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Ökolandbau: Das Comeback von Dinkel und Emmer

Der globale Ökomarkt wächst ungebremst weiter. Für das Gesamtjahr 2014 wird mit einem Umsatzwachstum in Höhe von 5-10% gerechnet.

Während die EU-Agrarminister die Entscheidung für strengere Auflagen für Bioprodukte in Europa vertagt haben, arbeiten Forscher einer deutschen Universität daran, das Thema Ökolandbau durch die Züchtung resistenter Sorten stärker voranzutreiben.

Pilzkrankheiten sind im Ökolandbau eine riesen Herausforderung

Pilzkrankheiten wie Steinbrand bereiten den Biobauern große Probleme. Anders als im konventionellen Anbau, wo Brandkrankheiten durch chemische Beizmitteln in Schach gehalten werden können, müssen Landwirte die Bio anbauen, die Finger davon fern halten. Einfacher gesagt als getan, insbesondere wenn die ganze Getreidemenge futsch ist und damit Existenzen bedroht werden.

Forscher der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim unter der Leitung von Dr. Friedrich Longin und Prof. Dr. Thomas Miedaner sehen bei den beiden Getreidearten Dinkel und Emmer große Chancen, bald schon resistente Sorten zu züchten.

„Für beide Getreidearten konnten wir vielversprechendes Zuchtmaterial identifizieren.“

Die Forscher sind sehr zuversichtlich. Die Nischenkulturen Dinkel und Emmer, die sowohl beim Biokäufer als auch im Ökolandbau immer mehr Anhänger finden sind äußerst widerstandsfähig. Ungünstige Bedingungen und ein schlechter Boden machen den beiden Weizenarten nicht viel aus. Pilzkrankheiten wie z.B. der Zwergsteinbrand können hingegen zerstörerisch sein.

Ökolandbau: Dinkel im Kommen

Pilzkrankheiten können fatale Folgen haben

Wie Anfangs erwähnt, bedrohen Steinbrand und Zwergsteinbrand die Saatgutproduktion. Ist das Feld einmal befallen, so bleibt dem Biobauer nicht viel übrig, außer auf andere Kulturen umzusatteln oder auf resistente Sorten zu hoffen.

„Viele Ökobauern bauen Saatgut nach. Der Lebenszyklus der Pilze ist aber besonders gut an den Weizen angepasst, so dass sich die Sporen in jeder Vermehrungsstufe stärker anreichern.“ – Dr. Friedrich Longin

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Es gibt Licht am Horizont.

Das Team von Dr. Longin hat 65 Emmersorten auf ihre Resistenz gegen Steinbrand getestet. Erfreulicherweise gelang es dem Forscherteam 20 sehr resistente Genotypen zu identifizieren. Es gibt an dieser Stelle jedoch auch eine schlechte Nachricht. Die Resistenz beruht mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einem einzigen Gen.

Was bedeutet das im Klartext?

Prof. Miedaner erklärt wie folgt:

„Eine solche monogenische Resistenz ist oft nicht von Dauer. (…) Sie kann leicht vom Pilz geknackt werden und zeigt dann keinerlei Wirksamkeit mehr.“

Trotz dieser Diagnose empfiehlt Prof. Dr. Miedaner diese Sorten rasch auf den Markt zu bringen. Um eine dauerhaft resistente Emmer-Züchtung zu ermöglichen, sind weiterführende Forschungen von Nöten. Die identifizierten Sorten sind als Ausgangsmaterial jedoch sehr nützlich.

Hoffnungen auch bei Dinkel

Zwergsteinbrand stellt ein regionales Problem dar. Das Forscherteam hat die schwäbische Alb zu Testzwecken herangezogen. Hier ist der Pilz seit Jahren stark verbreitet. Von den 66 Dinkelsorten und 92 Zuchtlinien, konnte 1 Sorte und ein erheblicher Teil des Zuchtmaterials als resistent identifiziert werden.

Dr. Longin erwartet erste resistente Dinkel- und Emmersorten für den Raum Mitteleuropa in naher Zukunft und äußert sich wie folgt:

„Bei Emmer befinden sich zwei der vielversprechenden Sorten gerade im Zulassungsverfahren, sie dürften schon in rund zwei Jahren auf dem Markt sein.“

Der Weg ist holprig und lang. Ökobauern müssen sich also noch etwas gedulden.

Bio versus konventionell

Ökolandbau bleibt weiterhin ein umstrittenes Thema. Egal ob Öko-Label, Förderprogramme, Öko-Lebensmittel die keine sind…. So richtig weiss der Biokonsument nicht mehr was er / sie kaufen soll. Und wie siehts mit dem Biobauer selbst aus? Ist er ebenfalls verwirrt?

Wie wirtschaftlich erfolgreich kann der Ökolandbau überhaupt sein?

 

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