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Agrarpolitik-Europa-Landwirtschaft

Wo führt die Europäische Agrarpolitik hin?

Angesichts von Themen wie Brexit und Flüchtlingskrise werden die Stimmen lauter, die ein Umdenken der europäischen Agrarpolitik fordern.

Knapp 40 Prozent des gesamten EU-Haushaltes geht an den Agrarsektor. Durch den Brexit fällt ein wichtiger Nettozahler weg.

Aber nicht nur das finanzielle Loch im EU-Haushalt lässt die Stimmen, die überfällige Reformen einfordern lauter werden.

Auch die Flüchtlingskrise, die viele Länder der EU nicht nur finanziell viel abverlangt, schiebt den Fokus auf andere Probleme der Agrarpolitik.

Ist unsere Agrarpolitik ein entscheidender Grund für die Flüchtlingsströme aus Afrika?

Bevor wir diese Frage näher hinterleuchten, zunächst die Meldungen der letzten Tage:

 1 – Der Vogelgrippe H5N8 – Erreger wurde bei Wildvögeln registriert

Der hochansteckende Vogelgrippe-Virus H5N8 wurde, erstmalig seit Mai, nahe Seeburg (Sachsen-Anhalt) bei drei toten Schwänen nachgewiesen.

Entsprechend wurde um den Fundort ein Sperrbezirk sowie Beobachtungsgebiet mit Stallpflicht eingerichtet.

Der Virus kann über Wildvögel erneut nach Deutschland gelangt sein oder im Boden überdauert haben.

Drücken wir die Daumen, dass der Nachweis des agressiven Erregers ein „einmaliges“ Ereignis bleibt.

2 – Prognosen für die Zuckerrübenernte

Europa kann sich auf eine große Zuckerrüben-Ernte vorbereiten. Dies ist auf einen bedeutenden Zuwachs bei der Anbaufläche als auch mit dem Wegfall der Zuckerquote zurückzuführen.

Die Fläche wächst laut EU-Kommission um rund 16 Prozent und erreicht damit das größte Niveau seit 10 Jahren.

Spitzenreiter unter den Zuwachsländern sind Großbritannien (28,9 Prozent) und die Niederlande (27,3 Prozent).

Die erwarteten Ernteerträge bleiben jedoch hinter dem Wachstum der Anbaufläche zurück. Die Ernte wird wahrscheinlich etwas kleiner als die von 2014 ausfallen.

Gleichzeitig befinden sich die Zuckerpreise auf einem Zweijahrestief. Von Februar bis Juni sind die Preise am europäischen Terminmarkt in London um ein Drittel gefallen.

Der Preis hat sich seither kaum erholt. Weltweit wird ein Produktionsüberschuss und Wachstum der Bestände erwartet.

Mit dem entsprechenden Angebot sind die Preise für Zuckerrüben weltweit gefallen und wirken sich entsprechend auf den europäischen Markt aus.

Bis zum Herbst sind noch ein paar Wochen, in denen sich noch einiges ändern kann. Wir Landwirte wissen, das Wetter richtet sich nach keinen Prognosen oder Terminmärkten.

(Quelle: Europäische Kommission, Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung)

3 – Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung

Kein Obst und Gemüse, dass nicht der Standardnorm und als erstklassig klassifiziert wurde, landet in deutschen Supermärkten.

Verbraucher kaufen nur einwandfreies Gemüse und Obst. Krumme Möhrrüben oder Gurken, Äpfel die nicht komplett rund sind – manch einer kennt wahrscheinlich gar keine natürlichen Formen mehr.

Aldi Süd startet nun den Verkauf von Obst und Gemüse mit „kleinen Schönheitsfehlern“.

Wie die Zeitschrift Lebensmittelpraxis berichtet, soll das zweitklassige Gemüse mit dem Namen „Krumme Dinger“ betitelt zukünftig in den Regalen der Kette angeboten werden.

„Mit dem Angebot ‚zweitklassiger‘ Ware erweitern wir unsere Toleranzen im Einkauf und setzen ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung in der Lieferkette“, so Philipp Skorning, Group Buying Director.

Erstklassiges Obst, Gemüse und Fleisch für unsere Supermarktregale – aber wohin geht der Rest? Die Antwort auf diese Frage hängt wohl zusammen mit der Frage:

Verursacht die europäische Agrarpolitik die Flüchtlingsströme?

