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Fendt Landtechnik auf Agra 2017

Landtechnik: Neues von AGCO, Case IH und Fendt

Neues aus der Welt der Landtechnik: AGCO übernimmt die Sparte Precision Planting LLC von der Monsanto-Tochter Climate Corporation. Case IH rüstet seine Maxxum-Baureihe mit einem neuen achtstufigen Lastschaltgetriebe ActiveDrive 8 aus und bei Challenger findet ein Re-Branding statt.

Bevor wir loslegen, hier noch ein kurzer Blick auf die neuesten Schlagzeilen aus unserer Branche. Das Thema „Diesel“ beschäftigt auch die Agrarwelt – so ganz ohne Skandale, kommen wir dann doch nicht davon.

1. EU-Schutzzölle für Biodiesel: Bleiben sie bestehen oder war’s das?

In Brüssel wird erneut über das Thema Importzölle u.a. auch für Biodiesel diskutiert. Sollten diese wegfallen, dann steht die deutsche und europäische Biodieselindustrie inkl. der Rapsanbauern vor großen Herausforderungen. Es drohen starke Absatzeinbrüche.

Die Gefahr kommt aus Argentinien und Indonesien. Ob die Anti-Dumping-Zölle der EU aufrecht erhalten bleiben, das werden wir sehen. Der Druck auf den europäischen Markt dürfte sich aufgrund der ab August 2017 von den USA eingeführten Anti-Dumping-Maßnahmen gegen argentinischen Biodiesel wesentlich erhöhen.

Sollte die EU-Kommission die Höhe der Zölle drastisch nach unten schrauben, dann gäbe es für die europäischen Anbieter kaum noch einen Außenschutz.

2. Fendt auf der Pole-Position bei Traktoren-Neuzulassungen

Im ersten Halbjahr 2017 wurden in Deutschland 14.280 Traktoren neu zugelassen. Den ersten Platz belegt Fendt mit 3.332 neu zugelassene Traktoren und erreicht damit einen Marktanteil von 23,3%.

John Deere belegte den zweiten Platz mit 2.726 Traktoren.

Quelle: VDMA

3. Cross-Compliance-Kontrollen und die neue Düngeverordnung

Die Behörden kontrollieren ab August die Einhaltung der neuen Regelungen.

Dabei gilt folgendes zu beachten:

  • Seit 2. Juni 2017 ist die neue Düngeverordnung in Kraft getreten
  • Ab 1. August 2017 tritt die neue Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen ein

Nun weist das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft darauf hin, dass die beiden Verordnungen auch auf Cross-Compliance eine Auswirkung haben.

Landtechnik und Neuheiten

Diejenigen unter uns die dachten, „jetzt kehrt endlich etwas Ruhe in unsere Branche ein“ – haben sich gewaltig geirrt.

Von wegen Ruhe. Das kennen wir Landwirte doch auch nicht. Warum soll es den „Goliaths“ unserer Branche nicht anders gehen?

Und prompt rüttelt und schüttelt die nächste Übernahme die Kalkulationen des Einen oder Anderen. Die Rede hierbei ist von der jüngsten AGCO-Übernahme im Bereich Precision Farming.

John Deere ist gescheitert. Jetzt versucht es die AGCO.

Deere & Company wollte bereits in 2015 den Deal mit der Monsanto-Tochter Climate Corporation LLC besiegeln, aber da hatte das US-amerikanische Justizministerium etwas dagegen. Die US-Behörden sagten 2016 nein und im Mai diesen Jahres, trat JD nach weiteren gescheiterten Verhandlungen zurück.

Jetzt kommt der Ball wieder ins Rollen, denn es gibt einen neuen Käufer am Horizont. Es handelt sich hierbei um den Multi-Brand Konzern AGCO. Beide Unternehmen gaben gestern bekannt, dass sie eine endgültige Vereinbarung unterzeichnet haben.

Ganz so überraschend kommt die Übernahme dann doch nicht, denn es gibt jede Menge Handlungsbedarf wenn es um die Präzisionslandwirtschaft geht. Führende Landtechnikhersteller die ihre Positionen und Marktanteile als Fullliner beibehalten wollen, müssen diese Investitionen rechtzeitig in die Zukunft tätigen. Lieber gestern und heute, als morgen.

Die Transaktion muss erst noch von den Behörden genehmigt werden.

Ab sofort 8 Lastschaltstufen für die Case IH Maxxum-Baureihe

Case IH’s Maxxum-Baureihe ist ab sofort mit einer zusätzlichen Getriebeoption ausgestattet: ActiveDrive 8  besteht aus acht Lastschaltstufen und ist mit jeweils 24 Vorwärts- und Rückwärtsgängen für alle Maxxum Multicontroller lieferbar.

