Beiträge

Artenschutz-Blumenwiese-Agrarbetrieb

Wie kann Artenschutz funktionieren?

Erst am Dienstag hat ein Schäfer auf einem Cuxhavener Deich sechs seiner Schafe an den Wolf verloren. Geht der Artenschutz zu weit? Die Diskussion ist abermals entfacht. 

Der Artenschutz in Deutschland und auch anderen Ländern ist ein heikles Thema. 

Zum einen steht es außer Frage, dass er ernorm wichtig ist. Die Natur ist ein sensibles Zusammenspiel von dem kleinsten bis zum größten Lebewesen. 

Kein anderes Tier wie die Biene zeigt wohl auf, wie eins mit dem anderen verbunden ist. Und es ist schön von Erfolgen wie beim Biber, Seeadler oder auch Wolf zu hören. 

Aber gerade beim Wolf zeigt sich, dass es nicht nur damit getan ist, eine Tierart zu schützen: 

Wo sind die Grenzen beim Artenschutz?

Der Wolf ist ein Raubtier. Ein intelligentes dazu. Und Nutztiere sind, zugegebenermaßen, eine idealle Beute.

Es wird an Konzepten gearbeitet, wie Nutztiere und Wolf zukünftig besser zusammenleben können.

Hier prallen jedoch auch sehr unterschiedliche Einstellungen zum Thema aufeinander. Die Diskussionen halten derweilen an.

Sicher ist jedoch eins: es ist kein Thema, dass noch sehr lange auf die Bank geschoben werden kann.

Gerade die Schafhaltung auf Deichen zeigt, dass es nicht getan ist mit Handlungsanweisungen wie: baut bessere und wolfssichere Zäune um die Herden.

Dies ist vielerorts nicht umsetzbar. Und die zunehmenden Berichte, dass der Wolf die Scheu vor Menschen verliert, zeigen ebenfalls auf, dass es mit den derzeitigen Regelungen nicht getan ist.

Tierschutz bewegt sich in einem sehr sensiblen Umfeld: bei Nutztieren prallt das Wohl der Tiere mit der Wirtschaftlichkeit aufeinander.

Bei Wildtieren, kann der Schutz einer Tierart zu Lasten anderer gehen:

Kann Artenschutz zu weit gehen?

Nehmen wir beispielsweise die Elefanten in Südafrika. Nachdem diese aufgrund des Elfenbeins gnadenlos gejagt wurden, konnten sich die Bestände aufgrund der strikten Tierschutzgesetze erholen.

Mittlerweile sind die Bestände jedoch derart explosionsartig gestiegen, dass die große Elefantenpopulation ebenfalls eine Belastung für die Umwelt darstellen:

Elefanten benötigen bis zu 200 Kilogramm Nahrung am Tag. Ressourcen hierfür stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung.

Zuviele Elefanten können zudem mit ihrem Gewicht erheblich zur Versiegelung von Böden beitragen – jeder kennt den Effekt von Trampelpfaden, auf denen keine Wiese mehr wächst.

Die Erfolgsgeschichte des Elefanten kann für andere Tiere wie dem Spitzmaulnashorn somit auch zur Bedrohung werden.

Der Schutz einer Tierart kann erheblich zu Lasten von anderen Tierarten, die ebenfalls auf die Nahrung und Natur für ihr Überleben angwiesen sind, gehen.

Bei uns gibt es keine Elefanten, aber wir freuen uns auf eine wachsende Wolfspopulation. Die Rückkehr des Wolfes ist eine wahre Erfolgsgeschichte. Aber: 

Eine zunehmende Population hat unmittelbare Folgen, insbesondere für Nutztierhalter, deren Existenz durch Übergriffe auch gefährdet werden kann.

„Die europäische Strategie einer Koexistenz der Weidewirtschaft mit diesem Raubtier ist grandios gescheitert und muss neu diskutiert werden“, meint deshalb Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung.

Ein vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) und dem Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden (VJE) in Auftrag gegebenes Gutachten empfiehlt nun den kontrollierten Abschuss des Wolfes in Deutschland.

