findet man heutzutage im erwerbsmäßgen Obstanbau nur Apfelbäume vor, die niedrig gewachsen sind und weniger Platz einnehmen.

Auf der gleichen Fläche stehen heute 10- bis 20-mal so viele Bäume, die eine einfache Ernte der Äpfel ohne Leiter von Hand ermöglichen.

Lasst uns hinter die Kulissen schauen:

Äpfel – von der Ernte bis zum Supermarkt

Quelle: Landwirtschaftskammer Steiermark

Effiziente Prozesse, die dem Verbraucher bei günstigen Erzeugerpreisen eine hohe Qualität liefern, sind auch in der Produktion von Äpfeln gefragt.

Die Ernte ist mit viel Handarbeit verbunden. Beim Sortieren und Lagern der Früchte ist jedoch High-Tech angesagt:

  • Wasser-Fließbänder, damit keine Druckstellen entstehen;
  • Hochleistungskameras, die den Rotanteil bestimmen und die Äpfel auf Schäden kontrollieren;
  • ausgefeilte Technik zum vermessen und wiegen der Äpfel;
  • Lagerhallen mit exakt kontrollierter Atmosphäre.

Nichts ist dem Zufall überlassen. 

So kommen die Äpfel zu dem exakt gewünschten Termin in frischer, einheitlicher Qualität in die Supermarktregale.

Die beliebtesten Sorten der Deutschen sind Braeburn, Jonagold, Elstar und Gala. Diese werden auch vorwiegend vom Einzelhandel angeboten.

Akutell steigt vor allem die Nachfrage nach Bio-Äpfeln. (Quelle: AMI) Dieser Boom wird insbesondere auch von Discounter vorangetrieben, die in diesem Segment stark wachsen.

Gute Qualitäten und Gute Ernteerträge

Die Ernte von Äpfel erfordert viel Geschick und Expertise. Den Äpfel sind im Hinblick auf ihren Erntezeitpunkt sensibel.

Der optimale Reifegrad wird beispielsweise mittels eines Jodtests einfach bestimmt. So kann sehr präzise bestimmt werden, wann die Ernte stattfinden muss. Und wenn der Zeitpunkt da ist, muss alles zügig von der Hand gehen.

Es ist deshalb wichtig, dass die Ernte im Vorfeld bereits gut organisiert wird. Hierbei hilft das vorherige Abschätzen der Erntemenge.

Bei der Ernte stehen vor allem zwei Ziele im Mittelpunkt:

  • eine hohe Pflückleistung durch eine reibungslose und effektive Ernte sowie
  • den Erhalt der Qualität durch eine behutsamen Umgang mit den Äpfeln.

Die diesjährige Apfelernte ist noch mitten im Gange.

Es wird erwartet, dass das Ernteergebnis der Europäischen Union um 3 Prozent unter dem des Vorjahres liegen wird.

In Deutschland werden die Obstbauern sich jedoch über eine  gute Ernte, mit geschätzt mindestens 1 Millionen Tonnen Äpfeln, freuen können.

Dies entspricht einem Ertrag, der 8 Prozent höher gegenüber dem Vorjahr liegt. Aber nicht nur die Quantität gibt Anlass zur Freude.

„Die Qualitäten sind gut, Geschmack, Farbe und Größe machen Freude.“ Helmut Jäger, Präsident des Bayerischen Erwerbsobstbau-Verbandes

Es hat sich wieder gezeigt: tagsüber Sonne und nachts kalt, dies ist das Rezept für Äpfel mit schönen Farben und intensivem Geschmack.

Wir können uns also auf leckere Äpfel freuen. Ob pur, im Salat oder Kuchen, die Möglichkeiten Äpfel zu geniessen, sind vielfältig. Was ist Eurer Tip, wie Äpfel am besten schmecken? 

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