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Volksbegehren-Bayern-Landwirtschaft

Von bayerischen Volksbegehren und milchigen Rekorden

In Bayern stellt den Rekord in Deutschland, was den täglichen Flächenverbrauch angeht. Ein Volksbegehren soll nun für Einhalt sorgen.

Bevor wir uns das Volksbegehren näher anschauen, lasst uns auf die landwirtschaftlichen Nachrichten schauen.

Während Milchpreise für Jubel sorgen, regen die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie zu Kosten, die von den Landwirten getragen werden, zum Nachdenken an.

Aber fangen wir mit dem Jubel an.

Der Milchpreisindikator auf Rekordjagd

Der Milchpreis befindet sich weiter auf Höhenflug. Im August erreichte der Milchpreisindikator mit 43,25 Cent seinen bisherigen Rekord aus dem September 2017.

Für den Anstieg des Milchpreisindikators sind vor allem die Preissteigerungen bei Käse und Butter verantwortlich.

Die Käsepreise sind auf dem höchsten Stand seit April 2014, die Butterpreise konnten im August einen neuen Allzeitrekord aufstellen.

Die Berg- und vor allem Talfahrten der Milchpreise in den letzten Jahren haben in der Branche ein Interesse an der Preisabsicherung, etwa über Terminkontrakte gesteigert.

Aufbau einer Europäischen Auktion für Milchprodukte

Heute wurde von der European Energy Exchange (EEX) und der Global Dairy Trade (GDT) eine Absichtserklärung unterschrieben, eine europäische Versteigerung für Milchprodukte aufzubauen.

Die Leipziger Warenterminbörse und das neuseeländische Auktionshaus haben sich vorgenommen, in den nächsten Monaten mit Käufern und Verkäufern von Milchprodukten über die Option eines gemeinsam angebotenen Auktionsmechanismus sich auszutauschen.

Die GDT versteigert zweimal monatlich allgemeine Milchprodukte dreier Anbieter an Käufer rund um den Globus. An der EEX werden Terminkontrakte für Molken- und Magermilchpulver als auch Butter gehandelt.

Die Zusammenarbeit von EEX und GDT soll nun zeigen, ob ein derartiges Auktionsmodel auch für den europäischen Markt erfolgreich umgesetzt werden kann.

„Wir sind davon überzeugt, dass dieses Angebot für die Wertschöpfungskette in der Milchbranche erheblichen Nutzen generieren kann, unter anderem als zusätzlicher Vertriebskanal für den Export von europäischen Milchprodukten, aber auch potenziell als eine weitere Datengrundlage für neue Risikomanagementinstrumente“ meint Sascha Siegel, Leiter des EEX-Handels für Agrarrohstoffe

Frist zur Änderung ökologischer Vorrangflächen läuft bald ab

Bis zum 02. Oktober haben Landwirte in Bayern noch Zeit, um ihre bereits beantragten, ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) noch zu ändern.

Als Ersatz für beantragte, ökologische Vorrangflächen dürfen lediglich Zwischenfrüchte angebaut werden, die auf bereits im Flächen- und Nutzungsnachweis 2017 enthaltenen Flächen spätestens bis 1. Oktober angebaut werden.

Kulturpflanzenmischungen auf den Flächen mit Zwischenfruchtanbau müssen aus mindestens zwei Pflanzenarten bestehen. Zulässige Anbaupflanzen sind etwa Raps oder Ölrettich.

Diverse Saatgutanbieter führen geeignete Spezialmischungen in ihrem Sortiment.

Nicht mehr möglich ist eine Änderung für als ökologische Vorangflächen beantragte Aufforstungsflächen sowie Landschaftselemente und Terrassen, die den Cross-Compliance-Bestimmungen unterliegen.

Das Formular, um Eure ökologischen Vorrangsflächen zu ändern, findet Ihr unter www.landwirtschaft.bayern.de/foerderwegweiser.

Erfüllung der Umweltauflagen kostet Milliarden

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die Ergebnisse einer von ihm in Auftrag gegebenen Studie veröffentlich, die die Kosten der Landwirte für die Erfüllung von Umweltauflagen aufzeigen soll.

