Landwirtschaft im Strukturwandel

Landwirtschaft: Strukturwandel, Direktzahlungen, Rückbehalt

Neue Technologien und die zunehmende Globalisierung beschleunigen den Strukturwandel. In der Landwirtschaft bestärkt diese Änderung den Trend in Richtung „mehr spezialisierte Großbetriebe und weniger klassische Erzeuger“. Steuern und weitere Abgaben erledigen den Rest.

In dem heutigen Blog werfen wir einen Blick auf folgende drei Themen: den Strukturwandel in der europäischen Landwirtschaft, die Höhe der EU-Direktzahlungen in 2015 und den Rückbehalt ab 2016.

1. Konzentration in der Landwirtschaft: Anzahl der Betriebe sinkt um mehr als 25%

Der Strukturwandel hat die europäische Landwirtschaft vollkommen im Griff.

In den letzten 10 Jahren gab es dramatische Veränderungen und so wie es aussieht, scheint niemand den Spezialisierungs- und Konzentrationsprozess aufhalten zu wollen bzw. zu können.

Letzte Woche hat Eurostat, das statistische Amt der EU, die neuesten Zahlen zur Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe in der EU veröffentlicht. Die Ergebnisse sind zum Teil erschreckend.

Die wichtigsten Zahlen und Erkenntnisse kurz zusammengefasst:

  • Anzahl Betriebe gesunken: In der Zeitspanne 2003-2013 ging die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU um mehr als 4 Millionen zurück.
  • Fläche pro Betrieb nimmt zu: Gleichzeitig nahm die durchschnittliche Fläche pro Betrieb um 38% zu, u.z. von 11,7 ha in 2003 auf 16,1 ha in 2013.
  • Gesamtfläche unverändert: Die landwirtschaftlich genutzte Fläche blieb underändert bei 174,6 Mio. ha.
  • Länder mit den größten Betriebe: Tschechische Republik (133 ha), Vereinigtes Königreich (93,6 ha), Slowakei (80,7 ha), Dänemark (67,5 ha) und Luxemburg (63 ha). Deutschland nimmt den siebten Platz ein mit 58,6 ha.
  • Länder mit den meisten Betriebe: Rumänien (3,7 Mio. Betriebe, 33,7% aller Betriebe in der EU) gefolgt von Polen (1,4 Mio. Betriebe), Italien und Spanien mit jeweils 1,0 Mio. Betriebe.
  • Altersstruktur: 31,1% der EU-Betriebsleiter sind mindestens 65 Jahre alt; 24,7% befindet sich im Alter von 55 bis 64; nur 6% aller Betriebsleiter sind jünger als 35 Jahre.

Und wie steht es mit der deutschen Landwirtschaft?

Die Zahlen weichen nicht besonders stark vom EU-Durchschnitt ab.

Im Einzelnen heisst das:

  • Zahl der Betriebe: 285.000 in 2013 und damit 30,9% weniger als in 2003
  • Landwirtschaftliche genutzte Fläche: 16,7 Mio. ha und 9,6% Anteil am EU-Gesamtwert
  • Durchschnittliche Fläche pro Betrieb: 58,6 ha in 2013 gegenüber 41,2 ha in 2003
  • Altersstruktur: 6,5% der Betriebsleiter sind über 65 Jahre; 29,8% zwischen 55 bis 64 Jahre und lediglich 6,8% unter 35 Jahre

2. EU-Direktzahlungen 2015: Die Basisprämie liegt bei durchschnittlich 180,62 EUR je Hektar

Die Prämienhöhen der Direktzahlungen für das Antragsjahr 2015 stehen jetzt fest. In den kommenden Tagen wird das Ganze im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Auf den Webseiten der Ministerien der jeweiligen Bundesländer wurden die Zahlen bereits veröffentlicht. Die Höhe der Basisprämie variiert nach Bundesland. In den kommenden Jahren soll eine schrittweise Angleichung der Basisprämie erfolgen. Ab dem Antragsjahr 2019 gilt ein einheitlicher Wert für alle Bundesländer.

Die Kollegen von Proplanta haben eine tabellarische Übersicht aller Basisprämien je Bundesland erstellt. Danach soll der bundesdeutsche Duchschnitt bei 180,62 EUR je Hektar liegen. Glaubt man den Schätzungen, dann wird die Höhe der bundeseinheitlichen Basisprämie im Jahre 2019 bei 176,15 EUR je Hektar liegen.

Die Höhe der Greening- und Umverteilungsprämie sowie die Zahlung für Junglandwirte gilt es weiterhin jedes Jahr aufs Neue zu berechnen.

3. Änderungen der Hofabgabeverpflichtung ab 2016

Ab dem 1. Januar 2016 ändert sich einiges auch im Bereich Hofabgabeverpflichtung.

„Um zukünftig eine Rente der Alterskasse zu beziehen, soll der zulässige Flächenrückbehalt von bislang 25 Prozent auf weniger als 100 Prozent der Mindestgröße angehoben werden. Die Mindestgröße beträgt beispielsweise für Landwirtschaft acht Hektar und für Forstwirtschaft 75 Hektar.“ – so eine aktuelle Pressemitteilung des SVLFG.

Dieses Gesetz ist nicht zustimmungspflichtig. Am 18. Dezember 2015 wird der Bundesrat darüber beraten, damit es am 1. Januar 2016 in Kraft treten kann.

Wer ganz genau wissen will, welche Auswirkungen diese Änderungen für Einen persönlich mit sich bringen, sollte sich an den Rentenbearbeiter der Landwirtschaftlichen Alterskasse vor Ort wenden.

Die Landwirtschaft im Wandel der Zeit

Nur noch wenige Tage und dann verabschieden wir uns von 2015. Wie jedes Jahr, war auch 2015 voll von Änderungen und Überraschungen. Es gab gute Momente und auch weniger tolle Zeiten.

Fakt ist, die Welt verändert sich in einem gigantischen Tempo. Neue Technologien erobern die Wirtschaft, Medizin, Politik, Medien und selbstverständlich auch die Landwirtschaft.

Der Spruch „Wachse oder Weiche“ ist aktueller denn je.

Wie sieht die Zukunft der Landwirtschaft aus? Was glaubt Ihr?

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