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Ackerland-Duengen-Weizen

Ökologisch auf deutschem Ackerland? Eher nicht.

Verfolgt man die Presse müsste man meinen, dass die ökologische Bewirtschaftung von deutschem Ackerland stetig zunimmt.

Aber: auch wenn „regional“ und „ökologisch“ verstärkt von den Verbrauchern nachgefragt werden, die heimische Landwirtschaft kann dieser Nachfrage kaum gerecht werden.

Ein Großteil der Bioprodukte in deutschen Supermärkten kommt deshalb entsprechend aus dem Ausland. Wieviel Bio dann wirklich im Produkt steckt, ist dabei nicht immer nachvollziehbar bzw. nachweisbar.

Nur 4 Prozent vom Ackerland biologisch bewirtschaftet

Schaut man sich die Zahlen des Statistischen Bundesamtes an, zeigt sich, ökologische Landwirtschaft spielt in Deutschland weiterhin kaum eine Rolle.

In 2016 wurden lediglich 4 Prozent vom deutschen Ackerland biologisch bewirtschaftet. Mehr als die Hälfte hiervon wurde für den Getreideanbau genutzt.

In der Nutztierhaltung waren es gerade mal 5 Prozent der Tiere, die ökologisch gehalten wurden: 6 Prozent des gesamten Rindviehbestandes und 4 Prozent der Hühner wurden nach biologischen Standards aufgezogen.

Für Schweine ist die Biohaltung nicht sehr beliebt. Weniger als 1 Prozent vom Bestand sind Bio-Schweine.

Bundeswirtschaftsministier Christian Schmidt hat sich zum Ziel gesetzt, das die wachsende Nachfrage nach Bio aus heimischer Landwirtschaft gedeckt wird.

Mit Förder- und Forschungsgeldern soll erreicht werden, dass zukünftig 20 Prozent des deutschen Ackerlandes biologisch bewirtschaftet wird.

Für mehr Ökologie auf dem Ackerland soll auch die neue Düngerverordnung sorgen, die nun relevant ist, für die Organisation der Betriebsabläufe.

Nicht vergessen: die neue Düngeverordnung ist jetzt zu beachten

Jetzt gilt es, beim Planen der Betriebsabläufe für die nächsten Wochen und Monate, die Vorgaben der neuen Düngeverordnung umzusetzen.

Für alle stickstoffhaltigen Dünger, die mehr als 1,5 Prozent Gesamtstickstoff in der Trockenmasse aufweisen, gilt für die Wintermonate eine Sperrfrist.

Für Gründland gilt die Sperrfrist für Düngemittel mit wesentlichem Stickstoffgehalt vom 01.November bis zum 31. Januar.

Die Sperrfrist kann für Grünland um zwei Wochen verschoben werden. Mit der neuen Düngeverordnung ist die Verschiebung der Sperrfrist für Ackerland jedoch nicht mehr möglich.

Für das Düngen mit Mist von Huf- und Klauentieren muss lediglich vom 15. Dezember bis zum 15. Januar ausgesetzt werden.

Die Düngeverordnung betrifft unseren Arbeitsalltag direkt. Die folgenden Themen betreffen die Arbeit nicht unmittelbar, aber sind denke doch recht wissenswert:

1 Landwirtschaftliche Informationen per Video

YouTube ist nach Facebook mit das wichtigste, soziale Netzwerk, dass weltweit genutzt wird, wenn man sich die Nutzerzahlen anschaut.

Nun hat auch das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) die Video-Plattform für sich entdeckt und einen eigenen YouTube-Kanal aufgesetzt.

Neugierig? So informatiert das BZL über landwirtschaftliche Themen: 

Mit gutem Boden fängt alles an

Quelle: BZL – Bundesinformationszentrum Landwirtschaft

Die derzeit ca. 40 Videos greifen verschiedenste Themengebiete auf, die von Pflanzenkrankheiten, schonender Bearbeitung von Ackerland, über den Anbau diverser Nutzpflanzen und der Nutztierhaltung bis hin zum sicheren Fahren von landwirtschaftlichen Maschinen reichen.

2 Folgen des Fipronil-Skandals

„Lieber ein Ei weniger als ein Ei, das nicht ganz in Ordnung ist“, so die Worte von Christian Schmidt, Bundeslandwirtschaftsminister.

