Beiträge

Volksbegehren-Bayern-Landwirtschaft

Von bayerischen Volksbegehren und milchigen Rekorden

In Bayern stellt den Rekord in Deutschland, was den täglichen Flächenverbrauch angeht. Ein Volksbegehren soll nun für Einhalt sorgen.

Bevor wir uns das Volksbegehren näher anschauen, lasst uns auf die landwirtschaftlichen Nachrichten schauen.

Während Milchpreise für Jubel sorgen, regen die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie zu Kosten, die von den Landwirten getragen werden, zum Nachdenken an.

Aber fangen wir mit dem Jubel an.

Der Milchpreisindikator auf Rekordjagd

Der Milchpreis befindet sich weiter auf Höhenflug. Im August erreichte der Milchpreisindikator mit 43,25 Cent seinen bisherigen Rekord aus dem September 2017.

Für den Anstieg des Milchpreisindikators sind vor allem die Preissteigerungen bei Käse und Butter verantwortlich.

Die Käsepreise sind auf dem höchsten Stand seit April 2014, die Butterpreise konnten im August einen neuen Allzeitrekord aufstellen.

Die Berg- und vor allem Talfahrten der Milchpreise in den letzten Jahren haben in der Branche ein Interesse an der Preisabsicherung, etwa über Terminkontrakte gesteigert.

Aufbau einer Europäischen Auktion für Milchprodukte

Heute wurde von der European Energy Exchange (EEX) und der Global Dairy Trade (GDT) eine Absichtserklärung unterschrieben, eine europäische Versteigerung für Milchprodukte aufzubauen.

Die Leipziger Warenterminbörse und das neuseeländische Auktionshaus haben sich vorgenommen, in den nächsten Monaten mit Käufern und Verkäufern von Milchprodukten über die Option eines gemeinsam angebotenen Auktionsmechanismus sich auszutauschen.

Die GDT versteigert zweimal monatlich allgemeine Milchprodukte dreier Anbieter an Käufer rund um den Globus. An der EEX werden Terminkontrakte für Molken- und Magermilchpulver als auch Butter gehandelt.

Die Zusammenarbeit von EEX und GDT soll nun zeigen, ob ein derartiges Auktionsmodel auch für den europäischen Markt erfolgreich umgesetzt werden kann.

„Wir sind davon überzeugt, dass dieses Angebot für die Wertschöpfungskette in der Milchbranche erheblichen Nutzen generieren kann, unter anderem als zusätzlicher Vertriebskanal für den Export von europäischen Milchprodukten, aber auch potenziell als eine weitere Datengrundlage für neue Risikomanagementinstrumente“ meint Sascha Siegel, Leiter des EEX-Handels für Agrarrohstoffe

Frist zur Änderung ökologischer Vorrangflächen läuft bald ab

Bis zum 02. Oktober haben Landwirte in Bayern noch Zeit, um ihre bereits beantragten, ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) noch zu ändern.

Als Ersatz für beantragte, ökologische Vorrangflächen dürfen lediglich Zwischenfrüchte angebaut werden, die auf bereits im Flächen- und Nutzungsnachweis 2017 enthaltenen Flächen spätestens bis 1. Oktober angebaut werden.

Kulturpflanzenmischungen auf den Flächen mit Zwischenfruchtanbau müssen aus mindestens zwei Pflanzenarten bestehen. Zulässige Anbaupflanzen sind etwa Raps oder Ölrettich.

Diverse Saatgutanbieter führen geeignete Spezialmischungen in ihrem Sortiment.

Nicht mehr möglich ist eine Änderung für als ökologische Vorangflächen beantragte Aufforstungsflächen sowie Landschaftselemente und Terrassen, die den Cross-Compliance-Bestimmungen unterliegen.

Das Formular, um Eure ökologischen Vorrangsflächen zu ändern, findet Ihr unter www.landwirtschaft.bayern.de/foerderwegweiser.

Erfüllung der Umweltauflagen kostet Milliarden

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die Ergebnisse einer von ihm in Auftrag gegebenen Studie veröffentlich, die die Kosten der Landwirte für die Erfüllung von Umweltauflagen aufzeigen soll.

Demnach kostet die Einhaltung von Umwelt-, Klima- und Tierschutzauflagen den deutschen Landwirten 5,2 Milliarden Euro.

Dies entspricht ungefähr der Höhe der Direktzahlungen, die als Europäische Agrarfördermitteln an die deutschen Landwirte gezahlt werden.