Dies wird bereits in anderen europäischen Ländern praktiziert. Ab wann muß dem Artenschutz Einhalt geboten werden, um andere Arten, ob Nutztier oder Mensch, zu schützen?

Artenschutz in der Landwirtschaft

Der Wolf wird stark diskutiert, weil er beim Kontakt mit der Zivilisation und Landwirtschaft durchaus auch als „Gewinner“ hervorgeht. 

Beim Aufeinandertreffen von Landwirtschaft und anderen Wildtieren, etwa dem Rebhuhn, gewinnt eigentlich immer die Landwirtschaft. 

Ein Drittel aller Tierarten in Deutschland sind gefährdet. Die Existenz oder Nicht-Existenz einzelner Tiere fällt nicht direkt ins Gewicht. 

Über die Zeit sind die Zahlen jedoch schockierend. Um beim Rebhuhn zu bleiben: in Hessen allein wurde vor 60 Jahren noch 100.000 Vögel pro Jahr (!) von den Jägern geschossen. 

Heute besteht die gesamte Rebhuhn-Population aus gerade mal geschätzten 3.000 Tieren, wenn überhaupt. 

Es ist nicht zu Verleugnen, dass die moderne Landwirtschaft ihren Anteil an dem Aussterben vieler Arten hat. 

Die wirtschaftlichen Anbaumethoden mit Monokulturen, Einsatz von Pestiziden, fehlenden Ackerrandstreifen und anderem sind nicht gerade förderlich. 

Entsprechend wird in der Presse schnell über die Landwirtschaft hergezogen. Aber auch diese Betrachtungsweise ist sehr einseitig. 

Denn, so unsere Meinung bei Agrarbetrieb: Landwirtschaft und Umweltschutz müssen sich nicht ausschließen. Dies gilt auch für die konventionelle Landwirtschaft. 

Landwirtschaft und Artenschutz

Im letzten Jahrhundert hat sich die Landwirtschaft so stark geändert wie nie zuvor. Die Folgen der Revolution auf dem Feld haben sich erst in diesem Jahrhundert gezeigt. 

Seitdem hat ein starkes Umdenken eingesetzt. Und die technologischen Möglichkeiten vereinfachen mehr denn je den Schutz von Wildtieren. 

Aber auch fernab von Technologien setzen viele Landwirte Maßnahmen um, die regional den Umweltschutz fördern.

Agrarbetrieb etwa, hat eine Leidenschaft für Blumenwiesen.

Nicht nur erfreut die Blütenpracht das Auge und Herz, sie fördert die Artenvielfalt und bietet die Nahrungsgrundlage für viele Tiere, insbesondere Insekten. 

Wir haben deshalb auch die Blumenwiesenpatenschaft ins Leben gerufen. So kann jeder aktiv beim Artenschutz mithelfen und dabei sich selbst oder anderen eine Freude machen.

(Nähere Informationen findet Ihr übrigens unter „Blumenwiese„.)

Natürlich interessiert mich wieder Eure Meinung zum Thema: wie sind Eurer Meinung nach moderne Lebensweise und Artenschutz miteinander zu verbinden?

Landkonzentration-Landwirtschaft

Zunehmende Landkonzentration in Europa

Eine zunehmende Landkonzentration ist in Deutschland als auch im restlichen Europa ein Trend, dem die EU-Agrarpolitiker entgegenwirken möchten.

Der Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments hat sich nun deutlich gegen eine „fortschreitende Eigentumskonzentration“ von Agrarflächen ausgesprochen.

Aber bevor wir den Hintergrund hierfür näher betrachten, lässt uns jedoch kurz auf die schauen Lage für Geflügelhalter schauen.

Keine Entwarnung für Vogelgrippe

Die Vogelgrippe ist noch nicht vollständig „abgeklungen“. Trotz einer Lockerung der Stallpflicht für viele Geflügelhalter, für viele bleibt die Situation unverändert.

Derzeit prüft das Bundeswirtschaftsministerium, in welchem Ausmaß die Schäden vorliegen, und ob gegebenfalls ein Antrag auf EU-Hilfen für die deutschen Eierproduzenten beantragt werden kann.

