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Fendt Landtechnik auf Agra 2017

Landtechnik: Neues von AGCO, Case IH und Fendt

Neues aus der Welt der Landtechnik: AGCO übernimmt die Sparte Precision Planting LLC von der Monsanto-Tochter Climate Corporation. Case IH rüstet seine Maxxum-Baureihe mit einem neuen achtstufigen Lastschaltgetriebe ActiveDrive 8 aus und bei Challenger findet ein Re-Branding statt.

Bevor wir loslegen, hier noch ein kurzer Blick auf die neuesten Schlagzeilen aus unserer Branche. Das Thema „Diesel“ beschäftigt auch die Agrarwelt – so ganz ohne Skandale, kommen wir dann doch nicht davon.

1. EU-Schutzzölle für Biodiesel: Bleiben sie bestehen oder war’s das?

In Brüssel wird erneut über das Thema Importzölle u.a. auch für Biodiesel diskutiert. Sollten diese wegfallen, dann steht die deutsche und europäische Biodieselindustrie inkl. der Rapsanbauern vor großen Herausforderungen. Es drohen starke Absatzeinbrüche.

Die Gefahr kommt aus Argentinien und Indonesien. Ob die Anti-Dumping-Zölle der EU aufrecht erhalten bleiben, das werden wir sehen. Der Druck auf den europäischen Markt dürfte sich aufgrund der ab August 2017 von den USA eingeführten Anti-Dumping-Maßnahmen gegen argentinischen Biodiesel wesentlich erhöhen.

Sollte die EU-Kommission die Höhe der Zölle drastisch nach unten schrauben, dann gäbe es für die europäischen Anbieter kaum noch einen Außenschutz.

2. Fendt auf der Pole-Position bei Traktoren-Neuzulassungen

Im ersten Halbjahr 2017 wurden in Deutschland 14.280 Traktoren neu zugelassen. Den ersten Platz belegt Fendt mit 3.332 neu zugelassene Traktoren und erreicht damit einen Marktanteil von 23,3%.

John Deere belegte den zweiten Platz mit 2.726 Traktoren.

Quelle: VDMA

3. Cross-Compliance-Kontrollen und die neue Düngeverordnung

Die Behörden kontrollieren ab August die Einhaltung der neuen Regelungen.

Dabei gilt folgendes zu beachten:

  • Seit 2. Juni 2017 ist die neue Düngeverordnung in Kraft getreten
  • Ab 1. August 2017 tritt die neue Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen ein

Nun weist das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft darauf hin, dass die beiden Verordnungen auch auf Cross-Compliance eine Auswirkung haben.

Landtechnik und Neuheiten

Diejenigen unter uns die dachten, „jetzt kehrt endlich etwas Ruhe in unsere Branche ein“ – haben sich gewaltig geirrt.

Von wegen Ruhe. Das kennen wir Landwirte doch auch nicht. Warum soll es den „Goliaths“ unserer Branche nicht anders gehen?

Und prompt rüttelt und schüttelt die nächste Übernahme die Kalkulationen des Einen oder Anderen. Die Rede hierbei ist von der jüngsten AGCO-Übernahme im Bereich Precision Farming.

John Deere ist gescheitert. Jetzt versucht es die AGCO.

Deere & Company wollte bereits in 2015 den Deal mit der Monsanto-Tochter Climate Corporation LLC besiegeln, aber da hatte das US-amerikanische Justizministerium etwas dagegen. Die US-Behörden sagten 2016 nein und im Mai diesen Jahres, trat JD nach weiteren gescheiterten Verhandlungen zurück.

Jetzt kommt der Ball wieder ins Rollen, denn es gibt einen neuen Käufer am Horizont. Es handelt sich hierbei um den Multi-Brand Konzern AGCO. Beide Unternehmen gaben gestern bekannt, dass sie eine endgültige Vereinbarung unterzeichnet haben.

Ganz so überraschend kommt die Übernahme dann doch nicht, denn es gibt jede Menge Handlungsbedarf wenn es um die Präzisionslandwirtschaft geht. Führende Landtechnikhersteller die ihre Positionen und Marktanteile als Fullliner beibehalten wollen, müssen diese Investitionen rechtzeitig in die Zukunft tätigen. Lieber gestern und heute, als morgen.

Die Transaktion muss erst noch von den Behörden genehmigt werden.

Ab sofort 8 Lastschaltstufen für die Case IH Maxxum-Baureihe

Case IH’s Maxxum-Baureihe ist ab sofort mit einer zusätzlichen Getriebeoption ausgestattet: ActiveDrive 8  besteht aus acht Lastschaltstufen und ist mit jeweils 24 Vorwärts- und Rückwärtsgängen für alle Maxxum Multicontroller lieferbar.