Volksbegehren gegen Flächenverbrauch gestartet

In Bayern werden seit Freitag fleissig Unterschrift gesammelt.

Das angekündigte Volksbegehren, mit dem der Flächenverbrauch im Freistaat gesetzlich begrenzt werden soll, ist angelaufen.

Die Aktion wurde in einer gemeinsamen Aktion von Grünen, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) gestartet.

Im ersten Schritt werden mindestens 25.000 Unterschriften benötigt.

Erst wenn die Grünen diese Anzahl an Unterstützern vorzeigen können, kann der Antrag auf Zulassung des Volksbegehrens dem Innenministerium zur Prüfung vorgelegt werden.

Erst wenn diese erste Hürde erreicht ist, kann das “richtige” Volksbegehren starten.

10 Prozent der Stimmberechtigten Bayerns müssen innerhalb von 14 Tagen das Begehren mit Ihrer Stimme unterstützen.

Aber damit ist der Hürdenlauf nicht beendet. Denn dies bedeutet, dass dem Landtag ein Entwurf für ein Gesetz zum Flächenverbrauch vorgelegt werden kann.

Dieser könnte denn Entwurf dann immer noch ablehnen, so dass letztendlich ein Volksentscheid ausschlaggebend wäre.

Ein langer Weg bis das Ziel, den landesweiten Verbrauch für Siedlungs- und Verkehrsfläche auf maximal 5 Hektar pro Tag zu begrenzen.

Derzeit werden nach Zahlen des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) durchschnittlich 13 Hektar jeden Tag verbraucht.

Wie seht Ihr die Aussichten für den Erfolg des Volksbegehrens?

Artenschutz-Blumenwiese-Agrarbetrieb

Wie kann Artenschutz funktionieren?

Erst am Dienstag hat ein Schäfer auf einem Cuxhavener Deich sechs seiner Schafe an den Wolf verloren. Geht der Artenschutz zu weit? Die Diskussion ist abermals entfacht. 

Der Artenschutz in Deutschland und auch anderen Ländern ist ein heikles Thema. 

Zum einen steht es außer Frage, dass er ernorm wichtig ist. Die Natur ist ein sensibles Zusammenspiel von dem kleinsten bis zum größten Lebewesen. 

Kein anderes Tier wie die Biene zeigt wohl auf, wie eins mit dem anderen verbunden ist. Und es ist schön von Erfolgen wie beim Biber, Seeadler oder auch Wolf zu hören. 

Aber gerade beim Wolf zeigt sich, dass es nicht nur damit getan ist, eine Tierart zu schützen: 

Wo sind die Grenzen beim Artenschutz?

Der Wolf ist ein Raubtier. Ein intelligentes dazu. Und Nutztiere sind, zugegebenermaßen, eine idealle Beute.

Es wird an Konzepten gearbeitet, wie Nutztiere und Wolf zukünftig besser zusammenleben können.

Hier prallen jedoch auch sehr unterschiedliche Einstellungen zum Thema aufeinander. Die Diskussionen halten derweilen an.

Sicher ist jedoch eins: es ist kein Thema, dass noch sehr lange auf die Bank geschoben werden kann.

Gerade die Schafhaltung auf Deichen zeigt, dass es nicht getan ist mit Handlungsanweisungen wie: baut bessere und wolfssichere Zäune um die Herden.

Dies ist vielerorts nicht umsetzbar. Und die zunehmenden Berichte, dass der Wolf die Scheu vor Menschen verliert, zeigen ebenfalls auf, dass es mit den derzeitigen Regelungen nicht getan ist.

Tierschutz bewegt sich in einem sehr sensiblen Umfeld: bei Nutztieren prallt das Wohl der Tiere mit der Wirtschaftlichkeit aufeinander.

Bei Wildtieren, kann der Schutz einer Tierart zu Lasten anderer gehen:

Kann Artenschutz zu weit gehen?

Nehmen wir beispielsweise die Elefanten in Südafrika. Nachdem diese aufgrund des Elfenbeins gnadenlos gejagt wurden, konnten sich die Bestände aufgrund der strikten Tierschutzgesetze erholen.

Mittlerweile sind die Bestände jedoch derart explosionsartig gestiegen, dass die große Elefantenpopulation ebenfalls eine Belastung für die Umwelt darstellen:

Elefanten benötigen bis zu 200 Kilogramm Nahrung am Tag. Ressourcen hierfür stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung.