Es sind keine neuen Nachrichten, wenn wir von Höfen hören, die aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit aufgeben müssen.

Es liegt nicht an dem fehlenden Arbeitseinsatz, dem Willen, Enthusiasmus, Wissen oder Faktoren wie moderner Technik, neusten Produktionsverfahren.

Kleinere Betriebe können mit der billigen Konkurrenz der Massenproduzenten nicht mithalten.

Einen Moment – mit 40 Prozent an Agrarsubventionen der EU-Haushaltes, sollten diese nicht dazubeitragen, die „kleinbäuerlichen“ Strukturen zu erhalten.

Steht dies nicht als politisches Ziel überall geschrieben? Wohin fliesst das Geld?

Fakt ist: Nur 25 Prozent der Direktzahlungen gehen an die 80 Prozent der Höfe mit dem geringsten Einkommen.

55 Prozent der Direktzahlungen gehen an die 10 Prozent der Höfe mit dem höchsten Einkommen. (Quelle: Europäische Kommission)

Nun ist Europa noch, weltweit gesehen, durch Wohlstand geprägt. Wie trifft die europäische Politik andere Bereiche der Erde, etwa Afrika?

Landwirtschaft ist hier noch die Haupteinkommensquelle der Bevölkerung. 

Agrarpolitik fördert mit Subventionen und Zollbestimmungen den Export in ärmere Länder. Teils auch als Entwicklungshilfe betitelt.

Aber auch hier können die Kleinbauern nicht mit den billigen Konkurrenzprodukten mithalten:

Deutsches Huhn in Afrika

Quelle: Manfred M. Strasser

Ob vor unseren eigenen Türen oder auch Übersee, die Agrarpolitik der letzten Jahre scheint nicht zu funktionieren, denn

ob hier oder anderswo, wer in der Landwirtschaft keine Arbeit findet, wandert in die Städte. Wer, wie in den Entwicklungsländern, auch dort keine Arbeit findet, wandert weiter. 

Aber kommen wir wieder zu unserer Frage: wohin gehen die Lebensmittel, die in Europa nicht verkauft werden können?  

Europäische Verbraucher verlangen erstklassige Produkte. Standardisiertes Obst und Gemüse ohne „Fehler“. Fleisch, nur das beste, was nicht nach Tier aussieht. 

Alles, was für uns nicht gut genug ist, geht, wie im Beitrag gesehen, in die Entwicklungsländer. Zum Beispiel nach Afrika.

Wer dort über die Märkte schlendert, findet europäische Produkte auf den Märkten und in den Geschäften. Von Tomaten über Hühnerfleisch.

Es gibt die Vertreter, die eine Agrarpolitik fordern, die nur auf die jeweilige Region oder Land ausgelegt ist.

D.h. es wird produziert, wo auch konsumiert wird. Für den heimischen Markt.

Wahrscheinlich ist ein Umdenken der Verbraucher in derartigem Ausmaß nicht erreichbar. 

Auch ist die Landwirtschaft international derart politisch und wirtschaftlich verflochten, dass ein solche Agrarpolitik wohl rein Utopie ist. 

Aber was ist Eure Meinung: wäre eine dezentrale Agrarpolitik, bei der jedes Land stärker selbstbestimmt handeln kann, ein möglicher Ansatz? 

Trendmonitor Europa Pessimismus unter Landwirte

DLG-Trendmonitor Europa: Investitionsbereitschaft nimmt ab

Im Frühjahr war die Stimmung noch gut, jetzt im Herbst ist diese eher getrübt. Die Investitionsbereitschaft europäischer Landwirte ist rückläufig. Die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung sind verhalten. Ein Hauch von Pessimismus im neuen DLG-Trendmonitor.

Die Herbst-Auflage des DLG-Trendmonitors für Europa ist alles andere als „rosig“. Die aktuelle Geschäftslage macht Landwirte nicht besonders glücklich.

Die Stimmung ist europaweit getrübt. Zu sehr mischt sich die Politik in die Produktion und Produktionsweise der Landwirtschaft ein. Hinzu kommen die Faktoren Preisdruck, Russlandembargo, Afrikanische Schweinepest und Trockenheit die sich ebenfalls negativ auf die Stimmungslage auswirken.

