Landwirtschaft Landtechnik von New Holland

Landwirtschaft: Kooperationen, Reformen, Brexitangst

Nur noch wenige Tage bis zur Abstimmung der Briten. Es gilt zu entscheiden zwischen EU-Verbleib oder EU-Austritt. Es gibt keine klare Richtung. Die Märkte reagieren nervös und die Politik wartet ab.

Und wie reagiert die Landwirtschaft auf den Brexit?

Die Chefetage von Case New Holland (CNH) will seine Traktorenfertigung von England nach Österreich verlagern, sollte es tatsächlich zu einem Austritt der Briten aus der EU kommen. Hierzu gleich mehr.

Vorher werfen wir noch gemeinsam einen Blick auf die aktuellen Meldungen.

Da sind ein paar wichtige Entscheidungen getroffen worden, die den einen oder anderen von Euch sicherlich betreffen.

1. Einigung über eine Reform der Erbschaftssteuer

Manche Entscheidungen ziehen sich in die Länge – so auch mit der Erbschaftssteuer.

Nach 1,5 Jahren und zahlreiche Diskussionen gibt es jetzt eine Einigung. Firmenerben sollen weiterhin von der Erbschaftssteuer weitgehend befreit werden, wenn sie den Betrieb längere Zeit fortführen und die jeweiligen Arbeitsplätze erhalten. Die Vorgaben haben sich jedoch verschärft.

Das Ganze befindet sich noch nicht in trockenen Tüchern: Bundestag und Bundesrat müssen auch noch zustimmen. Vielleicht gibt es eine finale Entscheidung bis zur parlamentarischen Sommerpause. [Quelle: Die Zeit]

2. Rentenboom: so hoch war die Erhöhung seit 23 Jahren nicht mehr

Auch dieses Jahr steigen zum 1. Juli die Renten. Das Besondere dabei ist jedoch der Anstieg:

  • 4,25% Rentenerhöhung in Westdeutschland
  • 5,95% Erhöhung in den neuen Bundesländern

Die Anpassung gilt auch für die Rentner in der Alterssicherung der Landwirte (AdL) und der landwirtschaftlichen Unfallversicherung (LUV).

Als Gründe für die höchste Rentenerhöhung seit 23 Jahren werden genannt: steigende Löhne, gute Arbeitsmarktlage und Wachstum der Wirtschaft. [Quelle: Spiegel Online]

3. Es gilt der Marktwert des Grundstücks und nicht wie bislang der „innerlandwirtschaftliche Wert“

In einer aktuellen Pressemitteilung des Wochenblatt für Landwirtschaft & Landleben erfahren wir, dass der Bundesgrichtshof eine Neudefinition im Rahmen des Grundstücksverkehrsgesetzes vorgenommen hat.

==> Kaufpreise müssen nahe beim Marktwert des Grundstücks liegen

==> Dem Meistbietenden wird ein „Nein“ erteilt, wenn das Höchstgebot nicht dem Marktwert widerspiegelt, sondern „spekulativ überhöht“ ist. Als Richt- und Orientierungswert gelten die für den jeweiligen Flächenverkauf abgegebenen Gebote.

Weiter geht’s mit unseren Hauptthemen.

Vor allem die Brexitangst…

Quelle: YouTube Video von ARD Mittagsmagazin

Auswirkungen eines Brexit auf die Landwirtschaft

In England wird gewettet was das Zeug hält. Wer Geld hat, wettet mit sehr hohen Summen; wer hingegen nur ein paar Pfund übrig hat, wettet mit dem was er / sie hat.

Die Briten müssen sich am Donnerstag, den 23. Juni entscheiden: in der EU bleiben oder raus.

An den Märkten wird heftig spekuliert. Die „normalen“ Bürger werden mit Fussball entertaint und freuen sich über den Einzug von England und Wales ins EM-Achtelfinale. Während dessen hält die ganze Welt den Atem an und schaut zu.