Zuviele Elefanten können zudem mit ihrem Gewicht erheblich zur Versiegelung von Böden beitragen – jeder kennt den Effekt von Trampelpfaden, auf denen keine Wiese mehr wächst.

Die Erfolgsgeschichte des Elefanten kann für andere Tiere wie dem Spitzmaulnashorn somit auch zur Bedrohung werden.

Der Schutz einer Tierart kann erheblich zu Lasten von anderen Tierarten, die ebenfalls auf die Nahrung und Natur für ihr Überleben angwiesen sind, gehen.

Bei uns gibt es keine Elefanten, aber wir freuen uns auf eine wachsende Wolfspopulation. Die Rückkehr des Wolfes ist eine wahre Erfolgsgeschichte. Aber: 

Eine zunehmende Population hat unmittelbare Folgen, insbesondere für Nutztierhalter, deren Existenz durch Übergriffe auch gefährdet werden kann.

„Die europäische Strategie einer Koexistenz der Weidewirtschaft mit diesem Raubtier ist grandios gescheitert und muss neu diskutiert werden“, meint deshalb Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung.

Ein vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) und dem Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden (VJE) in Auftrag gegebenes Gutachten empfiehlt nun den kontrollierten Abschuss des Wolfes in Deutschland.

Dies wird bereits in anderen europäischen Ländern praktiziert. Ab wann muß dem Artenschutz Einhalt geboten werden, um andere Arten, ob Nutztier oder Mensch, zu schützen?

Artenschutz in der Landwirtschaft

Der Wolf wird stark diskutiert, weil er beim Kontakt mit der Zivilisation und Landwirtschaft durchaus auch als „Gewinner“ hervorgeht. 

Beim Aufeinandertreffen von Landwirtschaft und anderen Wildtieren, etwa dem Rebhuhn, gewinnt eigentlich immer die Landwirtschaft. 

Ein Drittel aller Tierarten in Deutschland sind gefährdet. Die Existenz oder Nicht-Existenz einzelner Tiere fällt nicht direkt ins Gewicht. 

Über die Zeit sind die Zahlen jedoch schockierend. Um beim Rebhuhn zu bleiben: in Hessen allein wurde vor 60 Jahren noch 100.000 Vögel pro Jahr (!) von den Jägern geschossen. 

Heute besteht die gesamte Rebhuhn-Population aus gerade mal geschätzten 3.000 Tieren, wenn überhaupt. 

Es ist nicht zu Verleugnen, dass die moderne Landwirtschaft ihren Anteil an dem Aussterben vieler Arten hat. 

Die wirtschaftlichen Anbaumethoden mit Monokulturen, Einsatz von Pestiziden, fehlenden Ackerrandstreifen und anderem sind nicht gerade förderlich. 

Entsprechend wird in der Presse schnell über die Landwirtschaft hergezogen. Aber auch diese Betrachtungsweise ist sehr einseitig. 

Denn, so unsere Meinung bei Agrarbetrieb: Landwirtschaft und Umweltschutz müssen sich nicht ausschließen. Dies gilt auch für die konventionelle Landwirtschaft. 

Landwirtschaft und Artenschutz

Im letzten Jahrhundert hat sich die Landwirtschaft so stark geändert wie nie zuvor. Die Folgen der Revolution auf dem Feld haben sich erst in diesem Jahrhundert gezeigt. 

Seitdem hat ein starkes Umdenken eingesetzt. Und die technologischen Möglichkeiten vereinfachen mehr denn je den Schutz von Wildtieren. 

Aber auch fernab von Technologien setzen viele Landwirte Maßnahmen um, die regional den Umweltschutz fördern.

Agrarbetrieb etwa, hat eine Leidenschaft für Blumenwiesen.

Nicht nur erfreut die Blütenpracht das Auge und Herz, sie fördert die Artenvielfalt und bietet die Nahrungsgrundlage für viele Tiere, insbesondere Insekten. 

Wir haben deshalb auch die Blumenwiesenpatenschaft ins Leben gerufen. So kann jeder aktiv beim Artenschutz mithelfen und dabei sich selbst oder anderen eine Freude machen.

(Nähere Informationen findet Ihr übrigens unter „Blumenwiese„.)

Natürlich interessiert mich wieder Eure Meinung zum Thema: wie sind Eurer Meinung nach moderne Lebensweise und Artenschutz miteinander zu verbinden?