Die Getriebepalette der Maxxum-Baureihe besteht fortan aus dem:

  • ActiveDrive 4, dem vierstufigen Lastschaltgetriebe mit jeweils 16 Vorwärts- und Rückwärtsgänge und einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h
  • CVXDrive, dem stufenlosen Getriebe für die Modelle von 116 bis 145 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h
  • ActiveDrive 8, dem neuen achtstufigen Getriebe

Weitere Besonderheiten des neuen Getriebe:

  • Diese ist mit einer Schaltautomatik ausgestattet. Die Automatik kann durch die Betätigung des Kickdown-Pedals übersteuert werden.
  • Die Kupplung muss beim Schalten in den nächsten Gang nicht betätigt werden.
  • Lastschaltbare Wendeschaltung via Multicontroller-Bedienarmlehne mit Joystick.

Hier noch ein Blick auf die Ergebnisse eines aktuellen Praxistests vom Case IH Maxxum 145 CVX…

Quelle: top agrar, YouTube

Rebranding in der Landtechnik: Challenger-Raupen und -Spritzen laufen zukünftig unter der Marke Fendt

Zurück zu AGCO und seiner Marke Challenger

Jetzt ist es besiegelt: das Challenger-Team in der Vertriebsregion Europa und Mittlerer Osten wird in die AGCO-Marke Fendt integriert. Aus gelb wird grün und für Fendt ein weiterer Schritt in Richtung Fullliner. In den anderen AGCO-Regionen firmieren die Raupen und Spritzen weiterhin unter der Marke Challenger. 

Fendt-Vertriebspartner können in West- und Zentraleuropa bereits ab der Agritechnica 2017 die Raupen und Spritzen anbieten und verkaufen. Die Umstellung in Osteuropa findet ein Jahr später statt, zur Agrosalon 2018 (Moskau) bzw. Interagro 2018 (Kiew).

Hinzu kommt, dass die Produktion der Challenger-Produkte aus dem niederländischen Grubbenvorst nach Hohenmölsen verlagert wird. Die anderen Abteilungen, u.a. auch Forschung und Entwicklung, bleiben in Grubbenvorst.

Landtechnik aus einer Hand

Jeder der Großen verfolgt die Full-Liner-Strategie, das ist mittlerweile auch dem kleinsten Glied in der Kett klar geworden. Egal ob John Deere oder AGCO, die Fusionen, Übernahmen und strategische Kooperationen nehmen kein Ende.

Immer mehr in immer weniger Händen. Das ist Konzentration. Das verleiht Macht. Und genau diese Tendenzen werden auch bei uns in der Landwirtschaft immer ausgeprägter. Wir brauchen nicht mehr den Einzelhandel beschimpfen oder mißtrauisch auf die großen Pharmakonzerne und Banken blicken, denn in unserem „Metier“ ist es langsam auch nicht mehr ganz so ohne…

Was kommt als Nächstes? Wer übernimmt wen? Wie lauten Eure Tipps zur Zukunft der Landtechnik und Agrarbranche?

Digitalisierte Landwirtschaft Agrarbetrieb

Digitalisierte Landwirtschaft – Auf in die Zukunft

Keine Frage, landwirtschaftliche Themen lösen mehr denn je hitzige Diskussionen aus. Gegensätzliche Positionen treffen aufeinander, scheinbar unvereinbar. Aber ist dem wirklich so? Kann digitalisierte Landwirtschaft eine Antwort sein?

Bei landwirtschaftlichen Themen bekommt man oft den Eindruck, dass man entweder für die eine oder andere Position ist. Nach dem Motto: wenn man für konventionelle Landwirtschaft ist, dann ist man automatisch gegen Umweltschutz oder Gesundheit.

Schwarz oder weiß. Andere Positionen sind scheinbar nicht möglich. Aber ich denke, es ist an der Zeit, dieses Schubladendenken hinter uns zu lassen.

Zunächst aber einmal zu den Themen, die diese Woche die Gemüter erregen:

Riegel vor Flächenversiegelung

13,1 Hektar pro Tag – soviel geht derzeit in Bayern an Fläche für Siedlungs- und Verkehrsflächen verloren.

Die im Landesentwicklungsprogramm geplanten Änderungen zeigen, dass Kabinett und Wirtschaftsausschuss weiterhin “Großes” mit Bayern vorhaben.

Bayern ist bereits der Spitzenreiter unter den Bundesländern, was den täglichen Flächenverbrauch angeht.