Die Getriebepalette der Maxxum-Baureihe besteht fortan aus dem:

  • ActiveDrive 4, dem vierstufigen Lastschaltgetriebe mit jeweils 16 Vorwärts- und Rückwärtsgänge und einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h
  • CVXDrive, dem stufenlosen Getriebe für die Modelle von 116 bis 145 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h
  • ActiveDrive 8, dem neuen achtstufigen Getriebe

Weitere Besonderheiten des neuen Getriebe:

  • Diese ist mit einer Schaltautomatik ausgestattet. Die Automatik kann durch die Betätigung des Kickdown-Pedals übersteuert werden.
  • Die Kupplung muss beim Schalten in den nächsten Gang nicht betätigt werden.
  • Lastschaltbare Wendeschaltung via Multicontroller-Bedienarmlehne mit Joystick.

Hier noch ein Blick auf die Ergebnisse eines aktuellen Praxistests vom Case IH Maxxum 145 CVX…

Quelle: top agrar, YouTube

Rebranding in der Landtechnik: Challenger-Raupen und -Spritzen laufen zukünftig unter der Marke Fendt

Zurück zu AGCO und seiner Marke Challenger

Jetzt ist es besiegelt: das Challenger-Team in der Vertriebsregion Europa und Mittlerer Osten wird in die AGCO-Marke Fendt integriert. Aus gelb wird grün und für Fendt ein weiterer Schritt in Richtung Fullliner. In den anderen AGCO-Regionen firmieren die Raupen und Spritzen weiterhin unter der Marke Challenger. 

Fendt-Vertriebspartner können in West- und Zentraleuropa bereits ab der Agritechnica 2017 die Raupen und Spritzen anbieten und verkaufen. Die Umstellung in Osteuropa findet ein Jahr später statt, zur Agrosalon 2018 (Moskau) bzw. Interagro 2018 (Kiew).

Hinzu kommt, dass die Produktion der Challenger-Produkte aus dem niederländischen Grubbenvorst nach Hohenmölsen verlagert wird. Die anderen Abteilungen, u.a. auch Forschung und Entwicklung, bleiben in Grubbenvorst.

Landtechnik aus einer Hand

Jeder der Großen verfolgt die Full-Liner-Strategie, das ist mittlerweile auch dem kleinsten Glied in der Kett klar geworden. Egal ob John Deere oder AGCO, die Fusionen, Übernahmen und strategische Kooperationen nehmen kein Ende.

Immer mehr in immer weniger Händen. Das ist Konzentration. Das verleiht Macht. Und genau diese Tendenzen werden auch bei uns in der Landwirtschaft immer ausgeprägter. Wir brauchen nicht mehr den Einzelhandel beschimpfen oder mißtrauisch auf die großen Pharmakonzerne und Banken blicken, denn in unserem „Metier“ ist es langsam auch nicht mehr ganz so ohne…

Was kommt als Nächstes? Wer übernimmt wen? Wie lauten Eure Tipps zur Zukunft der Landtechnik und Agrarbranche?

Studium in der Agrarbranche

Was bringt ein Studium in der Agrarbranche

Studieren gehen oder lieber direkt bei Mama und Papa auf dem Hof einsteigen? Was sind die Einstiegsgehälter in der Agrarbranche? Hängen diese vom jeweiligen Studiengang ab?

Das Job- und Karriereportal agrajo.com hat in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsportal für die Agrarbranche agri EXPERTS eine neue Studie mit dem Titel „Einstiegsgehälter in der Agrarbranche“ veröffentlicht.

In dem heutigen Artikel schauen wir uns ein paar wichtige Erkenntnisse dieser Studie an und versuchen, eine fundierte Antwort auf die oben aufgeführten Fragen zu finden.

Was verdient man als Einsteiger in der Agrarbranche?

365 Berufseinsteiger nahmen an der agrajo-Umfrage teil.

Alle Angaben zum Einstiegsgehalt beziehen sich auf das Brutto-Jahresgehalt im Median. Durch die Betrachtung des Median wird der Einfluß von Ausreißern vermieden.

Das durchschnittliche Brutto-Jahres-Einstiegsgehalt liegt in der Agrarbranche bei 33.000 EUR. Dabei zeigen sich jedoch wesentliche regionale Unterschiede.