Autonome Landtechnik

Autonome Landtechnik: Von der Zulassung und KfZ-Steuer befreit

Während sich die Presse auf die klimaschädlichen Diesel- und Benzinmotoren stürzt und über den eventuellen Verlust von mehr als 600.000 Jobs berichtet, blickt unsere Branche in die Zukunft. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf die autonome Landtechnik.

Der Bundesrat hat selbstfahrende Futtermischwagen in die Kategorie „selbstfahrende Arbeitsmaschinen“ eingeordnet. Dadurch sind sie zulassungsfrei und nicht mehr kraftfahrtsteuerpflichtig.

Bevor wir in die Welt der autonomen Landmaschinen einsteigen, hier noch ein kurzer Blick auf die neuesten Schlagzeilen aus unserer Branche.

1. 100 EUR Zuschuss von der SVLFG sichern

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) bezuschusst Produkte wie z.B. Kameras, Reifenmontagegehilfen oder Fixiereinrichtungen in der Tierhaltung – welche die Arbeit sicherer und arbeitsgerechter machen.

  • Anträge können ab dem 1. August 2017 gestellt werden.
  • Es steht ein Fördertopf mit 200.000 EUR zur Verfügung.
  • Pro Produkt wird ein Zuschuss von max. 100 EUR ausgezahlt.
  • Kostet das Produkt weniger als 100 EUR, dann wird der Anschaffungspreis erstattet.
  • Jeder Betrieb kann ein Produkt fördern lassen.

Welche Voraussetzungen das Produkt und Euer Unternehmen erfüllen müssen, erfahrt Ihr auf der Seite der SVLG.

2. Ökofläche in Deutschland steigt um 15%

Immer mehr Betriebe in Deutschland setzen auf Ökolandwirtschaft, so die aktuellen Strukturdaten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

In 2016 stiegen 2.396 Betriebe neu in den Ökolandbau ein. Das entspricht einem Wahcstum von 9,6% gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt verzeichnete Deutschland 27.132 ökologische Betriebe in 2016.

Dieser Anstieg wirkte sich auch auf die Ökofläche aus. In 2016 wurden auf 1.251.320 ha Bio-Produkte hergestellt; ein Zuwachs von 14,9%. Der Anteil an der gesamten deutschen Agrarfläche beträgt 7,5%.

Im EU-Ökolandbau-Vergleich liegt Deutschland auf Platz 4 hinter Frankreich. Den ersten Platz belegt Spanien.

3. Lemken rüstet Anhängespritzen Primus und Albatros mit ISOBUS aus

Wer Optik und Technik verbessert und damit ständig am Ball bleibt, der fürchtet sich nicht vor der Zukunft. Und genau das zeigen die neuen Updates des Herstellers Lemken bei seinen Feldspritzen.

Zu den Neuheiten zählen:

  • Neuer Jobrechner und Terminal
  • ISOBUS serienmäßig für Primus 12 und Albatros 12 => bedienbar mit jedem Terminal
  • EES-Ausstattungspaket mit automatisierter Wasserhydraulik => Fahrer kann Reinigungsprozedur direkt aus der Kabine betätigen
  • Frischwasserbehälter mit 320 L Füllvermögen
  • LED-Beleuchtung
  • Rundere Verkleidungen

Die neuen Primus und Albatros von Lemken sind ab Juli 2017 bestellbar.

Autonome Landtechnik: Wie geht die Regierung mit diesem Trend um?

Umweltbewusster und schadstoffarm – darüber sind sich wohl alle einig wenn es um das Thema Elektroautos geht.

Wie wird aber das autonome Fahren eingeschätzt? Ist das immer noch ein Traumdenken des Tesla CEOs Elon Musk oder werden wir von dieser Realität eher „überrollt“ als es uns lieb ist?

Die Robotisierung kann keiner mehr aufhalten.

Die Maschinen werden immer präziser und sicherer, und ja, vieles erledigen sie besser als wir Menschen. Die Kunst besteht also darin Mensch und Maschine optimal im Einklang zu bringen, sie als ein integratives Ganzes unserer Gesellschaft zu sehen.

Selbstfahrende Futtermischwagen: Keine KfZ-Steuer und zulassungsfrei

Der Bundesrat hat im Juli 2017 zugestimmt, dass selbstfahrende Futtermischwagen in die Definition von „selbstfahrenden Arbeitsmaschinen“ aufgenommen werden und demnach:

  • von der Zulassung und
  • vom Kraftfahrtsteuer befreit sind.