Die mit Fipronit belasteten Eier aus den Niederlanden sorgen weiterhin für Aufruhr. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Auswirkungen für den Eiermarkt und demnach für die Preise von Eiern gravierend sein werden.

Schmidt forderte beim Treffen der EU-Agrarminister in der estnischen Hauptstadt Tallinn einen besseren Informationsaustausch.

So seien in anderen Ländern die Informationen bereits seit Monaten verfügbar gewesen, wurden jedoch nicht an Deutschland weitergegeben.

Während die EU-Agrarminister den Skandal heute ausführlich diskutieren werden, versuchen die Niederlanden mit verschiedenen Maßnahmen, das Vertrauen in ihre Eier wieder auszubauen.

3 Weizenlager reichen für 123 Tage

Die weltweite Versorgung mit Weizen für 2017/2018 fällt reichlicher als in der vergangenen Saison aus, so der aktuellste Bericht des Internationalen Getreiderat (IGC).

Der weltweit erwartete Verbrauch von 738,4 Millionen Tonnen kann mit den Beständen somit für 123 Tage gedeckt werden. Dies sind zwei Tage mehr gegenüber dem Vorjahr.

Auch wenn der weltweite Endbestand von Weizen gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Millionen Tonnen auf rund 247,8 Millionen aufgestockt werden kann, so ist doch eher mit einer zukünftigen Abstockung der Bestände zu rechnen, wenn man China nicht berücksichtigt.

China alleine lagert rund 40 Prozent der globalen Weizenbestände. Exportieren tut es allerdings lediglich rund 1 Millionen Tonnen, eine Zahl, die sich kaum auf dem Weltmarkt bemerkbar macht, so die Rabobank.

Als Hauptgründe für eine mögliche Abstockung nennt die Rabobank die unterdurchschnittlichen Erträge in den wichtigsten Erzeugerregionen.

4 Super-Monster-Wolf für japanische Felder

65 Zentimeter lang und 50 Zentimeter groß, leuchtende LED –Augen, ein unbarmherziges Knurren und Heulen mit einer Lautstärke von 90 Dezibel – das ist der Super-Monster-Wolf, der japanische Reisbauern vor Wildtieren wie Wildschwein, Rehen und Vögeln beschützen soll (Quelle: NationalPost).

Das zugeben nicht wirklich hübsche Tier „frisst“ Sonnenenergie, und harrt auf seinen Metallstelzen aus, bis es mit seinen Infrarotsensoren ahnungslose Beute aufspürt und diese entsprechend vertreibt.

Derzeit wird der Roboter in Japan in Versuchsprojekten noch getestet. Wie es aussieht, ist der Super-Monster-Wolf selbst für Bären, wie es sie auf der japanischen Insel Hokkaido gibt, sehr angsteinflössend.

Umrechnet kostet der Beschützer ca. 1500 EUR. Damit sich das Wildtier nicht an ihn gewöhnt, kann er auch andere Geräusche wie zum Beispiel menschliche Stimmen oder Schüsse wiedergeben und seinen Kopf hin und her bewegen.

Ausserhalb von Japan werden sich wohl die chinesischen Reisbauern freuen, wenn der Super-Monster-Wolf auch ihre Felder beschützen kann.

Hierzulande gibt es durchaus ähnliche Projekte, um Vogelscheuchen mit High-Tech effektiver scheuchen zu lassen.

Aber was meint ihr, könnte so ein Super-Monster-Wolf auch auf unserem Ackerland nützlich zum Einsatz kommen?

Bio-Landwirtschaft-Deutschland

Mehr Bio in der deutschen Landwirtschaft?

Wer die Schlagzeilen der letzten Tage verfolgt und Landwirt ist, wird vor lauter Empörung einfach nur sprachlos sein. Mit dem Ziel einer „besseren“ Agrarwirtschaft wird eine ganze Branche angegriffen. Aber wie steht es mit Bio in Deutschland?

Ob aus Reihen der Politiker oder der Kirche, es sind scharfe Worte, die derzeit gegen die Landwirte benutzt werden.

So nahm der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch die Grüne Woche zum Anlass, um in einem Radiowort wörtlich von

  • „katastrophalen Zuständen in den großen Tierfabriken“,
  • „unsäglichen Bedingungen“,
  • „die viel zu großen Mastbetriebe, die einzig und allein auf den Profit setzen“
  • „Grundwasser wird verseucht“
  • „Billiglöhne sorgen für ein modernes Sklaventum“

zu reden.