Demnach kostet die Einhaltung von Umwelt-, Klima- und Tierschutzauflagen den deutschen Landwirten 5,2 Milliarden Euro.

Dies entspricht ungefähr der Höhe der Direktzahlungen, die als Europäische Agrarfördermitteln an die deutschen Landwirte gezahlt werden.

Volksbegehren gegen Flächenverbrauch gestartet

In Bayern werden seit Freitag fleissig Unterschrift gesammelt.

Das angekündigte Volksbegehren, mit dem der Flächenverbrauch im Freistaat gesetzlich begrenzt werden soll, ist angelaufen.

Die Aktion wurde in einer gemeinsamen Aktion von Grünen, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) gestartet.

Im ersten Schritt werden mindestens 25.000 Unterschriften benötigt.

Erst wenn die Grünen diese Anzahl an Unterstützern vorzeigen können, kann der Antrag auf Zulassung des Volksbegehrens dem Innenministerium zur Prüfung vorgelegt werden.

Erst wenn diese erste Hürde erreicht ist, kann das “richtige” Volksbegehren starten.

10 Prozent der Stimmberechtigten Bayerns müssen innerhalb von 14 Tagen das Begehren mit Ihrer Stimme unterstützen.

Aber damit ist der Hürdenlauf nicht beendet. Denn dies bedeutet, dass dem Landtag ein Entwurf für ein Gesetz zum Flächenverbrauch vorgelegt werden kann.

Dieser könnte denn Entwurf dann immer noch ablehnen, so dass letztendlich ein Volksentscheid ausschlaggebend wäre.

Ein langer Weg bis das Ziel, den landesweiten Verbrauch für Siedlungs- und Verkehrsfläche auf maximal 5 Hektar pro Tag zu begrenzen.

Derzeit werden nach Zahlen des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) durchschnittlich 13 Hektar jeden Tag verbraucht.

Wie seht Ihr die Aussichten für den Erfolg des Volksbegehrens?

Artenschutz-Blumenwiese-Agrarbetrieb

Wie kann Artenschutz funktionieren?

Erst am Dienstag hat ein Schäfer auf einem Cuxhavener Deich sechs seiner Schafe an den Wolf verloren. Geht der Artenschutz zu weit? Die Diskussion ist abermals entfacht. 

Der Artenschutz in Deutschland und auch anderen Ländern ist ein heikles Thema. 

Zum einen steht es außer Frage, dass er ernorm wichtig ist. Die Natur ist ein sensibles Zusammenspiel von dem kleinsten bis zum größten Lebewesen. 

Kein anderes Tier wie die Biene zeigt wohl auf, wie eins mit dem anderen verbunden ist. Und es ist schön von Erfolgen wie beim Biber, Seeadler oder auch Wolf zu hören. 

Aber gerade beim Wolf zeigt sich, dass es nicht nur damit getan ist, eine Tierart zu schützen: 

Wo sind die Grenzen beim Artenschutz?

Der Wolf ist ein Raubtier. Ein intelligentes dazu. Und Nutztiere sind, zugegebenermaßen, eine idealle Beute.

Es wird an Konzepten gearbeitet, wie Nutztiere und Wolf zukünftig besser zusammenleben können.

Hier prallen jedoch auch sehr unterschiedliche Einstellungen zum Thema aufeinander. Die Diskussionen halten derweilen an.

Sicher ist jedoch eins: es ist kein Thema, dass noch sehr lange auf die Bank geschoben werden kann.

Gerade die Schafhaltung auf Deichen zeigt, dass es nicht getan ist mit Handlungsanweisungen wie: baut bessere und wolfssichere Zäune um die Herden.

Dies ist vielerorts nicht umsetzbar. Und die zunehmenden Berichte, dass der Wolf die Scheu vor Menschen verliert, zeigen ebenfalls auf, dass es mit den derzeitigen Regelungen nicht getan ist.