Es gibt jedoch auch eine Eingrenzung die zu beachten ist, nämlich, dass die Fahrzeuge eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h nicht überschreiten dürfen. Diese Geschwindigkeitsgrenze soll bei der Abgrenzung selbstfahrender Futtermischer für die Fütterung von Tieren versus zum Transport von Gütern helfen. Der Zweck bleibt ausschlaggebend.

Die Angaben des Bundesverkehrsministeriums finden hier Berücksichtigung.

Der Bedarf für selbstfahrende Maschinen bzw. autonome Landtechnik ist da. Man kann sich dem Strukturwandel und der Nachfrage wiedersetzen oder wie hier in diesem positiven Beispiel, man packt das Thema rechtzeitig an und findet eine Lösung womit alle Parteien einverstanden sind.

Nachzulesen ist alles in der Zweiten Verordnung zur Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung und der Gebührenverordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr.

Seedmaster präsentiert autonomen Multifunktions-Ackerroboter

Die nächste Innovation im Bereich autonome Landtechnik kommt von einem kanadischen Hersteller.

Seedmaster will mit der selbstfahrenden Systemmaschine DOT Power PlatformTM die Art und Weise wie wir Landwirtschaft betreiben, revolutionieren.

Was kann denn dieser Wunderroboter?

Quelle: Dot SeeDotRun, YouTube

Laut Hersteller sollen mit dem DOT-Ackerroboter zukünftig mehr als 100 verschiedene Funktionsgeräte angeschlossen werden können die jeweils diverse Feldarbeiten durchführen. Der Anbau der Ackerbaugeräte wird von der Roboterplattform selbständig vollzogen.

Die autonome, hydraulisch angetriebene Systemplattform soll ab 2018 auf Testbetrieben zum Feldeinsatz kommen.

Was wird sich in den kommenden Jahren auf unseren Feldern tun?

Autonom oder nicht – wie sieht die Zukunft der Landwirtschaft Eurer Meinung nach aus?

Konzentration im Agrarsektor

Die Konzentration im Agrarsektor geht ungebremst weiter

Bayer-Monsanto, Dow-DuPont, Syngenta-ChemChina — ein Ende der Mega-Fusionen ist nicht in Sicht.

Diese Konzentration im Agrarsektor sollte an keinem so leicht vorbei gehen. Werden derartige Fusionen von der Politik und von den Wettbewerbsbehörden weiterhin ohne große Bedenken durchgewunken, ist mit verheerenden gesellschaftlichen und ökonomischen Folgen zu rechnen.

In dem heutigen Blog möchte ich ein paar wichtige Erkenntnisse aus dem neulich veröffentlichten Konzernatlas 2017: Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie 2017 mit Euch teilen.

Einige dieser Informationen sind Euch sicherlich bekannt, andere wiederum werden den Einen oder Anderen so richtig zum Denken anregen.

Das 52 seitige PDF-Dokument hat es in sich. Nicht umsonst warnen die Herausgeber darin vor einer enormen Markt- und Lobbymacht einzelner Konzerne.

Die über 50 Karten, Grafiken und Diagramme mit Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie bringen die allarmierenden Trends und Entwicklung stärker ins Bewusstsein. Ein visuelles Feuerwerk – vielleicht wachen jetzt auch noch die Letzten aus dem Tiefschlaf auf.

Legen wir doch am besten gleich los…

Bühne frei für die Global Player

Die Großen wachsen ungebremst weiter und werden zu Giganten. Konzentrationsprozesse finden mit einer enormen Dynamik statt und so richtig traut sich keiner diesem Trend ein Ende zu setzen.

Die Nahrungsmittelindustrie wächst und mit ihr einhergehend auch die Big Player. Gleiches gilt auch für die Handelsketten.

Die Bauern und Bäuerinnen, das schwächste Glied in der Kette, kämpfen fürs Überleben – und damit auch für das Überleben dieser emotionalen Bilder, die wir auf den Lebensmittelverpackungen sehen. Dabei hat die industrielle Lebensmittelherstellung rein gar nichts mehr mit diesen Bildern zu tun.

Aber wie wir wissen: Emotionen verkaufen sich immer gut!

