Landtechnik von Fendt - Fendt Feldtage 2014 - Agrarbetrieb

News aus der Landtechnik: Fendt plant massiven Personalabbau

Mehr als nur Landtechnik: Fendt plant einen massiven Stellenabbau. Bis zu 500 Arbeitsplätze sollen betroffen sein. Diese Nachricht hat die Agrarwelt regelrecht erschüttert. 2013 feierte der Landtechnikhersteller noch genüsslich sein Rekordjahr.

In dem heutigen Beitrag durchleuchten wir die Welt der Landtechnik aus einem anderen Blickwinkel. Erst gehen wir auf die Meldung des Herstellers Fendt ein und anschließend werfen wir einen Blick auf die letzten Ergebnisse des jüngsten DBV-Konjunkturbarometers aus September 2014. Wie wir alle nur zu gut wissen, wirkt sich eine pessimistische Stimmungslage nicht gerade fördernd auf die Investitionsbereitschaft der Landwirte aus.

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Bevor wir richtig durchstarten, lassen Sie uns noch schnell auf die im letzten Monat stattgefundenen Fendt Feldtage in Wadenbrunn zurückblicken.

Landtechnik von Fendt: Der 1000 Vario im ersten Liveeinsatz

Leere Auftragsbücher führen zu Stellenabbau

Nach dem Rekordjahr 2013 kämpfen heuer viele Landtechnikhersteller mit ihren Auftragsbüchern. Anders als im letzten Jahr, füllen sich diese nur sehr langsam. Die Folge: Fendt reagiert als erster und plant einen deutlichen Personalabbau.

500 Mitarbeiter, die meisten davon Leiharbeiter, sollen von den Abbaumaßnahmen betroffen sein. Ein Teil des Stammpersonals steht ebenfalls zur Diskussion. Die Maßnahmen beziehen sich auf zwei Werke, Marktoberdorf im Allgäu und das Werk im nordschwäbischen Asbach-Bäumenheim. Zur Zeit beschäftigt der Traktorenhersteller Fendt 3.200 Mitarbeiter in Marktoberdorf und 998 Mitarbeiter in Bäumenheim.

Aus einem Bericht der Augsburger Allgemeinen Zeitung vom 30.09.2014 erfahren wir folgendes:

„Wir bekommen die Auftragsbücher nicht voll und es gibt keine Signale, dass sich der derzeit schwierige Markt stabilisiert“, begründete der Vorsitzende der Fendt-Geschäftsführung, Peter Josef Paffen, diesen Schritt.

Preisverfall und EU-Sanktionen gegen Rußland mit negativer Auswirkung auf Landtechnikhersteller

Es gibt nach Angaben vom Firmenchef Josef Pfaffen hauptsächlich drei wichtige Gründe für die angespannte Situation bei Fendt:

  • Der Preisverfall bei landwirtschaftlichen Produkten
  • Die unsichere politische Lage in Osteuropa
  • Nachfragenrückgang aus Frankreich (das zweitwichtigste Land für Fendt nach Deutschland) um mehr als 25%. In guten Jahren setzt Fendt rund 3.000 Traktoren in Frankreich ab.

Die Führungsetage bei Fendt setzt auf Personalreduzierung. Weitere Details sowie eine exakte Zahl werden wir vom Landtechnikhersteller wahrscheinlich erst in 3-4 Wochen erfahren.

Trotz aller Sorgen, rechnet Fendt mit einem Absatz von 15.000 Traktoren in diesem Jahr. Diese Zahl entspreche in etwa dem Wert der Jahre 2011 und 2012. Im Rekordjahr 2013 hatte der Landtechnikhersteller noch 17.837 Traktoren verkauft.

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Auftragsvolumen der Hersteller von Landmaschinen und Traktoren im Keller

Glaubt man den Angaben des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau), so haben sich neben Fendt auch alle  anderen Landtechnikhersteller auf eine Wachstumsflaute eingestellt. Der Verband rechnet mit einem weltweiten Umsatz von 93 Milliarden Euro. Das sind 4% weniger als im letzten Jahr.

Die Situation in Deutschland sieht noch gravierender aus. Dem Verband zufolge lag das Auftragsvolumen hierzulande in den Monaten Mai bis Juli 2014 um 16% unter dem Vorjahr. Die Neuzulassungen für Traktoren lagen im August 7% unter dem Vorjahresmonat.

DBV-Konjunkturbarometer hat hinsichtlich Investitionsbereitschaft in Landtechnik auch nicht viel positives zu berichten

Im aktuellen Konjunkturbarometer des Deutschen Bauernverbands (DBV) schätzen die Landwirte die aktuelle wirtschaftliche Lage als auch die künftige Entwicklung deutlich pessimistischer ein als in den Monaten zuvor.

Der Anteil investierender Landwirte ist laut September-Konjunkturbarometer auf 34% gesunken. Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 39%. Das geplante Investitionsvolumen fällt von 5,9 auf 5,5 Mrd. EUR.

  • Die Investitionen in Ställe und Stalltechnik dominieren weiterhin mit 3,5 Mrd. EUR (0,4 Mrd. EUR weniger als im Vorjahr).
  • Mit 1,0 Mrd. EUR sind des weiteren auch die Maschineninvestitionen rückläufig (0,2 Mrd. EUR weniger als in 2013).
  • Rückläufig sind ebenfalls die Investitionen in erneuerbare Energien Biogas, Fotovoltaik, Windkraft mit 0,7 Mrd. EUR (0,2 Mrd. EUR weniger als im Vorjahr).
  • Ausnahme: die außerlandwirtschaftlichen Investitionen verdoppeln sich mit 0,4 Mrd. EUR im Jahresvergleich.

Die gravierenden Erzeugerpreisrückgänge bei wichtigen Agrarprodukten (Getreide, Zucker, Milch etc.) gelten als Hauptursache für die miese Stimmungslage. Keine besonders vielversprechenden Nachrichten für das letzte Quartal.

Ihre Meinung zur Landtechnik

Haben Sie dieses Jahr weniger in Landmaschinen & Co. investiert als in 2013? Welche Innovationen aus dem Bereich Landtechnik und Agrarwirtschaft interessieren Sie am meisten?

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