Und es geht weiter: Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks zieht derzeit mit einer großangelegten Werbekampagne den Berufsstand des Landwirts in ein schlechtes Licht.

Bauernregeln für mehr „Bio“ in der Agrarwirtschaft?

Pünktlich zum Start der öffentlichen Konsultation der EU zur Zukunft der europäischen Agrarpolitik zieht sie mit „neuen Bauernregeln“ ins politische Schlachtfeld.

Ziel soll es sein, „für eine naturverträgliche Landwirtschaft und eine Reform der europäischen Agrarförderung zu werben“.

Die Frage ist, wie bitte schön sollen Sprüche wie

  • „Gibt’s nur Mais auf weiter Flur, fehlt vom Hamster jede Spur.“
  • „Zu viel Dünger auf dem Feld geht erst ins Wasser, dann ins Geld.“
  • „Ohne Blumen auf der Wiese geht’s der Biene richtig miese.“ oder
  • „Bleibt Ackergift den Feldern fern, sieht der Artenschutz das gern.“

zu Nachhaltigkeit und Naturschutz beitragen?

Kein Wunder, wenn die Empörung groß ist, wird doch die gesamte Agrarwirtschaft mit solchen Äußerungen an den Pranger gestellt. Der Deutsche Bauernverband etwa spricht von „staatlichem Mobbing gegen den landwirtschaftlichen Berufsstand.“

Eine konstruktive Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Landwirtschaft kann so definitiv nicht erfolgen.

Zudem, werden die Rahmenbedingungen für diesen Wirtschaftszweig nicht auch von der Politik festgelegt?

Und wo bitte schön wird von der Verantwortung des Verbrauchers, der Großeinkäufer, der Anbieter von Lebensmitteln und den anderen Beteiligten im landwirtschaftlichen Kreislauf gesprochen?

Ein Markt wird nicht nur von dem Angebot, sondern auch von der Nachfrage bestimmt.

Es stellt sich die Frage, wie Nachhaltigkeit in Deutschland umgesetzt oder, folgt man den Anschuldigungen, nicht umgesetzt wird.

Eine Form der Landwirtschaft, die sich ohne Zweifel die Nachhaltigkeit und den Tierschutz auf die Fahne geschrieben hat, ist die ökologische Agrarwirtschaft.

Wie steht es um die ökologische Landwirtschaft in Deutschland?

Bio ist zu einem gängigen Begriff geworden. Selbst beim Discounter kann man heute selbstverständlich Lebensmittel erwerben, die ökologisch produziert wurden.

Bio ist voll im Trend und boomt. So der gängige Eindruck.

Mit steigendem Gesundheitsbewusstsein, achten die Verbraucher nicht nur auf die Preise, sondern auch auf die Art und Weise, wie Produkte hergestellt wurden.

Die steigende Nachfrage nach Bio kann dabei von der aktuellen Anzahl ökologischer Erzeuger nicht gedeckt werden.

Große Nachfrage zu höheren Preisen: Das klingt doch nach rosigen Aussichten für Produzenten von Bio-Lebensmitteln, oder?

Mit Bio in die Pleite?

Quelle: HDReportagen

Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, dass die ökologische Landwirtschaft in Deutschland mit großen Herausforderungen zu kämpfen hat.

Auch wenn diese Form der Landwirtschaft in den letzten Jahren leichte Wachstumszahlen im Umsatz verzeichnen konnte, Bio ist weiterhin ein Nischenprodukt.

Das Wachstum in Anzahl von Bio-Höfen und ökologischen Agrarfläche ist in den letzten Jahren stagniert.

Was sind die Ursachen?

Zum einen bedeutet Bio nicht gleich regional.

Jedes dritte frische Produkt in Bio-Qualität wird mittlerweile beim Discounter & Co. gekauft.

Aber die Ware kommt zumeist nicht aus Deutschland. Es wird in Ländern produziert, in denen die Produktionskosten deutlich unter denen in Deutschland liegen.

Die hiesige Produktion in ökologischer Qualität konkurriert mit Bio-Importen aus anderen Teilen der Welt.

Hinzukommt, dass eine Umstellung langwierig und teuer ist. Erst nach zwei Jahren ökologischer Produktion kann der Landwirt „Bio-Preise“ für seine Produkte beanspruchen.