Flächenverbrauch heißt ganz allgemein, dass natürlicher Boden mit Bauwerken bedeck wird. Diese Bebauung führt zur Flächenversiegelung.

Die Bodenfruchtbarkeit und eine spätere Nutzung etwa für Land- oder Forstwirtschaft werden hierbei stark beeinträchtigt.

Deshalb wollen die Bayerischen Grünen ein Volksbegehren gegen die rasante Asphaltierung Bayern einleiten.

Das Ziel: die Umwandlung von Freiflächen soll auf 4,7 Hektar pro Tag begrenzt werden.

Da die Umwandlung wohl insbesondere auch die Landwirte betrifft, denen Ackerboden durch die Umwandlung in Siedlungs- und Verkehrflächen verloren gehen würde, sehen die Grünen den Bauernverband als möglichen Unterstützer des Kurses.

Auch deutschlandweit wird angestrebt, die Umwandlung von Wald, Grünland oder Ackerland in Siedlungs- und Verkehrsflächen weiter auszubremsen.

Laut Zahlen aus dem Bericht “Daten zur Umwelt 2017” des Umweltbundesamtes sind in den Jahren 2012 – 2015 ca. 66 Hektar Land pro Tag deutschlandweit umgewandelt wurden.

Zwar hat sich damit der tägliche Flächenverbrauch stark verringert, das Ziel ist jedoch, im Jahr 2030 nur noch 30 Hektar am Tag umzuwandeln.

Während in Deutschland die Verwendung von Fläche diskutiert wird, geht es auf EU-Ebene gerade darum, was auf den Flächen zum Einsatz kommen darf, oder auch nicht:

Verschärfung beim Einsatz von Neonikotinoiden

Für viel Aufregung sorgt derzeit das Vorhaben der EU-Kommission, den Einsatz von Neonikotinoiden stark einzuschränken.

Es ist die Rede davon, das flächendeckende Verbot von Neonikotinoiden auf die Beizung von Getreide und Rüben auszuweiten. Auch in der Vegetationsperiode soll das Insektizid zukünftig nicht mehr eingesetzt werden dürfen.

Bereits im Jahr 2013 wurden der Einsatz einiger der zu dieser Gruppe gehörenden Insektizide verboten.

Zukünftig sollen die drei Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam nur noch in Gewächshäusern erlaubt sein.

Die einst als harmlos umjubelten Neonikotinoide hatten sich als verheerend für Insekten wie beispielsweise Bienen herausgestellt.

Mit dem Verbot der Neonikotinoide will die EU-Kommission unter anderem noch wirksamer gegen das Insektensterben vorgehen.

Noch ist ein Gutachten der EU-Lebensmittelbehörde (EFSA) abzuwarten, mit dem im November gerechnet wird.

Bis dahin werden die Diskussionen sich wohl noch stark verstärken:

die Anbauer von Rüben argumentieren, dass sie nicht mehr Herr über die Blattlaus werden und der Rübenertrag erhebliche Einbussen erleiden wird.

Andere meinen, dass ein Verbot, etwas für Rüben unsinnig ist, weil als nichtblühende Pflanzen kann der Einsatz für Bienen hier ja nicht gefährlich sein.

Diese Argumente werden mit Sicherheit auch von den herstellenden Konzernen wie Bayer und Syngenta untermauert.

Auf der anderen Seite ist die Fraktion, die Agrargifte nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes verbieten möchte.

Hier wird auch argumentiert, dass ein Mittel, das sich derart auf das Nervensystem von Insekten auswirkt, sicher auch nicht gut für die menschliche Gesundheit sein kann.

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit – die beiden Begriffe werden oft gegenübergestellt, als ob das eine das andere ausschliesst.

Vielleicht galt das im letzten Jahrhundert so, aber wir leben im Zeitalter der Digitalisierung.

Digitalisierte Landwirtschaft als Brücke

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich finde es aufregend und spannend, was sich auf dem Gebiet der Landwirtschaft derzeit alles tut.

Die Debatte um den Flächenverbrauch und den Einsatz der Insektizide sind nur Beispiele, für die Herausforderungen, die zu meistern sind.

Aber im gleichen Atemzug, in dem all die unterschiedlichen Anforderungen an die Landwirtschaft gestellt werden, entfalten sich auch die Möglichkeiten, die wir Landwirte haben, wie nie zuvor.

Es ist nicht mehr, dass man auf der einen Seite oder auf der anderen Seite stehen muss. Warum muss es “konventionell versus ökologisch”, “wirtschaftlich versus nachhaltig” und ähnliches sein?

Digitalisierte Landwirtschaft ist für mich das Zauberwort:

Satellitengesteuerter Traktor: Landwirtschaft der Zukunft?