Tierschutz bewegt sich in einem sehr sensiblen Umfeld: bei Nutztieren prallt das Wohl der Tiere mit der Wirtschaftlichkeit aufeinander.

Bei Wildtieren, kann der Schutz einer Tierart zu Lasten anderer gehen:

Kann Artenschutz zu weit gehen?

Nehmen wir beispielsweise die Elefanten in Südafrika. Nachdem diese aufgrund des Elfenbeins gnadenlos gejagt wurden, konnten sich die Bestände aufgrund der strikten Tierschutzgesetze erholen.

Mittlerweile sind die Bestände jedoch derart explosionsartig gestiegen, dass die große Elefantenpopulation ebenfalls eine Belastung für die Umwelt darstellen:

Elefanten benötigen bis zu 200 Kilogramm Nahrung am Tag. Ressourcen hierfür stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung.

Zuviele Elefanten können zudem mit ihrem Gewicht erheblich zur Versiegelung von Böden beitragen – jeder kennt den Effekt von Trampelpfaden, auf denen keine Wiese mehr wächst.

Die Erfolgsgeschichte des Elefanten kann für andere Tiere wie dem Spitzmaulnashorn somit auch zur Bedrohung werden.

Der Schutz einer Tierart kann erheblich zu Lasten von anderen Tierarten, die ebenfalls auf die Nahrung und Natur für ihr Überleben angwiesen sind, gehen.

Bei uns gibt es keine Elefanten, aber wir freuen uns auf eine wachsende Wolfspopulation. Die Rückkehr des Wolfes ist eine wahre Erfolgsgeschichte. Aber: 

Eine zunehmende Population hat unmittelbare Folgen, insbesondere für Nutztierhalter, deren Existenz durch Übergriffe auch gefährdet werden kann.

„Die europäische Strategie einer Koexistenz der Weidewirtschaft mit diesem Raubtier ist grandios gescheitert und muss neu diskutiert werden“, meint deshalb Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung.

Ein vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) und dem Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden (VJE) in Auftrag gegebenes Gutachten empfiehlt nun den kontrollierten Abschuss des Wolfes in Deutschland.

Dies wird bereits in anderen europäischen Ländern praktiziert. Ab wann muß dem Artenschutz Einhalt geboten werden, um andere Arten, ob Nutztier oder Mensch, zu schützen?

Artenschutz in der Landwirtschaft

Der Wolf wird stark diskutiert, weil er beim Kontakt mit der Zivilisation und Landwirtschaft durchaus auch als „Gewinner“ hervorgeht. 

Beim Aufeinandertreffen von Landwirtschaft und anderen Wildtieren, etwa dem Rebhuhn, gewinnt eigentlich immer die Landwirtschaft. 

Ein Drittel aller Tierarten in Deutschland sind gefährdet. Die Existenz oder Nicht-Existenz einzelner Tiere fällt nicht direkt ins Gewicht. 

Über die Zeit sind die Zahlen jedoch schockierend. Um beim Rebhuhn zu bleiben: in Hessen allein wurde vor 60 Jahren noch 100.000 Vögel pro Jahr (!) von den Jägern geschossen. 

Heute besteht die gesamte Rebhuhn-Population aus gerade mal geschätzten 3.000 Tieren, wenn überhaupt. 

Es ist nicht zu Verleugnen, dass die moderne Landwirtschaft ihren Anteil an dem Aussterben vieler Arten hat. 

Die wirtschaftlichen Anbaumethoden mit Monokulturen, Einsatz von Pestiziden, fehlenden Ackerrandstreifen und anderem sind nicht gerade förderlich. 

Entsprechend wird in der Presse schnell über die Landwirtschaft hergezogen. Aber auch diese Betrachtungsweise ist sehr einseitig. 

Denn, so unsere Meinung bei Agrarbetrieb: Landwirtschaft und Umweltschutz müssen sich nicht ausschließen. Dies gilt auch für die konventionelle Landwirtschaft. 

Landwirtschaft und Artenschutz

Im letzten Jahrhundert hat sich die Landwirtschaft so stark geändert wie nie zuvor. Die Folgen der Revolution auf dem Feld haben sich erst in diesem Jahrhundert gezeigt. 

