Social Media Landwirtschaft Marketing

Social Media Marketing auf dem Feld und im Stall

Wir Landwirte wissen, dass wir technologisch immer auf dem neuesten Stand sind. Aber gilt das nur für die schweren Geräte im Feld und Stall? Wie sieht es mit Social Media aus?

Social Media und Landwirtschaft passen für viele wahrscheinlich nicht direkt zusammen.

Das wir „Landeier“ bei unseren Arbeitsgeräten vom Traktor bis zur Drohne ziemlich ausgeklügelte Technik benutzen, dürfte sich inzwischen rumgesprochen haben.

Aber wie sieht es mit Facebook, Twitter und wie sie nicht alle heißen aus? Lebt der Landwirt von heute da noch hinter dem Mond?

Darauf gibt es nur eine klare Antwort: nein!

Social Media in der Landwirtschaft

Für die jüngeren Landwirte unter uns gehören soziale Medien eh von klein auf zum Leben dazu. Aber auch so haben sich die sozialen Netzwerke in der Landwirtschaft etabliert.

Lasst uns einen Blick auf die Nutzung von Social Media in der deutschen Landwirtschaft werfen.

Das Marktforschungsunternehmen AgriDirect Deutschland hat im Frühjahr 2016 hierzu eine Studie durchgeführt.

Demnach nutzt ca. die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe Social Media Plattformen.

Hierbei ist auffällig, dass tendenziell mit der Größe des landwirtschaftlichen Betriebes auch die Nutzung von Social Media zunimmt.

Whatsapp (79,4%), Facebook (55,8%) und YouTube (45,9%) gehören mit Abstand zu den beliebtesten Plattformen.

Wozu nutzen Landwirte in Deutschland die sozialen Netzwerke?

  • „Ich nutze Social Media Plattformen aus privaten Gründen.“ (48,6%)
  • „Ich lese landwirtschaftliche Nachrichten.“ (45,5%)
  • „Ich tausche mich mit Berufskollegen aus.“ (40,9%)
  • „Ich sammle Informationen zu Neuigkeiten über Produkte und Maschinen.“ (38,4%)

Dies sind die mit Abstand wichtigsten Gründe, die genannt wurden. Erst an fünfter Stelle kam:

  • „Ich bewerbe mein eigenes Produkt bzw. meinen eigenen Betrieb.“ (10,0%)

Die bedeutet, dass lediglich jede zehnte Landwirtschaft Social Media Plattformen für die eigene Vermarktung nutzt.

Soziale Medien sind aber nicht nur großartig, um sich mit seinen Kollegen auszutauschen und top informiert zu bleiben.

Social Media Marketing in der Landwirtschaft

Sie können ein sehr effektiver Weg sein, mit Verbrauchern in direkten Kontakt zu treten und Ihnen das „wirkliche“ Leben eines Landwirts näherzubringen.

Fernab von nach Aufmerksamkeit schreienden Schlagzeilen über Tierquälerei und Zerstörung der Natur oder, dem anderen Extrem, fernab von romantisierten, idyllischen Bauernhofbildern.

Die Verbreitung von Smartphones macht es für Landwirte sehr einfach, Verbraucher und Interessierte am täglichen Leben teilhaben zu lassen.

Eben mal schnell ein Foto von dem jüngsten Kälbchen oder ein Video von der Feldbegehung gepostet. Der Fantasie des Landwirts sind keine Grenzen gesetzt. 

Gepostet werden kann, was gefällt. Aber egal welche Plattform man nutzt, es gibt doch die eine oder andere Grundregel, die man beherzigen sollte:

15 Tipps zum Social Media Marketing

Quelle: Carlo Siebert

Klingt gar nicht so kompliziert, Social Media anzuwenden, oder?

Früher war Selbstdarstellung und Vermarktung des Betriebes und seiner Produkte nur mit viel Aufwand und Kosten möglich.

Die neuen Technologien sind heute so einfach, dass selbst Dreijährige schon wahre Meister im Bedienen eines Smartphones sind.