Quelle: Bayerischer Rundfunk

Die Zusammenarbeit von IT und Landwirtschaft ist noch in den Kinderschuhen, aber wird, wie bei Kindern, schneller erwachsen, als man es glaubt.

Satelittengesteuerte Traktoren, die, fast, für jede Pflanze auf dem Feld ein eigenes Wachstumspaket zur Verfügung stellen? Klingt nach Utopie, aber ist längst eine realisierbare Möglichkeit. 

Das ist es – die Möglichkeiten sind da. Aber wie innovativ sind wir beim Anwenden und Umsetzen? 

Wie Ihr in dem Beitrag seht, es hängt zumeist nicht an dem, was möglich ist, sondern daran, wie jeder einzelne Landwirt für sich bereit ist, sich mit dem Wandel zu beschäftigen; bereit ist ein Voreiter zu sein.

Und wenn die Politik in Ihrem Schwarz-Weiß denken verhaftet ist, als Landwirt hat man mehr denn je, die Möglichkeiten, nach seinen eigenen Kriterien Landwirtschaft zu betreiben. 

Stadt und Land müssen keine Gegensätze sein, um nochmal auf das Thema Flächenverbrauch zurückzukommen.

Ebenso müssen Umweltschutz und ertragreiche Landwirtschaft keine Gegensätze sein. 

Wie seht Ihr die technischen Entwicklungen? Kann digitalisierte Landwirtschaft eine Brücke schlagen und unterschiedliche Interessen zusammenführen?

Vanille-Landwirtschaft-Niederlande

Ist Vanille die neue niederländische Tomate?

Agrartechniker in den Niederlanden erforschen derzeit fleissig, wie die seltene und sensible Vanille in Europa Fuß fassen kann.

Denn: warum exotische Pflanzen importieren, wenn die sich rasant entwickelnde Technologie in Gewächshäusern die Tropen im Kleinformat nach Europa holen kann?

Die Agrarwirtschaft durchstößt damit weitere, bisher gegebene Grenzen. Der Anbau von Pflanzen ist nicht mehr an bestimmte Regionen der Erde gebunden.

Aber bevor uns das kühne Projekt der Niederländer näher anschauen, werfen wir noch den Blick auf zwei Nachrichten dieser Woche:

Russland wird größter Weizenexporteur

Nach den aktuellsten Prognosen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) wird Russland für 2017/2018 zum ersten Mal die Poolposition unter den weltweit größten Exporteuren für Weizen einnehmen.

Grundjahr ist das diesjährige Rekordangebot des Landes. Dieses liegt ca. 10 Prozent über dem Vorjahr und übertrifft noch die Erwartungen vom letzten Monat.

Die wesentlichen Faktoren, die Russland den ersten Platz einnehmen lassen werden, sind:

  • erweiterte Anbauflächen,
  • verbesserte Erträge,
  • konkurrenzfähige Preise und
  • der Ausbau der Infrastruktur zur Verbessung der Logistik beim Export

Dies zeigt auch nochmals deutlich, wie sehr sich Russlands Position auf dem Weltmarkt in den letzten Jahren gewandelt hat.

Sojaanbau in der EU soll gestärkt werden

Von den 14 EU-Landwirtschaftsministern wurde gestern eine Erklärung unterschrieben, die den Anbau von Eiweißpflanzen, vor allem Soja, in der EU vorantreiben soll.

Nachhaltig, zertifiziert und gentechnikfrei sollen dabei die Prozesse von der Produktion bis hin zur Vermarktung ablaufen.

„Unsere heimischen Eiweißpflanzen sind gegenüber dem importierten Soja noch nicht konkurrenzfähig, obwohl sie im Hinblick auf die Nachhaltigkeit überlegen sind. Die Entscheidung des Europaparlaments, den Pflanzenschutzmitteleinsatz auf ökologischen Vorrangflächen einzuschränken, verpasst den Eiweißpflanzenanbau in Deutschland einen zusätzlichen Rückschlag. Mit der Unterzeichnung der Soja-Erklärung setzen wir ein Signal, uns stärker für den Leguminosenanbau einzusetzen“, so Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt.

Ein Signal ist noch keine Umsetzung. Es wird sich zeigen, wie weit sich der Anbau von Soja in Deutschland ausdehnen wird.

Ich hab die beiden Nachrichten ausgewählt, weil sie abermals zeigen, wie stark sich landwirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern können.

Mit politischem Willen und darauffolgender Umsetzung schafft es Russland, Europa und die USA zu überholen, die Positionen auf dem Weltmarkt zu verschieben.