Derzeit ist von einem Schaden in Höhe von 40 Millionen EUR die Rede.

Für die mehr als eine Million Tiere, die in den vergangenen Wochen getöteten werden mussten, werden die Landwirte von den Tierseuchenkassen entschädigt.

Es geht aber auch um Schäden, die etwa bei Freilandhennen entstanden, deren Eier nun nicht mehr als Freilandeier deklariert werden durften. Dies reduzierte natürlich den Verkaufspreis.

Auch wenn der Markt wohl mit Verständnis auf die Situation reagierte, so zahlten Edeka und Rewe beispielsweise weiterhin den vollen Freiland-Preis, das wirkliche Ausmaß der Schäden kann noch nicht abgeschätzt werden.

Erst dann wird sich zeigen, ob das BMEL tatsächlich EU-Hilfen beantragen wird.

Aber nun zur Frage: wie steht es um die Landkonzentration in Europa?

Zunehmende Landkonzentration in Europa

Zum Hintergrund: seit Jahren nimmt die Konzentration von landwirtschaftlicher Fläche zu.

Im Jahr 1975 gab es noch ungefähr 904.700 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland. Im Jahr 2016 waren es lediglich noch rund 262.100 Betriebe. (Quelle: Statista)

Den Trend der Landkonzentration gibt es nicht nur in Deutschland. Auch das restliche Europa ist hiervon betroffen.

Und die Größenordnung und Geschwindigkeit sind erschreckend.

Normalerweise denke man bei Landkonzentration an Länder in Afrika, Asien oder Lateinamerika. Klingt Landkonzentration vielleicht noch harmlos, dort wird das Phänomen auch mit dem Begriff „Land Grabbing“ bezeichnet.

Land Grabbing klingt nicht mehr harmlos. Große Agroholdings und Finanzunternehmen kaufen oder pachten auf langfristig ausgelegte Zeiträume Agrarflächen. Diese bewirtschaften sie in eigener Regie.

Die Investoren kommen aus dem Aus- oder Inland, die rechtlichen Zusammenhänge und Transaktionen sind meist wohl eher sehr instransparent und kaum nachvollziehbar.

Die neuen Großgrundbesitzer – Das Geschäft mit Europas Boden

Quelle: biopilz

Die Konzentration von Agrarland in den Händen weniger ist seit Jahren auch in Europa ein Thema.

In 2010 gehörten in den EU-27 –  Ländern bereits 50 Prozent der landwirtschaftlich genutzen Fläche rund 3 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe.

80 Prozent der Betriebe verfügten im Gegensatz dazu in 2012 nur über 12 Prozent der Agrarflächen. (Quelle: Europäisches Parlament – Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung)

Als „besonders problematisch“ wird die Lage in Rumänien, Ungarn und Bulgarien gesehen. Aber auch Deutschland, Spanien und Italien zeigen eine besorgniserregende Entwicklung.

Wachsende Landkonzentration durch Zuschüsse

Wie Europäische Agrarsubventionen die Entwicklung begünstigen, zeigt sich insbesondere an Osteuropa.

Nach dem Fall der Bauern gingen viele Landwirte schnell bankrott. Warum? Sie hatten gar keine Chance gegen die subventionierte Konkurrenz aus dem Westen.

Nun wirken natürlich auch Faktoren wie die Größeneffizienz eines Betriebes.

Ein kleiner Bauernhof kann mit einem Großbetrieb, der wirtschaftlicher den Hof betreiben kann, nicht mithalten. Insbesondere, wenn die Gewinnmargen eh schon gering sind und nicht viel Spielraum zulassen.

Und längst ist die europäische Landwirtschaft nicht mehr nur in europäischen Händen.

Chinesische Firmen, die in Bulgarien im großen Stil Mais anbauen, oder der großflächige Getreideanbau von Unternehmen des Mittleren Ostens in Rumänien sind nur zwei Beispiele.

Allerdings ist die Europäische Agrarpolitik an den Entwicklungen hinsichtlich der Landkonzentration nicht unschuldig.