Bevor ich auf die beiden Hauptthemen Erwartungen an die Geschäftsentwicklung und Investitionsbereitschaft des aktuellen Trendmonitor näher eingehe, möchte ich noch zwei ganz frische Meldungen mit Euch teilen – diese News sind „hot off the press“.

Hot News #1: Skandinavischer Vertriebspartner von Claas wählt AGCO als neuen Partner.

Claas steht im skandinavischen Raum vor einer großen Herausforderung. Der langjährige Vertriebspartner Lantmännen wird sich aus Dänemark und Norwegen zurückziehen. In Schweden wird die Firma Lantmännen ab sofort mit AGCO kooperieren. Claas muss sich neu ordnen und diese drei skandinavischen Ländern zukünftig mit einem anderen Partner bedienen.

Die Nachricht schockt die Branche. Presseberichten zufolge (z.B. tractor.no), wollte Lantmännen kein Exklusivhändler mehr sein. Das Unternehmen wolle sein Produktangebot erweitern und sich breiter aufstellen, so Jonas Arvidsson, Direktor von Lantmännen. Claas wäre mit dieser Entscheidung nicht einverstanden gewesen, sondern hätte weiterhin auf ein Exklusivvertrag gepocht.

Für Claas heisst es jetzt: neue Vertriebsstrukturen und -partner in Skandinavien aufbauen.

Hot News #2: Stuttgarter Landesregierung genehmigt 1 Mio. EUR für das Förderprogramm „Baumschnitt-Streuobst“

Pro Baumschnitt gibt es 15 EUR und genau das wollen sich die Landwirte aus Baden-Württemberg nicht entgehen lassen. Die hohe Anzahl von Sammelanträgen hat dazu geführt, dass die Landesregierung das Budget aufgestockt hat.

Die Förderung gilt für den fachgerechten Baumschnitt von Kern- und Steinobstbäumen (Stammhöhe von mindestens 1,40 m) auf Streuobstwiesenflächen.

Weiterführende Informationen findet Ihr auf der Webseite der Landesregierung BaWü.

Und jetzt zurück zu unserem Trendmonitor…

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 05

DLG-Trendmonitor Herbst 2015: Optimismus ade

Verhaltene Geschäftsaussichten. Rückläufige Investitionsbereitschaft. Die beiden Trends gehen Hand-in-Hand.

Werfen wir doch einen Blick auf die aktuelle Geschäftslage.

In Deutschland, Großbritannien und Polen zeigt die Kurve ganz eindeutig nach unten. Der anhaltende Preisdruck bei Getreide, Milch und Fleisch drückt die Stimmung.

Nur Frankreich tanzt aus der Reihe; die französichen Landwirte sehen keine Verbesserung aber auch keine Verschlechterung in der aktuellen Geschäftslage. Das Ergebnis: Remis, stabil. Die staatlichen Hilfeleistungen sind hierbei sicherlich ein ganz wichtiger „Stabilisator“.

Wie lauten die Geschäftserwartungen europäischer Landwirte?

Der aktuelle Trendmonitor berichtet von einer trübseligen Stimmung unter den europäischen Landwirten.

In Deutschland zählen Milchvieh- und Schweinehalter zu den größten Skeptikern. Der anhaltende Druck auf die Erzeugerpreise und die sinkende Nachfrage nach Schweinefleisch erhöhen die Sorgen dieser beiden Farmer-Gruppen. Nur Marktfruchterzeuger sind hierzulande etwas entspannter. Sie geben die Hoffnung nicht auf und erwarten eine steigende Nachfrage nach EU-Getreide mit anschliessend höheren Preisen.

Die Stimmung in Großbritannien ist aufgrund der ungünstigen Wechselkurse Pfund-Euro ebenfalls getrübt. Euro-Agrarprodukte sind heute wettbewerbsfähiger. Als Folge leiden britische Landwirte unter einem hohen Preisdruck.

In Polen sorgt der Importstopp Russlands weiterhin für Pessimismus. Eine Erholung ist zur Zeit nicht in Sicht.

