Rübenkampagne 2014 Rekorderträge in Europa

Rübenkampagne 2014/15: Rekorderträge in Europa

Die Rübenkampagne 2014/15 geht als Rekordernte in die Geschichtsbücher ein. Europa jubelt über die Top-Erträge. Der enorme Zuckerüberschuss hat jedoch auch seine Nachteile. Hierzu gleich mehr.

Die Top 9 Rübenländern Europas wissen nicht wohin mit den Erträgen und sehen sich gezwungen die Notbremse Flächenreduktion zu ziehen. Zwei Länder haben sogar die magische Grenze von 15 Tonnen je Hektar überschritten. Deutschland nimmt den ehrenhaften dritten Platz ein und realisiert den größten Sprung zum Vorjahr.

Rübenkampagne 2014: Ernte gut, alles gut

Ergebnisse der Top 9 Rüben-Länder in Europa

Das nachfolgende Ranking stammt aus einer aktuellen LIZ-Pressemeldung:

1. Schweiz: Den ersten Platz belegt die Schweiz mit 15,6 t/ha. Der Zuwachs war zweistellig und betrug 27,9%. In 2013 erntete die Schweiz lediglich 12,2 t/ha.

2. Niederlande: Das zweite Land was die magische Grenze von 15 t/ha überschreitet sind die Niederlande. Mit 15,1 t/ha und einem Wachstum von 14,4% sichern sich unsere Nachbarn den zweiten Platz.

3. Deutschland: Eine tolle Rübenkampagne ist auch hierzulande zu Ende gegangen. In dem europäischen Ranking haben wir uns mit 14,8 t/ha und einem enormen Wachstum von 35,8% super geschlagen und somit die Bronzemedaille gesichert.

Exkurs: Rübenkampagne ist eine große Herausforderung für Nordzucker

Die Nordzucker AG steht vor einer großen Herausforderung. Die Rübenkampagne 2014/15 war viel besser als erwartet:

„Gegenüber der ursprünglichen Planung kamen mehr als eine Million Tonnen Rüben zusätzlich in unsere Werke. Das stellte vor allem unsere Kollegen vor Ort, die gesamte Logistik und die Anlagen in den Fabriken vor große Aufgaben, die exzellent gemeistert wurden“, fasst Produktionsvorstand Axel Aumüller diese außergewöhnliche Kampagne zusammen.

Insgesamt verarbeitete Nordzucker europaweit rund 18,3 Millionen Tonnen Zuckerrüben. Das Jahr zuvor waren es 15 Millionen Tonnen.

Die hohen Zuckermengen und die weltweiten Preiskämpfe führen dazu, dass Konzerne und Rübenbauern dieses Jahr enger zusammenrücken müssen, um den „Druck aus dem Markt zu nehmen“. Das bedeutet wiederum eine Einschränkung der Anbauflächen.

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4. Belgien: Den vierten Platz im EU-Ranking sichert sich Belgien mit 14,7 t/ha und einem Wachstum von 8,1% gegenüber der Rübenkampagne in 2013.

5. Frankreich: Den mittleren Platz im Top 9-Ranking sichert sich Frankreich mit 14,5 t/ha. In 2013 lag die Rübenernte bei 13,4 t/ha. Das entspricht einem Wachstum von 8,2%; ähnlich wie die Rübenbauern in Belgien.

6. Dänemark: Der sechste Platz geht an Dänemark mit 14,2 t/ha und einem Zuwachs von 10,9%.

7. Österreich: Unsere Nachbarn im Süden sichern sich den siebten Platz mit 13,8 t/ha. Auch in Österreich ging es zweistellig (23,2%) nach oben. Die Rübenernte in 2013 betrug 11,2 t/ha.

8. Schweden: Der achte Platz geht an Schweden mit 12,2 t/ha. Das Vorjahresergebnis wurde mit 8% übetroffen.

9. Polen: Der neunte Platz geht an Polen mit 11,7 t/ha und einem Wachstum von 9,3% gegenüber 2013.

Die Kehrseite einer Top Rübenkampagne

Tolle Rübenerträge auf der einen Seite, niedrige Zuckerpreise und Kapazitätsprobleme auf der anderen. Die Konsequenz: Flächenreduktion.

Gemäß Informationsdienst Zuckerrübe LIZ wird in Polen von einer Flächenreduktion von mindestens 5% ausgegangen. In Schweden soll die Prozentzahl deutlich höher sein – die Rede ist von bis zu 30% Flächenreduktion.

Kommt es zur dramatischen Flächenreduktion?

Was glauben Sie? 

Erwartet uns nach dieser grandiosen Rübenkampagne eine drastische Reduktion der Anbauflächen? Ist das die vernünftigste Lösung oder sehen Sie auch andere pragmatische Modelle die angewandt werden könnten?

 

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