So etwa meint SPD-Politikerin Maria Noichl, dass die flächengebundenen Direktzahlungen zu einer „einseitigen Förderung der größten Betriebe“ führe. Sie betonte, dass die genossenschaftlich organisierten Betriebe dabei  nicht gemeint sind.

Auch wird kritisiert, dass die EU-Kommission Verletzungsverfahren gegenüber seinen osteuropäischen Mitgliedsstaaten, etwa Polen, androht.

Europäische Länder, die also dem Land Grabbing durch Finanzinvestoren entgegentreten wollen, werden wegen Diskriminierung hierfür auch noch angeprangert.

Nun hat der Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments in einer Ausschusssitzung in der letzten Woche einen Initativbericht zum Thema verabschiedet.

Es wird darin unter anderem dazu aufgerufen, einer zunehmenden Flächenkonzentration Einhalt zu gebieten und Junglandwirte sowie Neueinsteiger beim Erwerb von Gründstücken zu unterstützen.

Dies ist ein Anfang, aber es müssen auch Handlungen folgen. Welche Handlungen sind Eurer meiner nach notwendig, um die zunehmende Konzentration zu stoppen?

hydroponik-landwirtschaft-pflanzenanbau

Hydroponik statt Erde

Erde, Licht und Wasser sind die Grundzutaten, damit Pflanzen wachsen können. Dies mag für den Hobbygarten stimmen. Im kommerziellen Anbau ist jedoch die Hydroponik auf dem Vormasch.

Jeder kennt sie, die landwirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft.

Kurz gesprochen: zu viele Menschen, zu wenig Ressourcen wie Land oder Wasser, ungleich verteilte Produktion – hier zu viel, da zu wenig, … – die Nachrichten berichten gerne über all das, was falsch läuft.

Weniger wird allerdings von all den Forschungsansätzen berichtet, die bereits innovative Lösungen bereithalten.

Etwa für das Problem der knappen Ressource Wasser.

Hydroponik und das blaue Gold

Zunehmende Urbanisierung, der Klimawandel und vor allem die fortschreitende Verschmutzung von Wasser führen zu einer zunehmenden Knappheit von reinem Wasser.

Kein Wunder, dass große Konzerne weltweit saubere Quellen aufkaufen und sich die Rechte am Wasser sichern.

Denn sauberes Wasser ist lebensnotwendig. In Fachkreisen wird reines Wasser, sprich Trinkwasser, auch als „das blaue Gold“ bezeichnet. Dies zeigt seinen steigenden Wert.

In der Landwirtschaft werden weltweit derzeit noch 70 Prozent dieses blauen Goldes verbraucht. Wasser ist damit eine ziemlich teure Ressource für den Pflanzenanbau.

Betrachtet man den Trend weltweit, zeigt sich schnell: ja, für den Hobbygärtner wird Erde wohl erstmal weiterhin eine Rolle spielen.

Für den gewerblichen Pflanzenanbau von Gemüse ist dieses System aber längst veraltet.

Hydroponische Pflanzenzucht hat sich in anderen Ländern bereits durchgesetzt.

Hydroponik ist ein landwirtschaftliches System, bei dem statt Erde mit Nährstoffen angereichertes Wasser für die Aufzucht genutzt wird.

Hydroponischer Anbau von Salat in der Schweiz

Quelle: Blick

Und Hypopronik ist unaufhaltsam auf dem Vormasch. Es wird geschätzt, dass der hydroponische Markt bis 2020 weltweit eine knapp 400 Millionen schwere Industrie ist. (Quelle: MarketsAndMarkets)

Dies entspricht einem geschätzten Wachstum von über 16 Prozent.

In 2015 war Europa geschätzt der größte Markt für den hydroponischen Markt.

Es ist ein Vorreiter beim Implementieren von fortgeschrittenen Techniken wie dem Einsatz von hydroponischen Gewächshäusern im Pflanzenanbau.

Spanien setzt diese Form des Anbaus aufgrund seines Mangels an Wasser ein. In den skandinavischen Ländern ermöglicht Hypopronik Landwirtschaft während der doch langen Winterzeit.