Frankreich tanzt erneut aus der Trend-Reihe. Die Geschäftsentwicklung ist stabil; zwar auf niedrigem Niveau, jedoch stabil. Nur Milchviehhalter sehen das Ganze besorgter. Die unzähligen Demonstrationen in den letzten Wochen zeigen das eindeutig. Die Milchpreise stehen unter Druck. Milch aus dem EU-Ausland ist immer noch günstiger als Milch aus Frankreich.

Investitionen werden zurückgestellt

Verhaltene Geschäftsaussichten, geringe Investitionsbereitschaft. Klar, oder?

  • In Deutschland wollen nur noch 42% der Landwirte investieren. Bei der Frühjahrsbefragung waren es noch 46%. Die Extreme: Ackerbauer wollen mehr investieren (von 42% gehts hoch auf 45%), Milchviehhalter wollen deutlich weniger investieren (von 53% gehts runter auf 38%).
  • In Großbritannien sieht es ganz anders aus. Hier geht die Investitionsbereitschaft von 48% im Frühjahr auf 24% zurück. Eine dramatische Entwicklung als Folge der ungünstigen Wechselkurse und damit einhergehend, der teuren Importe.
  • In Polen sinkt die Investitionsbereitschaft von 47% auf 39%.
  • Ganz anders sieht die Lage in Frankreich aus. Der Trendmonitor zeigt eine stabile bzw. leicht steigende Investitionsbereitschaft: von 21% im Frühjahr gehts hoch auf 23%.

Prognosen im DLG-Trendmonitor

Obwohl viele Landwirte pessimistisch in die Zukunft blicken, gibt es wiederum andere die auf Technik & Innovation, Erweiterung der Fruchtfolge, Optimierung der Bodenbearbeitung und effiziente Einsatzalternativen von Betriebsmitteln setzen.

So unterschiedlich sind wir Menschen: die einen sehen das Glas halb leer, die anderen das Glas halb voll.

Ihr habt die Wahl…

Widerspiegelt das was im aktuellen Trendmonitor steht auch Eure Erwartungen? Wie lautet Eure Position zum Thema Investitionsbereitschaft?

Ich freue mich auf Euer Kommentar.

Rucklaufige Investitionsbereitschaft Landwirte in Europa

Rückläufige Investitionsbereitschaft führender Landwirte in Europa

Das Importembargo Russlands und der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sind nur zwei der Themen welche die Stimmung der Landwirte in Europa trübt. Hinzu kommt der Preisverfall bei Milch, Schweinefleisch & Co. was die Investitionsbereitschaft und die Zukunfterwartungen aller im Agrarbereich tätigen Menschen nicht unbedingt beflügelt.

Trotz aller oben aufgeführten Herausforderungen liegt die Investitionsbereitschaft führender Landwirte in Europa auf einem hohen Niveau. Die Landwirte in Deutschland erwarten eine überwiegend stabile Geschäftsentwicklung.

Trendmonitor Europa – Das erwarten Landwirte

Zweimal im Jahr – jeweils im Frühjahr und im September, nach der Ernte – befragen DLG-Experten deutsche, französische, polnische und britische Landwirte, um einen besseren Einblick in die aktuelle Stimmung, die Geschäftsentwicklung und die Investitionsbereitschaft zu erhalten und andererseits ein Gespür dafür zu bekommen, wie führende Landwirte in Europa die Zukunft einschätzen.

In dem heutigen Blog berichte ich über die Ergebnisse des Trendmonitors Frühjahr 2015.

1. Deutsche Landwirte erwarten einen überwiegend stabilen Geschäftsverlauf

Starten wir unsere Reise gleich hierzulande.

Schenkt man dem Trendmonitor glauben, so wollen 46% der Ackerbauern, 47% der Schweinehalter und 54% der Milchviehhalter investieren. Die Investitionsneigung bei den Milchviehhaltern bleibt stabil.

Die ganzen Diskussionen und Änderungen rundum das Thema „Milchquote“ haben dazu geführt, dass die Milchproduzenten alles daran setzen ihre Produktivität zu steigern, um damit die vorhandenen Kapazitäten besser auszulasten.

Das weltweit hohe Angebot u.a. auch bei Milch drückt weiterhin auf den Preis und erfordert entsprechende Anpassungsstrategien. Die Milchviehhalter rechnen erst für Jahresende mit Preisverbesserungen und damit einer leichten Markterholung.

