Niedrige Zuckerpreise Suedzucker und Nordzucker

Niedrige Zuckerpreise: Südzucker und Nordzucker verärgert

Des einen Freud, des anderen Leid. Landwirte feiern die außergewöhnlich gute Rübenernte; die beiden Giganten Nordzucker und Südzucker müssen hingegen gravierende Gewinnverluste hinnehmen. Niedrige Zuckerpreise, eine Top Produktion in 2014 und steigende Importe drücken den Konzernerlös.

In meinem letzten Beitrag berichtete ich über die Spitenerträge und die hohen Zuckergehalte des außergewöhnlichen Rübenjahres 2014. Ein großer Highlight war auch die Lüftung des Geheimnisses rundum das Thema Zuckereinlagerung.

Heute gehts um weitere Fakten und Ergebnisse. Aber dieses Mal wechseln wir die Seiten und schauen uns die beiden Großkonzerne in Deutschland an, deren tägliches Brot „Zucker“ ist.

Gewinneinbruch aufgrund sinkender Zuckerpreise

Europas Marktführer Südzucker AG hat einen deutlichen Dämpfer bekommen. Das Unternehmen musste in den ersten drei Quartalen (1. März 2014 – 1. November 2014) einen Gewinnrückgang im Segment Zucker von 376 Millionen EUR verkraften.

Der Konzernumsatz des laufenden Geschäftsjahres 2014/15 lag mit 5.233 Mio. EUR (Vorjahr: 5.871 Mio. EUR) deutlich unter dem Vorjahresniveau. Der Gesamtumsatz im Segment Zucker belief sich auf 2.536 Mio. EUR (Vorjahr: 3.107 Mio. EUR).

Wesentliche Ursachen:

  • Verringerung der Quotenzuckererlöse: eine Tendenz die sich bereits im ersten Halbjahr in den süd- und osteuropäischen Märkten abzeichnete; die übrigen EU-Märkte folgten dann im dritten Quartal
  • Geringe Erlöse beim Export von Nichtquotenzucker

Aufgrund der Rekord-Rübenerträge und der niedrigen Zuckerpreise ist aktuell keine Erholung in Sicht. Die herausragende Rübenkampagne führt dazu, dass die Rübenerträge in der Südzucker-Gruppe mit 83 Tonnen pro Hektar (Vorjahr: 60 t/ha) um ca. 10% über dem Wert des bisherigen Rekordjahres 2011 sind.

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Das Segment CropEnergies wackelt ebenfalls

Die deutlich rückläufigen Ethanolerlöse haben sich laut Südzucker negativ auf das Segment CropEnergies ausgewirkt. Der Gewinn schmälerte sich auf -6 Mio. EUR (Vorjahr: 38 Mio. EUR). Höhere Absätze von Bioethanol sowie Lebens- und Futtermitteln und rückläufige Nettorohstoffkosten führten zu einem höheren Umsatz 576 Mio. EUR (Vorjahr: 527 Mio. EUR).

Negative Ergebnisse auch im Segment Frucht

Der Gewinn lag mit 54 Mio. EUR nur leicht unter dem Vorjahr (59 Mio. EUR). Die rückläufigen Erlöse und Absätze bei Apfelsaftkonzentraten konnten jedoch durch rückläufige Rohstoffkosten sowie der eingeleiteten Einsparmaßnahmen teilweise kompensiert werden.

Nordzucker: 71% weniger Gewinn

Bei Nordzucker sieht es nicht wesentlich besser aus als bei den Zucker-Kollegen aus dem Süden. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2014/15 verzeichnete Nordzucker einen dramatischen Gewinneinbruch um 71%. Der Gewinn reduzierte sich von 257,8 Mio. EUR auf 74,4 Mio. EUR.

In einer Pressemitteilung von Nordzucker beschrieb CEO Hartwig Fuchs die aktuelle Lage auf dem Zuckermarkt wie folgt:

„Der intensive Verdrängungswettbewerb um Marktgebiete und Kunden in der EU geht weiter. Gleichzeitig dürfen wir die hohen Bestandsmengen nicht exportieren, während die EU unverändert hohe Importe nach Europa zulässt. Diese Politik spiegelt sich jetzt in den Marktpreisen wider.“

Nordzucker stellt sich auf ein schwieriges Geschäftsjahr 2015/16 ein und geht mit Kostensparmaßnahmen in die Offensive. Gleichzeitig will sich das Unternehmen mit den Rübenanbauern abstimmen. Anbauflächen sollen reduziert werden, um Überschussmengen zu vermeiden. Die kommende Rübenkampagne wird sicherlich eine große Herausforderung für beide Parteien.

Entwicklung der Zuckerpreise

Diese niedrigen Zuckerpreise gab es zuletzt vor fünf Jahren in 2010. Wie sich das Ganze in den nächsten Monaten auf den Weltmärkten abspielen wird kann niemand so richtig hervorsagen.

Zuckerhersteller weltweit treffen Schutzmaßnahmen und leiten vermehrt Prozesse zur Effizienzsteigerung und Kostenkontrolle ein.

Zuckerpreise hoch oder weiter runter? Wohin geht die Reise? Was glauben Sie wird mit den Preisen in den kommenden Monaten geschehen?

 

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