Vorteile und Nachteile des hydroponischen Pflanzenanbaus

Ein Vorteil ist sicherlich der vielfältige Einsatz: ob

  • in wasserarmen Regionen,
  • in für den Pflanzenanbau ungünstigen klimatischen Bedingungen,
  • in Gebieten, in denen es an großen Flächen für einen traditionellen Anbau fehlt (etwa in Städten) oder ob
  • im großangelegten kommerziellen Stil oder im heimischen Anbau auf dem Fensterbrett

Hydroponik läutet ein neues Zeitalter in der Landwirtschaft ein. Es ermöglicht erst Konzepte wie vertikale Landwirtschaft oder Gemüsefarmen in Supermärkten.

Die Technik in diesem Bereich wird ständig weiterentwickelt. Und selbst jetzt, mit Systemen, die wohl noch in den Kinderschuhen stecken, kann im Vergleich zu einer in der Erde gewachsenen Pflanze mit

  • einer bis zu 25 Prozent schnelleren Wachstumsrate sowie
  • eines bis zu 30 Prozent höheren Ertrages je Pflanze gerechnet werden.

Und nicht zuletzt ermöglicht diese Form des Anbaus, die Einsparung von Ressourcen in größerem Umfang. Auf Pestizide kann sogar komplett verzichtet werden.

„Der Wasserverbrauch und der Nährstoffeinsatz verringern sich im Vergleich zur Bodennutzung um 30 bis 50 Prozent“, meint Fritz-Gerald Schröder von der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden.

Das dies die Umwelt erfreut, muss wohl nicht extra angeführt werden. Freuen kann sich aber auch der Landwirt, nämlich über höhere Gewinnmargen. 

Aber natürlich hat auch diese Form des Anbaus ihre Nachteile.

Hier sind zum einen die hohen Investitionskosten zu nennen. Egal in welcher Größenordnung, der Aufbau und die Installation eines hydroponischen Systems kostet.

Landwirtschaftliche Fläche wird günstiger zu erwerben sein. Hinzukommt, dass die Kenntnisse aus der traditionellen Landwirtschaft nur in begrenztem Umfang einsetzbar sind.

Das Aufsetzen und Managen eines solchen Systems erfordert sein eigenes Set an Erfahrungen, Fähigkeiten und Kenntnissen.

Und ja, auch auf dem Feld überwacht man seine Pflanzen. Hydroponik ist jedoch ein sensibles, in sich geschlossenes System.

Es bedarf einer ständigen Überwachung, dass der pH-Wert oder die Menge an Nährstoffen stimmen. Da Wasser nicht wie bei Erde gespeichert werden kann, muss der ständige Wasserfluß sichergestellt sein.

Falsche Einstellungen oder technische Ausfälle, etwa der Pumpanlage, können direkt fatale Auswirkungen auf die gesamte Pflanzenproduktion haben.

Das Gebiet der Hydroponik wird in den nächsten Jahren für spannende Entwicklungen sorgen, die Landwirtschaft nochmals neu definieren werden.

Forscher vom Frauenhofer-Institut suchen nach Lösungen, wie hydroponische Pflanzenproduktion mit kommunalen Abwässers möglich ist,  IKEA bietet bereits mit seinem Drinnengarten hydroponische Systeme quasi fürs Wohnzimmer an.

Unser Verständnis vom Pflanzenanbau wird sich in den kommenden Jahren grundlegend ändern. 

Welche Erfahrungen konntet Ihr bereits mit hydroponischen System sammeln? 

agrarbetrieb-zucker-zuckerrübe

Neue Herausforderungen für Erzeuger von Zucker

2017 wird ein bedeutendes Jahr für die Erzeugung von Zucker werden: die Rahmenbedingungen im Zuckersektor werden sich erheblich ändern.

Denn zum 30. September 2017 läuft die Quotenregelung für Zucker als auch für Isoglucose aus.

Nach dem Wegfall der Milchquote war der Zuckersektor noch der letzte Markt, in welchen die Europäische Agrarpolitik direkt eingegriffen hat.