  • Einsteiger aus dem Norden und Westen haben mit 36.000 EUR die Nase vorn.
  • Im Süden verdienen Neueinsteiger 31.000 EUR.
  • Im Osten haben Berufsanfänger wesentlich weniger auf dem Gehaltszettel stehen, und zwar nur 26.000 EUR.

Ein weiterer Unterscheidungsmerkmal der sich stark auf die Einstiegsgehälter auswirkt, ist der jeweilige Bildungsgrad.

Mit einer Ausbildung kommt man im Schnitt auf 25.900 EUR. Ein Bachelor-Abschluss erhöht das Einstiegsgehalt auf 35.150 EUR. Die höchsten Gehälter erhalten die Inhaber eines Master- oder Diplom-Zeugnisses.

Dem nicht genug, denn es zählen auch die Bildungseinrichtung und der ausgewählte Studiengang.

Die höchsten Einstiegsgehälter gibt es für Universitätsabsolventen mit 36.000 EUR im Durchschnitt. FH-Absolventen müssen sich mit 33.900 EUR zufrieden geben. Am schlechtesten schneiden die Teilnehmer der dualen Hochschule/Berufsakademie mit 25.000 EUR ab.

Was die Studiengänge anbelangt, so liegen die Einstiegsgehälter laut der agrajo-Studie auf folgendem Niveau:

  • Agrartechnik 43.000 EUR
  • Agrarökonomie 40.000 EUR
  • BWL/Wirtschaftswissenschaften 38.000 EUR
  • Agrarwissenschaften 36.000 EUR
  • Agraringenieurwesen 35.000 EUR

Die Grösse des Unternehmens wo man einsteigt spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Höhe des Gehalts. Je mehr Mitarbeiter, desto höher das Gehalt.

  • 40.000 EUR bei Unternehmen mit mehr als 2.500 Mitarbeitern
  • 30.000 EUR bei Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern

So groß können also die Diskrepanzen je Unternehmensgröße sein…

Als nächstes spiegelt sich die Wahl der Branche in der Höhe des Einstiegsgehalts wieder. Zum Vergleich hier ein paar Beispiele aus der Studie:

  • Landtechnik 36.850 EUR
  • Tierproduktion/ Futtermittel 30.000 EUR
  • Lebensmittelindustrie 36.000 EUR
  • Forst- und Jagdwesen 27.500 EUR
  • Pflanzenbau / Saatzucht 30.000 EUR
  • Originäre Landwirtschaft 27.500 EUR

Gibt es Geschlechtsunterschiede beim Einstiegsgehalt in der Agrarbranche?

Laut Studie verdienen beide Geschlechter das Gleiche.

Das Durchschnittalter beträgt 25 Jahre. Die Zeit zwischen Abschluss und Berufseinstieg beträgt 3,7 Monate.

Eine graphische Aufbereitung der Studienergebnisse gibt es hier als PDF zum Download.

Die besten Agrar-Unis der Welt im Überblick

Wie in anderen Berufen auch, spielen Uniabsolventen auch in der Agrarbranche ganz vorne mit — und das nicht nur wenn es um Einstiegsgehälter geht.

Die National Taiwan University (NTU) wertet jährlich alle Unis aus und erstellt ein weltweites Ranking der 300 besten Universitäten.

Im Bereich Agrarforschung belegt die niederländische Universität Wageningen den Spitzenplatz. In Deutschland befindet sich die Universität Hohenheim auf den ersten Platz. Und auch in diesem Jahr ist die Distanz zum Zweitplatzierten, der TU München, gestiegen.

Die Top 5 Agrar-Unis in Deutschland sind:

  1. Universität Hohenheim
  2. TU München
  3. Universität Bonn
  4. Universität Göttingen
  5. Universität Gießen

Die 5 weltbesten Agrar-Unis sind:

  1. Universität Wageningen (Niederlande)
  2. University of California – Davis (USA)
  3. China Agricultural University (VR China)
  4. Cornell University (USA)
  5. Universidade de Sao Paulo (Brazil)

Landwirt – da steckt mehr dahinter als nur ein „Beruf“

Die einen Junglandwirte bekommen den Hof der Eltern, andere wiederum müssen sich auf den Weg machen und eine passende Stelle finden.

In dem nachfolgenden Beitrag des NDR werden zwei Jungbauer auf ihrer Suche nach dem passenden Hof zur Bewirtschaftung von Milchkühen begleitet.

Quelle: NDR Documentaries

Soll man jetzt zur Uni gehen oder nicht?

Wer auf der Suche nach einer Liste von Pros und Cons ist, der wird auf Google definitiv fündig.