Die Top 5 Agrar- und Food-Konzerne der Welt sind

Auf Industrieseite sind es:

  1. Nestle
  2. PepsiCo
  3. JBS
  4. Coca-Cola
  5. Anheuser-Busch InBev

Auf der Handelsseite sind es:

  1. Wal-Mart
  2. Cargill
  3. Costco
  4. Kroger
  5. Tesco

Der Griff nach den Äckern und der Boom von Monokulturen

Neue sowie alte Konzerne kaufen und pachten Ländereien was das Zeug hält. Insbesondere in den südlichen Hemisphären ist der Trend weg von Regional und hin zur landesweiten Ernährungssicherung stark bemerkbar.

Was wird angebaut?

Der Fokus liegt auf vier Produkten die sowohl als Nahrungsmittel als auch als Futter verwendet werden. Es handelt sich hierbei um Palmöl, Mais, Zucker und Soja.

In Europa leiden am stärksten die osteuropäischen Länder. Hier boomt die Übernahme von Agrarflächen, um für den Weltmarkt zu produzieren.

Precision Farming geht am besten mit viel Kapital

Viel Geld und große Flächen machen Präzisionslandwirtschaft einfach.

Aber wer kann sich das schon leisten?

Die Großen natürlich.

Deere ist ganz vorne. Zwar soll die Branchenkrise noch bis 2018 anhalten, aber davon lässt sich JD überhaupt nicht beeindrucken. Man will ja nicht als „schwach“ abgestempelt werden.

Hier sind die Top 6 der Agrartechnik – einige dieser Hersteller treten unter ihrem eigenen Namen auf, andere wiederum verkaufen ihre Maschinen unter einer Vielzahl von Markennamen:

  1. Deere (USA)
  2. CNH (Sitz in London und Amsterdam)
  3. AGCO (USA)
  4. Kubota (Japan)
  5. Claas (Deutschland)
  6. Mahindra (Indien)

Konzentration auch bei den Düngerproduzenten

In diesem Jahr soll auch bei den Düngerproduzenten eine Mega-Fusion stattfinden. Die aktuelle Nr. #1 Agrium soll mit der Nr. #4 Potash zusammen gehen. Damit würde ein neuer Gigant entstehen.

Die Top 10 der Düngemittelkonzerne sind:

  1. Agrium (Kanada)
  2. Yara (Europa)
  3. Mosaic (USA)
  4. Potash (Kanada)
  5. CF Industries (USA)
  6. Sinofert (China)
  7. ICL ( Sitz in Tel Aviv)
  8. PhosAgro (Russland)
  9. Uralkali (Russland)
  10. K+S (Deutschland)

Von 7 auf 4 – die Zahl der Akteure im Agrarsektor sinkt

Die weltweite Produktion von Saatgut und Pestiziden befindet sich aktuell in der Hand von sieben Unternehmen. Das soll sich jedoch ändern.

Was daraus resultiert sind:

  • 3 Konzerne mit 60% Marktanteil am kommerziellen Saatgut und an den Agrarchemikalien
  • 3 Konzerne die fast alle gentechnisch veränderten Pflanzen dieses Planeten anbieten
  • 3 Konzerne die gemeinsam, die meisten Anmeldungen für das Eigentum an Pflanzen beim Europäischen Patentamt haben

Findet das keiner denn erschreckend?

Die Top 10 der Agrarchemie sind:

  1. Syngenta (börsennotiert)
  2. Bayer (börsennotiert)
  3. BASF (börsennotiert)
  4. Dow Chemical (börsennotiert)
  5. Monsanto (börsennotiert)
  6. DuPont (börsennotiert)
  7. ChemChina (oder Adama, befindet sich im Staatsbetrieb)
  8. FMC (börsennotiert)
  9. Nufarm (börsennotiert, Sitz in Melbourne, Australien)
  10. UPL (börsennottiert, Sitz in Mumbai, Indien)

Die Global Player der Lebensmittelindustrie

Immer weniger Player beherrschen immer mehr.

Auf 50 Firmengruppen entfallen 50% des weltweiten Umsatzes mit der Herstellung von Lebensmitteln. Die Umsatzanteile steigen und damit einhergehend auch die Macht dieser Akteure.

Die Top 10 der Lebensmittelhersteller weltweit sind:

  1. Nestle
  2. JBS (Familienunternehmen mit Sitz in Brasilien)
  3. Tyson Foods
  4. Mars
  5. Mondelez
  6. Kraft Heinz
  7. Unilever
  8. Danone
  9. General Mills
  10. Smithfield (Staatsbetrieb, weltgrößter Schweinefleischproduzent und -lieferant)

Profit steigt, Hunger bleibt

Während sich die westliche Welt auf die Schultern klopft und seine Konzerne feiert, fragen sich Millionen von Menschen, wie sie das lästige Magenknurren los werden.