Mit dem Auslauf der Quote werden sich die marktpolitischen Rahmenbedingungen im Zuckersektor nun aber ebenfalls stark verändern:

Keine EU-Quoten für Zucker, keine Mindestpreise für Quotenrüben, keine Produktionsabgaben.

Was bedeudet dies für die Erzeuger von Zucker?

Auf jeden Fall wird die Erzeugung von Zucker in der EU ohne Quoten viele Herausforderungen mit sich bringen.

Es kann damit gerechnet werden, dass sich der Wettbewerb verschärfen und die Konzentration der Marktteilnehmer zunehmen wird.

Der Wegfall der Quote wird zu größeren Schwankungen hinsichtlich der Preise und der Angebotsmengen führen.

Waren seit 1968 die Produktionsmengen und Absatzpreise vorgegeben, werden zukünftig vielen Faktoren das Angebot und die Nachfrage, und damit die Preise bestimmen. 

Zwei wesentliche Faktoren werden der Zuckerpreis am Weltmarkt sowie die Kosten für Getreide, aus welchem das Konkurrenzprodukt Isoglukose hergestellt wird, sein.

Der Zuckersektor wird sich an Unsicherheiten gewöhnen müssen.

„Wir sehen Chancen, aber machen uns auch Sorgen“, sagt Fred Zeller, Geschäftsführer des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer.

Die Zuckerbranche steht vor großen Herausforderungen, die jedoch auch jede Menge Chancen mit sich bringen.

Die neue Agrarpolitik sieht verpflichtende Branchenvereinbarungen zwischen den Anbauern und den Erzeugern von Zucker vor, die die Bedingungen für den Kauf bis hin zu Lieferung einschließen.

Die Verträge und Preismodelle für das kommende Jahr wurden von den Marktteilnehmern soweit bereits angepasst. Die Verträge zwischen den Rübenanbauern und den Abnehmern sind größtenteils unter Dach und Fach.

Der Landwirtschaftliche Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ) meldet, dass norddeutsche Rübenanbauer im kommenden Jahr ihre Anbauflächen erweitern möchten. Zudem gibt es viele Neuinteressenten, die in den Anbau von Zuckerrüben einsteigen werden.

Dies zeigt, dass neue Absatzchancen für den Markt mit dem Wegfall der Zuckerquote erwartet werden.

Mit dem derzeitigen Anbauvolumen von Zuckerrüben kann der Konsum von Zucker in der EU nicht gedeckt werden, weshalb zum Beispiel Rohrzucker aus Übersee importiert wird.

Der Wegfall der Quote könnte zu einer Verringerung der Zuckerimporte führen, wenn in Europa selbst mehr Zuckerrüben angebaut werden können. So zumindest die Hoffnung.

Die Zunahme der Rübenanbauer ist auch ein Anzeichen für die steigende Konkurrenz im Rübenbau.

Bei dem derzeitigen Niveau des Zuckerpreises ist nicht wirklich damit zu rechnen, dass außereuropäische Anbieter auf dem geöffneten Markt ebenfalls für Konkurrenz sorgen werden. 

Allerdings wurden Befürchtungen wach, dass die Abnehmer von Zuckerrüben etwa die Preise drücken könnten. Die Anbauer nach dem Wegfall der Quote somit im Nachteil wären.

Mit der Verschärfung der Wettbewerbsbedingungen ist aber wohl eher damit zu rechnen, dass alle Marktteilnehmer, also Rübenanbauer, die Zuckerfabriken bis hin zu den Zuckerverwendern enger zusammenarbeiten werden müssen.

Wie sieht denn so eine Produktskette aus?  …

Zucker – Von der Rübe bis zur Verpackung

Quelle: NDR Documentaries

Ganz schön spannend, oder?

Die Zuckerrübe – eine moderne Erfolgsgeschichte

Wusstet Ihr eigentlich, dass der Zucker in der Rübe 1747 von Andreas Sigismund Marggraf entdeckt wurde?

Das wir den Zucker heute industriell gewinnen können, verdanken wir einem gewissen Franz Carl Achard, der den Prozess 1801 entwickelte.