Fakt ist, es gibt nicht den „einen richtigen Weg“.

Jeder von uns ist anders, hat andere Leidenschaften und Stärken und bevorzugt einen anderen Lebensstil.

Für den einen ist ein Uniabschluss das Passende, ein anderer hingegen wäre besser beraten eine Ausbildung zu machen. Die Entscheidung bleibt jedem Menschen selbst überlassen.

Noch eins: Es gibt kein richtig oder falsch.

Viel wichtiger ist die Frage:

Warum habt Ihr Euch überhaupt für die Agrarbranche entschieden?

Konzentration im Agrarsektor

Die Konzentration im Agrarsektor geht ungebremst weiter

Bayer-Monsanto, Dow-DuPont, Syngenta-ChemChina — ein Ende der Mega-Fusionen ist nicht in Sicht.

Diese Konzentration im Agrarsektor sollte an keinem so leicht vorbei gehen. Werden derartige Fusionen von der Politik und von den Wettbewerbsbehörden weiterhin ohne große Bedenken durchgewunken, ist mit verheerenden gesellschaftlichen und ökonomischen Folgen zu rechnen.

In dem heutigen Blog möchte ich ein paar wichtige Erkenntnisse aus dem neulich veröffentlichten Konzernatlas 2017: Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie 2017 mit Euch teilen.

Einige dieser Informationen sind Euch sicherlich bekannt, andere wiederum werden den Einen oder Anderen so richtig zum Denken anregen.

Das 52 seitige PDF-Dokument hat es in sich. Nicht umsonst warnen die Herausgeber darin vor einer enormen Markt- und Lobbymacht einzelner Konzerne.

Die über 50 Karten, Grafiken und Diagramme mit Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie bringen die allarmierenden Trends und Entwicklung stärker ins Bewusstsein. Ein visuelles Feuerwerk – vielleicht wachen jetzt auch noch die Letzten aus dem Tiefschlaf auf.

Legen wir doch am besten gleich los…

Bühne frei für die Global Player

Die Großen wachsen ungebremst weiter und werden zu Giganten. Konzentrationsprozesse finden mit einer enormen Dynamik statt und so richtig traut sich keiner diesem Trend ein Ende zu setzen.

Die Nahrungsmittelindustrie wächst und mit ihr einhergehend auch die Big Player. Gleiches gilt auch für die Handelsketten.

Die Bauern und Bäuerinnen, das schwächste Glied in der Kette, kämpfen fürs Überleben – und damit auch für das Überleben dieser emotionalen Bilder, die wir auf den Lebensmittelverpackungen sehen. Dabei hat die industrielle Lebensmittelherstellung rein gar nichts mehr mit diesen Bildern zu tun.

Aber wie wir wissen: Emotionen verkaufen sich immer gut!

Die Top 5 Agrar- und Food-Konzerne der Welt sind

Auf Industrieseite sind es:

  1. Nestle
  2. PepsiCo
  3. JBS
  4. Coca-Cola
  5. Anheuser-Busch InBev

Auf der Handelsseite sind es:

  1. Wal-Mart
  2. Cargill
  3. Costco
  4. Kroger
  5. Tesco

Der Griff nach den Äckern und der Boom von Monokulturen

Neue sowie alte Konzerne kaufen und pachten Ländereien was das Zeug hält. Insbesondere in den südlichen Hemisphären ist der Trend weg von Regional und hin zur landesweiten Ernährungssicherung stark bemerkbar.

Was wird angebaut?

Der Fokus liegt auf vier Produkten die sowohl als Nahrungsmittel als auch als Futter verwendet werden. Es handelt sich hierbei um Palmöl, Mais, Zucker und Soja.

In Europa leiden am stärksten die osteuropäischen Länder. Hier boomt die Übernahme von Agrarflächen, um für den Weltmarkt zu produzieren.

Precision Farming geht am besten mit viel Kapital

Viel Geld und große Flächen machen Präzisionslandwirtschaft einfach.

Aber wer kann sich das schon leisten?

Die Großen natürlich.

Deere ist ganz vorne. Zwar soll die Branchenkrise noch bis 2018 anhalten, aber davon lässt sich JD überhaupt nicht beeindrucken. Man will ja nicht als „schwach“ abgestempelt werden.