Seitdem hat ein starkes Umdenken eingesetzt. Und die technologischen Möglichkeiten vereinfachen mehr denn je den Schutz von Wildtieren. 

Aber auch fernab von Technologien setzen viele Landwirte Maßnahmen um, die regional den Umweltschutz fördern.

Agrarbetrieb etwa, hat eine Leidenschaft für Blumenwiesen.

Nicht nur erfreut die Blütenpracht das Auge und Herz, sie fördert die Artenvielfalt und bietet die Nahrungsgrundlage für viele Tiere, insbesondere Insekten. 

Wir haben deshalb auch die Blumenwiesenpatenschaft ins Leben gerufen. So kann jeder aktiv beim Artenschutz mithelfen und dabei sich selbst oder anderen eine Freude machen.

(Nähere Informationen findet Ihr übrigens unter „Blumenwiese„.)

Natürlich interessiert mich wieder Eure Meinung zum Thema: wie sind Eurer Meinung nach moderne Lebensweise und Artenschutz miteinander zu verbinden?

Landkonzentration-Landwirtschaft

Zunehmende Landkonzentration in Europa

Eine zunehmende Landkonzentration ist in Deutschland als auch im restlichen Europa ein Trend, dem die EU-Agrarpolitiker entgegenwirken möchten.

Der Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments hat sich nun deutlich gegen eine „fortschreitende Eigentumskonzentration“ von Agrarflächen ausgesprochen.

Aber bevor wir den Hintergrund hierfür näher betrachten, lässt uns jedoch kurz auf die schauen Lage für Geflügelhalter schauen.

Keine Entwarnung für Vogelgrippe

Die Vogelgrippe ist noch nicht vollständig „abgeklungen“. Trotz einer Lockerung der Stallpflicht für viele Geflügelhalter, für viele bleibt die Situation unverändert.

Derzeit prüft das Bundeswirtschaftsministerium, in welchem Ausmaß die Schäden vorliegen, und ob gegebenfalls ein Antrag auf EU-Hilfen für die deutschen Eierproduzenten beantragt werden kann.

Derzeit ist von einem Schaden in Höhe von 40 Millionen EUR die Rede.

Für die mehr als eine Million Tiere, die in den vergangenen Wochen getöteten werden mussten, werden die Landwirte von den Tierseuchenkassen entschädigt.

Es geht aber auch um Schäden, die etwa bei Freilandhennen entstanden, deren Eier nun nicht mehr als Freilandeier deklariert werden durften. Dies reduzierte natürlich den Verkaufspreis.

Auch wenn der Markt wohl mit Verständnis auf die Situation reagierte, so zahlten Edeka und Rewe beispielsweise weiterhin den vollen Freiland-Preis, das wirkliche Ausmaß der Schäden kann noch nicht abgeschätzt werden.

Erst dann wird sich zeigen, ob das BMEL tatsächlich EU-Hilfen beantragen wird.

Aber nun zur Frage: wie steht es um die Landkonzentration in Europa?

Zunehmende Landkonzentration in Europa

Zum Hintergrund: seit Jahren nimmt die Konzentration von landwirtschaftlicher Fläche zu.

Im Jahr 1975 gab es noch ungefähr 904.700 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland. Im Jahr 2016 waren es lediglich noch rund 262.100 Betriebe. (Quelle: Statista)

Den Trend der Landkonzentration gibt es nicht nur in Deutschland. Auch das restliche Europa ist hiervon betroffen.

Und die Größenordnung und Geschwindigkeit sind erschreckend.

Normalerweise denke man bei Landkonzentration an Länder in Afrika, Asien oder Lateinamerika. Klingt Landkonzentration vielleicht noch harmlos, dort wird das Phänomen auch mit dem Begriff „Land Grabbing“ bezeichnet.

Land Grabbing klingt nicht mehr harmlos. Große Agroholdings und Finanzunternehmen kaufen oder pachten auf langfristig ausgelegte Zeiträume Agrarflächen. Diese bewirtschaften sie in eigener Regie.