Wenn man bedingt, dass seit dem Altertum fast nur Honig als Süssungsmittel genutzt wurde, ist die Zuckerrübe wirklich eine moderne Erfolgsgeschichte.

Die größte Herausforderung war der niedrige Zuckergehalt bei einem großen Arbeitsaufwand. Aber hier zeigt sich, was in der Landwirtschaft nicht alles möglich ist:

Langjährige Züchtung hat den Zuckergehalt der Rübe auf bis zu 20 Prozent erhöht und die Arbeitskraftstunden (AKh) pro Hektar von 600 auf unter 20 reduziert!

Die Zuckerrübe wird auch längst nicht mehr nur für die Gewinnung von Zucker im Haushalt produziert: ob in der Futtermittelindustrie, für Arzneimittel, als Rohstoff für Ethanolprodukte oder für chemische und synthetische Stoffe, die Einsatzmöglichkeiten sind ungemein vielfältig.

Und derzeit steigt die Bedeutung der Zuckerrübe als Substrat für Biogasanlagen. Die Zuckerrübe ist unter den Feldfrüchten die Frucht mit den höchsten Energieertrag pro Hektar.

Der Vorteil von Zuckerrüben liegt zum einen in den optimierten Gärprozessen: Saccharose in Reinform kann von den Bakterien leicht umgesetzt werden. Die Zuckerrübe verweilt mit weniger als 15 Tagen nur sehr kurz in den Fermentern.

Ausserdem kann sie für eine Auflockerung in den Biogasfruchtfolgen sorgen, dem Mais quasi mal eine Pause verschaffen.

Herausforderungen und Chancen – wie seht Ihr an Entwicklung in den kommenden Jahren im Rübenanbau?

 

Blumenwiese-Bienen

Blumenwiesen für Bienen

Bienen sind eines der wichtigsten Nutztiere der Menschen. Zusammen mit Hummeln oder auch Schmetterlingen sind sie von großer ökologischer als auch ökonomischer Bedeutung. Denn ohne Bienen keine Bestäubung. Ohne Bestäubung keine Ernte. 

Wie wichtig die kleinen Insekten für uns sind, hat wohl schon Einstein erkannt, auch wenn es zu seiner Zeit wohl noch kein Problem mit dem Lebensraum für Biene und Co. gab:

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keineBestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“ Albert Einstein

Monokulturen, gentechnisch veränderte Pflanzen, der Einsatz von Pestiziden, das Verschwinden von natürlichen Grünflächen, Schädlinge wie die Varroamilbe … die Feinde für Bienen und Co. klingen übermächtig. Und mit Ihnen steht die Landwirtschaft schnell in einem schlechten Licht. 

Aber es braucht keine übermächtigen Maßnahmen, um Bienen und andere Insekten einen Lebensraum und Nahrung zu bieten. Bei Agrarbetrieb schließen sich Nachhaltigkeit und Landwirtschaft nicht aus.

Blumenstreifen und -flächen werden entlang der Felder angebaut und bieten mit Ihrem Mix an sorgfältig ausgewählten Pflanzen auch für größere Tiere eine vielseitige Nahrungsquelle. 

„Mir ist es wichtig, dass ich über diese Schiene einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten kann.“ Roland Dömling

Blumenstreifen gegen das Verhungern von Bienen

Bewusst gepflanzte Blühstreifen und -flächen in der Landwirtschaft sehen nicht nur schön aus, sondern sichern auch das Überleben unzähliger Insekten und andere Tiere. 

Blumenstreifen sind zudem nicht nur schön anzusehen. Die bunten Streifen am Rande der Felder können, wenn sie richtig angelegt werden, Schädlinge abhalten, und damit sogar den Einsatz von Pestiziden eingrenzen.

 

Anlegen einer Blumenwiese

 

Quelle: FiBLFilm

Die Schritte zur erfolgreichen Blumenwiese

Auswahl des Standorts

Das Anlegen einer Blumenwiese beginnt mit der Auswahl des Standortes. Es müssen nicht immer gleich großflächige Blühflächen angelegt werden.