Hier sind die Top 6 der Agrartechnik – einige dieser Hersteller treten unter ihrem eigenen Namen auf, andere wiederum verkaufen ihre Maschinen unter einer Vielzahl von Markennamen:

  1. Deere (USA)
  2. CNH (Sitz in London und Amsterdam)
  3. AGCO (USA)
  4. Kubota (Japan)
  5. Claas (Deutschland)
  6. Mahindra (Indien)

Konzentration auch bei den Düngerproduzenten

In diesem Jahr soll auch bei den Düngerproduzenten eine Mega-Fusion stattfinden. Die aktuelle Nr. #1 Agrium soll mit der Nr. #4 Potash zusammen gehen. Damit würde ein neuer Gigant entstehen.

Die Top 10 der Düngemittelkonzerne sind:

  1. Agrium (Kanada)
  2. Yara (Europa)
  3. Mosaic (USA)
  4. Potash (Kanada)
  5. CF Industries (USA)
  6. Sinofert (China)
  7. ICL ( Sitz in Tel Aviv)
  8. PhosAgro (Russland)
  9. Uralkali (Russland)
  10. K+S (Deutschland)

Von 7 auf 4 – die Zahl der Akteure im Agrarsektor sinkt

Die weltweite Produktion von Saatgut und Pestiziden befindet sich aktuell in der Hand von sieben Unternehmen. Das soll sich jedoch ändern.

Was daraus resultiert sind:

  • 3 Konzerne mit 60% Marktanteil am kommerziellen Saatgut und an den Agrarchemikalien
  • 3 Konzerne die fast alle gentechnisch veränderten Pflanzen dieses Planeten anbieten
  • 3 Konzerne die gemeinsam, die meisten Anmeldungen für das Eigentum an Pflanzen beim Europäischen Patentamt haben

Findet das keiner denn erschreckend?

Die Top 10 der Agrarchemie sind:

  1. Syngenta (börsennotiert)
  2. Bayer (börsennotiert)
  3. BASF (börsennotiert)
  4. Dow Chemical (börsennotiert)
  5. Monsanto (börsennotiert)
  6. DuPont (börsennotiert)
  7. ChemChina (oder Adama, befindet sich im Staatsbetrieb)
  8. FMC (börsennotiert)
  9. Nufarm (börsennotiert, Sitz in Melbourne, Australien)
  10. UPL (börsennottiert, Sitz in Mumbai, Indien)

Die Global Player der Lebensmittelindustrie

Immer weniger Player beherrschen immer mehr.

Auf 50 Firmengruppen entfallen 50% des weltweiten Umsatzes mit der Herstellung von Lebensmitteln. Die Umsatzanteile steigen und damit einhergehend auch die Macht dieser Akteure.

Die Top 10 der Lebensmittelhersteller weltweit sind:

  1. Nestle
  2. JBS (Familienunternehmen mit Sitz in Brasilien)
  3. Tyson Foods
  4. Mars
  5. Mondelez
  6. Kraft Heinz
  7. Unilever
  8. Danone
  9. General Mills
  10. Smithfield (Staatsbetrieb, weltgrößter Schweinefleischproduzent und -lieferant)

Profit steigt, Hunger bleibt

Während sich die westliche Welt auf die Schultern klopft und seine Konzerne feiert, fragen sich Millionen von Menschen, wie sie das lästige Magenknurren los werden.

Es gibt mehr als 800 Millionen unterernährte Menschen auf der Welt – das ist fast jeder 9-te Mensch !!!

Für diese Menschen haben die doch so beliebten „Hunger bekämpfen“ Kampagnen der Konzerne die Nahrungsmittel herstellen, nichts gebracht.

Ganz im Gegenteil: industrielle Nahrungsmittelsysteme haben die Ungleichheiten eher verschärft als gelöst.

Und wisst Ihr was das Paradoxe an der ganzen Geschichte ist?

„Unabhängige, meist kleinbäuerliche Produzentinnen und Produzenten sowie in der Landwirtschaft abhängig Beschäftigte machen heute mehr als die Hälfte aller Hungernden aus.“

Ich weiß nicht wie es Euch beim Lesen dieser Zeilen aus dem gleichnamigen Dokument geht, aber ich musste wirklich schlucken.

Jetzt stehen wir da. Die Probleme sind ganz klar: Konzentration von Macht in der Hand weniger Player, Unterernährung, weg von der Vielfalt und hin zu Hochertragssorten (damit Boom der Monokulturen), erhöhter Einsatz von Dünger und Pestiziden, Gentechnik auf Acker und Teller… und die Liste nimmt kein Ende.

Was können wir dagegen tun?

Fakt ist, dass immer mehr Konzerne in die Kritik geraten.