Die Investoren kommen aus dem Aus- oder Inland, die rechtlichen Zusammenhänge und Transaktionen sind meist wohl eher sehr instransparent und kaum nachvollziehbar.

Die neuen Großgrundbesitzer – Das Geschäft mit Europas Boden

Quelle: biopilz

Die Konzentration von Agrarland in den Händen weniger ist seit Jahren auch in Europa ein Thema.

In 2010 gehörten in den EU-27 –  Ländern bereits 50 Prozent der landwirtschaftlich genutzen Fläche rund 3 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe.

80 Prozent der Betriebe verfügten im Gegensatz dazu in 2012 nur über 12 Prozent der Agrarflächen. (Quelle: Europäisches Parlament – Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung)

Als „besonders problematisch“ wird die Lage in Rumänien, Ungarn und Bulgarien gesehen. Aber auch Deutschland, Spanien und Italien zeigen eine besorgniserregende Entwicklung.

Wachsende Landkonzentration durch Zuschüsse

Wie Europäische Agrarsubventionen die Entwicklung begünstigen, zeigt sich insbesondere an Osteuropa.

Nach dem Fall der Bauern gingen viele Landwirte schnell bankrott. Warum? Sie hatten gar keine Chance gegen die subventionierte Konkurrenz aus dem Westen.

Nun wirken natürlich auch Faktoren wie die Größeneffizienz eines Betriebes.

Ein kleiner Bauernhof kann mit einem Großbetrieb, der wirtschaftlicher den Hof betreiben kann, nicht mithalten. Insbesondere, wenn die Gewinnmargen eh schon gering sind und nicht viel Spielraum zulassen.

Und längst ist die europäische Landwirtschaft nicht mehr nur in europäischen Händen.

Chinesische Firmen, die in Bulgarien im großen Stil Mais anbauen, oder der großflächige Getreideanbau von Unternehmen des Mittleren Ostens in Rumänien sind nur zwei Beispiele.

Allerdings ist die Europäische Agrarpolitik an den Entwicklungen hinsichtlich der Landkonzentration nicht unschuldig.

So etwa meint SPD-Politikerin Maria Noichl, dass die flächengebundenen Direktzahlungen zu einer „einseitigen Förderung der größten Betriebe“ führe. Sie betonte, dass die genossenschaftlich organisierten Betriebe dabei  nicht gemeint sind.

Auch wird kritisiert, dass die EU-Kommission Verletzungsverfahren gegenüber seinen osteuropäischen Mitgliedsstaaten, etwa Polen, androht.

Europäische Länder, die also dem Land Grabbing durch Finanzinvestoren entgegentreten wollen, werden wegen Diskriminierung hierfür auch noch angeprangert.

Nun hat der Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments in einer Ausschusssitzung in der letzten Woche einen Initativbericht zum Thema verabschiedet.

Es wird darin unter anderem dazu aufgerufen, einer zunehmenden Flächenkonzentration Einhalt zu gebieten und Junglandwirte sowie Neueinsteiger beim Erwerb von Gründstücken zu unterstützen.

Dies ist ein Anfang, aber es müssen auch Handlungen folgen. Welche Handlungen sind Eurer meiner nach notwendig, um die zunehmende Konzentration zu stoppen?

hydroponik-landwirtschaft-pflanzenanbau

Hydroponik statt Erde

Erde, Licht und Wasser sind die Grundzutaten, damit Pflanzen wachsen können. Dies mag für den Hobbygarten stimmen. Im kommerziellen Anbau ist jedoch die Hydroponik auf dem Vormasch.

Jeder kennt sie, die landwirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft.

Kurz gesprochen: zu viele Menschen, zu wenig Ressourcen wie Land oder Wasser, ungleich verteilte Produktion – hier zu viel, da zu wenig, … – die Nachrichten berichten gerne über all das, was falsch läuft.

Weniger wird allerdings von all den Forschungsansätzen berichtet, die bereits innovative Lösungen bereithalten.