Wie gehen Landwirte mit dem Thema um? Wie reagieren große Landtechnikhersteller auf ein eventuelles Brexit?

Um diese Frage zumindest teilweise zu beantworten, möchte ich folgendes Zitat von Sergio Marchionne, Chef von Fiat Chrysler Automobiles (FCA), zu dem auch die Land- und Baumaschinengruppe Case New Holland (CNH) gehört, mit Euch teilen:

„Falls es zum Brexit kommt, werden wir die derzeitige Produktion von England nach Österreich verlagern. (…) Im Fall eines Brexit würden wir die Produktion aus England in unser österreichisches Werk nach Steyr verlagern.“

Quelle: derStandard.at

Die Chefetage von CNH folgt damit den Ankündigungen weiterer Industriekonzerne wie z.B. Ford, Nissan, Honda, Land Rover oder General Motors (GM) die ebenfalls mit einer Produktionsauslagerung aus Großbritannien drohen, wenn es zum Brexit kommt.

Warum wollen 50% der Briten oder sogar mehr, die EU verlassen? Wo drückt der Schuh?

Folgt man den unterschiedlichen Debatten im britischen TV bzw. liest man ein paar lokale Zeitungen, dann stellt man relativ schnell fest, dass die Briten – genauso wie viele andere europäische Länder auch, mit den Entscheidungen in Brüssel nicht zufrieden sind.

Das Thema Migration ist für viele Briten ein Dorn im Auge. Wiederum andere argumentieren mit der britischen Souveranität.

Wie es letzten Endes ausgeht, werden wir alle spätestens am Freitag abend erfahren.

New Holland schließt Kooperation mit Mascar S.p.a. ab

Bleiben wir doch bei New Holland. Dieses Mal gehts um eine Kooperation zwischen New Holland Agriculture und dem italienischen Landtechnikhersteller Mascar S.p.a.

Kurz zusammengefasst: Mascar wird ab sofort für New Holland produzieren.

Farben und Logo von New Holland bleiben bestehen. Der Vertrieb erfolgt weiterhin über die New Holland Händlern in ganz Europa.

Das Projekt startet mit der Produktion von Festkammer-Rundballenpressen. Die erste Serie soll nämlich im November auf der EIMA in Bologna präsentiert werden.

Das Portfolio des Landmaschinenherstellers Mascar beinhaltet:

  • Rundballenpressen und Ballenwickler
  • pneumatische Einzelkornsämaschinen
  • mechanische Sämaschinen

Zum Schluss noch ein Test der österreichischen Fachzeitschrift Landwirt. Die Kollegen haben nämlich das rote Mascar Monster 770 Cut näher unter die Lupe genommen…

Quelle: YouTube Video von Landwirt.com

Landwirtschaft in der EU: Sorgen & Chancen

Erst Grexit, jetzt Brexit… Welches Land folgt als Nächstes?

Zwar hat das griechische Volk gegen den Verbleib in der EU gestimmt, aber dann wurde das Ganze gedreht und siehe da, das Urlaubsland hat die EU letzten Endes dann doch nicht verlassen.

Ob wir das gleiche Szenario jetzt auch in Großbritannien erleben werden?

Wohl kaum.

Anders als bei Griechenland handelt es sich im Falle von Großbritannien um eine gewaltige wirtschaftliche und politische Macht. Sollten die Briten aus der EU aussteigen, dann wird ganz viel Bewegung ins „Spiel“ kommen.

Und da man dieses Ereignis selbst nicht kontrollieren kann, sollte man sich auf die Zukunft fokussieren und alles daran setzen, seinen positiven Beitrag in der Gesellschaft zu leisten. Alles andere bringt sowieso nichts…

Seid Ihr mit Eurem Betrieb vom Brexit direkt betroffen? Was würde ein Austritt Großbritanniens aus der EU Eurer Meinung nach für die Landwirtschaft in Europa bedeuten?

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