Weltweit protestieren Menschen gegen eine Agrar- und Handelspolitik, die die Macht der Multis stärkt. Lobbykritische Organisationen in Kooperation mit unabhängigen Medien und sogenannter Whistleblowern decken immer wieder auf, wie Konzerne gegen Abkommen verstoßen sowie auf die Verteilung von Subventionen und Forschungsgelder Einfluss nehmen.

Wollt Ihr mehr wissen?

Die oben aufgeführten Themen sind alle Bestandteile des neulich veröffentlichten Konzernatlas 2017. Wenn Ihr Lust habt tiefer in die Materie einzusteigen, dann könnt Ihr das PDF-Dokument hier herunterladen.

Welche sind Eurer Meinung nach die größten Herausforderungen im Agrarsektor der kommenden Jahre?

megafusion-in-der-landwirtschaft-bayer-monsanto

Megafusion Bayer-Monsanto: One-Stop Shop in der Landwirtschaft

Seit gestern ist der Begriff One-Stop Shop bzw. „Alles aus einer Hand“ auch bei uns in der Landwirtschaft kein Fremdwort mehr. Das verdanken wir der Mega-Übernahme von Monsanto durch Bayer für schlappe 66 Milliarden USD.

Das deutsche Unternehmen erobert die ‚Chartspitze‘ der Agrarchemiebranche und wird zum Weltmarktführer.

Gemunkelt wurde schon lange aber seit gestern Mittag ist es offiziell. Auf CNN und CNBC diskuttierten amerikanische CEO’s aus dem Agrarsektor und Börsenexperten über die weltweiten Konsequenzen dieser Fusion. Auch deutsche Medien berichteten darüber, jedoch nicht so ausführlich wie die Amerikaner. Dies lag vielleicht auch daran, dass diesmal ein amerikanisches Unternehmen aufgekauft wurde – denn oft ist es anders herum.

Bayer wird zur Nr. 1 im Geschäft der Agrarchemie

Folgendes schonmal vorneweg: Es handelt sich hierbei um die höchste Summe, die jemals von einem deutschen Unternehmen für eine Übernahme bezahlt wurde.

==> 66 Milliarden USD, so der Kaufpreis

==> das sind umgerechnet knapp 59 Milliarden EUR

==> für Aktionäre sind das 128 USD je Aktie in Bar

Wie soll dieser Deal finanziert werden?

Die deutsche Bayer AG plant hierfür eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital.

Anbei ein kurzes Interview der beiden Herren die das Ganze über die Bühne bringen wollen. Es handelt sich um die CEOs der beiden Unternehmen – Werner Baumann, Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, und Hugh Grant, Chairman und CEO von Monsanto…

Landwirte & Verbraucher aus den USA und Deutschland machen sich große Sorgen

Während die beiden Gentleman lächeln und sich über die Einigung freuen, tobt das Volk.

Die Anzahl der Dislikes auf YouTube bei Videos die über die Fusion berichten, überwiegen bei Weitem die Likes. Die Streams sind mit negativen Kommentaren überfüllt und die Reaktionen auf Facebook, Twitter, Google Plus & Co. sind alles andere als rosig.

In den aktuellen AgroNews von AgroPages.com heisst es

„The German company is aiming to create a one-stop shop for seeds, crop chemicals and computer-aided services to farmers.“

Übersetzt bedeutet das

„Das deutsche Unternehmen zielt darauf ab, einen One-Stop-Shop für Saatgut, Ernte Chemikalien und computergestützte Dienste für Landwirte zu schaffen.“

Die Welt macht sich Sorgen, vor allem Landwirte und Verbraucher.

Sollen wir jetzt alles nur noch von einem Anbieter kaufen? Was bedeutet das für die Landwirtschaft? Diktiert jetzt nur noch ein Großer die Preise und wir sind gezwungen zu diesen Konditionen zu kaufen oder gegebenenfalls unser Betrieb zu schließen?

Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern – soll heissen:

  • Monsanto-Aktionäre müssen zustimmen
  • Kartellbehörden müssen grünes Licht geben

Die Konzerne hoffen auf die Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden bis Ende 2017. Sollte es nicht dazu kommen, dann wird Bayer eine sog. Ausfallzahlung von 2 Milliarden USD an Monsanto vornehmen. Das wurde von deutscher Seite bereits zugesichert.

Worin liegt die Attraktivität der Firma Monsanto?

In erster Linie, liegt diese in der führenden Rolle des amerikanischen Unternehmens beim Digital Farming.