Etwa für das Problem der knappen Ressource Wasser.

Hydroponik und das blaue Gold

Zunehmende Urbanisierung, der Klimawandel und vor allem die fortschreitende Verschmutzung von Wasser führen zu einer zunehmenden Knappheit von reinem Wasser.

Kein Wunder, dass große Konzerne weltweit saubere Quellen aufkaufen und sich die Rechte am Wasser sichern.

Denn sauberes Wasser ist lebensnotwendig. In Fachkreisen wird reines Wasser, sprich Trinkwasser, auch als „das blaue Gold“ bezeichnet. Dies zeigt seinen steigenden Wert.

In der Landwirtschaft werden weltweit derzeit noch 70 Prozent dieses blauen Goldes verbraucht. Wasser ist damit eine ziemlich teure Ressource für den Pflanzenanbau.

Betrachtet man den Trend weltweit, zeigt sich schnell: ja, für den Hobbygärtner wird Erde wohl erstmal weiterhin eine Rolle spielen.

Für den gewerblichen Pflanzenanbau von Gemüse ist dieses System aber längst veraltet.

Hydroponische Pflanzenzucht hat sich in anderen Ländern bereits durchgesetzt.

Hydroponik ist ein landwirtschaftliches System, bei dem statt Erde mit Nährstoffen angereichertes Wasser für die Aufzucht genutzt wird.

Hydroponischer Anbau von Salat in der Schweiz

Quelle: Blick

Und Hypopronik ist unaufhaltsam auf dem Vormasch. Es wird geschätzt, dass der hydroponische Markt bis 2020 weltweit eine knapp 400 Millionen schwere Industrie ist. (Quelle: MarketsAndMarkets)

Dies entspricht einem geschätzten Wachstum von über 16 Prozent.

In 2015 war Europa geschätzt der größte Markt für den hydroponischen Markt.

Es ist ein Vorreiter beim Implementieren von fortgeschrittenen Techniken wie dem Einsatz von hydroponischen Gewächshäusern im Pflanzenanbau.

Spanien setzt diese Form des Anbaus aufgrund seines Mangels an Wasser ein. In den skandinavischen Ländern ermöglicht Hypopronik Landwirtschaft während der doch langen Winterzeit.

Vorteile und Nachteile des hydroponischen Pflanzenanbaus

Ein Vorteil ist sicherlich der vielfältige Einsatz: ob

  • in wasserarmen Regionen,
  • in für den Pflanzenanbau ungünstigen klimatischen Bedingungen,
  • in Gebieten, in denen es an großen Flächen für einen traditionellen Anbau fehlt (etwa in Städten) oder ob
  • im großangelegten kommerziellen Stil oder im heimischen Anbau auf dem Fensterbrett

Hydroponik läutet ein neues Zeitalter in der Landwirtschaft ein. Es ermöglicht erst Konzepte wie vertikale Landwirtschaft oder Gemüsefarmen in Supermärkten.

Die Technik in diesem Bereich wird ständig weiterentwickelt. Und selbst jetzt, mit Systemen, die wohl noch in den Kinderschuhen stecken, kann im Vergleich zu einer in der Erde gewachsenen Pflanze mit

  • einer bis zu 25 Prozent schnelleren Wachstumsrate sowie
  • eines bis zu 30 Prozent höheren Ertrages je Pflanze gerechnet werden.

Und nicht zuletzt ermöglicht diese Form des Anbaus, die Einsparung von Ressourcen in größerem Umfang. Auf Pestizide kann sogar komplett verzichtet werden.

„Der Wasserverbrauch und der Nährstoffeinsatz verringern sich im Vergleich zur Bodennutzung um 30 bis 50 Prozent“, meint Fritz-Gerald Schröder von der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden.

Das dies die Umwelt erfreut, muss wohl nicht extra angeführt werden. Freuen kann sich aber auch der Landwirt, nämlich über höhere Gewinnmargen. 

Aber natürlich hat auch diese Form des Anbaus ihre Nachteile.