In Deutschland stehen die Sicherung der gesellschaftlichen Akzeptanz und zunehmende Liquiditätsrisiken im Fokus, so ein Fazit des DLG-Trendmonitors.

Bevor wir die Lage der Landwirte in drei weiteren europäischen Ländern näher unter die Lupe nehmen, lassen Sie uns noch einen schnellen Blick auf den frisch veröffentlichten Geschäftsbericht der Rentenbank werfen.

Das Neugeschäft der Landwirtschaftlichen Rentenbank mit Programmkrediten stieg im Jahr 2014 um 3,8%. An der Spitze der regionalen Verteilung von Förderkrediten steht das Bundesland Schleswig-Holstein. Die hohe Nachfrage nach Windkraftanlagen führte zu einer Finanzierung in Höhe von 1.012,7 Millionen EUR. Hiervon entfielen 703,8 Mio. EUR auf das Programm „Bürger- und Bauernwindparks“.

Während Schleswig-Holstein massiv investierte, ging die Finanzierungslust in Bayern deutlich zurück. Der Rückgang basiert im Wesentlichen auf rückläufige Photovoltaik-Finanzierungen.

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 05

2. Auf der Agenda der französichen Landwirtschaft steht die Umsetzung der EU-Agrarreform

In Frankreich liegt die Investitionsbereitschaft der Landwirte bei 21%. Das entspricht einem Plus von 7% im Vergleich zum Herbst 2014. Zwar bewegt sich alles noch auf einem sehr niedrigem Niveau, nicht desto trotz wollen:

  • 29% der Milcherzeuger
  • 15% der Marktfruchterzeuger und
  • 20% der Schweinehalter

in den nächsten 12 Monaten investieren.

Hauptthema der französischen Landwirtschaft bleibt weiterhin die Umsetzung der EU-Agrarreform.

3. Britische Landwirte hoffen auf Steuererleichterungen

Die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung gehen in entgegengesetzte Richtungen:

  • Marktfruchterzeuger und Milchviehhalter sind weniger optimistisch
  • Schweinehalter erwarten in den nächsten Monaten stabile Preise und gehen damit auch weiterhin von einer soliden Geschäftsentwicklung aus

Die Investitionsbereitschaft der Schweinehalter liegt bei 63% (ein Plus von 12%) und die der Milchviehhalter bei 55% (das entspricht einem Rückgang von 12%).

Die Landwirte aus Großbritannien geben die Hoffnung auf Steuererleichterungen nicht auf.

4. Das niedrige Preisniveau und die damit einhergehenden Liquiditätsrisiken beschäftigt die polnischen Landwirte

Die Stimmung bei den polnischen Landwirten ist nicht ganz so optimal wie bei den westlichen Kollegen. Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest, das Importembargo Russlands und der sich daraus ergebende Preisdruck, trübt die Stimmung.

Die Investitionsbereitschaft nimmt zwar ab, bleibt nicht desto trotz auf einem hohen Niveau. So wollen 50% der Milchviehhalter, 47% der Schweinehalter und 46% der Marktfruchterzeuger Investitionen tätigen.

Fazit

So wie es aussieht, kämpfen europäische Landwirte von der Vogelperspektive aus gesehen, an unterschiedlichen Fronten. Wagt man jedoch einen Blick tiefer hinter die Kulissen, dann lässt sich feststellen, dass fast alle durch die Bank auf eine gewisse Entspannung im Bereich der Preise hoffen. Sollten sich die grauen Wolken etwas auflockern, gehe ich davon aus, dass wir eine Ankurbelung der Investitionen sehen werden.

Was erwarten Landwirte und Verbraucher Ihrer Meinung nach von der EU-Agrarpolitik? Welche Zukunftsszenarien sind wahrscheinlich?

 

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 01

Landwirtschaft Investitionsbereitschaft der Landwirte sinkt

Landwirtschaft: Investitionsbereitschaft der Landwirte sinkt

Die Stimmung in der deutschen Landwirtschaft ist nicht gerade rosig, so die neuesten Ergebnisse des Konjunkturbarometers Agrar. Die geplanten Investitionsvolumina für das erste Halbjahr 2015 fallen erheblich niedriger aus.

Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich veröffentlicht. Bei der jüngsten Runde im Dezember 2014 wurden rund 2.100 Landwirte und Lohnunternehmer aus ganz Deutschland befragt. Zu den wichtigsten Ergebnissen der Befragung gleich mehr.

Passend zur aktuellen Stimmung in der Landwirtschaft möchte ich folgendes Video mit Ihnen teilen: Ein Bagger bleibt im Schlamm stecken.

Da fragt sich fast jeder, ob der Fahrer des Baggers es jemals wieder aus dem Dreck schafft.

Hm, was glauben Sie? Wird der Baggerführer es schaffen?

Schlechte Stimmung in der Landwirtschaft wirkt sich negativ auf die Investitionsbereitschaft aus

Die Ergebnisse des Dezember-Konjunkturbarometers weisen einen deutlichen Rückgang in der Bereitschaft der Landwirte zu investieren aus. Im ersten Halbjahr 2015 wollen nur noch 34% der Landwirte investieren. Im Vorjahr waren es noch 40%. Damit fällt das geplante Investitionsvolumen von 6,3 auf 4,7 Mrd. EUR zurück.

Im Einzelnen sehen die Investitionsplanungen nach Investitionsbereichen wie folgt aus:

  1. Maschinen und Geräte: Rückgang von 1,3 auf 1,1 Mrd. EUR.
  2. Wirtschaftsgebäude: Von 2,9 Mrd. EUR gehts runter auf 2,0 Mrd. EUR.
  3. Hof- und Stalltechnik: Geplant sind 0,3 Mrd. EUR; im Vorjahr waren es 0,7 Mrd. EUR.
  4. Erneuerbare Energien (Photovoltaik, Biogas, Windkraft, BHKW): Leicht rückläufig mit Minus 0,1 Mrd. EUR.

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 05Wo liegen die Hauptursachen für diese Entwicklung?

Der Konjunkturindex lag im Dezember bei 16,7 Punkte, so tief wie seit März 2010 nicht mehr. Im Juni 2014 war der Wert bei 30,7 Punkte und im September 2014 bei 19,2 Punkte. Der Index ist damit um die Häflte zurück gegangen.

Warum ist dieser Index von Bedeutung?

Der Konjunkturindex fasst die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage sowie die Erwartungen an die zukünftige Wirtschaftsentwicklung zusammen. Die aktuelle Stimmung hat sich demnach weiter veschlechtert. Die zukünftige Entwicklung wird per Stand Dezember 2014 im Durchschnitt der Betriebe gleichbleibend ungünstig beurteilt.

Die Hauptursachen für die eingetrübte wirtschaftliche Stimmungslage lauten wie folgt:

  • Preisrückgang bei vielen wichtigen Agrarerzeugnissen: Obst und Gemüse, Milch, Schlachtschweine, Ferkeln
  • Weiterhin hohe Pachtpreise
  • Einführung des Mindestlohnes: Arbeitgeber müssen seit dem 1. Januar 2015 die Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten mit einem Monatseinkommen unter 3.000 EUR genau dokumentieren.
  • Schlechte Bewertung der nationalen und EU-Agrarpolitik: Die europäische Agrarpolitik wurde zuletzt in den Krisenjahren 2008 und 2009 so negativ beurteilt.

Wie beurteilen die einzelnen Betriebstypen die zukünftige Wirtschaftslage?

In den nächsten 2 bis 3 Jahren erwarten Futterbaubetriebe eine stark negative Entwicklung. Sie gelten als die großen Pessimisten unter den drei Betriebsformen. Veredlungsbetriebe blicken hingegen wieder optimistischer in die Zukunft und erwarten eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung.

Die Zukunftserwartungen der Ackerbaubetriebe haben sich in der Mitte eingependelt: sie sehen optimistischer als die der Futterbaubetriebe aus, jedoch nicht ganz so euphorisch wie die der Veredlungsbetriebe.

Gibt es einen Lichtblick am Horizont?

Es gibt Hoffnung am Ende des Tunnels. Die steigenden Getreidepreise und die aktuellen Entwicklungen auf den Energiemärkten wirken sich positiv auf die wirtschaftliche Stimmungslage. Es bleibt also abzuwarten ob das im März erfasste Konjunkturbarometer eine Kehrtwende wiederspiegeln wird.

Wie schätzen Sie die Zukunftsaussichten für die Landwirtschaft in Deutschland und der EU ein?