Angesichts steigender Preise für konventionell produzierter Rohstoffe muss neben dem marktwirschaftlichen Denken schon eine gehörige Portion Idealismus die Entscheidung zum Umstieg beeinflussen.

Ein weitere Herausforderung ist von der deutschen Agrarpolitik hausgemacht. Die Förderung von Biogasanlagen hat in einigen Regionen zu Pachtpreisen geführt, die von Bio-Bauern einfach nicht gezahlt werden können.

Es fehlt die Fläche für den Anbau von Bio-Lebensmitteln, weil Biogasanlagen mit ihrem 20-jährigen Bestandsschutz einfach lukrativer sind.

Dies sind nur einige Ursachen. Noch nicht angesprochen sind hierbei etwa die Herausforderungen die entstehen, um die strengen biologischen Auflagen zu erfüllen.

So verbreiten sich Pestizide und Co kilometerweit über Luft und Wasser. Sie machen nicht halt, weil die angrenzende Agrarfläche biologisch bewirtschaftet wird.

Mehr Nachhaltigkeit und Artenschutz sind unumstritten wichtige Ziele. Dem wird wohl kein Landwirt widersprechen.

Die oben aufgeführten Äusserungen von Politik und Kirche, so einseitig und diffamierend sie sind, zeigen auch, dass Diskussion- und Handlungsbedarf besteht.

Aber wie am obigen Beispiel aufgezeigt, Landwirtschaft befindet sich in einem komplexen Gefüge mit unzähligen Faktoren und Beteiligten im Kreislauf.

Dies gilt genauso für die biologische als auch konventionelle Landwirtschaft.

Ein einzelnes Glied in der Wirtschaftskette herauszupicken und kategorisch zu verteufeln, kann nicht die Antwort auf die Fragen der Zukunft sein.

Welche Maßnahmen sind Eurer Meinung nach notwendig, um mehr Nachhaltigkeit und Artenschutz in Deutschland besser fördern zu können?

Bio Agrarbetrieb Landwirtschaft

Bio – eine Nische im Trend

Bio ist in aller Munde. Das Bewusstsein der Verbraucher für ökologisch erzeugte Lebensmittel steigt. Die Lebensmittelindustrie steht jedoch noch ganz anderen Herausforderungen gegenüber.

Bio-Lebensmittel – eine steigende Nachfrage

Wer kennt das nicht. Man sitzt abends gemütlich beim Essen mit Freunden und es fällt das Wort „Bio“.

Am liebsten würde man sich direkt die Ohren zu halten, denn man weiß, was kommt: eine lange Diskussion über Sinn und Unsinn von Bioprodukten.

Für die einen ist es fast eine Religion, für die anderen der größte Humbug.

Fakt ist, Verbraucher hinterfragen immer mehr, wie ihre Lebensmittel produziert werden. Das Bewusstsein der Verbraucher für die Herkunft und Qualität der Lebensmittel steigt stetig.

Und Bio sorgt nicht nur für Gesprächsstoff, sondern ist ein Trend mit steigenden Umsätzen. Betrug der Umsatz von Bio-Lebensmitteln im Jahr 2000 noch 2,1 Milliarden EUR, wurde im Jahr 2015 der 4-fache Umsatz in Höhe von 8,62 Milliarden EUR erwirtschaftet.

Dies entspricht einer Steigerung von 11 Prozent gegenüber dem Jahr 2014. (Quelle: Statista.com)

Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln steigt, aber kann die Produktion mithalten?

Ein paar interessante Zahlen zum Bio-Markt in Deutschland

  • Knapp 9 Prozent aller Landwirtschaftsbetriebe, genau 24.343 Höfe,  waren in 2015 Bio-Höfe.
  • 6,4 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche wurde in 2015 für den Bio-Anbau genutzt. (Der EU-Durchschnitt lag bei 5,7 Prozent.)
  • Dennoch machten Bio-Produkte in 2014 nur 4,4 Prozent des gesamten Lebensmittelumsatzes aus. (Im Vergleich: Europäischer Spitzenreiter ist Dänemark mit 7,6 Prozent Umsatzanteil.)
  • 55 Prozent des Umsatzes von Bio-Lebensmitteln wird im Lebensmitteleinzelhandel erwirtschaftet. Naturkostfachgeschäft sind mit ca. 31 Prozent am Umsatz beteiligt. Wochenmärkte, Hofläden, Metzgereien und ähnliches erwirtschaften 13 Prozent am Bio-Umsatz.