Hier sind zum einen die hohen Investitionskosten zu nennen. Egal in welcher Größenordnung, der Aufbau und die Installation eines hydroponischen Systems kostet.

Landwirtschaftliche Fläche wird günstiger zu erwerben sein. Hinzukommt, dass die Kenntnisse aus der traditionellen Landwirtschaft nur in begrenztem Umfang einsetzbar sind.

Das Aufsetzen und Managen eines solchen Systems erfordert sein eigenes Set an Erfahrungen, Fähigkeiten und Kenntnissen.

Und ja, auch auf dem Feld überwacht man seine Pflanzen. Hydroponik ist jedoch ein sensibles, in sich geschlossenes System.

Es bedarf einer ständigen Überwachung, dass der pH-Wert oder die Menge an Nährstoffen stimmen. Da Wasser nicht wie bei Erde gespeichert werden kann, muss der ständige Wasserfluß sichergestellt sein.

Falsche Einstellungen oder technische Ausfälle, etwa der Pumpanlage, können direkt fatale Auswirkungen auf die gesamte Pflanzenproduktion haben.

Das Gebiet der Hydroponik wird in den nächsten Jahren für spannende Entwicklungen sorgen, die Landwirtschaft nochmals neu definieren werden.

Forscher vom Frauenhofer-Institut suchen nach Lösungen, wie hydroponische Pflanzenproduktion mit kommunalen Abwässers möglich ist,  IKEA bietet bereits mit seinem Drinnengarten hydroponische Systeme quasi fürs Wohnzimmer an.

Unser Verständnis vom Pflanzenanbau wird sich in den kommenden Jahren grundlegend ändern. 

Welche Erfahrungen konntet Ihr bereits mit hydroponischen System sammeln? 

agrarbetrieb-zucker-zuckerrübe

Neue Herausforderungen für Erzeuger von Zucker

2017 wird ein bedeutendes Jahr für die Erzeugung von Zucker werden: die Rahmenbedingungen im Zuckersektor werden sich erheblich ändern.

Denn zum 30. September 2017 läuft die Quotenregelung für Zucker als auch für Isoglucose aus.

Nach dem Wegfall der Milchquote war der Zuckersektor noch der letzte Markt, in welchen die Europäische Agrarpolitik direkt eingegriffen hat.

Mit dem Auslauf der Quote werden sich die marktpolitischen Rahmenbedingungen im Zuckersektor nun aber ebenfalls stark verändern:

Keine EU-Quoten für Zucker, keine Mindestpreise für Quotenrüben, keine Produktionsabgaben.

Was bedeudet dies für die Erzeuger von Zucker?

Auf jeden Fall wird die Erzeugung von Zucker in der EU ohne Quoten viele Herausforderungen mit sich bringen.

Es kann damit gerechnet werden, dass sich der Wettbewerb verschärfen und die Konzentration der Marktteilnehmer zunehmen wird.

Der Wegfall der Quote wird zu größeren Schwankungen hinsichtlich der Preise und der Angebotsmengen führen.

Waren seit 1968 die Produktionsmengen und Absatzpreise vorgegeben, werden zukünftig vielen Faktoren das Angebot und die Nachfrage, und damit die Preise bestimmen. 

Zwei wesentliche Faktoren werden der Zuckerpreis am Weltmarkt sowie die Kosten für Getreide, aus welchem das Konkurrenzprodukt Isoglukose hergestellt wird, sein.

Der Zuckersektor wird sich an Unsicherheiten gewöhnen müssen.

„Wir sehen Chancen, aber machen uns auch Sorgen“, sagt Fred Zeller, Geschäftsführer des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer.

Die Zuckerbranche steht vor großen Herausforderungen, die jedoch auch jede Menge Chancen mit sich bringen.

Die neue Agrarpolitik sieht verpflichtende Branchenvereinbarungen zwischen den Anbauern und den Erzeugern von Zucker vor, die die Bedingungen für den Kauf bis hin zu Lieferung einschließen.