Monsanto hat in vielen Farming 4.0 Projekten mit John Deere zusammen gearbeitet und weiss daher ganz genau wo der Schuh auf Landtechnikhersteller-Seite drückt. Bei der Verflechtung Digitale Technik und Landwirtschaft hat Monsanto die Nase vorn. Durch den Kauf sichert sich Bayer damit einen klaren Vorsprung beim Thema Digital Farming.

Zweitens, sticht Monsanto durch sein vielfältiges Know-how im Bereich der Biotechnologie hervor; eine Spalte die für Bayer im Zuge der wachsenden Bevölkerung immer wichtiger wird.

Innovation aus den USA + bewährte Systeme und Prozesse aus Deutschland = ergibt die Nr. 1 der Agrochemiebranche

Sind Fusionen ein Ausweg aus der Misere?

Die Branche steht unter Druck, das wissen wir alle.

Woher kommt diese Schwäche?

Aus einer Kombination von niedrigen Preisen und schwacher Nachfrage.

Bühne, Licht und Kameras sind bereit für das Fusionsspiel. Die Auftritte wurden perfekt in Szene gesetzt und die ganze Welt schaut sprachlos zu. Welcome zur neuen Agrochemie-Serie mit den Hauptdarstellern A + B + C.

Und jetzt im Klartext:

  1. Darsteller A: Bayer durch die Mega-Fusion mit Monsanto
  2. Darsteller B: ChemChina durch Übernahme des schweizer Agro-Konzerns Syngenta (US-Behörde hat vor ein paar Wochen die Milliarden-Übernahme genehmigt)
  3. Darsteller C: Dow Chemical & Dupont (Zusammenschluss wird noch verhandelt)

Ach ja, ein weiterer Darsteller steht an der Bühne und bittet um Zutritt. Es handelt sich um den kanadischen Düngemittelhersteller Potash der nach dem Scheitern der Übernahme von K+S nun mit dem Hersteller Agrium fusionieren will.

Landwirtschaft der Zukunft

Die letzten Schachzüge die in der Agrochemiebranche vollbracht werden, sorgen für eine Menge Zündstoff.

Das Konzept „Alles aus einer Hand“ kann sehr gefährlich sein. Nun ist es aber so, dass wir solche Tendenzen nicht nur in der guten alten Landwirtschaft feststellen, sondern querbeet auch in anderen Branchen.

Die Handelslandschaft in Deutschland hat sich komplett verändert. Wir haben nicht mehr so viele Wahloptionen wie früher. Tante Emma ist fast tod. Heute heisst es für Stadtbewohner Edeka, Rewe, Aldi oder Lidl. Ja, da gibts noch einen Kaufland oder Real aber die befinden sich meistens ausserhalb der Zentren.

Beim Onlinehandel greifen wir größtenteils auf Amazon oder eBay zurück. Bei Smartphone-Systemen ist es Apple oder Google. Und bei PKWs werden es bald Tesla, Apple oder Google sein, wenn die deutschen Automobilhersteller den Switch zu autonomen PKWs nicht rechtzeitig hinbekommen.

Erleben wir den gleichen Trend auch in der Landwirtschaft? Konzentriert sich die Macht in immer weniger Händen?

Ist irgendwie erschreckend, meint Ihr nicht auch?

Was haltet Ihr von der Fusion Bayer-Monsanto? Was heisst das für Euer Betrieb und insgesamt für die Landwirtschaft?

EuroTier 2014 Hannover

Die EuroTier 2014 hat heute seine Tore eröffnet

Heute morgen, um 9 Uhr hat die EuroTier 2014 begonnen. Besucher aus aller Welt haben bis Freitag, den 14-ten November, die Gelegenheit sich über die neuesten Trends in der Rinder-, Schweine- und Geflügelhaltung zu infomieren.

Die Stadt Hannover begrüsste heute morgen die Fans der Tierhaltung. EuroTier gilt nämlich weltweit als Leitmesse für Tierhaltungs-Profis. Der Veranstalter der diesjährigen EuroTier (zuletzt fand die Messe in 2012 statt), die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) rechnet mit 145.000 Besuchern.

Rückblick auf die EuroTier 2012

In 2012 gab es von über 2.400 Aussteller auf mehr als 250.000 qm Hallenfläche einen weltweiten Überblick über den Stand der Technik. Dazu gab es ein großes Angebot rund um die Technik zur Erzeugung und Nutzung von Bioenergie. Das Ganze soll dieses Jahr getoppt werden.

Das Bühnenprogramm auf der EuroTier 2014: spannend und vielfältig

Auch in diesem Jahr wird sich sicherlich niemand über das Fachprogramm beschweren. In einer Vielzahl von Foren und Diskussionrunden werden Interessenten über die neuesten Techniken und Innovationen informiert – zu einem großen Teil deutsch / englisch simultan übersetzt.