Quelle:   Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft

Die Zahlen zeigen deutlich: auch wenn der Verbraucher den Eindruck hat, dass Bio wie nie zuvor boomt, letztendlich ist Bio dennoch ein Nischenmarkt.

Warum ist das so? Ist Bio nicht gesünder? Und nachhaltiger? Sprich, besser?

Wie sieht die Zukunft der Landwirtschaft aus?

Nachhaltigkeit und Qualität sind gefordert. Und das bei hohen Produktionsmengen.

Die Ernährung der wachsenden Bevölkerung ist eine der Schlüsselherausforderungen der Zukunft, denn die landwirtschaftlichen Nutzflächen werden knapper und sind bereits teils stark überlastet.

Klingt deprimierend? Oder spannend?

Vor großen Herausforderungen gestellt, haben Menschen schon immer große Lösungen gefunden. Was haltet Ihr von nachfolgendem Konzept:

Quelle: FUTUREMAG – ARTE

Wie findet Ihr die urbane Revolution? Meint Ihr, vertikale Bauernhöfe wären auch was für Deutschland?

Sind Bio-Lebensmittel zu teuer?

Wer sich nur den Ladenpreis für Bio-Lebensmittel gegenüber konventionell hergestellten Lebensmitteln anschaut, könnte meinen, dass Bio-Qualität einfach teuer ist.

Die gleichen Lebensmittel mit Bio-Siegel lassen den Verbraucher tiefer in die Tasche greifen.

Aber wär das noch so, wenn man die externen Kosten, welche durch die konventionelle Landwirtschaft entstehen, mit einbezieht?

Wie würden die Preise wirklich aussehen, wenn die externen Kosten, wie die Reinigung des Grundwasser von Pestiziden und Düngern oder der Verlust der Artenvielfalt, mit in den Apfelpreis beim Discounter einbezogen werden?

Das Blatt kann sich schnell wenden.

Konventionelle versus Ökologische Landwirtschaft

Kommen wir nochmals auf die Frage zurück: ist Bio besser?

Die Antwort hängt wohl davon ab, wenn man fragt.

Gerne wird das eine verteufelt, das andere in den Himmel gelobt. Dabei sitzen doch eigentlich alle im gleichen Boot.

Verbraucher möchten Lebensmittel mit hoher Qualität zu guten Preisen.

Ein Landwirt produziert Lebensmittel, für die Ernährung der Bevölkerung. In bestmöglicher, wirtschaftlich realisierbarer Qualität.

Auch ein Landwirt möchte mit seiner Arbeit ein gutes Leben für sich und seine Familie ermöglichen. Auch ein Landwirt ist in seiner Arbeit von den Gegebenheiten seiner Branche, seines Marktes beeinflußt.

Seine Investitionen in Maschinen und Produktionssysteme, die gestern quasi noch das Nonplusultra waren, müssen sich rentieren. Ein Wechsel von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft will erst einmal finanziert sein und muss sich wirtschaftlich rechnen. 

„Land unter“ gefährdet die Ernte 2016

Ob konventionell oder ökologisch, Erntemengen und deren Qualität sind für viele Landwirte aktuell die Hauptsorge.

Die starken Unwetter der letzten Wochen haben viele Felder überschwemmt. Das generell feuchtwarme Wetter erhöht die Infektionsgefahr für Fusariosen.

Und es ist kein Ende in Sicht.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor weiteren Unwettern, die in Gebieten mit wassergesättigten Böden das Risiko von Überschwemmungen und Hochwasser steigen lassen.

Landwirte können jedoch auf Hilfe vom Land rechnen. Länder wie Bayern, Baden-Württemberg oder NRW, deren Regionen besonders stark betroffen sind, haben Soforthilfen zugesagt bzw. Hilfspakete beschlossen.

Weitere Informationen zur Antragstellung und deren Fristen erhaltet Ihr bei Euren örtlich zuständigen Verwaltungen.

Und natürlich bietet auch das Hochwasser eine passende Gelegenheit,  die industrielle Landwirtschaft in den Schlagzeilen zu diskutieren, denn mancherorts wird gerade der intensive Maisanbau in der Region für die extremen Ausmaße des Hochwassers verantwortlich gemacht.