Vielleicht ist es auch das, was wir hinsichtlich des Sojaanbaus in der EU erleben werden, eine Veränderung in der weltweiten Verteilung der Sojaproduktion.

Definitiv ist Soja jedoch eine Pflanze, die ein Beispiel für die Verschiebung der landwirtschaftlichen Grenzen ist.

Denn, fragt man Verbraucher, dann werden sie den Sojaanbau sicher nicht unbedingt mit Europa in Verbindung bringen.

Klar, es gibt Pflanzen, die für unser europäisches Klima nicht ausgelegt sind und weiterhin nur in fernen Regionen angebaut werden. Oder?

In den Niederlanden wird kräftig daran geforscht, diese Gegebenheit abzuändern.

Vanille aus den Niederlanden

Wir kennen die Gewächshäuser, in den Tomaten, Salat und Co. mit künstlichem Licht in sonst pflanzenunfreundlichen Bedingungen wachsen können.

Diese und andere Gewächshäuser der neuesten Generation stellen sicher, dass wir egal zu welcher Jahreszeit unser geliebtes, heimisches Gemüse frisch im Supermarkt erhalten können.

Nun sind Pflanzen wie Salatköpfe relativ anspruchslos. Andere Pflanzen haben sich bisher vehement gegen die Aufzucht in Gewächshäusern gesträubt.

So etwa auch die Vanille, die das exotische Klima, etwa von Madagaskar, liebt.

Die seltene und teure Pflanze ist sehr sensible hinsichtlich ihrer Zuchtbedingungen, weshalb sie bisher auch nur in wenigen Plätzen der Welt wächst.

Mit einem Anteil von über 60 Prozent ist Madagaskar der Hauptanbieter am Weltmarkt.

Das Land ist bitterarm. Der Anbau von Vanille bildet auf den dortigen Plantagen für rund 80.000 Kleinbauern die Lebensgrundlage.

Aber Vanille ist eine äußerst lukrative Pflanze. Derzeit kostet ein Kilogramm um die 600 Dollar. Der Preis lag nie zuvor so hoch und übersteigt gar den von Silber.

Gründe hierfür sind vielfältig. Sie reichen von Naturgewalten bis hin zu einer weltweit steigenden Nachfrage nach natürlichen Produkten.

Die Suche nach der richtigen Formel von Wasser, Licht, Temperatur und Feuchtigkeit im Gewächshaus scheint sich zu lohnen.

Niederländer holen exotische Gewürze in ihre Gewächshäuser

Quelle: afpde

Auch der ressourcenintensive Anbau scheint sich bei dem derzeitigen Marktpreis zu rechnen:

Vanille ist durchweg eine Pflanze, die eine intensive Betreuung benötigt.

Angefangen bei der Bestäubung, bei der die tausenden Insekten und Vögel, die sonst damit beschäftigt sind, von Hand in mühevoller Kleinarbeit ersetzt werden müssen.

Aber eins wird deutlich: mit den rasanten technologischen Entwicklungen, scheinen exotische Pflanzen nicht mehr nur in exotischen Ländern wachsen zu müssen:

Die erste Ernte der Dutch Vanilla wird für 2020 erwartet. Noch wird die Produktion im Gewächshaus zu teuer sein, um wirklich in Konkurrenz zu etwa Madagaskar zu stehen.

Die fehlende Quantität könnten die Niederländer bei der richtigen Formel in Punkto Qualität jedoch wieder wettmachen.

Was meint Ihr, wird die Verlagerung der Produktion in Gewächshäuser, die Landwirtschaft weltweit vereinheitlichen, so dass alle Pflanzen überall angebaut werden können?

Registrierkasse-Butter-Landwirtschaft

Registrierkasse: Ärger mit dem Finanzamt vermeiden

Nur Bares ist Wahres. Aber nicht für das Finanzamt. Ob offene Ladenkasse oder Registrierkasse, es schaut mit Argusaugen auf die Kassenführung. 

Aber wer meint, mit einer Registrierkasse auf der „sichereren“ Seite zu sein, schließlich hält die Registrierkasse ja alles genaustens fest, der irrt sich.

Die Rechtsprechung arbeitet fleißig daran, alle eventuell möglichen Steuerlücken zu schließen und die elektronische Speicherung und Überprüfung voranzutreiben.

Aber lasst uns zunächst auf ein „historisches“ Ereignis der letzten Tage schauen:

Butter so teuer wie nie

Bisher galt 1983 als das Jahr mit den höchsten Butterpreisen. Ja, das ist ganz schön lange her. Damals kostete eine 250-Gramm-Packung Butter umgerechnet 1,36 EUR.

