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Landwirtschaft: zu hohe Belastungen mit Nitrat

Nitrat ist aus der Landwirtschaft für das Pflanzenwachstum von entscheidener Bedeutung. Allerdings war der Umgang mit Gülle und Kunstdünger in der Landwirtschaft bisher nur sehr locker geregelt.

Zuviel Nitrat schädigt Süsswasser und Meere. Denn wenn hohe Nitratbelastungen im Wasser das Pflanzenwachstum fördern, kommt es zu verstärktem Algenwachstum, der anderes Leben im Wasser erstickt.

Zuviel Nitrat im Grundwasser – die EU verklagt Deutschland

Die EU-Kommission hat Klage nun gegen Deutschland eingereicht.

In ihrer 40 Seiten und 1500 Seiten im Anhang umfassenden Klageschrift wirft die EU Deutschland vor, dass es versäumt hat, sein Grundwasser vor zur hohen Belastungen mit Nitrat zu schützen.

Seit Jahren steigen die Konzentrationen von Nitrat im Grundwasser. Als Ursache hierfür wird vor allem die Überdüngung von Gülle und Mist in der Landwirtschaft genannt.

Brüssel meint, dass schärfere Vorschriften bisher am Widerstand im Landwirtschaftsministerium scheiterten und findet ziemlich deutliche Worte bezüglich Deutschlands Verhalten in den letzten Jahren.

Bereits im Jahr 2012 hätte vom Bund und den Bundesländern der gesetzliche Rahmen zum Schutz der Gewässer vor zu viel Nitrat angepasst, d.h. verschärft, werden müssen.

Denn bereits zu diesem Zeitpunkt lagen in Berlin umfassende Daten vor, die aufzeigten, dass die geltenden Regelungen keine Wirkung zeigten.

Brüssel wirft Deutschland vor,  die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu ignorieren und mit Begrifflichkeiten zu spielen. Die Geduld in der belgischen Hauptstadt ist am Ende.

So hat es nun Deutschland verklagt. Ein kurzer Blick nach Frankreich, welches bereits eine Klage wegen zu hoher Belastungen mit Nitrat erhalten hat, zeigt, womit Deutschland rechnen kann.

Paris und Brüssel sind gerade in den Verhandlungen, um das Strafmaß. Frankreich wird sich auf eine Geldstrafe von bis zu 3 Milliarden Euro einstellen dürfen.

Der Agrarsprecher der SPD, Wilhelm Priesmeier, ist der Meinung, dass für Deutschland die Geldstrafe nicht einmal das Hauptproblem wär.

„In dem Urteilsspruch wären letztendlich Dinge enthalten, die wir dann unmittelbar und sofort in Gesetzesform umzusetzen hätten. Das würde natürlich auch den Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers erheblich einschränken“, so Priesmeier.

Das Horror-Szenario wär, dass in Regionen, in denen die Belastungen mit Nitrat besonders hoch sind, die Betreibung von Landwirtschaft gar verboten werden würde.

„Mein Ziel ist und bleibt es, mit der Düngeverordnung einen Ausgleich zwischen Umweltinteressen und einer praktikablen Lösung für die Landwirte zu schaffen“, so Bundesagrarminister Christian Schmidt

Zumindest hierin scheinen sich die verschiedenen Akteure einig zu sein: kleinere landwirtschaftliche Betriebe dürfen nicht mit überzogenen Forderungen belastet werden.

Wie dies dann in der neuen Düngeverordnung berücksichtigt wird, werden wir wissen, wenn der Entwurf verabschiedet wurde. 

Andere Maßnahmen des Umweltschutzes werden in Deutschland bereits mit Erfolg umgesetz, wie etwa das Greening

Wer im im Rahmen des Greening Zwischenfrüchte anbaut, wird sich derzeit seine nächsten Arbeitsschritte planen. 

Zwischenfrüchte – Walzen, Schlegeln oder Mulchen?

Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür. Wer über den Winter Zwischenfrüchte stehen lässt, wird, je nach Fruchtfolge und Art, ein Aussamen der Pflanzen verhindern müssen.

Hierfür stehen verschiedene Mittel zur Wahl. Früher wurde der Boden dann gerne gemulcht. Jedoch ist hierbei die Flächenleistung gering und der Kraftstoffverbrauch vergleichsweise hoch.

Mulchen führt zu stark zerkleinerten Pflanzenresten. Diese zersetzen sich schneller, so dass sie eher nur kurzfristig den Boden- und Wasserschutz durch Lebendverbauung unterstützen.

Um das Pflanzenwachstum zu verhindern, ist deshalb das Walzen empfehlenswert. Wer wälzt statt mulcht, wird dies vor allem in seiner Vollkostenrechnung bemerken. Denn Walzen verbraucht nur die Hälfte an Kraftstoff.

Der folgende Beitrag hat die verschiedenen Möglichkeiten, wie Zwischenfrüchte bearbeitet werden können, zusammengefasst…

Walzen von Zwischenfrüchten

Das Walzen sollte so spät wie möglich erfolgen, damit die Pflanzen möglichst viele Nährstoffe binden können. Die Samen der Zwischenfrüchte sollten sich allerdings noch nicht gebildet haben, wenn das Walzen durchgeführt wird.

Auch sollte die Biomasse genug Zeit haben, um sich bis im Frühjahr ausreichend zersetzen zu können.

Günstig ist, wenn das Walzen noch vor dem ersten Frost durchgeführt wird. Der Frost kann besser in die geschädigte Pflanzen eindringen. Ein Absterben der Pflanzen wird hierdurch unterstützt.

Die Vorteile des Walzens im Überblick:

  • preiswerte Alternative zum Schlegeln oder Mulchen
  • besserer und längerer Schutz des Bodens vor Verschlämmung und Erosion

Mulchen hat seine Vorteile. Es muss aber auch einiges dabei beachtet werden. Welche Tips habt Ihr zum Mulchen?

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