Wie steht Ihr zu dem Thema ökologische Landwirtschaft? Meint Ihr, es wird eine Nische in der Landwirtschaft bleiben oder meint Ihr, die Zukunft der Landwirtschaft heißt „Bio“?

Die Bio-Illusion_Echte Bio-Tomaten (c) Agrarbetrieb.com

Die Bio-Illusion: Arte-Dokumentation spaltet die Nation

Letzten Dienstag hat der TV-Sender Arte eine Dokumentation mit dem Titel „Die Bio-Illusion – Massenware mit Öko-Siegel“ ausgestrahlt und seitdem sind die Biobefürworter und -gegner erneut auf Kriegsfuß. Wollte Arte damit seine Zuschauerquoten erhöhen?

Eins ist dem TV-Sender auf jeden Fall gelungen. Das Thema Bio-Produktion ist wieder in aller Munde und die Branche muss sich weiteren Vorwürfen stellen.

Die Bio-Illusion wurde am 03.06. zur besten Sendezeit ausgestrahlt, um 20:15 Uhr. Der Arte-Reporter Christian Jentzsch wollte in seinem 90 Minuten Beitrag aufzeigen, wie fragwürdig die Bio-Produktion heute in ausgewählten Ländern funktioniert. Der Zuschauer darf u.a. einem Kartoffelerzeuger aus Deutschland, einem Garnelen-Produzenten in Thailand sowie einem Schweizer Ex-Banker in Rumänien zuhören, wie Bio-Produktion von diesen betrieben wird.

In der Presse wurde über den Film bereits ausgiebig geschrieben. Ein paar Impressionen hierzu:

Die Zeit spricht von konsenstaugliche Vorurteile für die Quote.

Focus beendet seinen Artikel mit folgender Zusammenfassung:

Es ist sehr ernüchternd, was der Arte-Doku in den unterschiedlichsten Regionen der Welt an Bildern zusammengetragen hat. Einerseits. Andererseits wäre jeder Verbraucher naiv, der sich nicht schon längst gewundert hätte über die Fülle – und die Preise – des Bio-Angebots in Supermärkten und bei Discountern. Kann so viel Bio wirklich so günstig sein? Dies ist die wohl wichtigste Botschaft des Films: beim nächsten Einkauf kritisch zu hinterfragen, ob ein als „Bio“ deklariertes Produkt wirklich Bio sein kann. Denn Bio, so lehrt die Arte-Doku, ist keine absolute Qualitätsgarantie, sondern leider nur zu lesen als: Bedingt In Ordnung.

Der Bund für Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) wiederum kritisieren den Filmemacher, populistische Thesen zu bedienen. Der Film würde es nicht schaffen, „die gestellte Kernfrage ausgewogen zu beantworten“ und die Basisrecherchen des Reporters Christian Jentzsch würden nicht ausreichen um über die Ansprüche mit denen Bio-Bauern Ökologischen Landbau betreiben, berichten.

Die Bio-Illusion wird am 14. Juni um 20:15 auf Arte wiederholt. Für alle diejenigen die heute bereits den Film sehen möchten, haben wir folgenden Link auf YouTube ausfindig gemacht.

Die Bio-Illusion: Ist Bio Humbug?

Wie lautet Ihre Meinung?

In Deutschland kaufen 64% aller Biokonsumenten bei den Discountern Aldi oder Lidl ein. Das zeigt doch wie kommerziell Bio inzwischen geworden ist. Bio wird mittlerweile genauso fabrikmäßig produziert wie herkömmliche Lebensmittel.

Was wird sich zukünftig Ihrer Meinung nach im Bereich Bio-Produktion ändern? Bleibt alles eine Bio-Illusion?

Agrarbetrieb_Startpaket fuer innovative Landwirte

Grüne Woche: Erfolg für die moderne Landwirtschaft

Grüne Woche: Erfolg für die moderne Landwirtschaft

Am Sonntag ist die zehntätige Internationale Grüne Woche (IGW) in Berlin zu Ende gegangen. Über 410.000 Besucher stürmten in den letzten Tagen auf die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Die Messeveranstalter sind mit diesem Ergebnis „sehr zufrieden“.

Die diesjährige IGW erfreute sich der bislang höchsten internationalen Präsenz seit ihrer Premiere im Jahre 1926. Es kamen 1.650 Aussteller aus 70 Ländern und 70 Landwirtschaftministern aus allen Kontinenten. Das Ganze wurde durch zahlreiche agrar- und wirtschaftspolitische Delegationen aus dem Ausland angereichert.

