Sojabohnen Gentechnik

Von Sojabohnen und Gentechnik

Die EU hat drei weitere, gentechnisch veränderte Sojabohnen zugelassen. Auch wenn weltweit auf gentechnisch veränderte Sorten gesetzt wird, bleiben die Endverbraucher skeptisch. 

Da sich die Mitgliedsstaaten nicht einigen konnten, hat nun die EU-Kommission quasi im Alleingang drei weitere Sorten gentechnisch veränderter Sojabohnen als Futtermittel zugelassen.

In der EU sind über 60 genetisch veränderte Lebens- und Futtermittel zugelassen.

Mit Ausnahme einer gentechnisch veränderten Maissorte sowie der Kartoffel „Amflora“, welche in der EU angebaut werden dürfen, beschränkt sich die Zulassung rein auf die Nutzung, nicht jedoch den Anbau.

Bevor wir die Zulassung der neuen Sorten zum Anlass nehmen, um den Sojaanbau in Deutschland und das Thema Gentechnik näher unter die Lupe zu nehmen, kommen wir kurz erst noch zu einer anderen Meldung,  die ebenfalls den Pflanzenanbau betrifft:

Verbot für einen besseren Bienenschutz

Zum Schutz der Bienen wurde von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt nun ein dauerhaftes Verbot für die Einfuhr als auch Aussaat von Wintergetreide-Saatgut erlassen, das mit den Neonikotinoiden Thiamethoxam, Clothianidin und Imadacloprid behandelt wurde.

Bereits im Sommer 2015 hatte Schmidt eine Eilverordnung erlassen, um Bienen vor neonikotinoidhaltigen Staub zu schützen.

Mit dem Verbot wird auf langfristige Sicht sichergestellt, dass auch zukünftig kein Saatgut nach Deutschland importiert wird, das im Ausland vorab bereits derart behandelt wurde.

Importiert werden dürfen nun aber drei weitere, gentechnisch modellierte Sojasorten. Sojabohnen sind für die europäische Lebensmittelindustrie besonders wichtig:

Interessantes zu Sojabohnen

Wusstest Ihr,  …

  • Die Sojabohne ist die mit Abstand wichtigste Öl- und Eiweißpflanze weltweit.
  • Die EU importiert jährlich 30-35 Millionen Tonnen Sojabohnen und Sojaschrot.
  • Da in Europa zu wenig eiweißreiche Futterpflanzen angebaut werden, sind diese Importe notwendig, um die Erzeugung tierischer Produkte auf dem aktuellen Niveau sicherzustellen.
  • Ca .90 Prozent der weltweit gehandelten Sojabohnen und -schrot stammen aus Ländern, in denen fast ausschließlich genveränderte Sorten angebaut werden.
  • Europa importiert Sojabohnen vor allem aus Nord- und Südamerika.
  • Deutschland importiert jährlich rund 5,1 Millionen Tonnen Sojabohnen und -schrot.

Verbraucher sind gegen Gentechnik

Das Europäische Recht sieht vor, dass Lebensmittel, die einen Anteil von mehr als 0,9 Prozent gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten, besonders gekennzeichnet werden müssen.

Bei Produkten, die diesen Grenzwert unterschreiten, besteht keine Pflicht zur besonderen Kennzeichnung. Dies trifft auch auf tierische Produkte zu, bei denen im Herstellungsprozess gentechnisch veränderte Futtermittel eingesetzt werden.

D.h. Fleisch, Milch oder Eier müssen nicht extra ausgewiesen werden, auch wenn die Hühner, Schweine oder Kühe mit genverändertem Futter ernährt wurden.

Dies wird vorteilhaft für manches Produkt im Supermarktregal sein, denn 80 Prozent der Verbraucher in Deutschland sind gegen Gentechnik auf Ihrem Teller.

Genmanipulierte Pflanzen – eine Gefahr für den Verbraucher?

Quelle: Facemannn

Gentechnik ist umstritten. Für die einen sind die Risiken und Auswirkungen nicht absehbar und das potentielle Risiko für Natur und Gesundheit viel zu groß.

Für die anderen ermöglicht die Gentechnik den Anbau von Pflanzen, die sich wirtschaftlicher produzieren lassen.

So ist das Hauptargument für den Anbau von genveränderten Sojabohnen vor allem deren Resistenz gegen verschiedene Herbizide.

Aber auch Toleranzen für besondere klimatische Bedingungen oder Resistenzen gegen Insekten und Pilze sind kommerzielle Eigenschaften, die zur Bevorzugung von genveränderten Sorten führen.

Interesse am Anbau von Sojabohnen steigt

In Deutschland wächst mittlerweile die Fläche, auf der Sojabohnen angebaut werden, von Jahr zu Jahr. Mit bundesweit ca. 17.000 ha Anbaufläche und ca. 41.000 Tonnen Ertrag handelt es sich jedoch immer noch um ein Nische.

Zwei Trends sind für den Anbau der Sojabohne in Deutschland besonders relevant:

Steigende Nachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten

Der Anbau von Sojabohnen in Nord-und Südamerika steht stark in der Kritik.

Die Förderung von Monokulturen und Waldrodungen sowie der starke Einsatz von Chemikalien sind Bedingungen, die mit dem steigenden Umweltbewusstsein der Verbraucher nicht kompatibel sind.

Die Nachfrage nach heimischen, ökologisch erzeugten Produkten steigt. In diesem Zusammenhang erheben auch Landwirte vermehrt den Anspruch auf eine Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte, die auch regional erzeugte Futtermittel einsetzen.

Steigende Nachfrage nach vegetarischen Produkten

Vegetarische Ernährung liegt voll im Trend. Im Jahr 2015 ist der Umsatz, laut dem Institut für Handelsforschung, um 26 Prozent (!) auf 454 Millionen Euro gestiegen.

Die Nachfrage nach Fleisch- und Wurstprodukten sinkt. Die Nachfrage nach Ersatzprodukten auf pflanzlicher Basis steigt.

Dennoch wird der Anbau von Sojabohnen in Deutschland für absehbare Zeit eine Nische bleiben.

Die heimischen Bohnen können in zwei wichtigen Punkten nicht mit der Konkurrenz von Übersee mithalten: beim Preis der Erzeugung als auch der Qualität der Bohne in Punkto Eiweißgehalt.

Derzeit werden in Deutschland Sojabohnen vor allem in Bayern und Baden-Württemberg angebaut, denn hier herrscht das feucht-warme Klima, dass die Pflanze zum Wachstum benötigt.

Der Anbau in Deutschland erfolgt bisher gentechnikfrei. Was meint ihr: sollten gentechnische Pflanzen zugelassen werden, um beispielsweise besser an das hiesige Klima angepasst zu sein?

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