Nicht so lange her liegt der historische Tiefstand von 65 Cent für eine 250-Gramm-Packung aus dem Jahr 2009.

Aber auch vor einem Jahr, im Juni 2016 lag der Durchschnittspreis für Butter noch bei 79 Cent pro 250 Gramm.

Seither haben die Preise für Butter gute Sprünge hingelegt und wollen scheinbar nicht aufhören zu klettern.

„Die Butterpreise befinden sich auf bisher nicht gekannten Höhen,“ so die Börsen- und Handelsmakler der H. Jürgen Kiefer GmbH.

Aldi Nord und Aldi Süd haben gerade erst nochmals die Preise um 30 Cent auf 1,79 EUR pro 250-Gramm-Packung angehoben. In der Tat, ein neue historischer Rekord.

Aber warum sind die Preise derart am Steigen?

Wie immer: Nachfrage und Angebot bestimmen den Preis. Nach den Protesten der Landwirte wurde eine Reduktion der Milchmengen vereinbart.

Gleichzeitig stieg jedoch auch die Nachfrage nach Milch. Zudem haben Spekulanten die Warenterminbörsen als Alternative zu Niedrigzinsanlagen wiederentdeckt.

Der deutsche Lebensmittelmarkt ist hart umkämpft. Aldi gibt mehr oder weniger die Preise vor.

Wir können davon ausgehen, dass andere Ketten die Preise ebenfalls anziehen werden.

Auch für andere Lebensmittel wird mit einem Preisanstieg zu rechnen sein.

Insbesondere Produkte wie Backwaren, in denen Milch ein wichtiger Bestandteil ist, werden wohl zukünftig auch mehr kosten.

Die steigenden Preise scheinen jedoch auch schon zu einem leichten Rückgang der Nachfrage zu führen. Die nächsten Monate werden wohl erst zeigen, wie der Gewinn für die Landwirte aussehen wird. 

Um den Gewinn solls auch beim heutigen Hauptthema gehen: 

Registrierkasse: Finanzamt darf Einnahmen schätzen

Ob Hofladen oder Straßen- und Feldverkauf, wenn landwirtschaftliche Betriebe direkt vermarkten, dann sind meist erhebliche Barumsätze im Spiel.

Eine ordnungsgemäße Kassenführung ist  das A und O, um mit dem Finanzamt keinen Ärger zu bekommen.

Viele Landwirte nutzen die Vorzüge der Registrierkasse für Ihre Kassenführung. Wenn das Finanzamt dem Kassenprotokoll Eurer PC-gestützten Ladenkasse nicht vertraut, habt Ihr ein Problem. 

Der Fiskus darf Eure Einnahmen schätzen. Und das kann zu satten Nachzahlungen führen. 

In Punkto Registrierkassen ist die Rechtsprechung gerade viel am Änderung. Zeit, um die Kassenführung nochmals unter die Lupe zu nehmen: 

Offene Ladenkasse

Da die Kasseneinnahmen und -ausgaben jeden Tag in einem Kassenbericht vollständig und richtig sowie zeitgerecht und geordnet festgehalten werden müssen, ist die offene Ladenkasse wohl ein wenig aufwendiger als die Registrierkasse.

Die Tageseinnahmen erreichnen sich wie folgt:

Kassenendbestand (ermittelt durch Zählung!) minus Kassenendbestand des Vortages minus Bareinlagen plus Ausgaben plus Barentnahmen.

Tips für die Offene Ladenkasse

  • Ermittelt den Endbestand des Tages wirklich durch Zählen. Ein Zählprotokoll mit Unterschrift, Datum und Uhrzeit kann belegen, dass der Bericht wirklich am Ende des Geschäftstages erstellt wurde
  • Haltet ein Schema (siehe oben) für die Berechnung der Tageseinnahmen ein, formal und zeitlich. Kassenberichte müssen täglich erstellt werden. Moment, täglich? Wie will das denn das Finanzamt prüfen?  Betriebsführer sind detailsbesessen: Schriftbild, Kuli, Wortwahl, … es wird nach allem gesucht, was überführen könnte.

Eine Registerkasse ist deshalb sehr beliebt: sie zeichnet alles für einen auf. Der Abschluß des Tages ist einfach per Ausdruck des Tagesendsummenbon erledigt.

Registerkasse

Aber auch hier, Registrierkasse ist nicht gleich Registrierkasse. Überlegt Euch vor dem Kauf, was diese für Euch übernehmen soll.

Kann das Gerät nicht alle steuerrelavanten Informationen für Euch speichern und in entsprechenden Formaten übertragen, bleibt Ihr weiterhin auf eine Menge zusätzlichem Papierkram sitzen.

