Monsanto Bayer Games in der Landwirtschaft

Monsanto Games, Milchquote und ein neues Netzwerk

Die Agro-Games gehen in die nächste Runde. Monsanto will mehr rausholen und lehnt daher das Angebot von Bayer erstmals ab. Nach der Abschaffung der Milchquote steigt die Produktion. Neues Netzwerk soll Landwirte bei der digitalen Zusammenarbeit helfen.

Das Pokerspiel in der Agrochemieindustrie geht weiter, damit wir uns alle nicht langweilen. Monsanto reichen die 55 Milliarden EUR bzw. 62 Mrd. USD nicht aus. Die Amerikaner wollen eindeutig mehr für ihr Unternehmen und vor allem für ihre Bedeutung am Markt.

Und Bayer?

Die Leverkusener rüsten sich neu auf. Vom Zurücktreten keine Spur.

Die Deutschen bekräftigen ihre Übernahmeabsichten und warten die anstehenden Gespräche ab. Hauptsache die Gespräche laufen „konstruktiv“. Bei den Summen dürfte es den Herrschaften ja nicht so schwer fallen…

Lassen wir uns doch die 55 Mrd. EUR mal kurz auf der Zunge zergehen lassen. Meine sehr verehrte Damen und Herren, wir haben es hier mit der TEUERSTEN Übernahme der deutschen Wirtschaftsgeschichte zu tun!

Je Monsanto-Aktie bietet Bayer 122 USD in Bar. Das sind dann insgesamt 62 Mrd. USD.

Die Monsanto Games… und die ganze Welt schaut irritiert zu

Weltweit sind Börsenanalysten und Finanzexperten von der Höhe des Gebots überrascht. Die Ratingagenturen Moody’s und Fitch drohen Bayer mit Bonitätssenkungen.

Aber Bayer hat ein klares Ziel vor Augen: die absolute Marktherrschaft in der Agrochemie. Bayer will durch die Übernahme von Monsanto der weltgrößte Agrarchemie-Hersteller werden.

Nun mag der Name Monsanto in den USA ganz toll ankommen, aber bei uns in Europa hat der Konzern einen schlechten Ruf. Seit Jahren steht Monsanto wegen seiner genetisch veränderten Produkte in den Schlagzeilen. Und jetzt soll ausgerechnet ein deutsches Unternehmen „die Jungs“ kaufen?

Kein Wunder, dass viele das Vorhaben als riskant einschätzen. Monsanto Image-Probleme? Für Bayer kein Thema. Die Leverkusener-Chefetage blickt in die Zukunft.

Nun zu einem ganz anderen Thema…

Milchquote Ade, Milchproduktion Ahoi

Nach 31 Jahren wurde Mitte 2015 die Milchquote abgeschafft. Aus ursprünglich 5 Jahren wurden 31 Jahre. EU-Gesetze dauern halt…

 

Quelle: YouTube Video vom ARD Mittagsmagazin

Ein Jahr nach der Abschaffung sieht es bei den größten Milcherzeugern der EU wie folgt aus:

Zuerst die Gesamtzahl:

Im Wirtschaftsjahr April 2015 – März 2016 wurden knapp 6,1 Mio. Tonnen Milch erzeugt. Das entspricht einem Anstieg von 3,8%, so eine aktuelle Pressemitteilung des Landvolk Niedersachsen.

In den jeweiligen EU-Ländern stellt sich die Lage wie folgt dar:

• Deutschland: 31,87 Mio. Tonnen, d.h. 3,8% mehr als im Vorjahr
• Frankreich: 25,48 Mio. Tonnen, d.h. 1% mehr als im Jahr zuvor
• Niederlande: 13,9 Mio. Tonnen und damit 11,6% mehr als im Vorjahr
• Irland: 7 Mio. Tonnen und damit 18,1% mehr als im Vorjahr

Wie lange müssen Milcherzeuger darauf warten, dass sich die Preise stabilisieren?

Die Antwort darauf wird der „freien Marktwirtschaft“ überlassen…

Farmtune: Goodbye Zettelwirtschaft in der Landwirtschaft

Farmtune – so heisst die neue, kostenlose Plattform die Betriebsinhaber, Mitarbeiter, Lohnunternehmer, landwirtschaftliche Prozesse und Maschinen miteinander verbinden soll.

Hinter der Plattform und dem Start-Up Unternehmen „m2Xpert“ aus Bielefeld stecken junge Landwirte. Die alltäglichen Sorgen von Bauern und Lohnunternehmern sind für die Entwickler der Plattform kein Geheimnis. Das ist schon mal ein Pluspunkt.
Was Farmtune alles kann, das zeigt Euch der folgende, kurze Videobeitrag…

 

Quelle: YouTube Video von Farmtune.com

Mit Farmtune könnt Ihr u.a. folgende Arbeitsschritte bewerkstelligen:

• Aufträge bearbeiten und zwischen den Teilnehmern versenden
• Den gesamten Prozess im Überblick behalten – einzelne Schritte lassen sich schnell nachvollziehen
• Ackerschlagkarteien werden automatisch aktualisiert
• Rechnungen werden mit wenigen Klicks erstellt

Damit die Eintragungen noch schneller erfolgen, haben die Bielefelder auch eine kostenlose App dazu entwickelt. Diese ist sowohl für Apple als auch für Android-Nutzer verfügbar.

So wie es aussieht, könnt Ihr Euch mit dem Farmtune-Team live auf den DLG-Feldtagen im Juni austauschen.

Sobald „ich“ die Nummer #1 bin wird alles besser…

Wirklich?

Wie oft haben wir das schon gehört?!

Klar, stellt sich Bayer zum jetzigen Zeitpunkt nicht hin bzw. noch nicht hin zu behaupten, dass alles besser wird. Passiert das zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sie sich im Besitz des goldenen Schwertes der Agrochemie befinden?

Wir sollten uns jedoch alle fragen, ob es weise ist, einem einzigen Konzern soooo viel Macht über unser Essen zu geben. An dieser Stelle ist es auch völlig irrelevant ob das Unternehmen Deutsch oder Amerikanisch ist bzw. ob der Konzern Bayer oder Monsanto heißt.

Was glaubt Ihr?

Ist das der Anfang der realen Hunger Games? Wird Bayer uns dann zukünftig diktieren, welche Samen wir verwenden, wie wir Spritzen und was überhaupt auf dem Tisch kommt?

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