 

Agrarbetrieb Geschenk Landwirte 01
Landwirte zeigen leicht geringere Innovationsbereitschaft

Landwirte zeigen leicht geringere Investitionsbereitschaft

Die positive Stimmungslage und Investitionsbereitschaft der deutschen Landwirte hat sich im März 2014 etwas abgeschwächt. Die jüngsten Zahlen aus dem Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) weisen auf einen leicht rückläufigen Trend hin.

Am Ende jeden Quartals wird der aktuelle Konjunkturbarometer Agrar veröffentlicht. Der Konjunkturindex widerspiegelt die Einschätzung der Landwirte zur aktuellen und zukünftigen Wirtschaftsentwicklung.

Lag der Index des Konjunkturbarometers im Dezember 2013 noch bei 37,2 Punkten, so verzeichnete die neue Erhebung einen Rückgang bis auf 35,1 Punkten. Verantwortlich für den leichten Rückgang sind einerseits die wieder anziehenden Preise bei Dünge- und Futtermitteln und andererseits, die Preisentwicklung bei Schweine. Eine positive Auswirkung auf die Stimmungslage gab es hingegen durch die angestiegenen Getreidepreise sowie den niedrigeren Energiepreisen.

Landwirte: Geschätzte Investitionen rückläufig

Wie sehen denn die Investitionsplanungen der Landwirte nach Investitionsbereichen aus?

36 Prozent der Landwirte wollen im kommenden Halbjahr Investitionen tätigen. Das sind zwar 3% weniger als letztes Jahr im gleichen Zeitraum, jedoch bleibt das geplante Investitionsvolumen mit 6,1 Milliarden Euro vergleichsweise hoch. Im Vorjahr lag das Investitionsvolumen um 0,1 Milliarden höher.

Die Investitionen in Maschinen und Geräte gehen mit 0,9 Milliarden Euro zurück. Die Investitionen in Ställe und Stalltechnik dominieren hingegen weiterhin das Investitionsfeld mit geplanten 4,0 Milliarden Euro (0,1 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr). Wie erwartet steigen auch die Investitionen in erneuerbare Energien (Photovoltaik, Biogas, Windkraft). Mit 300 Millionen Euro fallen hier die Investitionen höher aus als im vergleichbarem Vorjahreszeitraum.

DEIN GESCHENK VON AGRARBETRIEB: Startpaket für innovative Landwirte

Bevor ich auf die Zukunftsperspektiven eingehe, möchte ich einen interessanten Beitrag über die boomende Landwirtschaft in Deutschland mit Ihnen teilen. Zwei NDR Autoren haben sich die rasante Entwicklung in der Landwirtschaft näher angeschaut und wollten eine Antwort auf die Frage erhalten: Wer profitiert eigentlich von dem Boom, und wer befördert ihn?

Deutsche Landwirte in der modernen Landwirtschaft

Landwirte bleiben verhalten

Die Einschätzung der Landwirte über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung hat sich gegenüber der letzten Erhebung leicht verschlechtert. Die Zukunfterwartungen sind insbesondere in den Michviehbetrieben zurückgegangen. Eine Stagnation gab es bei den Ackerbaubetrieben, während in den Veredlungsbetrieben von einer Verbesserung der Zukunftlage ausgegangen wird.

Landwirte zeigen leicht geringere Innovationsbereitschaft

Landwirte zeigen leicht geringere Innovationsbereitschaft
Bild von ratch0013/ FreeDigitalPhotos.net

Auf der Frage nach dem größten Kostendruck, gaben die Betriebsleiter die anziehenden Pacht- und Energiepreise, sowie Dünge- und Futtermittelpreise an.

Die Befragungswerte zeigen weiterhin eine deutliche Skepsis der deutschen Bauern einerseits gegenüber der nationalen Agrarpolitik und noch mehr gegenüber die EU-Agrarpolitik.

Einen detaillierten Einblick in die aktuelle Zahlen des Konjunkturbarometers März 2014 erhalten Sie auf der Webseite des Deutschen Bauernverbandes.

Wie sehen Ihre Prognosen für das nächste halbe Jahr aus? Werden Ihrer Meinung nach die deutschen Landwirte Ihre Investitionsbereitschaft erhöhen?