Agrarbetrieb Biomilch Milchpreis

Umstellung auf Biomilch

Der sinkende Milchpreis zwingt viele Milchbauern, neue Wege zu gehen. Die höheren Preise für Biomilch lassen immer mehr Landwirte über eine Umstellung der Produktion nachdenken.  Aber lohnt sich diese?

Der Milchpreis ist auf einem Niveau, auf dem die Produktionskosten nicht gedeckt werden. Damit ist die Existenz von tausenden Milchviehbetrieben bedroht.

Milchbauern müssen nach Wegen suchen, die ihre Existenz sichern.

Eine Lösung ist die Vergrößerung des Betriebes: die Produktionsmenge steigern, so dass mit mehr Kühen ein genügend großes Einkommen gesichert werden kann.

Allerdings hilft dieses steigende Angebot an Milch nicht gerade, den Milchpreis wieder zu erhöhen. 

Für wen die Vergrößerung aufgrund der Investitionen, dem höheren Arbeitsaufwand, oder anderem nicht in Frage kommt und wer die Milchproduktion nicht komplett aufgeben möchte, der wird zwangsläufig über eine Umstellung auf Biomilch nachdenken.

Die Umstellung auf Biomilch – ist sie lohnenswert?

Sicherlich freuen sich die Kühe. Denn Bio bedeutet  für die Kuh ein artgerechteres, glücklicheres Leben.  Allerdings produzieren glückliche Kühe auch einen geringeren Ertrag.

Denn auf der Weide fressen die Kühe weniger als im Stall. Und das Kraftfutter mit Biosiegel kostet rund das Doppelte von normalen Kraftfutter.

Eine Gleichung, die aufgrund des höheren Biopreises durchaus aufgehen kann. Allerdings: eine Garantie, dass der Preis für Biomilch zukünftig nicht doch noch fallen wird, gibt es nichts.

Eine Umstellung auf eine Bioproduktion bedeutet auch aus einer anderen Überlegung heraus nicht, dass man sich keine Gedanken mehr um den Milchpreis machen muß:

Die Absatzmenge von Biomilch wird auch von dem konventionellen Milchpreis beeinflusst. Bei einem Literpreis von bspw. 0,46 EUR für konventionelle Milch und 1,09 EUR für Biomilch ist der vom Käufer im Supermarkt wahrgenommene Preisunterschied einfach zu groß.

Ein höherer Milchpreis könnte demnach auch den Absatz von Biomilch steigern, wenn die Schere zwischen den Preisen nicht mehr so stark auseinanderdriftet.

Wenn Bio vergleichsweise nicht mehr so teuer ist, könnten die Konsumenten eher geneigt sein, für Bioqualität den „kleinen“ Aufpreis zu zahlen.

Hürden in der Umstellung

Es klingt im ersten Moment sehr logisch: für konventionell hergestellte Milch bekommt man nicht genug, dann stellt man doch einfach auf Milch um, die mehr einbringt.

Aber ganz so einfach ist es leider nicht. Es ist ratsam, eine der entsprechenden Beratungsstellen aufzusuchen, um genau zu prüfen, ob eine Umstellung auf Biomilch für den eigenen Hof überhaupt möglich ist bzw. Sinn macht.

Die größten Hindernisse für die Umstellung sind:

  • Fehlendes Kapital: Ein Haupthindernis für eine Umstellung ist sicherlich das fehlende Kapital. Durch die anhaltend schlechten Milchpreise sind die Reserven und Rücklagen für viele Milchproduzierten bereits stark geschrumpft. Eine Umstellung auf Bio bedeutet 1-2 Jahre mit höheren Kosten zum gleichen Absatzpreis zu produzieren. Ganz zu schweigen von die Kosten für die Umrüstung des Hofes, bspw. der Ställe.
  • Fehlende Ressourcen: eine Bio-Zertifizierung bringt eine Menge Auflagen mit sich. Zum Beispiel brauch eine Biomilchkuh viel mehr Platz. Ihr täglicher Gang ins Freie muss gewährleistet sein. Nur Höfe, die über die Kapazitäten verfügen, um die besonderen Auflagen zu erfüllen, können eine Umstellung überhaupt in Betracht ziehen.

Lohnt sich für Landwirte eine Betriebsumstellung?

Quelle: Bayerischer Rundfunk

Das Thema der sinkenden Milchpreise und wie diese die Branche beeinflussen, wird die Schlagzeilen sicher noch einige Zeit beschäftigen. 

Ein Thema, das aktuell ebenfalls anfängt die Schlagzeilen zu füllen, ist die bevorstehende Getreideernte. 

Schätzungen zur Getreideernte

Pünktlich zum Beginn der Getreideernte in Deutschland informiert DBV-Präsident Joachim Rukwied über die diesjährigen Ernteerwartungen.

Aufgrund einer besseren Witterung als im Vorjahr, kann dieses Jahr mit einer gut durchschnittlichen Getreideernte gerechnet werden. 

„Die wirtschaftliche Situation der Ackerbaubetriebe ist wegen der niedrigen Preise für Getreide und Raps jedoch angespannt. Zudem gibt es regional Ernteschäden durch Unwetter, Starkregen oder Hagel. Derzeit sind bundesweit fast 200.000 Hektar davon betroffen, rund dreimal soviel wie in anderen Jahren.“

Die Witterungsbedingungen haben regional zu großen Unterschieden geführt. So kam es in diesem Jahr aufgrund der Unwetter mit Überschwemmungen und Hagel zu Totalverlusten. Andererseits haben die warmen Temperaturen ihr übriges beigetragen und zu Krankheitsbefall und Lagergetreide geführt. 

Nicht nur auf dem Milchmärkten, auch auf den Getreidemärkten stehen die Preise unter Druck und folgen aktuell einem Abwärtstrend. Welche Ansätze halten Ihr für sinnvoll, um den aktuellen Herausforderungen an den Märkten zu begegnen? 

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