Für viel Insekten ist ein Blühstreifen am Rand des Feldes schon eine große Oase. Ideal sind Hecken und Baumgruppen in der Nähe der Blühstreifen, die den Insekten zudem noch eine zu Hause bieten.

Generell gilt jedoch, desto breiter der Streifen, desto mehr Artenvielfalt.

Auswahl der Saatmischung

Der nächste Schritt ist die Auswahl der Saatmischung: einjährige, überjährige oder mehrjährige Mischungen.

Im Gegensatz zu einjährigen Mischungen, enthalten mehrjährige Mischungen einen Mix aus Kultur- und auch Wildpflanzen,  die zumeist frosthart sind.

Von Frühjahr bis in den Spätherbst benötigen Bienen Blumen. Deshalb ist ein Mix, der verschiedene Pflanzen über das Jahr verteilt blühen lässt besonders attraktiv.

Es ist zudem empfehlenswert, besonders naturbelassenes Saatgut zu nutzen, da viele neu gezüchtete Blumen nur wenig oder sogar keinen Nektar produzieren.

Und nicht zuletzt gibt es da auch die regionalen Unterschiede. Mischungen mit gebietstypischen Pflanzen berücksichtigen die spezifischen Gegebenheiten vor Ort, auf welche sich Pflanzen und Tiere über Jahrtausende hin spezialisiert haben.

Vorbereitung des Saatbeetes

Weiterhin ist die gründliche Vorbereitung des Saatbettes für den Erfolg der Blühfläche entscheidend.

Der Anbau einer Blühfläche ist in dieser Hinsicht ebenso anspruchsvoll wie der Anbau eines Getreidefeldes. Die Aussaat sollte auf einem unkrautfreien, lockerem und feinkrümeligen Feld erfolgen.

Wenn das Unkraut vorab nicht sorgfältig entfernt wurde, kann passieren, dass sich das Unkraut schnell ausbreitet.

Blühmischungen werden sich gegen dieses nicht durchsetzen können.

Technik bei der Aussaat

Im weiteren Schritt ist die richtige Technik bei der Aussaat ebenso kritisch für eine schöne Blumenwiese. Generell können Drillmaschinen für die Aussaat genutzt werden.

Das Saatgut sollte hierbei am besten, aufgrund der unterschiedlichen Korngrößen, mit einem Füllstoff aufbereitet werden, damit die gleichmäßige Durchmischung und Dosierung gegeben ist.

Während ein- und überjährige Mischungen eine Saattiefe von 1-2 Zentimetern bevorzugen, lieben mehrjährige Saatmischungen wenn möglich das Ablegen auf der Oberfläche mit einem anschließenden Anwalzen.

Erfreuen an der Farbenpracht

Nach all der Arbeit kommt nun der schöne Teil: einmal ausgesäht und erblüht, könnt Ihr das Ergebnis Eurer Arbeit einfach geniessen. Die Blumenwiesen können nun sich selbst überlassen werden.

Auch das Mulchen oder Mähen sollte nur im äußersten Notfall erfolgen, denn hierdurch wird der Lebensraum der in der Blühfläche lebenden Tiere zerstört.

Am Unkraut stört sich mehr der Landwirt als das Tier.

Patenschaft für eine Blumenwiese

Aber die eigene Blumenwiese geht auch ganz ohne Arbeitsaufwand. Ihr könnt Eure eigene Blumenwiese mit einer Blumenwiesenpatenschaft haben.

Wenn Ihr etwas persönliches an einen ganz besonderen Menschen verschenken möchtet, dann schenkt ihm doch eine Wiese voller Blumen für ein ganzes Jahr.

Eine Blumenwiesenpatenschaft bereitet nicht nur Freude, sondern gibt vielen Insekten zudem einen Lebensraum. Das passende Geschenk für alle Naturliebhaber. 

Agrarbetrieb sieht an den Schmetterlingen, welche wieder in größere Anzahl und Vielfalt über die Felder fliegen, dass die Blumenwiesen ein Erfolg sind. Was ist Eure Erfahrung mit Blühstreifen- und flächen?