Es gibt mehr als 800 Millionen unterernährte Menschen auf der Welt – das ist fast jeder 9-te Mensch !!!

Für diese Menschen haben die doch so beliebten „Hunger bekämpfen“ Kampagnen der Konzerne die Nahrungsmittel herstellen, nichts gebracht.

Ganz im Gegenteil: industrielle Nahrungsmittelsysteme haben die Ungleichheiten eher verschärft als gelöst.

Und wisst Ihr was das Paradoxe an der ganzen Geschichte ist?

„Unabhängige, meist kleinbäuerliche Produzentinnen und Produzenten sowie in der Landwirtschaft abhängig Beschäftigte machen heute mehr als die Hälfte aller Hungernden aus.“

Ich weiß nicht wie es Euch beim Lesen dieser Zeilen aus dem gleichnamigen Dokument geht, aber ich musste wirklich schlucken.

Jetzt stehen wir da. Die Probleme sind ganz klar: Konzentration von Macht in der Hand weniger Player, Unterernährung, weg von der Vielfalt und hin zu Hochertragssorten (damit Boom der Monokulturen), erhöhter Einsatz von Dünger und Pestiziden, Gentechnik auf Acker und Teller… und die Liste nimmt kein Ende.

Was können wir dagegen tun?

Fakt ist, dass immer mehr Konzerne in die Kritik geraten.

Weltweit protestieren Menschen gegen eine Agrar- und Handelspolitik, die die Macht der Multis stärkt. Lobbykritische Organisationen in Kooperation mit unabhängigen Medien und sogenannter Whistleblowern decken immer wieder auf, wie Konzerne gegen Abkommen verstoßen sowie auf die Verteilung von Subventionen und Forschungsgelder Einfluss nehmen.

Wollt Ihr mehr wissen?

Die oben aufgeführten Themen sind alle Bestandteile des neulich veröffentlichten Konzernatlas 2017. Wenn Ihr Lust habt tiefer in die Materie einzusteigen, dann könnt Ihr das PDF-Dokument hier herunterladen.

Welche sind Eurer Meinung nach die größten Herausforderungen im Agrarsektor der kommenden Jahre?

Land Grabbing weltweit

Land Grabbing: Internationale Investoren schlagen zu

Es ist schon etwas länger her, dass ich über Land Grabbing bzw. das Landraub-Phänomen geschrieben habe. Heute möchte ich dieses Thema aufgrund eines recht alarmierenden Trends wieder stärker ins Bewusstsein bringen.

Vor wenigen Tagen, hat die Organisation Land Matrix einen aktuellen Bericht zum fortschreitenden Trend ‚Investoren kaufen Agrarflächen‘ veröffentlicht.

Die wichtigste und gleichzeitig verblüffendste Erkenntnis:

26,7 Mio. Hektar der weltweiten Agrarflächen sind seit dem Jahr 2000 in der Hand ausländischer Investoren übergegangen.

Übersetzt bedeutet diese Zahl folgendes:

Rund 2% der globalen landwirtschaftlichen Nutzfläche befindet sich in den Händen dieser Investoren. Diese Nutzfläche ist demnach so groß, wie die Summe der Flächen Sloweniens plus des Vereinigten Königreichs.

Steigen wir doch tiefer in die Materie ein, einverstanden?

Land Grabbing – Wer das Land besitzt, dem gehört die Zukunft

Die globale Jagd nach Ackerland befindet sich schon längst in vollem Gange. Anlaß genug um einen Kinofilm zu drehen, dachten sich die Produzenten von Langbein & Partner Media.

So entstand letztes Jahr ein Kinofilm welches für viel Aufsehen auf YouTube & Co. sorgte.

Werfen wir doch mal einen Blick auf den deutschsprachigen Trailer…

Quelle: YouTube Video von Langbein & Partner

Das spielt sich also weltweit hinter den Kulissen ab…

Übrigens, wer ein bischen auf YouTube sucht, findet diesen Kinofilm in seiner vollständigen Länge.

Nun zurück zu den Zahlen und damit zur frisch veröffentlichten Land Matrix Studie mit dem Titel „International Land Deals for Agriculture – Analytical Report II“.