Jetzt könnte man meinen, dass eine Registerkasse für einen Vorteile gegenüber dem Finanzamt bringt, schließlich ist doch alles zweifelsfrei dokumentiert. Nein, denn:

„Für die Finanzverwaltung ist jeder Unternehmer, der ausschließlich oder überwiegend mit Bargeld hantiert, ein potentieller Steuerhinterzieher„, meint Bettina Rau-Franz, Steuerberaterin aus Velbert.

Und seit kurzem haben die Finanzbehörden elektronische Registrierkasse und PC-gestütze Kassensysteme im Visier. Das Finanzamt hält diese für einfach manipulierbar.

Beim Eingeben eines neuen Preises etwa, wenn die Kasse automatisch ein Protokoll hierfür erstellt, ist dies für die Behörde nicht zulässig. Es kann halt manipuliert werden, so die Argumenation.

Und damit mit Registrierkassen nicht mehr soviel Steuern hinterzogen werden, wurde ein neues Gesetz erlassen.

Zukünftige Bestimmungen für Registrierkassen

  • Ab 01. Januar 2020: alle Kassen, die dann angeschafft werden, müssen über eine technische Sicherheitseinrichtung verfügen, bei der ab dem ersten Tastendruck alle Eingaben unveränderlich und verschlüsselt gespeichert werden
  • Für bereits bestehende Registrierkassen wird der Einsatz einer technischen Sicherheitseinrichtung zur Pflicht. Mit dieser soll das nachträgliche Manipulieren verhindert werden.
  • Bei nicht-nachrüstbaren Kassensystemen besteht eine Übergangsfrist bis 2020.
  • Ab 2018 dürfen die Finanzämter eine unangekündigte Kassen-Nachschau durchführen.
  • Es besteht künftig die Pflicht, dass man jedem Kunden einen Bon ausgibt. Man kann sich hiervon auch befreien lassen. Für Verkaufsstände auf Wochenmärkten wär dies zum Beispiel möglich.

Bereits seit Beginn diesen Jahres dürfen nur noch Kassensysteme verwendet werden, die bestimmte Anforderungen, wie das Speichern von Umsätzen für mindestens 10 Jahre erfüllen.

Ist die elektronische Registrierkasse Pflicht?

Quelle: akundo akademie

Wer noch ältere Systeme im Betrieb hat, sollte sich um eine Nachrüstung oder um einen Ersatz kümmern.

Zum einen drohen Strafgelder, zum anderen darf der Betriebsprüfer das Ergebnis schätzen, was zu Steuernachzahlungen führen kann.

Für alle landwirtschaftlichen Direktvermarkter, die Registrierkassen nutzen oder zukünftig nutzen möchten, sind deshalb die Vor- und Nachteile vor dem Hintergrund der neuen Bestimmungen gut abzuklären. 

Welche Erfahrungen konntet Ihr bisher sammeln? 

Batterie-Energie-Landwirtschaft

Bau der größten Batterie weltweit in Deutschland

Deutschland baut immer mehr auf erneuerbare Energien. Um das Stromangebot mit der Stromnachfrage synchronisieren zu können, plant EWE den Bau der größten Batterie weltweit. 

Bevor wir uns dieses ambitionierte, technische Projekt näher anschauen, soll es aber um den „größten“ und um den „kleinsten“ Trend der Landwirtschaft gehen. 

Dem größten Trend, weil es um riesige Ackerflächen gehen wird.

Dem kleinsten Trend, weil es um die Gentechnik geht. Diese kleinen Abschnitte der DNA werden in Landwirtschaft der Zukunft wohl noch vieles auf den Kopf stellen.

Landgrabbing in Osteuropa

Das Landgrabbing in Osteuropa schreitet weiterhin rapide voran.

Mit dem EU-Beitritt haben sich die Länder zur Liberalisierung Ihres Marktes verpflichtet, womit auch ausländischen Käufern der Weg zum Kauf offensteht.

Beispielhaft sei Rumänien genannt, wo erst kürzlich wieder ein Stück Land in der Größe von Hamburg von einem libanesischen Investor gekauft wurde.

Die größten Landwirte Rumäniens sind Libanesen, die die dort angebauten Produkte wie Getreide und Fleisch in den Nahen Osten und nach Afrika gewinnbringend verkaufen.

Unterstützt wird der Trend von der EU-Politik, die Investoren mit Prämien unterstützen, wenn sie Landwirtschaft auf den gekauften Flächen betreiben.

