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Landwirtschaft in Deutschland: Neues von der Agrarministerkonferenz

Landwirtschaft in Deutschland – Auf der Agrarministerkonferenz (AMK) in Würzburg letzte Woche wurden nur wenige Beschlüsse verkündet und das obwohl mehr als 40 Themen auf der Tagesordnung standen. Als Highlight galt die Verabschiedung der Bundesagrarministerin Ilse Aigner nach fünf Jahren Zusammenarbeit.

Die Entscheidung zur nationalen Umsetzung der EU-Agrarreform, d.h. die Verteilung der Agrarfördermittel nach der GAP-Reform wurde in Würzburg vertagt. Hierzu äußerte sich Bayerns Agrarminister Helmut Brunner wie folgt:

„Die Positionen sind noch zu festgefahren, die Bereitschaft, Kompromisse zu finden, war noch zu gering.“ [Top Agrar Online]

Eine weitere Stellungnahme zu den EU-Agrargeldern gab es auch von Bern Voß, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft (AbL):

„Für die große Mehrheit der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland hätte der Vorschlag von Bundesministerin Ilse Aigner keine Verbesserung gebracht. Dabei ermöglicht die EU, dass Deutschland die EU-Agrargelder in Zukunft gezielt zum Erhalt der bäuerlichen Betriebe einsetzt, anstatt das Wachsen oder Weichen mit Steuergeldern weiter zu befeuern. Wir fordern Bund und Länder auf, in den weiteren Verhandlungen diese Chancen der EU-Agrarreform voll auszuschöpfen. Das kommt der großen Mehrheit der Bauern und Bäuerinnen zu Gute. Das erwartet auch die Bevölkerung von der Politik.“ [Bio-Markt.info]

Anlässlich der AMK haben sich rund 300 Milchbauern aus ganz Deutschland in Würzburg getroffen und für mehr Preisgerechtigkeit demonstriert. Einen kurzen Auszug von dieser Demonstration sehen Sie im folgenden Beitrag.

Im Kampf gegen „ruinöse Preismechanismen“

Landwirtschaft in Deutschland

Einem Bericht der Agrarheute.com zufolge, arbeiteten in der Landwirtschaft der EU in 2010 rund 25 Millionen Menschen in ca. 12 Millionen Betriebe. Rechnet man den hohen Anteil an Teilzeitbeschäftigte, Saisonarbeiter und Nebenerwerbslandwirte heraus, so ergeben sich ca. 10 Millionen Vollarbeitskräfte, was 5% der Gesamtbeschäftigten in der EU entspricht. Bäuerliche Familien gelten demnach weiterhin als Rückgrat der Landwirtschaft in Deutschland und der gesamten EU.

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Landwirtschaft in Deutschland: Neues von der Agrarministerkonferenz
Foto von xedos4/ Freedigitalphotos.net

Für Verwunderung auf der AMK sorgte die Forderung des niedersächsischen Landwirtschaftsministers Christian Meyer (Grüne). Niedersachsen fordert bereits heute – und nicht erst im Dezember 2017 – einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. 

Zusätzlichen Handlungsbedarf im Sinne einer finanziellen Unterstützung sehen die Länder auch in dem Bereich der landwirtschaftlichen Sozialversicherung. Die anstehende bundeseinheitliche Beitragsgestaltung sollte die Landwirte und ihre Familien nicht zusätzlich belasten. Nicht desto trotz gehen viele eher von Beitragserhöhungen im Bereich Krankenversicherung aus.

Was erwarten Sie von zukünftigen Agrarministerkonferenzen? Welche Maßnahmen unterstützen Ihrer Meinung nach eine nachhaltige Landwirtschaft in Deutschland?

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