Afrika, Osteuropa und Südostasien am stärksten von Land Grabbing betroffen

Zusehends landet mehr und mehr landwirtschaftlich nutzbare Fläche in den Händen internationaler Investoren. Nun mag der eine oder andere denken, „Mensch, was solls? Es sind ja nur 2% der gesamten Agrarfläche. Was soll die ganze Aufregung…“

Es stimmt. Betrachten wir das Land Grabbing Phänomen auf globaler Ebene, dann befindet sich dieser Wert noch auf einem niedrigen Niveau. Aber was passiert mit Länder und Kontinenten wo diese Prozentzahl weit darüber hinaus geht? Sollten wir diese nicht doch noch ganz stark im Fokus behalten?

Der Bericht der Land Matrix Organisation berücksichtigt den länderübergreifenden Grunderwerb von mindestens 200 Hektar. Dabei sticht das afrikanische Kontinent am stärksten heraus. Die Landnahme durch Investoren ist in dieser Regin besonders stark ausgeprägt.

  • Afrika: 422 Geschäftsabschlüsse (42% aller Abschlüsse) und entsprechend 10 Millionen Hektar (entspricht 37%)
  • Osteuropa: 96 Geschäftsabschlüsse und entsprechend 5,1 Millionen Hektar
  • Top 5 Länder: Indonesien, Ukraine, Russland, Papua-Neuguinea und Brasilien stehen für 46% der weltweiten Agrarflächen die unter Vertrag gekommen sind und 25% aller Geschäftsabschlüsse

Woher stammen die meisten Investoren?

Die Investoren stammen hauptsächlich aus folgenden fünf Länder: Malaysia, USA, aus dem Vereinigten Königreich, Singapur und Saudi-Arabien. Insgesamt wurden ihnen 37% aller Geschäftsabschlüsse aufs Konto geschrieben.

Die Top fünf westeuropäische Investoren kommen aus dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Frankreich, Jersey und Zypern. Insgesamt gehen 315 Geschäftsabschlüsse auf deren Konto und entsprechend 7,3 Millionen Hektar.

Mehr Agrarflächen für Nahrungsmitteln

Die Flächen werden demnach gekauft und was dann?

Laut Bericht, dienen die erworbenen Flächen für den Anbau von Getreide, Palmöl- und Kautschukproduktion im Falle asiatischer Investitionen und Biokraftstoffproduktion bei Investoren aus dem Vereinigten Königreich und Indien.

Was aus dem Bericht ebenfalls hervorsticht, ist die Tatsache, dass die lokale Bevölkerung bzw. die lokalen Gemeinschaften bei Verhandlungen und Vertragsabschlüssen sehr wenig involviert wurden.

Der 68-Seiten lange Bericht der Land Matrix Organisation steht unter folgendem Link als Download zur Verfügung (PDF ist in englischer Sprache): Land Matrix Analytical Report II

Über Land Matrix

Land Matrix ist eine globale, unabhängige von internationalen Forschungseingseinrichtungen und Organisationen koordinierte Intitiative welche sich als Ziel gesetzt hat, den Landerwerb auf unserem Planeten transparenter und nachvollziehbarer zu machen.

Zu den Partnern von deutscher Seite zählen das Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien sowie die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit.

Quelle: YouTube Video von LandCoalition

Land Grabbing… Und wie geht’s weiter?

Agrarflächen auf dem Planeten Erde sind begrenzt. Wie wir alle wissen, begrenzt heisst wertvoll. Fläche ist wertvoll, sogar sehr wertvoll.

Zählen wir eins und eins zusammen, dann gibt es zukünftig folgende Alternativen:

1. Aus den aktuell rund 2% Land Grabbing werden es in den nächsten Jahren 5%, dann 10% und so weiter.

2. Wir erobern andere Planeten und führen dieses Spiel dort fort. Eine durchaus denkbare Variante wenn wir die Visionen der Multi-Milliardäre Elon Musk (SpaceX, Tesla, PayPal), Richard Branson (Virgin Galactic, Virgin Group) oder Jeff Bezos (Blue Origin Space Company, Amazon) teilen.

3. Regierungen und Behörden werden unparteiisch und unvoreingenommen – das Szenario mit der wohl geringsten Eintrittswahrscheinlichkeit.

Land Grabbing – wie geht’s Eurer Meinung nach weiter? Welche Szenarien (positiv oder negativ) sollte ich zu meiner obigen Liste hinzufügen?