Währenddessen werden die heimischen Kleinbauern aus finanzieller Not quasi zum Verkauf gezwungen, denn Lebensmittel aus dem EU-Ausland werden subventioniert und sind damit billiger.

Heimische Landwirtschaft ist kaum noch wettbewerbsfähig. Fährt man in die ländlichen Regionen Rumäniens findet man deshalb auch viele Dörfer, die scheinbar am „Sterben“ sind, es fehlen die jungen Leute.

Diese findet man als billige Erntehelfer dann auf Äckern im Ausland wieder.

Die neuen Großgrundbesitzer – Das Geschäft mit den Europas Boden

Quelle: biopilz

Ackerland ist weiterhin ein beliebtes Spekulations- und Anlageobjekt für Investoren mit weltweit steigenden Preisen für Nahrungsmittel und Agrarrohstoffen.

Auch in Deutschland sind über 70 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr in der Hand derer, die das Land auch bewirtschaften.

Backhefe als Schutz vor Schmutz

In Portugal haben Biologen Gene aus der Backhefe auf eine Pflanze (Acker-Schmalwand) übertragen.

In weiteren Studien soll nun die Übertragung auf Nutzpflanzen vorangetrieben werden. Wieso ist Backhefe interessant für die Landwirtschaft?

Die Biologen haben in der Backhefe zwei Gene identifiziert, die sie widerstandsfähiger macht. Als die Gene auf die Modellpflanze übertragen wurden, kam die Pflanze besser mit den Giften im Boden zurecht.

Verunreinigte Böden sind seit langem ein Problem der Landwirtschaft.

Mit der Übertragung der schützenden Gene sollen Pflanzen zukünftig besser mit Giften wie Schwermetallen oder falsch eingesetzten Unkrautbekämpfungsmitteln im Boden zurechtkommen.

Bau der größte Batterie weltweit in Deutschland

Das Oldenburger Energie- und Technologieunternehmen EWE hat Großes vor: in Zusammenarbeit mit der Universität Jena plant das Unternehmen den Bau der weltweit größten Batterie.

Es sollen hierfür unterirdische Salzkavernen genutzt werden. Diese Hohlräume entstanden durch den Abbau von Salz.

Gefüllt mit salzigem Wasser sollen sie die größte Redox-Flow-Batterie der Welt werden.

Hinter der Redox-Flow-Batterie versteckt sich ein chemisches Prinzip der Energiespeicherung. Bisher wurden hierfür als Speichermedium zumeist in Schwefelsäure gelöste Schwermetallsalze wie Vanadium genutzt.

Ja, dies ist alles andere als umweltverträglich. EWE und die Wissenschaftler wollen anstelle von Vanadium nun wasserlösliche, wiederverwertbare Polymere in einem Salzwassergemisch anreichern.

Ein Testprojekt mit ca. 500 Kilowatt Leistung (Größe eines Notstromaggregates) soll im Herbst im ostfriesischen Jengum laufen. Die größte Batterie der Welt soll dann in Deutschland ab 2023 den Betrieb aufnehmen.

Schaut man auf die Finanzen, so wird alleine die Testanlage ca. 2 Millionen Euro kosten. Ein mittelgroßes Kavernenpaar wird mit Investitionen in Höhe von ca. 120 Millionen Euro veranschlagt. 

Rechnen sich die Investitionen?

Stromspeicher und Energiewende

Ja, die Speicher werden sich für EWE lohnen. Im Netzgebiet des Konzerns liegt ein Großteil der niedersächsichen Windkraftanlagen. 

In Zeiten von erneuerbaren Energien gewinnen die Speicher an Bedeutung, denn sie sollen vor allem den sogenannten Regelstrom liefern. 

Strom aus Sonne und Wind wird nicht immer dann in ausreichendem Maße produziert, wenn die Verbraucher ihn am meisten verbrauchen. 

Auch scheint nicht jeden Tag die Sonne und ändert sich ständig der Wind. Soll heißen, diese Energieträger sind sehr unregelmäßig und nicht verlässlich verfügbar.

Dies wirkt sich auf die Stabilität der Netze aus, denn diese brauchen konstant eine Stromfrequenz von 50 Hertz um nicht zu flattern. 

Zuviel oder zu wenig Strom in den Netzen könnte Deutschland sehr schnell im Dunkeln stehen lassen. 

Speicherbatterien, wie jetzt auch von EWE geplant, sind quasi der Mittelsmann zwischen dem Auf- und Ab von Stromerzeugung und Verbrauch. 

Für die Verbreitung von erneuerbaren Energiequellen sind sie unabkömmlich. 

Welche Technik ist Eurer Meinung nach unabkömmlich für die Landwirtschaft der Zukunft?