Die Verträge und Preismodelle für das kommende Jahr wurden von den Marktteilnehmern soweit bereits angepasst. Die Verträge zwischen den Rübenanbauern und den Abnehmern sind größtenteils unter Dach und Fach.

Der Landwirtschaftliche Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ) meldet, dass norddeutsche Rübenanbauer im kommenden Jahr ihre Anbauflächen erweitern möchten. Zudem gibt es viele Neuinteressenten, die in den Anbau von Zuckerrüben einsteigen werden.

Dies zeigt, dass neue Absatzchancen für den Markt mit dem Wegfall der Zuckerquote erwartet werden.

Mit dem derzeitigen Anbauvolumen von Zuckerrüben kann der Konsum von Zucker in der EU nicht gedeckt werden, weshalb zum Beispiel Rohrzucker aus Übersee importiert wird.

Der Wegfall der Quote könnte zu einer Verringerung der Zuckerimporte führen, wenn in Europa selbst mehr Zuckerrüben angebaut werden können. So zumindest die Hoffnung.

Die Zunahme der Rübenanbauer ist auch ein Anzeichen für die steigende Konkurrenz im Rübenbau.

Bei dem derzeitigen Niveau des Zuckerpreises ist nicht wirklich damit zu rechnen, dass außereuropäische Anbieter auf dem geöffneten Markt ebenfalls für Konkurrenz sorgen werden. 

Allerdings wurden Befürchtungen wach, dass die Abnehmer von Zuckerrüben etwa die Preise drücken könnten. Die Anbauer nach dem Wegfall der Quote somit im Nachteil wären.

Mit der Verschärfung der Wettbewerbsbedingungen ist aber wohl eher damit zu rechnen, dass alle Marktteilnehmer, also Rübenanbauer, die Zuckerfabriken bis hin zu den Zuckerverwendern enger zusammenarbeiten werden müssen.

Wie sieht denn so eine Produktskette aus?  …

Zucker – Von der Rübe bis zur Verpackung

Quelle: NDR Documentaries

Ganz schön spannend, oder?

Die Zuckerrübe – eine moderne Erfolgsgeschichte

Wusstet Ihr eigentlich, dass der Zucker in der Rübe 1747 von Andreas Sigismund Marggraf entdeckt wurde?

Das wir den Zucker heute industriell gewinnen können, verdanken wir einem gewissen Franz Carl Achard, der den Prozess 1801 entwickelte.

Wenn man bedingt, dass seit dem Altertum fast nur Honig als Süssungsmittel genutzt wurde, ist die Zuckerrübe wirklich eine moderne Erfolgsgeschichte.

Die größte Herausforderung war der niedrige Zuckergehalt bei einem großen Arbeitsaufwand. Aber hier zeigt sich, was in der Landwirtschaft nicht alles möglich ist:

Langjährige Züchtung hat den Zuckergehalt der Rübe auf bis zu 20 Prozent erhöht und die Arbeitskraftstunden (AKh) pro Hektar von 600 auf unter 20 reduziert!

Die Zuckerrübe wird auch längst nicht mehr nur für die Gewinnung von Zucker im Haushalt produziert: ob in der Futtermittelindustrie, für Arzneimittel, als Rohstoff für Ethanolprodukte oder für chemische und synthetische Stoffe, die Einsatzmöglichkeiten sind ungemein vielfältig.

Und derzeit steigt die Bedeutung der Zuckerrübe als Substrat für Biogasanlagen. Die Zuckerrübe ist unter den Feldfrüchten die Frucht mit den höchsten Energieertrag pro Hektar.

Der Vorteil von Zuckerrüben liegt zum einen in den optimierten Gärprozessen: Saccharose in Reinform kann von den Bakterien leicht umgesetzt werden. Die Zuckerrübe verweilt mit weniger als 15 Tagen nur sehr kurz in den Fermentern.

Ausserdem kann sie für eine Auflockerung in den Biogasfruchtfolgen sorgen, dem Mais quasi mal eine Pause verschaffen.

Herausforderungen und Chancen – wie seht Ihr an Entwicklung in den kommenden Jahren im Rübenanbau?