1. Forenprogramm Rind

In der Halle 25, Stand B25 stehen von 10 bis 17 Uhr jede Menge spannende Vorträge zu dem Thema Rinderhaltung auf dem Programm. Zum Beispiel:

  • Internationaler Produktionskostenvergleich: Wie wettbewerbsfähig sind die deutschen Milcherzeuger? => Veranstalter: European Dairy Farmers e.V. (EDF)
  • Klauengesundheit in der Färsenaufzucht: aktueller Stand und Verbesserungsmöglichkeiten => Veranstalter: Zinpro Performance Minerals

2. Forenprogramm Schwein

In Halle 9, Stand B 16 gibt es interessante Neuheiten, Tipps und Trends für Schweinehalter. Wer nähere Informationen zu den Themenbereichen Fütterungstechnik, Impfungen, Behandlung von Krankheiten und tiergerechte Haltung erfahren möchte, der fühlt sich hier gut aufgehoben.

Vorträge – zwei Beispiele:

  • Neues AMG – Worauf müssen Tierhalter künftig achten? => Veranstalter: Bundesverband beamteter Tierärzte (BbT) und Bundesverband beamteter Tierärzte (BbT)
  • Neue Wege in der darmgesunden Ernährung der Schweine – „fermentierbare Faser“ im Futter optimieren => Veranstalter: GELAMIN – Gesellschaft für Tierernährung mbH

Agrarbetrieb Geschenk für Landwirte 04

3. Forenprogramm Gefügel

In der Halle 11, Stand B50 findet das Leitthema Tierwohl einen prominenten Platz. Thematisiert werden zusätzlich das richtige Fangen von Mastgeflügel sowie die Bekämpfung der Fußballenkrankheit.

Vortragsbeispiele:

  • Alternative Einstreusubstrate – Garantie für eine gute Fußballengesundheit? => Veranstalter: DLG e.V./ ZDG
  • Natürliches Phospholipidkomplex für bessere Leistung und höhere Rentabilität in der Geflügelmast => Veranstalter: Berg + Schmidt GmbH & Co.KG
  • Erfahrungen in der 100%-biologisch-dynamischen Geflügelfütterung – Herausforderungen und Lösungen => Veranstalter: DLG e.V. /demeter e.V./BÖLN

4. Forenprogramm Aquakultur

In der Halle 17 kommen Fischerzeuger aus aller Welt auf Ihre Kosten. Nach den Beiträgen besteht im angrenzenden Beratungscenter Aquakultur die Möglichkeit eines Gesprächs mit den Referenten. Holen Sie sich einen Kaffee und werden Sie Ihre individuellen Fragen los.

Vortragsbeispiele:

  • Was ist los auf dem Rohstoff – Weltmarkt für Fischfutter? Werden alle Aquakulturfische zu Vegetariern und was ändert sich an den Rezepturen? Status Quo und Ausblick. => Vortrag von Andreas Stein, Euroduna Technologies GmbH
  • Störfarming – vom Ei zum Kaviar mit Einsatz moderner Futter- und Haltungstechnik => Votrag von Dr. Paul-Daniel Sindilariu, Tropenhaus Frutigen, Schweiz

Alle Forenprogramme im Überblick finden Sie hier: http://www.eurotier.com/fachprogramm.html

Kostenlose Bewerbungsfotos beim agrajo-Stand D22 in Halle 26

Ein weiteres Highlight der Messe ist das kostenlose Fotoshooting-Angebot des Agrar-Job- und Karriereportals agrajo. Schüler, Studenten und Arbeitssuchende aus der Agrarbranche sollten sich dieses Angebot definitiv nicht entgehen lassen.

Profesionelle und hochwertige Bewerbungsfotos können sehr teuer sein. Auf der EuroTier gibt es den Spass für umsonst.

Wie funktioniert das Ganze?

  • Zeitpunkt: Donnerstag, den 13.11. von 10-16 Uhr
  • Ort: Halle 26, agrajo-Stand D22
  • Keine Anmeldung nötig, dafür aber Wartezeit mitbringen

Wenn Sie schonmal da sind, sollten Sie unbedingt an dem Gewinnspiel teilnehmen. Zu gewinnen gibt es ein MacBook Air, ein iPad und ein iPhone.

Sind Sie dabei?

Besuchen Sie die EuroTier 2014? Worauf freuen Sie sich am meisten?

 

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 01