Ohne große Kenntnisse und Einarbeitung kann jeder soziale Medien auf seinem Hof einsetzen, um seinen Betrieb und seine Produkte greifbar zu machen.

Heißt das, man sollte einfach so loslegen, wie einem gerade ist? Definitiv nicht.

Auch wenn Social Media Plattformen einfach zu bedienen und in der Regel auch kostenlos sind, sie kosten etwas unendlich wertvolleres: Zeit.

Deshalb stellt sich Euch eigentlich auch erstmal nur eine wichtige Frage:

Was ist mein Ziel?

Wenn Ihr die sozialen Netzwerke für Euch selbst nutzt, um Euch zu informieren oder um Euch mit anderen Landwirten auszutauschen, dann wisst Ihr sehr genau, was Ihr wollt.

Ihr wisst, welchen Blog Ihr aufsucht, um die neuesten Informationen zu erhalten.

Ihr geht auf Twitter, um mit anderen Landwirten in Deutschland über ein brisantes Thema zu diskutieren.

Auf Facebook verfolgt Ihr die Neuigkeiten von befreundeten Landwirten, auf YouTube bestaunt Ihr den HighTech-Traktor in Aktion.

Ihr könnt ziemlich genau sagen, warum Ihr wen auf welcher Plattform verfolgt. 

Wenn Ihr nun Inhalte für Andere veröffentlichen möchtet, steht Ihr auf der anderen Seite, aber Ihr müsst dennoch ganz genau wissen, was Ihr wollt. 

Ihr müsst das Ziel kennen, um im Social Media Dschungel nicht verloren zu gehen.

Und das es nicht DIE richtige soziale Plattform gibt, macht es nicht einfacher. Jede hat Ihre Stärken. Aber Ihr habt nicht die Zeit, auf allen vertreten zu sein. Deshalb:

Wen möchtet Ihr ansprechen und warum?

  • Menschen in Eurer Umgebung, um den Hof in die Region einzubinden;
  • Städtler über Landwirtschaft informieren und aufklären;
  • Jugendliche für die Landwirtschaft begeistern;
  • Familien für Urlaub auf Euren Bauernhof gewinnen;
  • potentielle Direktvermarkter für den Aufbau von Geschäftsbeziehungen ansprechen; 

Die Antwortmöglichkeiten sind unendlich. Nur Ihr könnt diese Frage beantworten und Ihr solltet Euch die Zeit nehmen, um Euer Ziel sehr genau zu kennen und zu definieren. 

Mit welcher Plattform erreiche ich meine Zielgruppe am besten?

Wenn Ihr wisst wen Ihr ansprechen wollt, dann erleichtert dies auch Eure Auswahl der richtigen Plattform. 

Denn es macht keinen Sinn, wenn Ihr auf Facebook postet und Ihr wollt Jugendliche ansprechen, die eher auf Snapchat abhängen. 

Ihr braucht keine starke Präsenz auf Twitter aufbauen, wenn die Oberhäupter der Familien, die bei Euch Urlaub machen sollen, auf Facebook aktiv sind. 

Jede Plattform hat Ihre Stärken, aber es gibt durchaus auch Überschneidungen. 

Facebook führt nach wie vor in Deutschland die Liste der meistgenutzen Netzwerke an. Es ist auch recht flexibel in der Ausgestaltung der Inhalte und eignet sich für Video, Foto oder Text.

Wenn Ihr sehr gerne fotografiert, werdet Ihr wohl Instagram lieben. Für Videos ist klar YouTube eine Topadresse. 

Sucht Euch ein Netzwerk, mit dem Ihr Eure Ziele erreichen könnt, aber das Euch auch Spass macht. Ihr werdet sonst nicht am Ball bleiben. 

Und ein kleiner Tipp zum Schluss:

Die gleichen Inhalte lassen sich oft auch auf unterschiedlichen Plattformen veröffentlichen. So seid Ihr doppelt präsent mit nur einem Arbeitsaufwand.

Welche Social Media Plattformen nutzt Ihr und was sind Eurer Erfahrungen?

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