Grüne Woche und der Konsum-Boom…

Die Berliner Messe hat viele konsumfreudige Besucher angelockt. Jeder Besucher gab für Essen & Trinken sowie für Bestellungen, durchschnittlich 114 EUR aus. In 2013 waren es 113 EUR – ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

DEIN GESCHENK VON AGRARBETRIEB: Startpaket für innovative Landwirte

Der Gesamtumsatz der Aussteller belief sich auf rund 47 Millionen Euro. In 2013 fiel der Umsatz um eine Million Euro geringer aus.

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) äußerte sich in einer Pressemitteilung der IGW wie folgt über den Messeerfolg:

„Die Internationale Grüne Woche 2014 war ein Erfolg. Sie hat sich zu einer internationalen agrarpolitischen Diskussionsplattform entwickelt. Das Dialog-Angebot der Land- und Ernährungswirtschaft an die Verbraucher, sich über die moderne Landwirtschaft und den Wert der Lebensmittel realitätsnah zu informieren, wurde mit großem Interesse angenommen. Der ErlebnisBauernhof erlebte einen Ansturm von Messebesuchern und war ein Besuchermagnet.“

Die Grüne Woche ist nicht nur eine hervorragende Plattform um Handelsbeziehungen zu knüpfen, sondern auch um über globale Herausforderungen der Agrarwirtschaft, wie z.B. die Beseitigung des Hungers mit hochrangigen Vertretern der Weltbank, der EU-Kommission sowie der Welternährungsorganisation FAO zu diskutieren.

Während der Messe demonstrierten rund 30.000 Menschen für eine Agrarwende. Sie forderten einen besseren Tier- und Naturschutz in der Landwirtschaft. Einigen Demonstranten gelang es auch in die Hallen einzudringen – wie Sie im untenstehenden Beitrag sehen können.

Grüne Woche Eröffungszeremonie – Demonstranten als ‚Störenfriede‘

ErlebnisBauernhof, ein Besuchermagnet

Mehr als 325.000 Besucher durften in der ErlebnisBauernhof-Halle begrüßt werden. Auch in diesem Falle waren sich die Messeverantwortlichen einig: das Ergebnise war hoch zufriedenstellend.

FNL-Geschäftsführer Dr. Anton Kraus erklärt hierzu: „Die im Vorfeld formulierte Zielsetzung, als Dialogplattform dem Verbraucher als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen, wurde hervorragend erfüllt. Dazu haben wir uns als Kommunikationsplattform der Branche erfolgreich profiliert und eine enorme Bandbreite von Fachthemen abgedeckt.“ [Pressemitteilung ErlebnisBauernhof]

Zum ersten Mal gab es in Halle 3.2 ein ErlebnisBauernhof-TV was Besucher und Interessenten immer auf dem aktuellen Stand hielt. Dadurch wurden nach Außen sehr positive Zeichen gesetzt.

Drei innovative Bio-Landwirte erhielten den Förderpreis Ökologischer Landbau 2014

Für drei innovative, biologisch wirtschaftende Betriebe gab es auf der Grünen Woche ganz viel Grund zur Freude. Diese wurden vom Staatssekretär Kloos mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau 2014 ausgezeichnet.

Grüne Woche: Erfolg für die moderne Landwirtschaft

Grüne Woche: Erfolg für die moderne Landwirtschaft
(c) Foto von Agrarbetrieb

Für diesen Preis haben sich insgesamt 69 Betriebe beworben. Folgende drei Betriebe zeigten einen besonders ausgeprägten Innovationsgeist:

1. Preis für Dörscher und Carstens Bio GbR in Schleswig-Holstein

1. Preis für Beate und Christoph Leiders in Nordrhein-Westfalen

2. Preis für Getreidezüchtungsforschung Darzau in Niedersachsen

Der erste Platz wurde in der Kategorie „Gesamtbetriebliche Konzeption“ demnach zweimal vergeben.

Die diesjährige Grüne Woche brachte einen Rekordumsatz für die Veranstalter. Ob dieses Ergebnis im nächsten Jahr getoppt werden kann, sehen wir im Januar 2015. Waren Sie auf der Internationelen Grünen Woche? Was hat Ihnen am meisten gefallen?